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Test Teufel One M: So wertvoll wie eine kleine HiFi-Anlage?

Der Effekt beeindruckte und lässt sich für die meisten Musik-Arten empfehlen. Der Klang löste sich sehr gut vom Lautsprecher, der aufspielte, als hätte er ein paar versteckte Lautsprecher zur Unterstützung mitgebracht.

Während mich der kleine Bruder Teufel One S zu Anfang auf kurze Distanz etwas enttäuschte, kam mir beim Teufel One M bereits nach den ersten Takten ein „Wow“ über die Lippen. Das klang richtig fett und rockte mit der Essenz einer richtigen HiFi-Anlage.

Der Teufel One M lieferte eine beeindruckende Dynamik, verbunden mit einer ausgewogenen und breitbandigen Wiedergabe, deren Auflösung, Transparenz und Detailreichtum verblüfften.

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Teufel One M
Auch wenn wir wegen der frühen Produktionscharge noch kleine Firmware-Probleme überwinden mussten, können wir dem Teufel One M grundsätzlich eine vorbildliche Installation bescheinigen (Foto: S. Schickedanz)
Teufel One M
Das Tollste: Der Teufel One M spielt sogar ohne Registrierung beim Hersteller und ist damit nicht nur erste Wahl für Klangfetischisten, sondern auch für Datenschutz-Freaks (Foto: S. Schcikedanz)
Teufel One M
Um Musik vom Smartphone wiederzugeben, braucht man keine zusätzliche App. Auch die Webradio-Wiedergabe wurde anders als bei vielen neuen Mitbewerbern, die Googles Home App nutzen, direkt in die eigene kostenlose App integriert. Google ChromeCast wird von ihr allerdings nicht weiter unterstützt (Foto: S. Schickedanz)
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Der Teufel One M im Hörtest

Mit dem Berliner Einteiler kann man die Essenz der Musik mit ausgezeichneter Attacke, tollem Taktgefühl und erstaunlich tiefen, konturierten Bässen genießen. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass es zu diesem Preis nichts Besseres gibt – weder für den Kopf noch für den Bauch.

Die Ehrlichkeit und Akkuratesse (hätte nie geglaubt, diesen exquisiten Ausdruck mal für einen preisgünstigen WLAN-Lautsprecher zu verwenden) überzeugten mich als kritischen, durch High-End-Anlagen verwöhnten Hörer ebenso wie der Boogie-Faktor.

Nehmen wir beispielsweise das neue David-Gilmour-Album Live At Pompeii. Als ich es zu Anfang über Kopfhörer anhörte, war ich zunächst enttäuscht – sowohl, was die Interpretation als auch, was die Aufnahme betraf. Inzwischen gebe ich mir damit beim Autofahren auf längeren Dienstreisen den Kick.

Das ist Musik, die unter die Haut geht, wenn sie richtig wiedergegeben wird. Richtig bedeutet in dem Fall, die Attacke und Klarheit der Gilmour’schen Gitarrensoli glasklar herauszubringen, die Tiefe der riesigen Arena zu vermitteln und die Reaktionen des jubelnden Publikums auch während der Songs wiederzugeben.

All das gelang auch dem Teufel One M, ganz gleich, ob ich ihm die Musik via WLAN oder via Bluetooth vom iPhone im nativen AAC-Codec servierte. Bei Songs wie „Money“ oder „What Do You Want From Me“ verspürte ich, den Bedarf, Luftgitarre zu spielen.

Das passiert mir zwar mit dem Harman-Kardon-Sound-System meines Wagens auch mit schöner Regelmäßigkeit. Doch diesmal habe ich auch wirklich beide Hände frei, um den inneren Drang nachzugeben.

Eminem Rivival
Eminem Rivival (Cover: Amazon)

Klar, dass ich auch Rap wie das neue, in meinen Ohren von der deutschen Kritik zu Unrecht gebashten  Eminem-Albums Revival und etliche Hip-Hop-Tracks darüber abspielte. Dabei hatte ich ebenfalls nichts zu meckern und mächtig Spaß an der Interpretation, die sehr sauber und satt ertönte.

Dieser Kasten reicht wirklich, um ein normales Wohnzimmer standesgemäß zu beschallen. Allerdings gelang es dem Test-Exemplar auch, den ganzen Raum selbst nach drei Wochen noch mit einem sehr synthetisch miefenden Duftaroma zu fluten.

Deshalb sperrte ich den Teufel One M nach jedem Hördurchgang immer in die Auslüftungszelle, die mir eigentlich sonst als Archiv dient. Mir schien, hier wäre wahrlich noch Luft nach oben für die kleine Höllenmaschine. Bestimmt haben noch mehr Genießer nicht nur feine Ohren, sondern auch ein sensibles Näschen. Inzwischen hat Teufel reagiert, recherchiert und einen nur bei den allerersten Geräten verwendeten Klebstoff als Ursache ausgemacht. Die Berliner versichern, dass nur wenige frühe Geräte betroffen waren und das Problem sich nach einiger Zeit von selbst in Luft auflöst.

Fazit: Teufel One M

Nachdem die Berliner dem Teufel One M ergänzend zum Firmware-Update in der finalen Serie durch verbesserte Klebstoffe auch noch eine angenehmere Duftnote als BASF Homme verpassten und den Geruch so neutral hinbekamen wie die Abstimmung des mit neun Treibern und sieben potenten Class-D-Endstufen ausgestatteten Lautsprechers, kann ich jedenfalls die schwarze Version mit den besser ablesbaren Beschriftungen auf den Tasten bedingungslos empfehlen.

Im Beitrag erwähnt:
Test Wireless Aktivboxen Teufel Stereo M: Nimm zwei!
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Test Home Cinema Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos

Teufel One M
2018/01
Test-Ergebnis: 4,7
Überragend
Klang
Praxis
Verarbeitung

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Tiefreichende, konturierte Basswiedergabe, sehr gute Dynamikreserven, klare Höhe, feine Detailwiedergabe, gute Attacke
Top-Konnektivität: Bluetooth, WLAN, LAN, Analog und USB
Nutzerfreundlich gestaltete Teufel Raumfeld App für iOS und Android
Beschriftung der kleinen Tasten nicht unter allen Lichtbedingungen optimal ablesbar

Vertrieb:
Lautsprecher Teufel

Bikini Berlin,
Budapester Str. 38-50

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Teufel One M: 500 Euro