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INKLANG_Ceterra 70R_BlackEdition
Inklang hat ein echtes Flaggschiff auf Stapel geleg und schraubt damit die eigenen Ansprüche höher: Ceterra 70R heißt das hübsche Tonmöbel und liegt bei 13.000 Euro pro Paar (Foto: Inklang)

Test Standbox Inklang Ceterra 70R: Flaggschiff-Technologie mit Nussbaum-Applikation

Wir kennen den Hamburger Direktvermarkter Inklang als einen Lautsprecheranbieter, der neben gutem Klang immer auch ein individuelles Wohnraum-Design bietet, vor allem aber preislich immer auf dem Teppich bleibt. Das gilt auch für das neue Flaggschiff Inklang Ceterra 70R, bei dem aber halt alles größer, schöner und prächtiger ist. Verständlich, dass mit ihm das Preis-Level nun auf deutlich über 10.000 Euro (genauer: Paarpreis = 13.000 Euro) rutscht. Nicht eben billig. Aber auch das gehört zur Wahrheit: Die meisten Mitbewerber würden für dieses Angebot weit mehr aufrufen.

Eigentlich achten wir bei LowBeats stets darauf, Neuigkeiten aus dem Bereich HiFi und Heimkino ziemlich schnell, möglichst sogar als Erste auf den Tisch beziehungsweise in den Hörraum zu bekommen. Bei der Inklang Ceterra 70R dagegen sind wir spät dran, denn Inklang hat nur ein Testpaar seines Flaggschiff-Modells im Umlauf und einige Testkollegen waren rekordverdächtig schnell beim Bestellen. Trotzdem bestanden wir auf einen Test. Zum einen ist Inklang-Chef Thomas Carstensen ein kluger Marktbetrachter, der so einiges anders und besser macht als die meisten Mitbewerber. Zum anderen fiel das Inklang Entwickler-Team bei allen bislang getesteten Inklang-Lautsprechern stets durch außergewöhnliche Lösungen auf. Wenn also die Hamburger ein echtes Flaggschiff vom Stapel lassen und damit auch der Startschuss zu einer neuen Serie fällt, haben wir allein schon aus diesen Gründen eine Art Chronistenpflicht…

Inklang Ceterra 70R Paar
Die Inklang Ceterra 70R ist ein nobles Klangmöbel mit satinierter 5-fach-Lackierung, geöltem Nussbaum-Rücken und einem massiven, gefrästen Aluminiumsockel (Foto: Inklang)

Was macht die Inklang Ceterra 70R so besonders?

Zunächst einmal eine Einschränkung: Die Attraktivität der bisherigen Inklang (Ayers-) Modelle liegt neben dem überzeugenden Klang ja auch in der möglichen, vielfältigen Individualisierung eines jeden Lautsprechers. Das neue Flaggschiff indes muss man nehmen, wie es ist: schick-schwarz und mit feinen Nussbaum-Applikationen verstärkt. Als besonderer Clou sind auch die Phase-Plugs der Tief- und Mitteltöner aus genau diesem Holz gefertigt. Das ist ein Hingucker und erklärt, warum die Inklang-Macher bei der Ceterra 70R Black Edition auf eine Individualisierung gern verzichten: Man würde allein bei der Anpassung der unterschiedlichen Holzarten wahnsinnig…

Inklang Ceterra 70R Phase-Plugs
Die Konus-Treiber stammen aus der SEAS Excel Custom-Serie und sind von Haus aus mit extrem leichten Aluminium-Membranen ausgestattet. Als einen der Sonderwünsche haben sie für Inklang die mittigen Phase-Plugs aus gedrechseltem Nussbaum eingesetzt (Foto: Inklang)

Apropos Treiber: Bediente sich Inklang bislang beim skandinavisch/chinesischen Treiberspezialisten Wavecor, setzen die Entwickler bei Ceterra auf noch edlere, rein europäische Modelle. Die Tief- wie auch die Mitteltöner entstammen der Excel Custom Line des norwegischen Spezialisten SEAS. Diese Treiber sind im Standard schon exzellent und äußerst verzerrungsarm, aber dem „Customer“, in diesem Fall Inklang, werden zusätzlich Sonderwünsche erfüllt. Das können spezielle Schwingspulen, Antriebseinheiten oder – wie hier sichtbar – besondere Phase-Plugs sein.

