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Test Teufel Move BT: Bluetooth In-Ear für 100 Euro

Letztlich entschied ich mich für die größten Auflagen und die zweitgrößten Ear-Tips, damit sitzen die Ohrhörer fest und doch bequem in meinen Ohren. Meiner Meinung nach hat Teufel hier in Sachen Tragekomfort alles richtig gemacht. Einziger Kritikpunkt ist das Nackenkabel, das ein wenig zu lang geraten ist.

Der Teufel Move BT In-Ear im Ohr des Testers
Der Teufel Move BT In-Ear im Einsatz: Nach einigem Herumprobieren war der optimale Adapter (Ear-Tip) gefunden (Foto: E. Kafitz)

Beim Einschalten der Kopfhörer wird man von einer elektronischen Frauenstimme begrüßt: „Power on“. Die Koppelung mit meinem aktuellen Smartphone, dem Huawei P8, verlief schnell und problemlos. Was mir sofort positiv auffiel: In der Benachrichtigungszeile des Handys wurde neben dem Symbol für den Handy-Akku ein weiteres Batterie-Symbol angezeigt. Dieses ist mit dem Bluetooth-Logo markiert und zeigt den aktuellen Akkustand des Kopfhörers an – sehr praktisch! Eine extra App für die Konfiguration wäre zwar ein schönes Feature gewesen, diese Anzeige ist aber vollkommen ausreichend.

Teufel verspricht, dass durch Bluetooth 4.0 und „aptX“ selbst CD-Qualität erreicht werden kann. Die „aptX“-Technologie ermöglicht es nämlich, per Bluetooth deutlich mehr und größere Daten zu übertragen, so könnte man mit dem Move BT selbst Flac-Dateien hören. Doch auch Musik im MP3- oder AAC-Format bringt der Teufel überzeugend rüber. Er hat eine gute Dynamik, Höhen und Mitten kommen ausgewogen, der Bass ist ziemlich dominant. Das lässt aktuelle Pop-Songs oder auch Hip-Hop aber nur noch „stärker“ wirken. Das Ziel des Teufel Move BT ist klar: In den Ohren von möglichst vielen Menschen gut klingen und Spaß machen. Und dieses Ziel hat Teufel fraglos erreicht.

Nun aber genug von Tests im stillen Kämmerlein, der Kopfhörer nennt sich ja nicht umsonst „Move“. Zwei Monate lang hat er mich durch meinen Alltag begleitet – und sich dabei hervorragend geschlagen. So erwies sich beispielsweise die große Transporttasche als keineswegs so unpraktisch wie anfangs gedacht. Mit etwas Übung kann man innerhalb weniger Sekunden den Kopfhörer herauskramen oder verstauen, das Kabel dabei so aufgewickelt, dass sich keine Knoten bilden. Ich habe die Transport-Tasche zwar keinem Extremtest ausgesetzt, vermute aber, dass die Kopfhörer in ihr so einiges unbeschadet überstehen würden. Mit Sicherheit kann man sie aber sorgenfrei und ohne extra Schutz in seiner Tasche zusammen mit Büchern, Thermoskanne und Bluetooth-Lautsprecher transportieren. Lediglich für die Hosentasche ist die Transport-Box deutlich zu groß.

Sobald die Kopfhörer in den Ohren sitzen, klappt die Bedienung weitgehend problemlos. Erst durch langes Drücken des mittleren Knopfes den Kopfhörer aktivieren, daraufhin verbindet er sich automatisch mit dem Smartphone. Dann nur noch Musik auswählen und schon kann es losgehen. Die Anpassung der Lautstärke per Fernbedienung funktioniert schnell und unkompliziert. Ein Piepton zeigt an, dass man die Lautstärke verändert hat, was beim Musikhören manchmal etwas stören kann.

Durch doppeltes Drücken auf den mittleren Knopf sollte man laut Bedienungsanleitung einen Song überspringen können – diese Funktion war bei meinem Testgerät aber leider nicht verfügbar. Stattdessen wurde aus unerfindlichen Gründen an meinem Huawei P8 die Google-App mit Sprachsteuerung geöffnet, die den Befehl „nächster Song“ aber auch nicht umsetzte. Zum vorherigen Song zurückzukehren ist beim Teufel MOVE BT sowieso nicht möglich. Anfangs führte ich das Problem auf mein Huawei Smartphone zurück. Das Samsung Galaxy S7 reagierte aber genauso und das iPhone 6S öffnete beim gleichen Versuch Siri. Das iPhone spulte zwar auf Sprachbefehl zum nächsten Song, aber auch das ist nicht gerade unkompliziert…

Die Bedienungsanleitung des Teufel Move BT
Die Bedienungsanleitung verspricht eindeutig den Titelsprung, den das Testgerät aber nicht erlaubte (Foto: E. Kafitz)

Dafür hat der Move BT beim Telefonieren keine Probleme. Ein voreingestellter Klingelton kündigt einen eingehenden Anruf an, der durch Betätigung des mittleren Knopfes angenommen werden kann. Der Gesprächspartner ist deutlich zu verstehen, das Mikrofon des Teufel Move BT liefert ebenfalls eine angemessene Qualität.

