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Clearaudio Compass
Der Compass ist aktuell der einzige Plattenspieler „Made in Germany“ im Bereich um 1.000 Euro. Was kann der „Einsteigerspieler“ von Clearaudio?

Test Komplett-Plattenspieler Clearaudio Compass: klarer Kurs auf coolen Klang

Mit seinem neuesten Modell setzt Clearaudio klare Zeichen: Ein guter Plattenspieler Made in Germany muss nicht die Welt kosten. Im Gegenteil: Mit 1.290 Euro unverbindlicher Preisempfehlung – und das inklusive Tonabnehmer und Acryl-Staubschutzhaube – stemmt sich der Erlangener Analog-Spezialist gegen den Trend zu immer teureren Geräten, die HiFi als Hobby für Oligarchen, Scheichs oder sonstige Superreiche zu diffamieren drohen. Das Gegenmittel: der Clearaudio Compass.

Weil aber der Compass und sein Moving-Magnet-Tonabnehmer N1 inzwischen erfolgreich den Testparcours in diversen Gazetten durchlaufen haben, stellt LowBeats Clearaudios derzeit preiswertesten Dreher in einen etwas größeren Zusammenhang. Zum einen prüfen wir, wie gut er sich im direkten Vergleich mit einem teureren, seit über zehn Jahren erhältlichen, bewährten und natürlich immer noch lieferbaren Bruder aus eigenem Hause schlägt: mit dem Clearaudio Performance DC, bestückt mit dem Tonarm Tracer (siehe dazu auch den großen Tonarm-Vergleich und dem Moving Coil Pickup MC Concept. Und wir checken, ob sich Aufrüsten mit hauseigenem Mitteln bei dem Compass genauso lohnt wie beim etwas luxuriöseren Performance – Komplettpreis je nach Tonarm-Bestückung ab 4.845 Euro.

Der Clearaudio Compass als solcher…

Den für heutige Verhältnisse wirklich respektheischend niedrigen Preis des in Schwarz und Silber lieferbaren Compass erreicht Clearaudio als weitgehend in Deutschland fertigender Hersteller natürlich nur über Kooperation mit einem – in diesem Fall tschechischen – Partner-Unternehmen. Von dort kommt das Chassis aus mitteldichter Faser MDF, das auf der Unterseite von einer Stahlplatte stabilisiert wird. Der Metall-Unterbau trägt erheblich zum beachtlichen Gesamtgewicht von 8,4 Kilogramm bei.

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Der Compass setzt auch in schwarz Glanzlichter (Foto: Clearaudio)

Hinten links sitzt der 12-Volt-Gleichstrommotor, der über einen geschliffenen Flachriemen den im eigenen Hause auf imposanten CNC-Maschinen gefertigten Subteller antreibt. Der wiederum in einem gleichfalls hauseigenen Lager mit polierter Stahlachse in einer Bronzebuchse auf einem Teflonspiegel rotiert. Seine Geschwindigkeit wählt der geneigte Nutzer mit einem nahezu unsichtbaren kleinen Schalter links unter dem Chassis, der auch als Ein/Ausschalter dient. Hat man schnell im Gefühl, und dem Aussehen des Spielers tut die Knopf-Freiheit nach Meinung des Autoren gut. Weil dem Compass eine Drehzahl-Feinregulierung fehlt, muss diese von Haus aus schon sehr präzise eingestellt sein. Messungen (und die Kontrolle per Stroboscheibe) ergaben beim Testgerät eine minimal zu geringe Geschwindigkeit, doch die Abweichung liegt innerhalb tolerierbarer Grenzen.

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Den Subteller aus Aluminium treibt ein Flachriemen an (Foto: Clearaudio)

Die Antriebsenergie bezieht der Compass über ein dank vieler Aufsteckvarianten nahezu universell nutzbares Steckernetzteil. Wir kommen noch darauf zurück. Auf dem Subteller sitzt passsicher der eigentliche Plattenteller aus 20 Millimeter starkem Acryl. Eine Auflagematte liefert Clearaudio nicht mit. Doch ein Klopfen auf die milchig klare Scheibe zeigt, dass die sich akustisch ruhig verhält. Hält man sie schön staubfrei, kann man seine Platten also problemlos direkt auflegen.