Inklang Ceterra 70R Mitteltöner
SEAS hat eine fast 80-jährige Expertise in Sachen Lautsprecher-Technologie. Besonders stark sind die Norweger mittlerweile bei den verzerrungsarmen Antriebseinheiten (Foto: H. Biermann)

Und auch der Hochtöner ist von besonderem Adel: Es ist der legendäre Ringradiator von Scan Speak, lange Zeit das Top-Modell der Dänen. Mit Gewebe-Membran und dem charakteristischen Metallkegel in der Mitte nimmt er die 40 KHz-Marke und ist somit einer der ganz wenigen Hochtöner, denen dieses Kunststück ohne Diamant- oder Beryllium-Kalotte gelingt.

Inklang Ceterra 70R Tweeter
Der 19 Millimeter große Scan Speak Ringradiator mit Seidenmembran und kräftigem Neodym-Magneten sorgt für einen blitzblanken Hochtonbereich bis 40.000 Hertz (Foto: H. Biermann)

Wir schauen auf die Ceterra 70R und sehen zwei Bässe (Durchmesser: 19 Zentimeter), zwei Mitteltöner (Durchmesser: 12 Zentimeter) und besagten Ringradiator in symmetrischer Anordnung. Aha: „D`Appolito-Konfiguration!“ sagt jetzt der Technikkenner anerkennend. „Nicht ganz“ würde Inklang-Chef Thomas Carstensen antworten. Sein Entwickler-Team hat diese sogenannten D`Appolito-Konfigurationen genau untersucht und nicht nur Vorteilhaftes gefunden. Thomas Carstensen: „Es stimmt: Diese symmetrischen Anordnungen haben eine gerichtete Abstrahlung mit weniger Boden- und Decken-Reflektion. Allerdings bilden sich oft auch hässliche Nebenkeulen aus, die häufig dafür sorgen, dass der Mittenbereich zu laut und der Hochton etwas unterbelichtet wirkt.“

Die Inklang-Untersuchungen bestätigen meine Erfahrung. Natürlich gibt es auch exzellente Lautsprecher mit symmetrischer Mittelhochton-Anordnung. Aber gibt fast noch mehr Modelle, die in den Mitten etwas inhomogen und insgesamt etwas bedeckt klingen. Die Entwickler haben deshalb aber diese Art Anordnung nicht verworfen, sondern geschickt modifiziert. Heißt: Die Vorzüge behalten und die Nachteile dennoch nicht einhandeln.

In der 5-Treiber/3-Wege-Anordnung der Ceterra 70R hatten die Entwickler genau im Übergang zum Hochtöner eine solche akustisch „Nebenkeule“ ausgemacht. Die verfälschte über den Umweg einer Boden-Reflektion den Mittenbereich hörbar. Die Inklang-Lösung: Die Entwickler ließen den unteren Mitteltöner nur bis 2.200 Hertz laufen, den oberen dagegen etwas höher: nämlich bis 2.400 Hertz. Diese Abweichung scheint auf den ersten Blick irrelevant klein, ließ aber, so Thomas Carstensen, die unschöne Mittenüberhöhung nahezu komplett verschwinden. Gern hätte ich dazu entsprechende Messungen gesehen, aber die wollte der Inklang-Chef nicht rausrücken. Ich kann aber festhalten, dass die Ceterra 70 in den Mitten wunderschön samtig und Artefakte-frei tönt. Scheint also geklappt zu haben. Ob man wegen dieser minimal unterschiedlichen Beschaltung der Mitteltöner in der technischen Beschreibung aus der Ceterra 70R allerdings gleich eine 3,5-Wege Konstruktion machen muss, stelle ich mal in Frage: „3,1-Wege“ wäre wohl passender. Aber auch noch verwirrender.

Ganz eindeutig und gut indes ist das optisch wie akustisch würdiges Gehäuse des neuen Inklang-Flaggschiffs. Noch während der Entwicklungszeit zur Ceterra 70R haben die Entwickler deutliche Vorzüge von HDF gegenüber dem üblichen MDF ausmachen können. Weil der verbackene Holzstaub bei HDF nochmals feiner ist als jener beim MDF, die Holzplatten dadurch also nochmals härter und besser bearbeitbar (natürlich auch lackierbar) sind, entschloss sich Carstensen, in den sauren Apfel zu beißen und die teureren HDF-Platten nun auch für die günstigeren Ayers-Modelle einzusetzen – wir berichteten. Aber eine solche Trutzburg wie jene der Ceterra 70R gibt es in der Ayers-Linie natürlich nicht.

