Teufel Supremen In Aufmacher
120 Euro kostet Teufels neuer In Ear namens Supreme in. LowBeats Autor Claus Dick meint, das sei durchaus günstig...(Foto: C. Dick)

Test In Ear Kopfhörer Teufel Supreme In: Kauftipp für 120 Euro

Die Berliner Lautsprecher- und Kopfhörerspezialisten Teufel lassen mit ihrem neuen In Ear Kopfhörer namens Teufel Supreme In einen patenten Outdoor-Begleiter von der Leine. Der drahtlose In-Ear-Entertainer hält dabei zum Preis für 120 Euro ein paar richtige Schmankerln für die Betriebssysteme Android, Apple iOS und Microsoft parat.

Mal ein bisschen Wissen für den Stammtisch: Die Kopfhörer-Verkäufe in Deutschland haben sich innerhalb von zwölf Jahren von 2008 bis 2020 von 8,2 auf 15,54 Millionen Exemplare beinahe verdoppelt. Treiber war und ist hauptsächlich die wachsende Population an Smartphones, die sozusagen als digitale Schweizer Messer auch die persönliche Musikbibliothek und Streaming in petto haben. Das Gute obendrein: Damit dürften so einige bis dato am guten Klang weniger interessierte Musikfreunde HiFi-Blut geleckt haben. Denn prima Modelle gibt es – siehe Teufel – bereits im bezahlbaren Bereich. Und das Klangerlebnis der kleinen Sound-Ohrwürmer ist in puncto Preis-Leistungsverhältnis Lautsprechern oft überlegen.

Das Konzept des Teufel Supreme In

Voraussetzung für besten Klang aber ist eine praxisgerechte Handhabung. Will heißen: Die Knubbel müssen fest, aber nicht drückend im oder – wie beim Teufel Supreme In – am Gehörgang sitzen. Teufel nutzt hier eine gern genommene Alternative zu In Ears, die richtig fest in den Ohrkanal gedrückt werden wollen. Das empfinden viele Menschen als unangenehm. Und so ist diese „Aufdruck-Variante“ eine gute Empfehlung für empfindliche Musikhörer. Weil die Earbuds aber nur am Gehörgang sitzen, braucht man etwas mehr Zeit, um den optimalen Sitz (und damit den optimalen Klang) zu erzielen.

Teufel Supremen In im Ohr
Der Name Teufel Supreme In führt ein wenig in die Irre: Er sitzt nämlich am Gehörgang (Foto: C. Dick)

Für die individuelle Passgenauigkeit sorgen die weichen Silikonadapter, von denen Teufel noch ein zweites Paar mit anderer Größe beigelegt hat. Das Ohrstöpseln gelingt bei ihm zumindest nach ein paar Anläufen gut. Außengeräusche sind durch dieses Prinzip noch gut hörbar – ein Sicherheitsfaktor für unterwegs.

Teufel Supremen In Zubehoer
Sorgen für den guten Sitzt: die weichen Earpads und eine Schlaufe, die linken und rechten Kanal mit einander verbindet (Foto: C. Dick)

Weil aber das Auflegen auf den Gehörgang keinen wirklich festen Halt garantiert, werden die beiden Earbus über ein Kabel verbunden; dann verliert man nicht einen der beiden. Das Kabel hat zudem noch elektrische Funktionen.

Teufel Supremen In Kabel
Das Verbindungskabel sorgt für Sicherheit. Die Supreme In wiegen nur 18 Gramm, das fällt auch bei längerem Hören nicht unangenehm ins Gewicht (Foto: Teufel)

Drahtlose Exemplare sollen zudem über stabilen und störungsfreien Empfang der Musikdaten via Bluetooth beherrschen. Dafür nutzt der neue Teufel den Funk-Standard der fünften Generation mit aptX-Codierung. Theoretischer Vorteil: fixe Bitraten von 354 kbit/s, was eine bessere Komprimierungsleistung und Klangqualität verheißt.

