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Test Digital Audio Player Questyle QP2R – High End mobil

HB2 – die Docking-Station für den Questyle QP2R

Natürlich lässt sich der Questyle QP2R über entsprechende Kabel direkt mit anderen HiFi-Komponenten verbinden. Das klappt dank des beiliegenden Toslink-Adapters auf optischem Wege sogar digital. Noch eleganter gelingt es freilich mit der bereits erwähnten, optionalen Docking-Station HB2. Die fällt mit rund 500 Euro zwar nicht ganz billig aus, zeigt sich aber hinsichtlich Materialaufwand und Verarbeitung absolut ebenbürtig zum QP2R.

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Questyle QP2R with hifi base HB2
Die optionale Docking-Station HB2 macht den Questyle QP2R zur vollwertigen Programmquelle in der HiFi-Anlage (Foto: Questyle)
Questyle QP2R with hifi base HB2
Neben den üblichen, analogen Hochpegelausgängen besitzt die Questyle HB2 sogar einen koaxialen S/P-DIF-Ausgang. Für besten Kontakt sind die RCA-Buchsen rhodiniert (Foto: Questyle)
Questyle QP2R space grey with hifi base HB2
Dank der präzise gearbeiteten Hartsilikon-Einbettung sitzt der Questyle QP2R absolut passgenau in der Docking-Station HB2. Die Verbindung erfolgt über den unten im Sockel eingelassenen USB-C-Stecker (Foto: Questyle)
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Dank der beiliegenden IR-Fernbedienung erhebt sie den Questyle QP2R immerhin zu einer vollwertigen Tonquelle, was auch für die Anschlussmöglichkeiten gilt. So findet sich neben einem unsymmetrischen, analogen Hochpegelausgang auch ein koaxialer, digitaler S/P-DIF-Output – allesamt versehen mit sehr hochwertigen, rhodinierten RCA-Buchsen.

Da die S/P-DIF-Schnittstelle von Natur aus nur eingeschränkt Hi-Res-fähig ist, kann die Questyle HB2 384kHz-PCM-Signale „nur“ im 192kHz-Format ausgeben. DSD-Files werden dabei ebenfalls digital im PCM-Format übermittelt.

So klingt der Questyle QP2R

An dieser Stelle zunächst mal ein Lob: Ich finde es bemerkenswert, dass sich der Questyle QP2R als dediziert hochwertiger Mobilplayer nicht allein auf die Wiedergabe von Hi-Res-Audiomaterial beschränkt. Neben PCM bis 384 Kilohertz und DSD bis 256-fach spielt der QP2R auch komprimierte WMA-, MP3-, AAC- und sogar OGG-Files ab. Gerade datenreduzierte Files können beim Abspielen auf mobilen Playern bei optimalem Software-Decoding ganz erheblich profitieren. Und wer will schon seine sorgsam zusammengekauften iTunes-Files wegwerfen, nur weil sie datenreduziert sind?

Meine erste Hörtest-Erfahrung mit dem Questyle QP2R war denn auch keine gezielt audiophile mit HiRes-Tonmaterial. Es begann deutlich profaner: Nach dem Auspacken des noblen Mobilplayers war es mein betagter Sennheiser HD 25/70Ω, der als nächstgelegener Kopfhörer mit 3,5-Millimeter-Klinkenstecker greifbar war. Auch das Tonmaterial – das Album Freetown Sound vom New Yorker Multiinstrumentalisten und Produzenten Devonté Hynes aka Blood Orange – ist weder audiophil, noch riss es mich bislang musikalisch wirklich vom Hocker.

Abgespielt über den Questyle QP2R wurde es jedoch im wahrsten Wortsinn zum Schlüsselerlebnis: Es dauerte kaum länger als 20 Sekunden, bis mich der erste, gespielte Titel „E.V.P“ in einen wahren Endorphinrausch versetzte. „Mein Gott, was für traumhaft schöne Melodien – und welch fantastisch dichte Atmosphäre. Das hätte selbst Prince nicht besser machen können“, ging es mir durch den Kopf. Ich steckte den Player in die Tasche, lief durch die Wohnung und war in den kommenden Stunden schier fassungslos darüber, was mir da in den letzten zwei Jahren seit dem Album-Release bislang entgangen war. Es folgte ein Highlight nach dem anderen: „Desirée“; „Hands Up“; „Hadron Collider“; „Juicy 1-4“; „Better Than Me“ – ein wahrhaft ergreifendes Erlebnis, eine musikalische Welt betreten zu können, zu der man bislang keinen Zugang hatte.

