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Startbild Test WiiM Amp Ultra
Der Streaming-Vollverstärker WiiM Amp Ultra (599 Euro) verspricht viel Klang und Komfort im kleinen Gehäuse. Im LowBeats-Test überzeugt das Konzept auf ganzer Linie (Montage: F. Borowski)

Test Streaming-Vollverstärker WiiM Amp Ultra: Vom kleinen Verstärkerwunder zum Universal-Genie

Die Entwicklung war abzusehen: Erst brachte WiiM mit dem „Amp“ einen tollen kleinen Vollverstärker (mit DAC) zum Sensationspreis (Testbericht), später folgte mit dem Ultra ein beeindruckender Streamer im ähnlichen Gehäuseformat. Nun hat WiiM mit dem Amp Ultra ein Amalgam aus beiden geschaffen. Einen Streaming-Vollverstärker der Extraklasse, der mit seinem Preis von 599 Euro die Konkurrenz das Fürchten lehren könnte. LowBeats hat nachgeforscht, ob die Sache einen Haken hat und fand keinen.

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Der Amp Ultra ist in Silber oder „Space Grey“ erhältlich (Foto: F. Borowski)

WiiM Amp Ultra „cool“ – das Design

WiiM bleibt seinem Apple-ähnlichen Design treu. Die Form des brandneuen Amp Ultra, der ab sofort in Deutschland erhältlich ist, erinnert an Apples Mac mini bzw. Mac Studio – ist aber nicht exakt gleich. Etwas andere Maße, andere Kantenradien, anderes Farbfinish (wahlweise „Space Grey“ oder Silber). Aber wie der Konkurrent eversolo PLAY (Testbericht) kann auch der WiiM seine Inspiration bei der Apfelmarke nicht verbergen. WiiM geht sogar noch einige Schritte weiter als eversolo.

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Der WiiM Amp Ultra auf dem aktuellen Mac Studio. Ähnliche Grundform, aber doch ganz anders (Foto: F. Borowski)

Das Gehäuse des Amp Ultra ist ein sogenanntes „Unibody“-Design. Das heißt, dass hier der „Mantel“ wie beim Mac komplett aus einem Stück besteht. Ohne eingesetzten Deckel, ohne angeschraubte Seitenteile, aber hier mit einer großen Öffnung für die elegant um die Vorderseite geschwungenen Displayeinheit. Die Fertigungspräzision ist auf modernstem CNC-Maschinenniveau.

Spätestens der Blick auf die mitgelieferte Fernbedienung verrät, dass da eine ganz besondere Nähe zu den in Asien beheimateten Fertigungsstätten der Apple-Produkte besteht. WiiM und ihr deutscher Vertrieb ATR schweigen sich zu dem Thema allerdings aus. Der Hersteller will sich offenbar nicht zu sehr in die Karten schauen lassen. Aber es ist mehr oder weniger bekannt, dass die Fertigung der WiiM-Geräte im selben Foxconn-Werk in Zhengzhou, China stattfindet, in dem auch diverse Apple-Produkte produziert werden. 

Die „WiiM Voice Remote 2“ ist also ein sehr naher Verwandter der Apple Siri Remote. Die Tasten an der Front sind etwas anders gruppiert und es fehlt das Touch basierte Clickpad, aber die seitliche Taste zur Aktivierung der Sprachsteuerung ist wohl der letzte Beweis für eine verwandtschaftliche Nähe. WiiM-Käufer wird es freuen, denn die Verarbeitung und der Look des Amp Ultra und auch der Remote sind über jeden Zweifel erhaben.

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Die sehr schicke „Voice Remote 2“ aus Vollaluminium wird per Bluetooth mit dem Amp Ultra verbunden (Foto: F. Borowski)

Ultra vielseitig – Technik und Anschlüsse

Auf der technischen Seite gibt es Ähnlichkeiten mit dem Hauptkonkurrenten von eversolo. So verfügt auch der WiiM über eine großflächige Kühlplatte zur Wärmeableitung, die die Wärme durch Schlitze an der Unterseite aus Kunststoff abgibt. Das Kühlblech ist offenbar mit einer Heat-Pipe versehen, wie aus der Beschreibung abgeleitet werden kann. Auch der WiiM kann mit seinem Konzept auf aktive Lüfter verzichten.

