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Test: Stewart Filmscreen Phantom HALR Mega-Kontrast-Leinwand

Fertig installiert, konnten wir uns an die Bildtests machen. Als Lichtquelle diente der bewährte 4K-Projektor Sony VPL-VW300ES. Der Raum ist zum Ausprobieren einer Umgebungslicht-mindernden Leinwand wie der Stewart Filmscreen Phantom HALR praktisch ideal, denn er ist als Kino gut, aber wegen seiner weißen Wände und Decke plus hellbraunem Laminat-Boden kein Kontrastwunder.

Da mir die andere Hälfte des Raums als Büro dient, ist er aber nicht schwarz gestaltbar – wenn ich nicht an Depressionen erkranken möchte. Gut ist er trotzdem aufgrund seiner Größe, denn alle reflektierenden Grenzflächen sind jeweils wenigstens 0,8 Meter entfernt und damit nur geringer störend als direkt benachbarte Flächen, weil sich Streulicht an matten Flächen quadratisch im Verhältnis zur Entfernung verringert. Trotzdem: maximalen Kontrast gibt es nur in schwarzen Räumen.

Stewart Filmscreen Phantom HALR: der Fortschritt ist sichtbar

Stewart Filmscreen Phantom HALR (Foto: R. Vogt)
Mond-Foto als Kontrast-Referenz mit Vergleichs-Proben anderer Leinwandtypen (Foto: R. Vogt)

Nach wenigen Szenen diverser Filme war subjektiv sofort klar: Die kann was, die Leinwand! Gegenüber dem sonst verwendeten akustisch transparenten Gewebe-Tuch mit Gain 0,8 (ein nicht mehr erhältliches Vevo2) wirkte das Bild heller, knackiger und strahlender, vor allem tiefer und plastischer.

Ralf Lulay hatte allerlei Leinwandmuster zum Vergleichstest mitgebracht. Wir testeten an einem kontrastreichen Bild, das ich mal mit Teleobjektiv vom lieben alten Mond geschossen hatte, wie sich die unterschiedlichen Tuchcharakteristika im Vergleich zum Phantom HALR auswirken, indem er die Muster mit ins Bild hielt.

Hier drei Vergleiche:

Stewart Filmscreen Phantom HALR
Stewart Filmscreen Phantom HALR mit drei verschiedenen Mustern im Vergleich (Foto: R. Vogt)

Man sieht auf der Bildfolge klar, selbst das Stewart Filmscreen FireHawk G4, der bisherige Platzhirsch unter den kontraststeigernden Leinwand-Materialien, liefert nur beinahe das gleiche Schwarz wie das neue Phantom-Material. Dabei basiert Phantom HALR auf dem FireHawk-Material-Sandwich. Allerdings hat das HALR eine weitere, spezielle Diffusor-Schicht, die ursprünglich für Rückprojektions-Leinwände entwickelt wurde.

Diese zusätzliche Diffusion bewirkt eine weitere Unterdrückung des Streulichts und verbessert damit nochmals den Kontrast. Kristallklar ist der Unterschied zu rein-weißen Leinwänden, wie hier gegenüber dem Referenzmaterial Stewart Filmscreen StudioTek 130, das zwar 30 Prozent heller zurück leuchtete, aber ein merklich graueres Schwarz zeigte.

Gibt es auch Nachteile? Klar. Die Winkelabhängigkeit, die den Kontrast so schön verbessert, schränkt gleichzeitig den Projektions- und den Betrachtungswinkel ein. Das Phantom HALR eignet sich für Projektoren mit leichtem Teleobjektiv, empfohlen wird ein Mindest-Projektions-Abstand von 1,8-facher Bildbreite. Das entsprach genau dem Verhältnis im LowBeats Testkino.

Auch sollte man das Bild nicht von stark seitlich betrachten, denn schon bei einem Blickwinkel von ±30 Grad hat das Bild ja nur noch die halbe Helligkeit. Subjektiv waren aber von allen Plätzen des großen Dreier-Sofas, das bei LowBeats unter dem Projektor zum Filmgenuss einlädt, keine Einschränkungen auszumachen.

Entgegen anderer kontraststeigernder Materialen trat bei der Phantom HALR der gefürchtete hässliche „Hotspot“, eine erkennbar hellere Stelle im Bild, nicht einmal ansatzweise auf. Hier zeigte sich, dass Stewart Filmscreen nicht zu Unrecht den Ruf hat, die besten Leinwände zu fertigen. Schließlich gehören sie auch zu den ganz Wenigen, die ihre Folien wirklich selbst herstellen und ein eigenes Entwicklungslabor unterhalten.

Stewart Filmscreen Phantom HALR
Feierabend! Ralf Lulay rollt die demontierte Phantom HALR Leinwand wieder ein (Foto: R. Vogt)

Fazit: Wohnzimmerkino mit Mega-Kontrast dank Stewart Filmscreen Phantom HALR

Der kontrastreichste Projektor nützt nichts, wenn Raum und Leinwand den Kontrast nicht widerspiegeln können. Im Grunde kommt man, wenn man in wohnlicher Umgebung projizieren möchte,  um eine das Umgebungs- und Streulicht mindernde Leinwand eigentlich nicht herum.

Nach meiner Erfahrung ist die Stewart Filmscreen Phantom HALR das Beste, was ich bislang ausprobieren konnte. Sie ist farbneutral, erzeugt keinerlei Hotspot und ist sogar mikroperforiert akustisch transparent lieferbar. Trotz einer gewissen Steifigkeit gibt es sie außer für Rahmenmontage im Luxus Deluxe Screenwall auch in allen Rollo-Varianten.

Die Bildwirkung ist in jedem Falle umwerfend. Sicher, sie ist vergleichsweise teuer, aber oft eine sinnvollere Investition als ein kontrastreicherer Projektor – und langlebiger als der Bildgeber ist sie sowieso.

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Reportage:
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Stewart Filmscreen Phantom HALR
2017/04
Test-Ergebnis: 4,5
Überragend
Bewertungen
Bild
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Sensationelle Kontraststeigerung
Absolut farbneutral
Homogenes Bild ohne Hotspot
Einschränkungen für Weitwinkel und seitliche Betrachtung

Vertrieb:
Screen Professional GmbH
Münchenerstrasse 67
83395 Freilassing
www.screenprofessional.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Stewart Filmscreen Phantom HALR: ab circa 4.500 Euro