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Monitor Audio Bronze 300 7G vor/hinten
Die Monitor Audio Bronze 300 7G ist eine gut gemachte Standbox der 1.000-Euro-Klasse mit außergewöhnlichen Pegel-Reserven (Foto: H. Biermann)

Test Standbox Monitor Audio Bronze 300 7G: der leise Orkan

Schon lange feilt der britische Lautsprecher-Hersteller Monitor Audio an einem Image, das immer viel Klang für erfreulich wenig Geld bietet. Dieser Ansatz gilt erst recht für die Einsteiger-Serie namens Bronze – wobei die neueste Variation der Bronze-Linie, die jetzt beim Stand 7G angekommen ist – mit lediglich fünf Modellen (davon nur zwei klassische HiFi-Lautsprecher) ungewöhnlich klein ausfiel. Aber die Strategen im MA-Headquarter im kleinen Städtchen Rayleigh bei Essex werden das sicherlich klug durchgerechnet haben: weniger Modelle bedeutet weniger Lagerhaltung, bedeutet weniger Marketing, bedeutet geringere Preise, bedeutete bessere Wettbewerbs-Fähigkeit? Wir machten die Probe aufs Exempel und testeten die einzige Standbox der Linie: die Monitor Audio 3007G.

 

Monitore Audio G7 Familie
Mit fünf Modellen ist die G7-Linie die kleinste MA-Familie seit Ewigkeiten. Sie sehen nur vier Lautsprecher? Auf der Standbox 300 liegt noch das AMS-Modul (Preis: 578 Euro) für immersives Audio. Aber an klassischen HiFi-Lautsprechern bietet die 7G-Serie tatsächlich nur zwei Modelle: die Kompaktbox 100 7G und die Standbox 300 7G (Foto: Monitor Audio)

Die Besonderheiten der Monitor Audio 3007G

Zu Anfang gleich die Gretchenfrage: Lohnt es sich, für eine so kleine Serie komplett neue Treiber zu entwickeln? Antwort: Natürlich nicht. Monitor Audio rühmt sich ja immer eines geschickten Technologie-Transfers aus den oberen Linien. Das geschah auch bei Bronze 7G. Allerdings kann Charles Minett, oberster Produkt-Entwickler bei der Monitor Audio Group, sehr überzeugend darlegen, dass man eigene Varianten des Hoch- wie auch des Tiefmitteltöners mit den speziellen Anforderungen von Bronze geschaffen habe.

Charles Minett Monitor Audio Product Design Director
Charles Minett ist Director Product Design bei der Monitor Audio Group (Foto: Monitor Audio)

Minett: „Wir haben, wie man es von uns gewohnt ist, viel geforscht. Am Ende stand ein nochmals verbesserter Waveguide für den Hochtöner, bei dem auch das Schutzgitter noch einmal akustisch optimiert wurde. Und für eine höhere Belastbarkeit bekam der Hochtöner zudem eine größere Schwingspule. Damit die 300 7G ein größeres Bassfundament bekommt, haben wir neue 15-Zentimeter-Tiefmitteltöner entwickelt; die der Vorgängerserie waren um 2,5 Zentimeter kleiner. Aber insgesamt ist ‚Stabilität‘ das wichtigste Stichwort. Das gilt sowohl für die Membranen als auch für das Gehäuse an sich. Alle Vibrationen gehen auf Kosten der Präzision.“

Deshalb wird mittlerweile bei allen Treibern durchgehend auf eine Aluminium-Keramik gesetzt, bei Monitor Audio heißt dieser extrem harte Werkstoff „C-CAM“, der sich in vielen Farben einfärben lässt – was es den Briten ermöglicht, eine alte, schöne Tradition aufrecht zu erhalten: nämlich die der golden-gefärbten Hochtonkalotte. Aber die Farbe verändert natürlich nicht den Klang, vielleicht psychoakustisch…

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Monitor Audio Bronze 300 G7 Tweeter
Der perfekt in die Schallwand eingelassene Hochtöner mit güldener C-CAM-Kalotte (Foto: H. Biermann)
Monitor Audio Bronze 300 G7 Tweeter
Es gibt den Wageguide auch in Weiß – was fast noch hübscher aussieht. Das Gestell am hinteren Teil des Hochtöners führt die Gewindestange, mit der der Hochtöner gegen die Schallwand gezogen wird (Illlustration: Monitor Audio)
Monitor Audio Bronze 300 G7 Tieftöner
Eine weiße, extrem harte C-Cam-Membran mit erfreulich kräftigem Antrieb: der Tiefmitteltöner der 300 7G (Illustration: Monitor Audio)
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Ebenfalls der Stabilität zuträglich ist das Gehäuse mit 18 mm starken Wänden und 20 mm fester Schallwand. Und wie bei Monitor Audio mittlerweile üblich, sind auch bei der Bronze 300 7G alle drei Treiber mit langen Gewindestangen befestigt. Damit entfallen schon einmal die unschönen Schrauben auf der Front, die gern auch Vibrationen auf die Schallwand übertragen.

