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Test: JVC DLA-X5500 HDR-Projektor mit Megakontrast

JVC DLA-X5500
„Kurze Latenzzeit“ für Gamer (Foto: R. Vogt)

Auch die Latenzzeit von deutlich über 100 Millisekunden ist für einige Anwender sehr lang – beispielsweise für Gamer. Für die kamen bislang JVC-Projektoren (wie diverse andere Marken….) nicht in Betracht, da sie eben spontan und verzögerungsfrei sehen müssen, wie das Spiel reagiert.

Der JVC DLA-X5500 und seine Geschwister bieten nun einen Extra-Modus für diesen Zweck. Hier umgeht das Signalmanagement alle nicht dringend benötigten Schritte wie den De-Interlacer oder die Trapezkorrektur und senkt dabei die Latenzzeit unter 40 Millisekunden. 40 Millisekunden sind subjektiv kaum noch wahrnehmbar und damit auch für Action-geladene Spiele absolut tauglich.

Ein gutes Fingerspitzengefühl bewies JVC bei der Dosierung der Parameter für die Zwischenbildberechnung (englisch: Frame-Interpolation), die hier „Clear Motion Drive“ heißt.

Eigentlich mag ich das naturgegebene Ruckeln im Film lieber als den etwas artifiziellen Look, den diese Schaltung erzeugt. Aber in geringer Stufe verhält sie sich – was Artefakte angeht – sehr unauffällig. Insbesondere bei 3D, das durch das abwechselnde Abdunkeln je eines Auges bei Shutter-Technik ja ohnehin mehr ruckelt, schaute ich deshalb lieber „mit“ als „ohne“ Clear Motion Drive.

Die clevere Pixelvermehrung: Auch die eShift-Technik hat eine angenehme Reife entwickelt: Der JVC DLA-X5500 projiziert mittels opto-elektrischem Element hinter dem Objektiv plus cleverer Scalertechnik – trotz nativer Full-HD-Panels – ein echtes Ultra-HD-Bild mit acht Megapixeln. Nach verwirrenden Menüs früherer Serien zeigt sich die „Multiple Pixel Control“ genannte Funktion nun nur noch mit drei Parametern von sinnvoller Voreinstellung sowie zwei Basismodi für native 4K-Signale und geringere Auflösungen.

Auf der Leinwand resultiert das in einem Bild, das praktisch keine sichtbare Rasterung mehr aufweist und daher sehr „analog“ wirkt. In Sachen Schärfe und Detailabbildung hat diese Lösung gegenüber nativen 4K-Projektoren nur noch bei speziellen Testbildern Nachteile. Toll!

Der JVC DLA-X5500  zeigt beim subjektiven Test auf der Leinwand ein sprichwörtlich vertrautes Bild. Kein Wunder: Der optische Block und das Objektiv sind ja unverändert gegenüber den Vorgängern. Es bleibt derselbe ruhige, stimmige Eindruck und doch zeigt das Feintuning des Signalmanagements im Detail durchaus Wirkung.

Mit HDR-Signalen einer Ultra-HD Blu-ray (abgespielt vom Oppo BDP-203) legt er deutlich zu. Hier sieht man, dass die zweite Generation HDR-Projektoren eine korrekte und echte EOTF (Elektro Optical Transfer Funktion – Nachfolgetechnik zu Gamma) bietet.

Die neue Technik imponiert mit ihrem plastischen Tiefeneindruck und der erreichbaren Farbsättigung des vergrößerten Farbvolumens. Nur zu allzu groß darf das Bild dabei nicht werden: Trotz großer Lichtleistung ist das HDR-Bild naturgemäß vergleichsweise dunkel. Immerhin, JVC baut derzeit die einzigen Projektoren, die praktisch alle Auflösungen bis 4K mit allen Frequenzen bis 60Hz auch mit wenigstenss 10 Bit Quantisierung für uneingeschränkte HDR-Verarbeitung bieten.

Fazit JVC DLA-X5500: Wichtige Detailverbesserungen

Der JVC DLA-X5500 ist gegenüber seinem Vorgänger keine Revolution, aber ein erfolgreicher Evolutionsschritt. Die solide D-ILA-Technik mit knackigem und super-flexiblem Objektiv bietet jetzt ein besseres Signalmanagement, das nun automatisch zwischen 2D/3D und HDR umschalten kann. Die angenehm weiß beleuchtete Fernbedienung wurde vorteilhaft neu belegt.