Den gleichfalls in schwarz oder Silber lieferbaren Tonarm T1 leitete Clearaudio sichtbar vom Satisfy ab, einem grundsoliden 9-Zoll-Radialausleger mit Alu-Rohr. Der – nur minimal abgespeckte – T1 macht ebenso einen hervorragenden Eindruck. Er lässt sich gleichfalls in der Höhe verstellen, was dann auch Experimente mit diversen Auflagematten auf dem Compass erlaubt. Das Antiskating funktioniert mit einem Fadengewicht, das mit einer Kunststoff-Manschette am hinteren Teil des Arms befestigt wird.

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Antiskating per Fadengewicht (Foto: Clearaudio)

Dieses Überziehen gehört neben der Montage des Tonarm-Gegengewichts zu den wenigen Handgriffen, die man an dem „Plug And Play“ gelieferten Plattenspieler noch selbst ausführen muss. Denn der Tonabnehmer N1 kommt tadellos montiert und gut geschützt frei Haus mit.

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Der MM-Tonabnehmer N1 gehört zum Lieferumfang des Compass, ist aber auch einzeln erhältlich. Einzelpreis: 100 Euro (Foto: Clearaudio)

Dieser Moving-Magnet-Pickup kostet einzeln in schwarz oder silber eloxiertem Voll-Alu-Gehäuse gerade mal 99 Euro. Das ist eine echte Kampfansage in einem Markt, wo empfehlenswerte Austausch-Tonabnehmer meist mehr kosten. Ob und wie viel der japanische Tonzellen-Bigplayer Audio Technica zum N1 beiträgt, lassen wir mal dahingestellt.

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Bei unserem Besuch wurden hunderte von N1-Tonabnehmern für den Transport kontrolliert (Foto: H. Biermann)

Der Autor hat jedenfalls mit eigenen Augen gesehen, wie jedes der bei Clearaudio vorliegenden N1 einzeln kontrolliert und gemessen wird, bevor es am Compass montiert oder in die Verpackung gesteckt wird. Dass sich die Nadel problemlos tauschen lässt (Ersatznadelpreis um 40 Euro), nehmen wir gleichfalls freudig zur Kenntnis.

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Als Auflagegewicht empfiehlt Clearaudio für das N1 nicht ungewöhnliche 2,2 Gramm. Zur Messung liegt eine etwas einfach gehaltene Kippelwaage bei. Wir bevorzugen eine elektronische Waage, die es natürlich auch von Clearaudio gibt. Doch die eines Mitbewerbers war gerade im Autoren-Hörraum zur Hand… (Foto: L. Brandt)

Weil das N1-System auch einzeln verkauft wird, haben wir es auch solo getestet. Mit 12,5 Gramm zählt es aber definitiv zu den Schwergewichten seiner Klasse. Mitbewerber wie das Audio Technica VM95E oder das Ortofon 2M Red wiegen in etwa die Hälfte, auch hauseigene Brüder wie das MM Concept V2 bringen mit 8,6 Gramm deutlich weniger auf die Waage. Dennoch harmonierte das N1 mit allen zur Montage gerufenen Tonarmen. Mit den heute fast allgegenwärtigen „mittelschweren“ Armen kommt das kleine Clearaudio gut klar.

Die elliptisch geschliffene Nadel am Aluminium-Nadelträger zumindest des Test-Pickups tastet indes bei 2,2 Gramm Auflagegewichtskraft nur etwa 60 µ von der Testschallplatte sauber ab, was in der Praxis aber kein Problem darstellen dürfte. Wir erhöhten deshalb forsch auf 2,4 – und selbst bei knallharten Maxis aus den 1980ern blieben die Bässe sauber und die Nadel flog erst recht nicht raus.

Weil das N1 aber rein spannungsmäßig mit gemessenen 5,4 Millivolt nicht zu den Krawallmachern unter den MM-Tondosen zählt, sollte es an einem rauscharmen Phonoverstärker Anschluss finden, der ihm zwischen 100 und 300 Picofarad Kapazität bietet. Dann ist alles gut. Im Wortsinn. Denn mit seinem entspannten Gesamtklang, mit seiner höchst ordentlichen Raumabbildung und feinen Hochtonauflösung ohne jede Tendenz zum Kreischen geht das Clearaudio N1 als Top-Empfehlung in seiner Klasse durch. So mancher Platzhirsch hat hier einen überlegenden Konkurrenten gefunden.