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Monitor Audio Studio Chassis-Befestigung
Um eine Idee von der Gewindestangen-Halterung zu geben, haben wir hier eine Schnittzeichnung eines Kompakt-Monitors von Monitor Audio herausgesucht (Zeichnung: Monitor Audio)
Monitor Audio Bronze 300 G7 Haltegewinde
Das (leider etwas unscharfe)  Bild zeigt die lange Gewindestange, die den Hochtöner von hinten festhält (Foto: H. Biermann)
Monitor Audio Bronze 300 G7 Rückseite
Auf der Rückseiten finden sich neben den Bassreflex-Rohren die stabilen Inbus-Gewindeschrauben, welche die Tiefmittel- und Hochtöner auf der Schallwand festziehen Foto: H. Biermann)
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Die Konstruktion mit den Gewindestangen ist erheblich aufwändiger als mit simplen Schrauben. Aber auch sie versteift das Gehäuse der 300 7G noch einmal erheblich.

Die Bronze 300 7G ist eine 2,5-Wege-Konstruktion mit Trennfrequenzen bei 470 und 2.600 Hertz; das heißt, der obere der beiden Tiefmitteltöner übernimmt zusätzlich zum Bass auch fast den gesamten Mittenbereich – nämlich bis 2,6 KHz.  Beim Frequenzweichen-Design haben sich die Entwickler für vergleichsweise „flache“ und somit impulsgenaue Filter entschieden.

Monitor Audio Bronze 300 G7 Frequenzweiche
Auf der Frequenzweiche gilt sparen mit Augenmaß: Im Signalwege des Hochtöners liegen höherwertige Folien-Kondensatoren, die parallel-geschalteten Kondensatoren sind günstigere Elektrolyt-Typen (Foto: H. Biermann)

Praxis

Was schon beim Test der Studio 89 erkennbar war: Die Monitor Audio Ingenieure haben in Bezug auf Betriebssicherheit und Pegelfestigkeit in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Beim Test der kleinen Studio 89 verblüffte uns eine (Dauer-) Pegelfestigkeit von 103 dB – in dieser Preis- und Größenklasse eine absolute Ausnahme. Nun kommen die 3007G-Werte aus dem Messlabor und die sind ähnlich berauschend: Die kleine Standbox kommt auf 107 (Dauer) beziehungsweise 119 Dezibel (mit Musik). Damit kann man Partys veranstalten, die nicht im Sinne der Nachbarn sein werden… Lediglich die Canton GLE 80 S2 zeigt sich in dieser Preisklasse noch einen Hauch pegelfester. Aber es bleibt festzuhalten, dass es der 300 7G an Pegelfreudigkeit nicht fehlen wird.

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MTD-Spektrum Monitor Audio Bronze 300 7G @85dBC/1m
Null Verzerrungen bei der klassischen Wohnzimmerpegel-Messung @85dBC/1m (Messung: J. Schröder)
MTD-Spektrum Monitor Audio Bronze 300 7G @107dBC/1m (CTA-426-B input signal)
Die 300 7G erreicht stattliche 107dBC/1m Dauerpegel (Messung: J. Schröder)
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Zum Erreichen des Maximalpegels wären Verstärker mit 200 Watt pro Kanal hilfreich. Die sind in dieser Klasse leider nicht so häufig zu finden. Allerdings haben die Entwickler darauf geachtet, die angeschlossenen Verstärker nicht sonderlich zu beanspruchen: Die Impedanz liegt immer über 4 Ohm, die Phase verläuft relativ linear und der Wirkungsgrad liegt bei über 89 Dezibel. Damit kann man arbeiten.

Impedanzprofil Monitor Audio Bronze 300 7G
Impedanzprofil Monitor Audio Bronze 300 7G (Messung: J. Schröder)

Im Zusammenspiel mit einem Cambridge CXA81 beispielsweise, der preislich und klanglich gut passt, ergibt sich schon ein erstaunlich komplettes und pegelstarkes Klangbild.

Normalerweise bin ich kein Freund von Spikes und vertraue im LowBeats Hörraum in der Regel auf die Entkopplungs-Wirkung des flauschigen Teppichs. Bei der 300 7G allerdings musste ich von dieser Regel abweichen: Sie klang mit den ausgefahrenen Spikes im unteren Grundtonbereich hörbar griffiger und besser. Also bitte verwenden!

Monitor Audio Bronze 300 7G Fuss
Die auskragenden Beine der 300 7G sorgen für mehr Standsicherheit, die mitgelieferten Spikes tatsächlich für eine höhere Präzision (Foto: Monitor Audio)

Die Bronze-Standbox ist vom Klang-Charakter her gut erkennbar eine moderne Monitor-Audio-Entwicklung. Der Oberbass ist daher durchaus kräftig. Mir war es vor allem im kleinen LowBeats Hörraum anfangs etwas zu viel. Aber nach dem Einsetzen der Spikes dem Verstopfen der Bassreflex-Rohre mit den beigelegten Schaumstoff-Pfropfen war es so, wie es nach meinem Dafürhalten richtig ist: immer noch warm im Ton, aber mit Nachdruck und Grip im Bass.

