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Test Netzwerkspieler/Controller Elac Discovery DS-S101-G

Fernbedienen lässt sich der Elac Discovery DS-S101-G entweder über die kostenlos downloadbare RoonEssentials-App (erhältlich für iOS und Android) oder über die ebenfalls kostenlose Computer-Version für Mac- und Windows-Rechner. Ein wenig erstaunt war ich ob der Tatsache, dass die iOS-App nur noch auf 64bit-Tablets läuft – und mein iPad 2 damit leider aus dem Rennen war. Ebenso gut, wenn auch mit etwas kleinerer Schrift, navigiert sich’s aber per iPhone.

Bei allen Meriten von RoonEssentials finden sich aber auch einige Schwachstellen: Zunächst mal, dass es bislang jedenfalls ausschließlich englischsprachig ist. Mich persönlich stört das nicht, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das bei Vielen durchaus zur Kaufhürde werden kann. Nicht besonders elegant finde ich auch, dass man im Setup-Menü für die jeweils einzubindenden NAS-Ordner den Suchpfad manuell eingeben muss – auch wenn das sehr zuverlässig funktioniert, so man diesen denn kennt. Hier wäre die übliche Vorschlagsliste mit verfügbaren Netzwerk-Ordnern die klar bessere Lösung, worüber sich besonders die Netzwerk-Einsteiger freuen würden.
Die Software-Oberfläche selbst verdient dank ihrer vielen Tooltips durchaus das Prädikat selbsterklärend. Das ist auch gut so, denn leider gibt es bislang keine Bedienungsanleitung, weder online noch als downloadbares PDF. Zudem laufen die meisten Hilfe-Links zu den Optionen im Setup mit der Fehlermeldung „Error 404“ noch ins Leere – hier bleibt in der Tat also noch einiges zu tun, was jedoch kein Hexenwerk sein sollte.

Elac Discovery DS-S101-G: die Hardware

In seinem geradezu handschmeichlerisch verarbeiteten Aluminiumprofil-Gehäuse beherbergt der Elac Discovery DS-S101-G eine kompakte, doppelstöckige Baugruppe, die es in sich hat. Das Basisboard mit Stromversorgung und der Audio-Elektronik stammt vom kanadischen Spezialisten Sonavox, der sich vor allem mit seinen leistungsfähigen BASH-Verstärkermodulen einen Namen gemacht hat. Huckepack auf dem Motherboard ruht das Kommunikationsmodul. Es stammt vom israelischen Hersteller Variscite, spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung leistungsfähiger Einplatinen-Computer. Herzstück des Mini-Boards ist denn auch ein leistungsfähiger Quad-Core-Prozessor auf Cortex-A9-Basis von Freescale/NXP, umgeben von RAM-Bausteinen für die Bibliothek sowie einem speziellen Stromversorgungschip.

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Elac Discovery DS-S101-G board complete
Die hochintegrierte Elektronik des Elac findet auf einer kompakten Huckepack-Platine Platz (Foto: J. Schröder)
Elac Discovery DS-S101-G Main CPU
Herz der Kommunikationsplatine ist ein leistungsfähiger Quad-Core-Prozessor von Freescale/NXP aus der Cortex-A9-Baureihe (Foto: J. Schröder)
Elac Discovery DS-S101-G Audio Circuit
Die beiden dank SMD-Bauweise ultrakompakten Audio-Stufen enthalten jeweils (unten) ihren eigenen DAC-Baustein (Foto: J. Schröder)
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Der Elac Discovery DS-S101-G kann simultan bis zu acht unabhängige Hörzonen mit jeweils unterschiedlichem Musikprogramm beliefern und verwalten – drei davon kabelgebunden direkt aus dem Gerät. Der Audio-Digitalausgang wird dabei unmittelbar aus dem Kommunikationsmodul gespeist: Daneben stehen noch zwei unabhängige, analoge Stereo-Ausgänge zur Verfügung, die jeweils mit einem eigenen D/A-Wandler bestückt sind (Cirrus Logic CS 4350). Um deren klangliche Performance nicht durch hochfrequente Störeinstrahlung zu beeinträchtigen, beheimatet der DS-S101-G kein internes Funkmodul. Vielmehr nutzt er zum Versorgen drahtloser Mediaplayer (das können AirPlay-, Roon-ready- oder Elac-zertifizierte Abspieler sein) die Antennen des Netzwerk-Routers – eine clevere Lösung. Anschluss ans Heim-Netzwerk findet der Elac dabei über ein klassisches Ethernet-Kabel – die immer noch zuverlässigste Methode für hohen Datentransfer. Desweiteren bietet der Elac noch einen USB-Host-Eingang zur direkten Musikwiedergabe von USB-Medien: Mit meiner kleinen, externen 2,5-Zoll-Festplatte wollte der jedoch nicht zusammenarbeiten – offenbar war ihr Strombedarf zu hoch.

Der Elac Discovery DS-S101-G im Praxis- und Hörtest

In den zurückliegenden acht Jahren habe ich schon etliche Musikserver und Netzwerkplayer getestet. Dabei gab es nur ganz selten welche, die vergleichbar „responsive“ reagierten wie der kleine Elac. Hat der sich erst mal durchs Archiv geackert, ertönt die Musik beim Betätigen der Play-Taste im Nu – egal, op App- oder Software-gesteuert. Keine Aussetzer, keine Ladepausen – der DS-S101-G lief bei mir – nach anfänglichen Firmware-Updates – stets „solid as a rock“. Genau so soll es sein. Ich konnte sogar meine NAS-Platte mitsamt dem Elac in andere Netzwerke einbinden, trotzdem fand er den Speicher auch unter den geänderten Bedingungen auf Anhieb. Sowas wäre früher unmöglich gewesen – ein Zeichen, dass die verantwortliche Netzwerk-Elektronik in den letzten Jahren nochmals deutlich cleverer geworden ist.