Aufbau

Zum Test und Vergleich des Gesamtplattenspielers Clearaudio Compass stellte der Autor ihn – wie auch den äußerlich fast gleich großen Performance – jeweils auf ein Tischchen eines schwedischen Möbelhauses, natürlich exakt waagerecht ausgerichtet und vom Boden mit Unterlegscheiben ausreichend entkoppelt. Beide Plattenspieler zählen definitiv zu den Nicht-Zicken und sind in Nullkommanix spielfertig installiert. Beide Tonarme sind durchverkabelt, der Compass mit dem „Direct Wire Plus“ und MPC-Cinchsteckern, der Performance-Tracer mit Sixstream“. Beim Autor gibt es für Durchverkabelung immer ein dickes Lob, denn Übergangswiderstände sind somit kein Thema.

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Die Phonostufe Clearaudio Balance Reference Phono mit separatem Netzteil und zwei unabhängigen Verstärkerzügen tut beim Autor seit Jahren treue Dienste (Foto: Clearaudio)

So fanden beide Probanden problemlos an der Phonostufe Clearaudio Balance Reference Anschluss. Dieses rund 7900 Euro teure Schmuckstück ist wie gebaut für solche Vergleiche. Mit zwei unabhängigen Phonozügen samt den üblichen Einstell-Möglichkeiten lassen sich die Kandidaten perfekt anpassen und sogar per Fernbedienung umschalten.

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Die elektrischen Werte für beide Tonabnehmerlassen sich auf der Unterseite des Balance Reference passend einstellen (Foto: L. Brandt)

Die vorvorverstärkten Signale liefen über einen Hochpegel-Eingang der Röhrenvorstufe Octave HP 500 SE, die wiederum die Röhren-Monoblöcke Octave MRE 120 antrieb. Als unbestechliche Abhörlautsprecher dienten die auf den Hörraum eingemessenen Hybrid-Elektrostaten Martin Logan Impression.

Hörtest

Zuerst gab der Compass die Richtung vor und legte eine absolut überzeugende Solo-Vorstellung hin. Der Autor hat in den vergangenen Jahren viele, auch sehr preiswerte Plattenspieler getestet und bei manchen Spar-Spielern doch einen gewissen Hang zum Pappigen festgestellt. Beim Compass keine Spur davon: Die fantastische Überspielung von Aretha Franklins „Aretha Now“ (1968) von Atlantic auf zwei 45er Scheiben ging richtig fetzig zur Sache. Dass der Bassist von Franklins superber Studio-Crew in bestimmten Passagen von „Think“ immer minimalst vor dem Beat spielte und so dem Evergreen einen irren Drive verlieh, arbeitete der fränkische Spieler sauber heraus. Die unfassbare dynamische und farbliche Bandbreite von Arethas Stimme – und der ihrer Background-Sängerinnen – konnte sich voll ausbreiten.

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Aretha „Now“: Eine Aufnahme, welche die unfassbare dynamische und farbliche Bandbreite von Arethas Stimme voll zur Geltung bringt (Cover: jpc)

Vom klassischen Soul der Sixties zu einem oft verkannten Rock-Klassiker der Seventies. Tausendsassa Steven Wilson hat unter anderem den Back-Katalog von Jethro Tull grandios überarbeitet. „Minstrel In The Gallery“ von 1975 gibt es im Wilson-Remix jetzt auch auf marmoriertem Vinyl – mit erheblich mehr Transparenz und nicht mehr ganz so schwachbrüstigen Bässen. Das Titelstück – eine Rock-Suite à la „Thick As A Brick“ im Acht-Minuten-Format mit reichlich Takt- und Harmoniewechseln – beginnt rein akustisch, hat dann einen hochkomplexen Mittelteil und einen fast hymnischen Schlusspart. Drummer Barriemore Barlow spielt hier eine – für die Zeit – klasse Double Bass Drum. Kam gut rüber mit dem Compass, der auch Ian Andersons Stimme trefflich herausmodellierte.