Fürs Streamen via Apple Music, Spotify oder Youtube & Co. gibt’s beim Teufel AAC (Acvanced Audio Coding), der als der etwas hochwertigere Nachfolger von MP3 gilt. Und schließlich ist es schön, wenn sich die Sound-Minis einfach und intuitiv in Sachen Lautstärke- und Klangregelung sowie Telefonkonnektivität bedienen lassen.

Beim Supreme In übernimmt das die Mini-Kabelfernbedienung mit Kontroll-Buttons, integriert in das 60-Zentimeter-Nackenkabel. Auch eine möglichst ausgiebige Ausdauer der Akkus stehen im Pflichtenheft. Bis zu starken 16 Stunden sollen’s beim kleinen Teufel sein. Und, prima: Wenn’s draußen mal etwas feuchter wird, kommt beim Supreme der Spritzwasserschutz nach „IPX4“ zum Einsatz, will heißen: ein paar Regentropfen oder Schweiß sind erlaubt, Duschen oder Wolkenbruch nicht. Sechs sehr kreativ benannte Farben stehen zur Wahl: Neben „Space Blue“ wie beim Test-Hörer gibt’s noch „Night Black“, „Ivy Green“, „Moon Gray“, „Sand White“ oder „Pale Gold“.

Teufel Supremen In Farben
Die Farbpalette des Supreme In zeigt, dass er sich auch an das Stylische Publikum wendet: sechs Farben sind erhältlich (Foto: Teufel)

Was hat er noch unter der Haube? Im Verpackungskarton steckt ein kleines geschmeidiges Kunststoffetui, das die kleinen Teufelchen für unterwegs schützen soll. Prima. Beigepackt ebenso sind wie gesagt ein zweites Paar Earpads – für eine individuelle Anpassung an die Gehörgänge. Was gibt es noch? Ein USB-Kabel zum Andocken an einen Stromgeber, beispielsweise einen Laptop. Den Ladevorgang signalisieren je nach Ladezustand ein rot über gelb bis grün changierendes Lämpchen.

Teufel Supreme In Travelcase
Auch auch Reisen sicher verpackt: das entsprechende Travelcase des Supreme In (Foto: C. Dick)

Die beiden Ear-Buds sind wie gesagt mit einem dünnen Kabel verbunden, das der User über den Nacken hängen kann. Die beiden Knubbel sind magnetisch – küssen sie sich, verabschieden sie sich nach ein paar Sekunden in den Off-Modus.

Teufel Supremen Im Off-Modus
Die Earbuds haben Magnete eingebaut, die das Paar im Off-Modus zusammenhält (Foto: C. Dick)

Das kleine Bedienungspanel in der Mitte des Kabels ist die Regiezentrale für verschiedene Funktionen: Lautstärke regeln, Titelsprung vor und zurück, Telefonanrufe managen sowie die Bluetooth-Kopplung mit Quellengeräten (Smartphone, Laptop oder PC mit Bluetooth; Android, Microsoft und iOS). Das hat im Praxischeck einwandfrei und teils sogar intuitiv funktioniert. Die drahtlose Bluetoot-Connection ließ übrigens eine recht große Entfernung zu, sogar bis zu einer Entfernung von gut zehn Metern in der Wohnung und um die Ecke in einen anderen Raum – bei geöffneten Türen.

Teufel Supremen In Fernbedienung
Die Fernbedienung des Teufel Supreme In ist genau so simpel wie fast alle Fernbedienungen aktuellen In Ears  (Foto: C. Dick)

Im Telefoncheck benahm sich das kleine Teufels-Duo ebenso smart – Gespräche klangen klar artikuliert. Laut Teufel schärfen und stabilisieren Algorithmen der Qualcomm „cVc“-Technologie die Stimmklarheit und unterdrücken lästige Echos. Übrigens ist auch Skypen und Sprachsteuerung via Google und Siri möglich.