Die eShift-Technik wurde überarbeitet und aufgeräumt. Alle optischen Parameter inklusive Lens-Memory lassen sich nun in direkt aufrufbaren Speichern verwalten – perfekt für CinemaScope-Fans. Ein Modus für verkürzte Signalwege erlaubt Action-Spielern endlich Projektionen mit Live-Feeling. Nur die Umschaltzeiten bleiben lästig lang und einige Werkseinstellungen sind ohne Kalibrierung suboptimal.

In Summe bietet JVC aber mit dem DLA-X5500 für deutlich unter 5.000 Euro einen Einstieg in ein Highend-Heimkinoerlebnis der Spitzenklasse, mit realistischen Farben, strahlenden Kontrasten und unauffälligem Betriebsgeräusch. Kein Mitbewerber zeigt die Sternenfelder in Star Wars so tief und knackig mit derart funkelnden Sternen wie diese D-ILA-Projektoren. Super.

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JVC DLA-X5500
2017/02
Test-Ergebnis: 4,5
Überragend
Bewertungen:
Bild
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Überdurchschnittlich hell & tiefes Schwarz
Scharfes, flexibles Objektiv mit Lensmemory
Sensationell plastische 3D-Wiedergabe
Sehr langsame HDMI-Synchronisation

Vertrieb:
JVCKENWOOD Deutschland GmbH
Konrad-Adenauer-Allee 1-11
61118 Bad Vilbel
www.jvc.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
JVC DLA-X5500BE (schwarz): 4.499 Euro
JVC DLA-X5500WE (weiß): 4.499 Euro
JVC PK-AG3 (3D-Funksender): 99 Euro
JVC PK-EM2 (3D-Shutterbrille): 149 Euro

Galerie JVC DLA-X5500 Messungen

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Erklärung der folgenden Messungen

Die Messungen auf den folgenden Seiten nennt man Color-Checker. Dabei nimmt man Stichproben der wichtigsten und häufigsten Farben, was für die Beurteilung der Natürlichkeit der Bildwiedergabe repräsentativer ist als die sonst übliche Messung von Grenzwerten.

Besonders interessant sind die Delta-E-Werte. Je kleiner, desto besser. Werte unter 5 gelten als gut, unter 3 als sehr gut und Delta-E und 1 als quasi perfekt. Jede Messung wird auf relative Helligkeit (DeltaL), Farbsättigung (DeltaC) und Farbton (DeltaH) untersucht. Relevant ist die Summierung sowie ein möglichst kleiner Extrem-Wert (Max dE) und geringer Durchschnitt (Avg dE).

JVC DLA-X5500
Schon die Werkseinstellung „Natürlich“ war abgesehen von einem leichten Blaustich ausgewogen (Foto: R. Vogt)
JVC DLA-X5500
Der JVC DLA-X5500 lässt sich für SD- und HD-Wiedergabe leicht sehr genau kalibrieren (Foto: R. Vogt)
JVC DLA-X5500
Der JVC DLA-X5500 zeigt mit wenig Nachjustieren eine gute HDR-Wiedergabe (Foto: R. Vogt)
JVC DLA-X5500
Der JVC DLA-X5500 beherrscht bereits sehr gut das HLG HDR-Gamma für künftiges 4K-Fernsehen (Foto: R. Vogt)
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Der Projektor:

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JVC DLA-X5500
Das Objektiv des JVC DLA-X5500 mit riesigem Zoom- und Shift-Bereich kann sich Einstellungen merken und autormatisch wiederfinden (Foto: R. Vogt)
JVC DLA-X5500
Der JVC DLA-X5500 bietet nur noch digitale Schnittstellen. Beide HDMI-Eingänge verarbeiten volle 4K-Bandbreite bis 60Hz und HDR (Foto: R. Vogt)
JVC DLA-X5500
Die 3D-Brillen und Einsteck-Funksender bleiben gegenüber vorigen Modellen gleich (Foto: R. Vogt)
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Interssante Menüpunkte:

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JVC DLA-X5500
Der JVC DLA-X5500 schaltet im Gegensatz zu den Vorgängern bei entsprechendem Videosignal automatisch auf die HDR-Einstellungen (Foto: R. Vogt)
JVC DLA-X5500
Der JVC DLA-X5500 verarbeitet auch erweiterte Farbräume (Foto: R. Vogt)
JVC DLA-X5500
JVC DLA-X5500 HDR: Helligkeitsdarstellung mit fein justierbarer ST.2084-EOTF (Foto: R. Vogt)
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