Die Gemeinsamkeiten mit dem eversolo erstrecken sich bis hin zu bestimmten zentralen Bauteilen. So finden sich im Amp Ultra dieselben Class-D-basierten  IC-Verstärker vom Typ TI TPA3255 wie im PLAY. Nur hat WiiM beim Netzteil etwas mehr Power reingelegt, sodass die Ausgangsleistung die des PLAY übertrifft. Bis zu 100 Watt an 8 und 200 Watt an 4 Ohm pro Kanal feuert der kleine Verstärker aus den Lautsprecherklemmen.

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Größenvergleich: Der eversolo PLAY ist etwas größer (Foto: F. Borowski)

Wer nun glaubt, die beiden Amps wären womöglich auf dem gleichen Mist gewachsen, täuscht sich gewaltig. WiiM Amp Ultra und eversolo PLAY sind gänzlich eigene Entwicklungen. Trotz aller Ähnlichkeiten beim Vergleich der Grundfunktionen verfolgen beide Konzepte verschiedene technische Ansätze und sprechen mit der Ausführung unterschiedliche Zielgruppen an. Zu einem späteren Zeitpunkt, in einem geplanten gemeinsamen Fazit für den eversolo PLAY und WiiM Amp Ultra, werde ich das Thema noch näher ausführen. Konzentrieren wir uns erst mal auf den WiiM.

Eine der technischen Besonderheiten des WiiM ist eine Schaltung namens Post Filter Feedback (PFFB). Dabei wird ein Teil des Ausgangssignals des Verstärkers zurück in den Eingang geleitet. Dies geschieht nach erfolgter Filterung, was bedeutet, dass nur die gewünschten Frequenzen zurückgeführt werden. Das zurückgeführte Signal wird mit dem ursprünglichen Eingangssignal kombiniert. Dies soll helfen, Verzerrungen durch Auslöschung zu reduzieren und die Linearität des Verstärkers zu verbessern. PFFB ist eine Variante anderer in Verstärkern genutzter Feedback-Schaltungen. Dazu gehören Negative Feedback, Positive Feedback, Global Feedback und Local Feedback. Sie alle bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile. Ein Nachteil von PFFB liegt in möglichen Phasenveränderungen. Ob daraus in der Summe aller Dinge ein klanglicher Vorteil entsteht, konnte ich nicht überprüfen, weil sich die PFFB-Schaltung nicht einfach so für einen A/B-Vergleich deaktivieren lässt.

Der Amp Ultra erbt sämtliche Streaming- und DSP-Fähigkeiten des Streaming-DAC-Vorverstärkers WiiM Ultra (ohne „Amp“). Was so viel heißt wie: der Amp Ultra unterstützt zahlreiche Musikdienste, darunter auch die neue Connect-Variante von Qobuz, sowie Spotify Connect, Tidal Connect und viele andere Dienste ohne Connect-Feature – aber ausgerechnet kein Apple Music. Auch auf AirPlay müssen Nutzer des Amp Ultra verzichten. Wer Apple Music abonniert hat, kann das am Amp Ultra nur via Bluetooth oder USB-auf-S/PDIF-Adapter nutzen. WiiM sagt, AirPlay war ursprünglich geplant, konnte aber nicht ohne aufwändige und langwierige Maßnahmen in die Hardware implementiert werden. Um den Produktstart nicht zu verzögern, habe man sich zum Verzicht auf AirPlay entschieden. Das könnte für manchen ein entscheidendes Argument sein, um eher zum eversolo zu greifen.