Bereits mit dem mittelohmigen Sennheiser HD 25-70 war dabei der Einfluss von Bias Control sofort zu hören: So klangen beispielsweise kräftig gespielte Hi-Hat-Becken bei höherem Ruhestrom organischer, natürlicher – etwas aufgesetzt wirkendes, hochfrequentes Gezissel verschwand nun völlig.

Die phänomenale klangliche Schlüsselwirkung des Questyle QP2R wollte natürlich tiefgehender ergründet sein. Ein Fall also für den LowBeats-Referenzhörer Sennheiser HD 800 S, den ich per Adapter symmetrisch mit dem QP2R verband. Das musikalische Genre war diesmal nicht R&B, sondern Female HipHop – und zwar mit einer richtig, richtig guten Aufnahme: Lune Rouge von der amerikanischen Produzentin Jennifer Lee aka Tokimonsta. Bereits das Intro zum Album, das kunstvolle  „Lune“, wurde mit dem Questyle-Sennheiser-Gespann zu einem bislang so noch nie gehörten Erlebnis. Eine wahre Flut an geradezu berauschenden, unglaublich klaren Klangfarben und mit ausgedehnten Räumen, die Platz schufen für obertonreiche Klangdetails mit feinsten dynamischen Strukturen. Dank Gapless Play klappte der Übergang in den nächsten Titel „Rouge“ absolut nahtlos. Der kontrastierte das zarte Intro beeindruckend mit seiner geradezu sensationell knochentrocken vorantreibenden Bassdrum.

Der absolute Hammer im wahrsten Wortsinn war jedoch das für mich bislang eher aufreibende „I Wish I Could“ mit seinen attackierenden Stutter-Synthie-Tiraden. Auch diesen Titel rückte der Questyle QP2R in eine für mich völlig neue Perspektive. Zum ersten Mal hörte ich die Differenziertheit der Klangfarben und die ungeheure Energie in dem tieffrequenten, aber obertonreichen Synthie-Stakkato. Niemals hätte ich gedacht, dass der Sennheiser HD 800 S zu einer solch energischen Gangart fähig ist.

Zum Abschluss des Hörtests seien die klanglichen Kernkompetenzen des Questyle QP2R hier nochmals als Elevator Pitch zusammengefasst: Ultrareine, plastische Klangfarben; absolut unaggressive, dabei phantastisch klare Hochtonwiedergabe; spontane Klangentwicklung „aus dem Nichts“ und enorm tiefreichender, straffer Bass – the ultimate Sound of Class A.

Questyle QP2R – Fazit

Der Questyle QP2R ist der mit Abstand bestklingende Mobilplayer, den ich kenne. An seinen Qualitäten müssen sich selbst ortsgebundene Digitaltonquellen oder DACs messen. Das ist insofern spannend, da sich der Questyle QP2R auch als USB-DAC am Computer betreiben lässt und damit auch zentraler Baustein beispielsweise in einer Desktop-Anlage sein kann. Dieser Mehrfachnutzen lässt seinen recht hohen Preis von 1.300 Euro als absolut angemessen erscheinen, zumal Verarbeitung und Finish vom Allerfeinsten sind. Wer auf Bluetooth und Musikstreaming verzichten kann und stattdessen auf bestmögliche Klangqualität aus ist, kommt am Questyle QP2R definitiv nicht vorbei.

Mitspieler im Test:
Test Edel-Kopfhörer Sennheiser HD 800 S

Im Beitrag erwähnt:
Test Questyle CMA600i: DAC, Pre- und Headphone-Amp
Test Kopfhörer Pre-Amp Questyle CMA400i
Amp-/DAC-Familientest Questyle Golden Reference System

Questyle qP2R
2018/06
Test-Ergebnis: 4,8
Referenz
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Maßstäbe setzende Klangqualität
auch als USB-DAC einsetzbar
zweiter, symmetrischer Kopfhörer-Ausgang
überragende Verarbeitung

Vertrieb:
NT Global Distribution GmbH
Waller Heerstraße 104
28219 Bremen
www.nt-global.com

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Questyle QP2R: 1.299 Euro