Nächster Wechsel: ins audiophile Fach. Die Berliner Meister Schallplatten – so heißt das Label wirklich – fertigen von Zeit zu Zeit tatsächlich noch Direktschnitte. Bei dieser höchsten audiophilen Kategorie müssen die Musiker eine komplette Plattenseite durchspielen, es geht ohne Korrekturmöglichkeiten direkt vom Mischpult in den Schneidstichel. Das Hamburger Jazz-Quartett From Scratch hat schon mehrere Direktschnitte vorgelegt. Beim jüngsten „Another Quiet Night“ sogar auf einer Plattenseite in konventioneller Multimikrofonie auf Stereo gemischt, auf der anderen das gleiche Programm im gleichen Studio in puristischer „One-Point“-Mikrofonierung nach Stereo-Pionier Alan Blumlein (1903-1942). Der Compass machte die Unterschiede gut hörbar: direktere Ansprache, klare Positionierung im „Full Stage Stereo“, etwas diffusere, aber irgendwie „natürlichere“ Balance im „One Point“.

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Direct-to-Disc-Aufnahme und das sogar mit nur einem Mikro (One-Point): die Hamburger Band namens From Scratch mit „Another Quit Night“ (Cover: jpc)

Vergleich

Was konnte da ein etwa viermal so teurer Plattenspieler besser machen? Der Clearaudio Performance DC (Markteinführung 2013) hat ja auch schon etliche Jährchen auf dem wunderbar verarbeiteten Sandwich-Chassis. Die Franken bauen ihre Dreher, Tonarme und Tonabnehmer eben nicht für eine Saison, um sie dann mit windigen Pseudoverbesserungen abzulösen und auf den Müll zu kippen. Die Produkte aus Erlangen sind, wenn nicht für die Ewigkeit, so doch für Jahrzehnte gebaut. Nicht umsonst laufen einige davon beim Autor klaglos seit Dekaden. In der hier aufspielenden „Rose Gold“-Version testete der Autor den rund 14 Kilogramm schweren Performance DC mit seinem 40 Millimeter starken POM-Teller Ende 2017.

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Um den LowBeats-Test etwas auszuweiten, trat der Compass (rechts) auch gegen den Firmenbruder Performance (links) an. Als Phono-Verstärker diente der mit zwei identischen Zügen gerüstete Clearaudio Balance Reference Phono (oben rechts im Bild) (Foto: L. Brandt)

Doch der Oldtimer konnte seinen ja noch immer geforderten Mehrpreis klanglich souverän rechtfertigen. Ohne dem für sich famosen Compass zu nahe zu treten, breitete sich beim Performance das London Symphony Orchestra einfach noch präziser gestaffelt in einen beeindruckend abgezirkelten Raum aus. Blies der Saxofonist von From Scratch mit noch etwas mehr Nuancen in sein Horn. Gaben Jethro Tull einfach noch mehr Gas und mahnte Aretha noch eindringlicher dazu, tüchtig nachzudenken. Wie man das klangliche Plus gegenüber dem Compass nun pekuniär bewerten will, sei jedem Analog-Fan selbst überlassen. Die Hierarchie zwischen den beiden Champions bleibt gewahrt, doch ein Champion in Sachen Preis/Klangverhältnis ist Clearaudios Kleinster mit seinem prächtigen Pickup sowieso. Und der Performance DC wird weiter als Klassen-Referenz seine Runden drehen.

Tuning

Was der Autor allerdings schon vor Jahren beklagte, war das irgendwie unwürdige Steckernetzteil des Performance. Klar: Die immer streuenden Spannungsversorger gehören viel eher außerhalb des Spielers als in sein Chassis hinein. Aber: Muss es ein so wenig wertiges Teilchen sein? Das reichliche Zubehör-Portfolio der Franken bietet für 12-Volt-Gleichstrommotoren den externen Energieversorger Smart Power an. Der kostet 850 Euro und wanderte sofort als unverzichtbares Glied in die Kette mit dem Performance als Quelle. Denn der schmucke Akku-Quader mit den Maßen BXHXT 11 x 4,6 x 35 Zentimeter, in silber und schwarz lieferbar, macht angeschlossene Spieler von den allgegenwärtigen Schwankungen des Netzes unabhängig und bringt hörbar mehr Ruhe ins Spiel.