Eine andere Ausstattungslücke gibt es für Vinyl-Fans. MM- oder gar MC-Phono-Eingänge hat der Amp Ultra nicht. Wobei viele Plattenspieler im Ein- und Aufsteigerbereich heute integrierte Phono-Vorstufen mit Line-Ausgängen haben und separate Phono-Vorstufen müssen auch nicht die Welt kosten, wie die Phono-Box von Pro-Ject. So können auch Plattenspieler am WiiM andocken. Allerdings wird das Signal stets digitalisiert, was Analog-Puristen stören könnte. Doch Anhänger des analogen Reinheitsgebots sind vermutlich auch nicht die Zielgruppe für einen Amp Ultra.

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Flache Rückseite: Die Anschlüsse sind oberflächenbündig integriert (Foto: F. Borowski)

Im direkten Vergleich mit dem Streamer WiiM Ultra fällt auf, dass der Amp Ultra auf dessen Kopfhörer-Anschluss an der Front verzichtet. Schade eigentlich.

Inzwischen obligatorisch ist die HDMI-ARC-Buchse für Ton und Steuerung (On/Off/Lautstärke) vom TV. Ein Subwoofer-Ausgang ist natürlich auch vorhanden. Der Amp Ultra bietet hierfür tolle Anpassungsmöglichkeiten. Mehr dazu im Praxis-Kapitel. Die Lautsprecheranschlüsse sind als Buchsen für Bananenstecker ausgelegt und wie alle anderen Anschlüsse oberflächenbündig in die Rückwand integriert. Doch keine Sorge: WiiM hat auch an Kunden gedacht, die Klemmen für Kabelschuhe bevorzugen. Im Lieferumfang finden sich dafür neben Cinch-, Toslink-, HDMI-Kabel und einem USB-Adapterkabel auch Lautsprecher-Adapterstecker mit Schraubklemmen. 

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Das mitgelieferte, reichhaltige Zubehör (die Fernbedienung ist nicht im Bild); (Foto: F. Borowski)

Relativ selten an HiFi-Geräten zu sehen ist der Netzkabelanschluss für sogenannte Kleeblatt-Stecker (Kupplung C5, Stecker C6). Das erschwert im Vergleich zu der weit verbreiteten Kaltgerätebuchse (C13) ein wenig die Auswahl, falls ein hochwertigeres Netzkabel angeschlossen werden soll. Die Verbindung mit dem heimischen Netzwerk erfolgt per Ethernet-Kabel und RJ45-LAN-Buchse (dankenswerterweise ohne lästige Traffic-LEDs) oder über WLAN im Wi-Fi-6-Standard. Für die drahtlosen Optionen einschließlich Bluetooth hat der Amp Ultra innenliegende Antennen. Die üblichen hässlichen Antennenstummel entfallen also.

Noch eine Auffälligkeit: Der Amp Ultra hat keinen Powerschalter wie der eversolo PLAY. Er verfügt auch über keinen Low-Power-Standby-Modus, sondern nur einen Netzwerk-Standby, in dem eigentlich nur das Display ausgeschaltet und die Ausgänge deaktiviert werden. Im Prinzip ist das Gerät damit „Always On“, was mit einem permanenten Stromverbrauch von mindestens 3 bis 6 Watt einher geht. 

In den Einstellungen kann festgelegt werden, dass sich der Amp schon nach kurzer Zeit ohne Signal in diesen Modus begibt. Über die WiiM-App oder auch via Roon bleibt er stets sichtbar und spielt sofort los, wenn ein Titel gestartet wird. Auch kann ein pausierter Titel jederzeit an der letzten Stelle fortgesetzt werden. Wer darauf insistiert, den WiiM bei Nichtgebrauch von Netz zu trennen, etwa mit einer Schaltsteckdosenleiste, muss beim nächsten Start mit ca. 30-40 Sekunden Bootvorgang leben. Sein Netzwerk-Standby ist zweifellos extrem komfortabel, aber andere Hersteller wie Technics und Yamaha erzielen einen noch geringeren Stromverbrauch von unter 1,5 Watt. Deswegen gibt es leichte Abzüge in der Praxisnote.