Bei Ceterra finden wir umlaufend eine Wandstärke von 38 Millimetern in matt-schwarzem Satin-Lack – schon nicht übel und über 35 Kilo schwer. Der Clou aber ist die auf die Rückwand aufgedoppelte Nussbaum-Platte, die von vorn kaum zu sehen ist, von der Seite und erst recht von hinten dem Lautsprecher ein ungewöhnliche Raffinesse verleiht. Das sieht klasse aus und unterstreicht sowohl die Wertigkeit als auch die Massivität des Gehäuses.

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Inklang Ceterra 70R Rundung
Die großzügige Rundung lässt die Wandstärke der Front erahnen (Foto: Inklang)
Inklang Ceterra 70R Schallwand
Und hier noch einmal die Front mit ausgebautem Mitteltöner: Ich bin beim Nachmessen sogar auf mehr als 38 Millimeter gekommen… (Foto: H. Biermann)
Inklang Ceterra 70R Logo
Die hinten eingelassene Nussbaumplatte verstärkt den Rücken und sorgt für das gewisse Etwas (Foto: H. Biermann)
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Kommen wir zu einem weiteren Kunstwerk – die Frequenzweiche, die ordnungsgemäß in einer eigenen Kammer ihrer Filterarbeit nachgeht und diese unbeeindruckt von Schalldruck-Einflüssen der Tieftöner durchführen kann. Wer jemals beim Musikhören auf einen Kondensator oder eine klassische Spule gedrückt hat, weiß, dass solche mechanischen Einflüsse von außen deutlich auf den Klang „drücken“ können. Die Gefahr besteht bei der Ceterra 70R nicht. Zudem finden sich auf der Frequenzweiche nur sogenannte Backlackspulen. Das sind klassische Luftspulen, die eine gewisse Zeit im Backofen verbracht haben. In diesem Backprozess wird der Lack, mit dem der Draht wegen der Isolierung umgeben ist, weich gemacht und verklebt mit dem Lack der anderen Lagen um sich herum. Es entsteht ein fester Block, die einzelnen Windungen können nicht mehr schwingen und die Spule klingt vor allem bei höheren Pegeln deutlich besser als vergleichbare Induktivitäten ohne diese Behandlung.

Inklang Ceterra 70R Frequenzweiche
Ein Bild, zwei Frequenzweichen und viel Bauteile-Qualität. Es kommen viele Jantzen Audio Z-Cap Folienkondensatoren (blau) und Backlacksspulen zum Einsatz. Mit den vielen Widerständen (grau setzen die Entwickler die Anpassung der Mittel und Hochtöner um (Foto: H. Biermann)

Ebenfalls Teil der Frequenzweiche sind verschiedene Korrekturglieder, die für einen erfreulich linearen Impedanz- und Phasenverlauf sorgen. Thomas Carstensen kann somit auch bei seinem Flaggschiff das Inklang-Credo vom einfach zu betreibenden Lautsprecher umsetzen.

Praxis

Denn oftmals ist es ja gar nicht die mangelnde Wattzahl – in der Regel hören wir in einem Leistungsbereich zwischen 1 – 10 Watt. Nein: Es sind meist die schwächlichen Netzteile günstigerer oder kleiner Verstärker, die bei Lautsprechern mit stark schwankender Impedanz und Phase zu Fehlanpassungen führen. Bei der Ceterra 70R muss man sich diesbezüglich keine Gedanken machen:

Inklang Ceterra 70R Impedanz, Phase , EPDR
Vorbildlich linear verlaufende Impedanz (rote Kurve) und Phase. Da der sogenannte EPDR-Wert (graue Kurve) aus den beiden resultiert, verläuft auch er absolut problemlos (Messung: J. Schröder)

Um die elektrische Gutmütigkeit der Ceterra 70R auszutesten, bemühte ich (wie so oft) den kleinen Cambridge Audio AX A25 und den kleinen Röhren-Amp Unison Simply Italy. Klar: Es wurde mit den beiden nicht unendlich laut, aber klanglich war das schon sehr ordentlich – ein klares Indiz dafür, dass die Inklang eigentlich mit allen Verstärkern gut zurechtkommen müsste.

Im Anforderungskatalog der bisherigen Inklang-Modelle stand immer die problemlose Wohnraum-Integration ganz oben. Das heißt: Man kann die schlanken Lautsprecher der Ayers-Linie stets auch direkt an der Wand betreiben. Das gilt für die Ceterra nicht. Thomas Carstensen: „Unser neues Flaggschiff sollte auch einen Flaggschiff-würdigen Bass haben, da ist die wandnahe Aufstellung nicht optimal.“ Beides stimmt: Der Tiefton ist strukturiert, aber machtvoll und im LowBeats Hörraum ergab sich die die optimale Aufstellung (heißt möglichst saubere Bässe) bei 70 Zentimeter Abstand zur Rückwand, also eher „freistehend“.