Hörtest

Die Studio 89 aus unserem letzten Monitor-Audio-Test ist ein Solitär, vom klanglichen Auftritt her ein Energiebündel, das nur bedingt in die klassische Klangwelt von Monitor Audio passt. Die Bronze 300 7G dagegen reiht sich ordnungsgemäß wieder ein. Auch hier finden wir einen vollen, gemütlich-samtigen Bass/Grundton-Bereich garniert mit einem feinen Hochton, der sich eine dezente Überhöhung bei 6 KHz gönnt und so bisweilen noch einen Hauch güldener funkelt als vielleicht vom Tonmeister vorgesehen.

Aber diese kleine Anhebung macht Spaß: Sie verleiht der 300 7G bei perkussiver Musik noch etwas mehr Lebendigkeit und Attacke und prädestiniert die kleine Standbox zum Leise hören. Ich war überrascht, wie gut und „komplett“ die Bronze 300 7G selbst bei Flüster-Lautstärken klang, wie viele feine Details sie bei so geringen Pegeln noch aus den Aufnahmen destillierte – Klasse.

Monitor-Audio-Bronze-300-7G-vs-Ganton-GLE-80-Mk2
Zwei Top-Angebote der 1.000 Euro-Liga: Canton GLE 80 S2 (außen) und die Monitor Audio Bronze 300 7G (Foto: H. Biermann)

Im Vergleich zur kürzlich getesteten Canton GLE 80 S2, ebenfalls ein Spitzen-Vertreter dieser Preisklasse, gab die Monitor Audio die etwas Sanftere mit vollerem Bass/Grundton. Beim Umschalten hatten wir immer das Gefühl, die 300 7G hätte mehr Bass. Hat sie nicht; die Canton reicht sogar tiefer in den Basskeller. Aber die Britin bringt einfach mehr Wärme und Volumen ins Klangbild, was Stimmen und akustische Instrumente nicht unbedingt authentischer, aber „schöner“ klingen lässt. Gerade bei lauten Chor-Passagen werden viele Musikfreunde sicherlich die Monitor Audio bevorzugen, während bei rustikalem Schlagzeug-Einsatz die Canton ihre hohe Lebendigkeit und Dynamik in die Waagschale werfen kann. In Bezug auf die Abbildung liegen beide in etwa gleichauf: Instrumente und Sänger werden sehr überzeugend und schön plastisch in den Raum gezaubert. Allerdings nur, bis man die Lautstärke immer weiter senkt. Da verfliegt dieser Zauber bei der Canton ein wenig. Anders die 300 7G: Da waren wir doch ziemlich verblüfft, wie tief die Britin trotzdem noch staffelt…

Fazit Monitor Audio 300 7G

Die Standbox der neuen Bronze-Serie ist eine schöne Bereicherung dieser Klasse um 1.000 Euro. Mit ihrer sonoren Art und dem dezent angehobenen Hochton um 6 KHz ist sie gerade für Freunde des leisen Hörens eine herausragend gute Wahl. Allerdings hat sie auch Pegelreserven, die man ihr nie und nimmer zutrauen würde; das spricht für eine lange Lebensdauer. Und ihr Klang – ebenso wie der sympathische Auftritt  – für eine lange Partnerschaft.


Monitor Audio Bronze 300 7G
2026/01
Test-Ergebnis: 4,5
ÜBERRAGEND
Bewertungen
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Warm-voller Klang mit präsentem Hochton
Elektrisch anspruchslos
Hohe Pegelfestigkeit
Akustisch kluge Treiberbefestigung

Vertrieb:
Pannes Vertriebs KG
Berliner Straße 3
23795 Bad Segeberg
derbesteklang.de

Paarpreis (Hersteller-Empfehlung):
Monitor Audio Bronze 300 7G: 1.248 Euro

Technische Daten

Monitor Audio Bronze 300 7G
Konzept:2,5-Wege Bassreflex
Bestückung:TMT: 2 x 15,2 cmC-CAM, HT: 1 x 25 mm IC-CAM
Übergangsfrequenzen:470 / 2.600 Hertz
Wirkungsgrad (2,83V/1m):89,2 Dezibel
Impedanz:4,7 Ohm
Maximalpegel (Dauer / kurzfristig):107 / 119 Dezibel
Mindestleistung für Max.-Pegel:>190 Watt an 4 Ohm pro Kanal
Ausführungen:Nussbaum, schwarz, weiß
Abmessungen (B x H x T):100,5 x 26,9 x 39,2 cm
Gewicht:
15,6 Kilogramm
Alle technischen Daten
Mit- und Gegenspieler:

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Autor: Holger Biermann

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Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.