Ultra einfach – Bedienung und Praxis

Beginnen wir mit der „Voice Remote 2“. Die Fernbedienung ist nicht nur haptisch und optisch ein absoluter Genuss. Die Verbindung erfolgt per Bluetooth, womit keine direkte Sichtverbindung zum Gerät erforderlich ist. Das Pairing geschieht beim Einrichtungsvorgang schnell und unkompliziert. Die Sprachsteuerung habe ich nicht getestet, da diese nur mit Alexa funktioniert, aber nicht mit Siri. Ehrlich gesagt sehe ich auch keinen großen Nutzen in einer Sprachsteuerung, für die extra eine Taste auf der Fernbedienung gedrückt werden muss. Aber vielleicht übersehe ich da etwas. Aufgeladen wird die Voice Remote 2 zeitgemäß über USB-C. Der aktuelle Ladestand wird in der App unter Einstellungen > Fernbedienung > Remote-Einstellungen angezeigt, jedoch nur in groben Schritten wie „Normal“ oder „Niedrig“. Angenehm ist in diesem Menü noch die Möglichkeit, die Schrittgröße der Lautstärkeregelung ändern zu können.

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Screenshots aus der WiiM-App. Die Einrichtung ist in wenigen Schritten abgeschlossen … (Screenshot: F. Borowski)
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… und beginnt nicht selten mit einem Firmware-Update (Screenshot: F. Borowski)
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Der Update-Vorgang läuft vollautomatisch und dauert nur wenige Minuten (Screenshot: F. Borowski)
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Wie sein aktueller Erzrivale von eversolo besitzt auch der WiiM Amp Ultra ein hochauflösendes Touch-Display. Das ist mit 3,5“ zwar deutlich kleiner aber ebenfalls sehr kontraststark, gut ablesbar und reaktionsfreudig. Hier zeigt sich dennoch ein großer Unterschied zum etwas teureren eversolo. So bietet der WiiM erheblich weniger Anzeigemöglichkeiten. Im Wiedergabescreen wird beispielsweise nicht die aktuelle Auflösung und Samplingrate verraten und der Fortschrittsbalken kann nicht dazu genutzt werden, um per Berührung innerhalb des Titels an eine beliebige Stelle vor oder zurückzuspringen. Das geht nur über die App. Auch bietet der WiiM erheblich weniger Anzeigeoptionen in Form virtueller VU-Meter und anderer schicker Displays. Positiv ist hingegen die automatische Anpassung der Anzeige an die Umgebungshelligkeit und die Übersichtlichkeit der Screens. Das macht den Amp Ultra etwas familientauglicher und weniger „nerdy“.

Die am Touch-Display zugänglichen Funktionen sind eingeschränkter, als am eversolo. So können am WiiM-Display keine tiefergehenden Systemeinstellungen gemacht werden. Das klappt nur über die App.

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Das 3,5″ Touch-Display ist übersichtlich gestaltet, bietet aber nur eingeschränkte Steuerungsfunktionen (Foto: F. Borowski)

Über den Dreh-Drück-Regler an der Front, der ohne Rasterung ausgeführt ist, kann die Lautstärke feinfühlig eingestellt werden und die Wiedergabe pausiert oder fortgesetzt werden. Während des Regelvorgangs wird der Pegel groß im Display eingeblendet.  

Insgesamt gefällt die Bedienung des Amp Ultra mit dem gut durchdachten und logisch aufgebauten Interface, der sehr ausgereiften App (eine der besten überhaupt am Markt) und der tollen Fernbedienung. Damit dürfte jedes Familienmitglied schnell zurechtkommen. WiiM gelingt es sehr gut, seinen großen Funktionsumfang zu kaschieren, bzw. einfach und verständlich zugänglich zu machen.