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Hier die beiden Netzteil-Optionen im Vergleich. unten das etwas mickrige serienmäßige Steckernetzteil, oben das Smart Power. Innerhalb einer Riege von einigen externen Netzteilen von Clearaudio hat sich das Smart Power für den Performance DC langfristig bewährt (Foto: L. Brandt)

Und, man höre und staune, das gilt auch für den ja gerade mal ein Drittel teureren Dreher Compass. Wer also diesen holden Champ für sein kleines Geld erwirbt und später auf klangliche Aufrüstung spekuliert, ist mit dem Smart Power bestens bedient. Wer stattdessen einen höherwertigen Tonabnehmer vorzieht,  kann auch hier inverstieren. Doch wer seine HiFi-Anlage in einem stromlich hochbelasteten Umfeld betreibt, könnte mit dem besseren Netzteil tatsächlich mehr rausholen.

Mit Plattenteller-Auflagematten lohnt es sich immer, ein wenig zu experimentieren. Auch wenn herauskommt, dass der nackte Teller am besten klingt. So bringen Filz- und auch einige Kork- sowie Vinyl-Auflagen am Performance und am Compass wenig bis gar nichts. Vor allem ein teures Invest gilt es hier sehr sorgfältig abzuwägen. Der Autor hat natürlich nicht jede Auflage der Zubehör-Galaxis ausprobiert. Doch tatsächlich brachte die Silent Mat von Rowen – wie fast immer – etwas . Das ist eine recht dünne Kautschuk-Matte für knapp 100 Euro. Sie rutscht nicht auf dem Teller herum und bringt mehr Abbildungssicherheit und Stabilität ins Spiel.

Bei Pucks und/oder Mittenbeschwerern ist der Autor mit Helmuth Thieles Damping Weight DW01 am Ende der Fahnenstange angekommen. Das ultimative Teil kostet freilich knapp einen Tausender – deshalb kann der Schreiber dieser Zeilen es für die Plattenspieler-Mittelklasse nicht mit gutem Gewissen empfehlen. Clearaudio bietet eine ganze Reihe von Pucks an, mit der knapp 125 Euro teuren „Concept“ Plattenklemme konnte der Autor für Performance wie für Compass immerhin leichte Vorteile heraushören, doch das hing fast immer auch von der Musik ab.

Fazit Clearaudio Compass

Mit dem Komplett-Plattenspieler Compass geht der Vinylfreund in die genau richtige Richtung. So er nicht mehr als die aufgerufenen 1290 Euro ausgeben will, kann er sie kaum besser investieren. Das Laufwerk bietet solide Technik ohne Firlefanz, der Tonarm ist eine tadellose Konstruktion und der Tonabnehmer auch für sich genommen ein Preis-Leistungs-Champion. Was will man mehr?

Clearaudio Compass
2025/11
Test-Ergebnis: 4,5
ÜBERRAGEND
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Wunderbar neutraler, stabiler Klang
Eingebautes Pickup mit superbem Preis/Klang-Verhältnis
Durchgehende Verkabelung
Keine Geschwindigkeits-Feinjustage

Vertrieb:
Clearaudio
Spardorferstraße 150
91054 Erlangen
www.clearaudio.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Clearaudio Compass: 1.290 Euro

Technische Daten

Clearaudio Compass
Technisches Konzept:Riemenantrieb über Subteller
Geschwindigkeiten:33 1/3, 45 rpm
Umschaltung:elektronisch am Ein/Aus-Schalter
Tonarm:Cleraraudio T1
Tonabnehmer:Clearaudio N1 (MM) Ausgangsspannung: 5,4 mV
Ausgänge:Kabel 1 x Cinch Stereo
Abmessungen mit Haube (B x H x T):43,5 x 12,2 x 32,1 cm
Gewicht:
8,4 Kilogramm
Alle technischen Daten
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Autor: Lothar Brandt

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Musiker, Musikkenner und HiFi-Fan: Schon seit 1989 schreibt der ehemalige Audio-Chefredakteur für HiFi-Magazine. Doch digital ist da nichts – sein Herz schlägt erkennbar für’s Analoge…