Auf der Rückseite findet sich neben einem ziemlich großen Bassreflex-Rohr auch noch eine dezente Anpassung für Hoch- und Mitteltöner. „Dezent“ heißt hier: Den Hochtöner kann man um ein Dezibel anheben oder absenken, der Mitteltöner lässt sich nur um ein Dezibel absenken. Klingt wenig, macht aber mehr, als man denkt. Im gut bedämpften LowBeats Hörraum ließen wir den Hochtöner letztendlich immer im Plus-Modus laufen; das brachte etwas mehr Lebendigkeit.

Inklang Ceterra 70R Anschluss
Das Bi-Wiring-Anschlussfeld mit Brücken aus solidem Kabel sowie die Anpass-Möglichkeiten für Mittel- und Hochton, die aber lediglich einen Einfluss von +/- 1 Dezibel erlauben (Foto: H. Biermann)

Anschließen kann man die Ceterra über ein hochwertiges Bi-Wiring-Terminal. Die beiliegenden Brücken (bestehend aus erfreulich festen Kabeln) sorgen für bestmöglichen Klang auch bei einfacher (Single-Wiring-) Kabelführung. Seit einigen Wochen schon haben wir drei Kabel der neuesten Kimber-Generation im Test. Und der Allzeit-Hammer des Hauses, das 4PR, spielte zwischen Vollverstärker (Octave V70 CA) und der Ceterra 70R unfassbar gut. Ein echter Kombi-Tipp, der mit einem Preis um 500 Euro den Geldbeutel nicht über die Maßen belastet.

Hörtest

Wie schon anklang, bemühten für die Hörtests dann doch Verstärker, die vom Stand und vom Klang her passender waren als die beiden kleinen aus dem Praxistest. Da ist als erstes der Röhrenvollverstärker Octave V70 CA zu nennen, der in Vollausstattung (also mit Blackbox) zwar fast genauso viel kostet wie die Ceterra 70, in Kombination mit ihr aber leider Gottes schlicht genial tönte: nämlich gleichermaßen samtig-fein wie transparent offen.

Machen wir einen Schritt zurück und werfen einen Blick auf die Ayers-familie von Inklang. Die wurde ja von uns durchweg als überdurchschnittlich gut bewertet – auch, weil sie immer ungemein lebendig und transparent-leicht klingen. Mit Ceterra verlassen die Hamburger diesen Pfad ein wenig, bleiben etwa zahmer und bringen dafür aber ein ganzes Stück mehr Wärme und auch Bassgewalt mit ins Spiel.

Bei Stimmen und großen Orchestern ist das natürlich genial: Gustav Mahlers Symphonie Nr. 2 in c-Moll, die sogenannte „Auferstehungssymphonie“, dirigiert von Mariss Jansons und gespielt/ gesungen vom Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks, ist als Aufnahme exzellent, über die Ceterra 70R ein Ereignis. Wenn sich der Chor in den letzten 10 Minuten des Stücks dynamisch zu höchsten Höhen aufschwingt, geht die Inklang einfach mit – ohne jegliche Art von Verzerrung, mit viel Information aus dem vielstimmigen Chor und mit viel Inbrunst. Gänsehaut.

Symphonie Nr. 2 in c-Moll ("Auferstehungssymphonie") von Gustav Mahler
Die wohl beste Version der Auferstehungs-Symphonie von Gustav Mahler ist jene von BR Klassik (Cover: BR)

Aber auch die (große) Raumtiefe vermittelt die Ceterra beeindruckend realistisch und ebenfalls mit viel Sinn fürs Detail.

Musikwechsel: Die Saxofon-Band Melo X (Label: Quiton) hat mit „Do“ ein Album aufgelegt, das aufnahmetechnisch großartig und dynamisch der Hammer ist: Kernige Bläsersätze werden von brutal tiefen Elektrobässen und dynamischen Percussion-Parts unterlegt. Auch hier macht die Ceterra alles mit. Sie verblüfft bei geringen Lautstärken mit einem wunderbar „kompletten“ Klangbild und transportiert dies – wenn gewünscht – unbeeindruckt und ohne Einbußen auch auf ziemlich hohe Pegel.