Das trifft auch auf die Einmessfunktion des WiiM zu. Die ist wirklich toll gemacht. Ein sehr einfacher und verständlicher Prozess führt Nutzer in wenigen Minuten zum Ergebnis. Die Messung erfolgt am besten über ein iPad oder iPhone und beinhaltet – sofern angeschlossen – auch eine genaue Phasen-, Pegel- und Frequenzeinmessung des Subwoofers. Im Test habe ich meine Desktop-Lautsprecher und einen unter dem Tisch stehenden Subwoofer eingemessen und war vom Ergebnis sehr positiv überrascht. Hauptlautsprecher und Sub spielten anschließend sehr harmonisch zusammen und die durch die Tischplatte bedingte Frequenzdelle im Bereich um 200 Hz wurde sehr effizient ausgebügelt. Der ganze Vorgang erfordert keinerlei Fachwissen. Damit ist die Einmessfunktion des WiiM die derzeit beste aller mir bekannten Systeme im Konsumerbereich, mit einer Präzision und Effizienz, die an Lyngdorfs RoomPerfect heranreicht. Und das nur mit einer Einpunkt-Messung via Smartphone. (Es gibt auch eine Option zur Einmessung durch eines Herumwanderns im Raum, wodurch die Raumakustik noch besser erfasst werden soll. Aber die ist noch im Beta-Stadium.)

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Die Raumeinmessung per iDevice des WiiM funktioniert hervorragend. Hier die Einmessung an meinem Desktop. Gut sichtbar ist hier die von der Tischplatte verursachte Abweichung um 200 Hz (Screenshot: F. Borowski)
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Der Frequenzgang nach der Korrektur, ausgerichtet nach der Zielkurve (Screenshot: F. Borowski)
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Ultra digital – Der Hörtest

Das Hörtest-Setup ist dank der Natur des WiiM Amp Ultra denkbar einfach: Ein Paar Lautsprecher Wilson TuneTot an den Lautsprecherklemmen, ein Nubert XW-800 slim Subwoofer am Sub-Ausgang und das war’s. Lautsprecher und Hörumgebung sind mir bestens bekannt, und zwar mit etlichen Amps, DACs und Streamern aus unterschiedlichsten Preisklassen. Zuletzt natürlich auch mit dem eversolo PLAY der zeitgleich für Direktvergleiche hier war. 

Der WiiM hatte mit seinen TI-Verstärkerchips und dem kräftigen Netzteilen (plus aktiver Bassunterstützung) erwartungsgemäß keine Probleme, die Lautsprecher unter Kontrolle zu halten. Zunächst wurde ohne jeden DSP-Einsatz gehört, wobei der Amp Ultra eine ähnliche Performance wie sein Konkurrent ablieferte: Hohe Transparenz, unverfärbte Mitten (abgesehen von der durch die Tischplatte bedingten Beeinflussung, die später per Raumkorrektur ausgebügelt wurde), sowie eine präzise Raumabbildung. Allerdings konnte der eversolo bei letztgenanntem mit einer noch etwas besseren Plastizität punkten. Stimmen und Instrumente bildete der PLAY etwas dreidimensionaler zwischen den Lautsprechern ab. Der Amp Ultra konnte hingegen bei sehr hohen Pegeln, die bei mir nur selten vorkommen, mit einem Hauch mehr Leichtigkeit kontern. Ansonsten spielten die beiden Kontrahenten auf einem sehr ähnlichen und hohen Niveau für ihre Preisklasse.

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Der Amp Ultra ist eine ultra-kompakte Komplett-Anlage mit allem Komfort. Nur Lautsprecher müssen noch angeschlossen werden (Foto: F. Borowski)

Echte Kritikpunkte waren nicht auszumachen. Dank der guten Einmessfunktion gefiel der Klang des WiiM mit aktivierter Korrekturkurve noch etwas besser. Vor allem, weil die beschriebenen neuralgischen Frequenzen bedingt durch die Tischaufstellung und dem Sub unter dem Tisch von der Korrektur sehr gut kompensiert wurden. Das Klangbild wirkte dadurch mehr wie aus einem Guss. In Punkto Einmessung und Korrektur (samt Subwoofer) lieferte der WiiM in meiner Testumgebung etwas bessere Ergebnisse als der eversolo ab.