Auch für Sport mit Musik ist der Teufel gut geeignet. Selbst beim Joggen konnte ich ihn tragen, ohne mir Sorgen machen zu müssen, dass mir die Ohrhörer ständig aus den Ohren fallen. Wer dennoch Angst hat, sein Kopfhörer könnte verloren gehen, kann diesen auch ganz einfach mit dem beigelegten Fixierungsclip am Kragen seines T-Shirts befestigen. Und selbst wenn man viel schwitzt oder in einen kurzen Regenschauer kommt, stellt das kein Problem dar: Der kleine In-Ear ist nach IP54-Norm spritzwassergeschützt.

Das Versprechen, man könnte mit einer Akkuladung 20 Stunden Musik hören, hat sich leider nicht bestätigt. Bei durchgehend leicht gehobener Lautstärke kam ich auf 10 Stunden. Dafür ist der Akku nach 2 Stunden Ladezeit wirklich wieder voll geladen. Aber das sind ja immer noch Werte, die absolut in Ordnung sind.

Wie überhaupt das ganze Konzept Bluetooth-Technologie bei In-Ear Kopfhörern voll überzeugt. Was bei den ersten Modellen dieser Art noch etwas befremdlich wirkte, ist beim Teufel Move BT in fast allen Belangen gut und praxistauglich umgesetzt.

Der Teufel Move BT im Hörtest

Aber eine Frage blieb noch: Kann ein Bluetooth-Kopfhörer für nicht einmal 100 Euro mit einem „normalen“ Kopfhörer klanglich mithalten? Der Bruder des Move BT, der kabelgebundene In-Ear-Kopfhörer Move Pro hatte im LowBeats Test  fast nur Bestnoten eingefahren. Wie würden sich die beiden im Vergleich schlagen? Ich testete beide unter identischen Bedingungen, mit den selben Ear-Tips, auf der selben Lautstärke und mit den selben Songs immer und immer wieder. Und was zu erwarten war: Es gibt durchaus Unterschiede.

Teufel Move BT im Hörtest mit Move Pro
Mussten im Hörvergleich gegeneinander antreten: der kabellose Teufel Move BT (links) gegen den kabelgebundenen Move Pro, der, weil er keine BT Empfangseinheit benötigt, eine deutlich kleinere Bauform hat (Foto: E. Kafitz)

Ein Vorteil der Bluetooth-Version liegt auf der Hand: Es gibt kein Kabel, das berührt werden kann, somit auch weniger Störgeräusche durch die Kabel. Beim Move Pro ist das vor allem am Anschluss selbst ein Problem und kann gerade, wenn man unterwegs ist, recht lästig sein. Dafür hatte die Bluetooth-Version bei Koppelung mit meinem „Huawei P8“ gelegentlich Verbindungsprobleme. Beim iPhone oder Samsung Galaxy zeigten sich diese jedoch nicht. Also: Eins zu Null für den Bluetooth-Kopfhörer.

Beide Versionen nehmen sich in Sachen Dynamik nicht viel. Unterschiede gibt es aber bei der Differenziertheit und Präzision im Klangbild: Im direkten Vergleich kann der Kabel-Kopfhörer Klänge noch deutlicher und klarer darstellen. Er präsentiert eine ganze Klangkulisse, während beim Move BT die Details nicht ganz so genau dargestellt werden: Eins zu Eins. Doch das ist Meckern auf hohem Niveau.

Fazit Teufel Move BT

Teufels kleiner Bluetooth In-Ear macht einen sehr guten Eindruck. Verarbeitung und Handhabung sind top. Etwas ärgerlich, aber alles andere als kaufentscheidend ist die Fehlfunktion beim Titelsprung per Fernbedienung. Den Klangvergleich zum Kabel-gebundenen Move Pro besteht der Move BT zwar nur als zweiter, doch unterm Strich haben beide In-Ear-Hörer einen ausgezeichneten, Sound mit kräftigem Bass. Der geneigte Musikhörer kann also wählen: etwas mehr Präzision im Klangbild oder keine störenden Kabel – beides ist bei Teufel in der Abteilung Move für unter 100 Euro zu haben. Ich würde mich übrigens für die kabellose Lösung entscheiden…

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Teufel Move BT
2017/08
Test-Ergebnis: 4,1
SEHR GUT
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Neutraler, basskräftiger Klang
Gute Verarbeitung
Gute Preis/Gegenwert-Relation
Keine Lautstärkeregelung an der Fernbedienung

Vertrieb:
Lautsprecher Teufel GmbH
Budapester Straße 44
10787 Berlin
www.teufel.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Teufel Move BT: 100 Euro