Mel oX "Do" Cover
Grandios-dynamische Musik, exzellent aufgenommen und bisweilen sogar tanzbar: Melo X „Do“ (Cover: Quiton)

Auf „Rölmo“ fodern die Melo X-Musiker den angeschlossenen Lautsprecher mit satten Tiefbässen extrem. Und immer wieder diese deftigen Bläsersätze, die kleinere Lautsprecher sofort an ihre dynamischen Limits treiben. Die Spendor A4.2 stand aus dem letzten Test noch im Hörraum: Eine kleine, süße Standbox mit hohem Sympathie-Faktor, aber dynamisch der Ceterra 70R bei diesem Stück meilenweit unterlegen. Kunststück bei dem Größen- und Preis-Unterschied.

Preislich und auch tonal recht ähnlich ist die Dynaudio Contour Legacy, die bei uns je ebenfalls einen überragenden Eindruck hinterließ. Beide verzaubern mit ihrer Natürlichkeit in den Mitten, beide begeistern mit einer tollen Plastizität. Aber im Tiefbass und vor allem bei großdynamischen Attacken kann die Inklang noch einmal mehrere Schippen drauflegen. Wir haben Stings „Bring On The Night“ Live-Album ausgewählt und sehr laut gehört. Und ehe wir uns versahen, war es draußen dunkel und das Album (Spielzeit: fast 1,5 Stunden) komplett durchgelaufen. Das passiert mir nur mit wirklich angenehm und gleichermaßen spannend klingenden Schallwandlern…

Fazit Inklang Ceterra 70R

Thomas Carstensen ist vergleichsweise kurz in der Branche und als Direktvermarkter geht er die Sache stets mit viel Feedback seiner Kundschaft an. Dass aus diesem Feedback nicht kleinere Highend-Lautsprecher entstanden sind, sondern ein amtliches Flaggschiff mit fast 1,2 Metern Höhe, erstaunt mich. Doch als HiFi-Redakteur, der sich vor allem dem Klang verpflichtet fühlt, freue ich mich darüber natürlich sehr.

Denn die Inklang Ceterra 70R ist eine echte Ansage. Ein Lautsprecher, der eher für das Leisehören konzipiert wurde, aber auch bei Pegelorgien so richtig die Kuh fliegen lassen kann. Ein Lautsprecher, der insgesamt etwas zurückhaltend, aber ungemein natürlich und kultiviert abgestimmt wurde und so eine erfreuliche Universalität für alle Arten von Musik mitbringt. Ein Lautsprecher, der so viel Feingeist und Souveränität mitbringt, dass er sich auch im Vergleich zu unseren Oberklasse-Favoriten Burmester B28, Piega Coax 611 Gen2 und MC Systems 3.1 in keinster Weise verstecken muss. Kurz: Ein würdiges Flaggschiff, das trotz seines fünfstelliges Preisschildes als erfreulich günstig durchgeht.

Inklang Ceterra 70R
2026/03
Test-Ergebnis: 4,5
ÜBERRAGEND
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Homogener, präzise-feiner und räumlicher Klang.
Erfreulich linearer Impedanz- und Phasenverlauf
Hohe Pegelfestigkeit, Hoch- und Mittelton dezent anpassbar
Hohe Verarbeitungsqualität, Wände aus 38 mm HDF

Vertrieb:
Inklang Lautsprecher Manufaktur GmbH
Peutestraße 53 C
20539 Hamburg
Telefon: 040 180 241 100
www.inklang.de

Paarpreis:
Inklang Ceterra 70R: 13.000 Euro

Technische Daten

Inklang Ceterra 70R Black Edition
Konzept:3,5 Wege-Standbox, Bassreflex
Bestückung:TT: 2 x 19 cm, MT: 2 x 12 cm, HT: 1 x 19 mm
Wirkungsgrad (1W/1m):85,5 Dezibel
Max. Belastung360 Watt
Nennimpedanz:4 Ohm, Impedanz-linear
Besonderheit:Mittel- und Hochton um +/- 1dB anpassbar
Anschlüsse/Zugänge:Bi-Amping Terminal
Abmessungen (B x H x T):20,1 (28,7 inkl. Sockel) x 117,0 x 44,5 cm
Gewicht:
36,5 Kilogramm
Alle technischen Daten
Mit- und Gegenspieler:

Test Octave V70 Class A: Röhrenvollverstärker mit dem feinen Ton
Cambridge Audio AX Familientest: A25, A35, C35
Test Unison Research Simply Italy: der kleine König
Test Standbox Spendor 4.2: auf die feine englische…
Test Standbox Dynaudio Contour Legacy

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Autor: Holger Biermann

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Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.