Elac DS-S101-G backplate with terminals
Sämtliche Anschlüsse des Elac DS-S101-G befinden sich auf der Rückseite. Beim Digitalausgang hat man die Wahl zwischen optisch und koaxial. Beide sind jedoch derselben Audio-Zone zugeordnet (Foto: J. Schröder)

Weil der Elac Discovery DS-S101-G mehrere Zonen gleichzeitig versorgen kann – sowohl mit unterschiedlichem, wie auch dem gleichen Musikprogramm –, war ich natürlich neugierig, wie sich die integrierten D/A-Wandler im Vergleich zur direkten digitalen Anbindung per S/P-DIF-Kabel behaupten. Hierfür war der aktuell im Test befindliche D/A-Wandler-Preamp SPL Director mit seinen zusätzlichen Analogeingängen genau der richtige Partner. Und ja, es gab einen Unterschied: Per S/P-DiF über den D/A-Wandler des SPL  klang es nochmals eine Spur unmittelbarer, randschärfer – doch stellte der direkte Vergleich den beiden DACs im Elac ein sehr gutes Zeugnis aus, was ich dem kleinen Gerätchen in dieser Form kaum zugetraut hätte. Sie verrichteten ihre Arbeit schon beinahe charmant, lieferten dabei ein insgesamt etwas aufgehellteres Klangbild, das aber vom vielzitierten Digitalsound weit entfernt war. Wer keinen externen DAC besitzt, kann den Elac also über seine Analogausgänge ruhigen Gewissens direkt mit seinem Vollverstärker verbinden. Doch egal, ob digital oder analog angeschlossen: Positiv auffallend war die dem Klangbild innewohnende Ruhe und Stabilität – der kleine Elac spielte richtig schön fokussiert voll „auf den Punkt“.

Selbstverständlich bringt die RoonEssentials-Software auf dem DS-S101-G auch eine Lautstärkeeinstellung mit. Kompromisslose Naturen verwenden hierfür jedoch besser den Lautstärkesteller am dem Elac nachgeschalteten Preamp oder Vollverstärker, weil die Software-gesteuerte Pegelabsenkung in der Regel ohne Dithering direkt auf der Bit-Ebene wirkt. Bei reduziertem Pegel sind daher (geringe) Klangeinbußen zu erwarten. Das ist jedoch kein Elac-spezielles Phänomen, sondern trifft vielmehr für alle Software-baiserten Pegelsteller bei Netzwerkplayern zu.

Zum guten Schluss noch eine kleine, aber mitunter hörbare Feinheit: Am Digitalausgang gibt der Elac stets die native Abtastrate des gerade abgespielten Files aus. Eine Abtastratenwandlung findet also nicht statt, was für höchste Audioqualität auch wünschenswert ist. Das bedeutet natürlich, dass der Elac bei Playlists von Files mit unterschiedlichen Abtastraten zu Beginn des neuen Tracks die Ausgangs-Samplingfrequenz entsprechend umschalten muss. Falls die PLL des nachgeschalteten D/A-Wandlers nicht schnell genug einlockt, kann es daher vorkommen, dass der erste Ton des neuen Titel etwas angeschnitten wiedergegeben wird. Diese Erscheinung kann man dem Elac allerdings nicht anlasten, da sie in den Zuständigkeitsbereich des externen DACs fällt.

Fazit Elac Discovery DS-S101-G – der Volks-Netzwerk-Musikant

Mit den durchweg positiven Eigenschaften des Discovery DS-S101-G gelingt Elac im wahrsten Wortsinn ein glänzender Einstand in das Audio-Netzwerk-Segment. Seine sehr ansprechende Benutzeroberfläche schafft in der Tat eine völlig neue Perspektive auf die eigene Musiksammlung und wertet sie damit gehörig auf – allein schon dadurch ist der DS-S101-G seinen Preis wert. Zudem ist er vielfältig ausbaubar, arbeitet flott bei äußerst stabilem Betrieb und bietet schon bei üblichem Analoganschluss Klangqualität auf gehobenem Niveau. Wer immer schon seine vorhandene Anlage um einen leistungsfähigen, kompakten Netzwerker erweitern wollte, kommt mit dem Elac Discovery DS-S101-G also voll auf seine Kosten. Wünschen würde ich mir noch eine ausführlichere Dokumentation, sodass sich sein gesamtes Potenzial auch Netzwerk-Einsteigern sofort erschließt.

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Elac Discovery DS-S101-G
2016/07
Test-Ergebnis: 4,5
Überragend
Bewertung

Bewertungen:

Klang:
Praxis:
Verarbeitung:

Gesamt:

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Intuitiv bedienbare, an der Musik orientierte Benutzeroberfläche
Zuverlässiger Betrieb und kurze Reaktionszeiten
Sehr gute Klangeigenschaften
Software nur englischsprachig

Vertrieb:
Elac Electroacustic GmbH
Rendsburger Landstrasse 215
24113 Kiel
www.elac.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Elac Discovery DS-S101-G: 1.100 Euro