Wunder darf man aber auch damit nicht erwarten. Einfach die Lautsprecher irgendwo hinwürfeln und die Einmessung den Rest machen lassen funktioniert nicht. Einen DSP, der Wasser in Wein verwandelt, gibt es noch nicht. WiiM hat hier schon ganz hervorragende Arbeit geleistet, um ein ordentlich aufgestelltes Stereosystem noch besser zu machen.

Fazit WiiM Amp Ultra: das Non-Plus-Ultra …

… wenn es um einen einfach zu bedienenden, familientauglichen, aber zugleich ungeheuer vielseitigen Streaming-Verstärker geht, der auch zudem noch gut klingt und mit nahezu jedem handelsüblichen Lautsprecher zurechtkommt. Was WiiM hier mit dem Amp Ultra für gerade einmal 599 Euro abliefert, ist nichts anderes als sensationell. Wenn es daran überhaupt irgendetwas zu kritisieren gibt, dann höchstens der Stromverbrauch im Netzwerk-Standby, der gerne etwas niedriger sein könnte.

Ist der Amp Ultra besser als der kürzlich getestete eversolo PLAY? Jein! Wo die entscheidenden Unterschiede liegen, welcher der Beiden für Sie besser geeignet ist, oder ob vielleicht noch eine andere Lösung für Sie besser passt, werden wir in Kürze in einem gemeinsamen Fazit aufklären.

Die im Test des eversolo genannten Lautsprecherempfehlungen gelten 1:1 auch für den WiiM:

Kompaktlautsprecher:
    1. Q Acoustics 5020 (ca. 800 Euro)
    2. Wharfedale Super Denton (ca. 1.200 Euro)
    3. KEF LS50 Meta (ca. 1.300 Euro)
    4. Der audiophile Klassiker: ProAc Tablette 10 (ca. 1.400 Euro)
    5. Besonders günstig, für ein Komplettsystem unter 1.000 Euro:
      Q Acoustics 3010i und 3020i (ca. 250 / 300 Euro)
Standlautsprecher:
    1. Teufel Ultima 40 (ca. 500 Euro)
    2. Q Acoustics 5040 (ca. 1.300 Euro)
Subwoofer:
WiiM Amp Ultra
2025/08
Test-Ergebnis: 4,7
ÜBERRAGEND
Bewertungen
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
frischer, lebendiger Klang
ordentliche Leistungsreserven
viele Streamingoptionen und hoher Bedienkomfort
Herausragend gute Preis/Leistung-Relation

Vertrieb:
AUDIO-TRADE Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH
Wallufer Straße 2
65343 Eltville am Rhein
www.audiotra.de

Preis (Hersteller-Empfehlung):
WiiM Amp Ultra: 599 Euro

Technische Daten

WiiM AMP ULTRA
Konzept:Streaming-Vollverstärker
Ausgangsleistung:2x 100 W an 8 Ω, 2x 200 W an 4 Ω
Wandler-Bestückung:ESS 9039Q2M
Eingänge digital:Toslink, HDMI ARC, USB-Media, LAN, WLAN, Bluetooth
Ausgänge digital:keine
Eingänge analog:1x Stereo Cinch
Ausgänge analog:1x Subwoofer, LS-Terminals
App / Fernbedienung:WiiM App, Bluetooth Remote
Besonderheiten:3,5″ LCD-Farb-Touchscreen, Raumeinmessung, PEQ
Farben:
Silber, Space Grey
Abmessungen (B x T x H):20 x 21,1 x 7,6 cm
Gewicht:2,45 kg
Alle technischen Daten
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Autor: Frank Borowski

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LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.