Teufel Supremen Mikros
Für den entsprechen klangstarken Auftritt sitzen in den Kapseln je ein Breitbandwandler mit einer Diagonale von 10,7 Millimetern. Die beackern laut Teufel einen Frequenzbereich zwischen 20 und 20.000 Hertz. Gut zu sehen sind hier auch das Mikro für die Headset-Funktion (Foto: C. Dick)

Um die Möglichkeiten des Teufel Supreme In zu komplettieren, lohnt es sich, die Teufel Headphones App herunterzuladen (Play Store für Android, App Store für Apple iOS). Mit „ShareMe“ lassen sich dann zum Beispiel zwei Kopfhörer für eine Session mit einem Partner verbinden. Und mit einem Equalizer und Voreinstellungen lässt sich der Klang für individuelle Vorlieben anpassen. Das Einrichten auf einem iPhone klappte zügig.

Teufel Supreme In: Hörtest & Praxis

Der Hörtest fand natürlich in neutraler Einstellung statt– ohne Equalizer & Co. Via Bluetooth mit dem iMac Pro und iPhone verbunden, spielte der Supreme In Audiodateien aus der Bibliothek oder von Youtube und Spotify insgesamt stimmig und ausgewogen ab. Vorausgesetzt, die beiden Ear-Buds sitzen optimal am Gehörgang. Dann beeindruckt der kleine Teufel sogar höllisch gut: mit sattem Tieftondruck sowie einer authentischen Fülle an Klangfarben.

Stimmen wie im Duett von Jackson Browne mit Leslie Mendelson („A Human Touch“) besaßen Strahlkraft. Gleiches galt für die wunderbare Sängerin und Posaunistin Rita Payés mit ihrem Open-Air inszeniertem Stück „Nunca Vas A Comprender“ mit einer schönen Transparenz. U2 mit „Beautiful Day“ glänzten dagegen Mit Druck und Drive. Ja: und laut kann der kleine Teufel auch verzerrungsfrei, was den Spaßfaktor je nach Gusto steigert.

Als Vergleichs-Konkurrenten traten eine Menge namhafter Mitbewerber an; der Finalgegner aber wurde der Sennheiser Bluetooth-In-Ear CX 400BT True Wireless, der vor kurzem noch bei knapp 200 Euro Verkaufspreis lag. Der Sennheiser spielte insgesamt transparenter und brachte etwas mehr Details und Feindynamik ins Spiel, doch der Teufel hielt mit dem höheren Bass-Druck und größerer Homogenität dagegen – was letztendlich das Pendel zu seinen Gunsten ausschlagen ließ.

Fazit

In der Summe gibt es deshalb für den Teufel Supreme In eine klare Kaufempfehlung. Das Klangbild der kleinen In-Ear-Buds ist wunderbar ausgewogen und mit warmen Klangfarben sowie einem satten Bass unterfüttert. Aber auch die Sprachverständlichkeit beim Telefonieren hat mir sehr gut gefallen – ein klarer Zusatznutzen.

Das vielleicht Wichtigste aber ist der angenehme Sitz. Weil die Earbuds leicht und nur vor dem Gehörgang sitzen, kann man stundenlang mit ihnen hören – ohne, dass es nervt.  Wie gesagt: Kaufempfehlung!

Teufel Supreme In
2021/04
Test-Ergebnis: 4,5
überragend
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Bassstarkes, recht ausgewogenes Klangbild mit guter Detailarbeit
Gute Sprachverständlichkeit bei Telefongesprächen
Praxisnahe Ausstattung
Etwas gewöhnungsbedürftiges Einbringen ans Ohr

Vertrieb:
Lautsprecher Teufel
Bikini Berlin,
Budapester Str. 38-50
https://teufel.de

Preis (Hersteller-Empfehlung):
Teufel Supreme In: 120 Euro

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Autor: Claus Dick

Claus Dick
Musikfachmann seit Jahrzehnten, aber immer auch HiFi-Fan. Er findet zielsicher die best-klingenden Aufnahmen, die besten Remasterings und macht immer gern die Reportagen vor Ort.