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Test Teufel REAL Blue – Over Ear Kopfhörer mit BT

Nun aber zum Kopfhörer selbst: Der Real Blue ist größtenteils in den Farben Silbergrau und Schwarz gehalten, was einfach, aber edel wirkt und meinen persönlichen Geschmack trifft. Auf den silbergrauen Ohrhörern ist jeweils ein schwarz glänzendes Teufel-Logo angebracht, auf der rechten Seite sind in selbigem die Touch-Sensoren verarbeitet. Das Ohrpolster aus Proteinleder, einer Art hochwertigem Kunstleder, fühlt sich sehr weich an, das rote Stoffnetz im Ohrhörer ist das einzige farbige Element und sticht somit besonders heraus. Über den Ohrhörern am Bügel ist auf beiden Seiten der Teufel-Schriftzug eingelassen – ein Detail, auf das man meiner Meinung nach hätte verzichten können. Umso besser gefällt mir der Schriftzug in der Polsterung oben am Bügel, der in das Proteinleder eingelassen ist – sehr stilvoll.

Die Ohrmuscheln des Teufel Real Blue
Die Ohrmuscheln sind mit einem anschmiegsamen Kunstleder weich gepolstert; der Sitz ist angenehm und die passive Abschirmung nach außen sehr gut (Foto: E. Kafitz)

Beim ersten Aufsetzen bestätigt sich mein guter Eindruck von der Polsterung. Sie umfasst die Ohren, ohne Druck auf sie auszuüben und durch die Größenverstellbarkeit mit Rasterpunkten sollte optimaler Komfort für jede Kopfgröße gegeben sein. Das – verglichen mit anderen Over Ear Hörern – geringe Gewicht von 200 Gramm ist natürlich angenehm, zumal die Stabilität nicht leidet: Im Bügel wurde Federstahl verbaut. Selbst wenn man die Kopfhörer um den Hals trägt, bleibt es angenehm: Die Ohrmuscheln sind wegen einer möglichst geringen Packungshöhe drehbar, weshalb man die Polsterung nach unten drehen kann, damit die Kanten nicht auf dem Schlüsselbein aufliegen.

Der Kopfbügel des Teufel Real Blue
Der Bügel des Teufel Real Blue ist mit Kunstleder überzogen und bekommt seine Stabilität von einem sehr leichten Metall (Foto: E. Kafitz)

Durch längeres Drücken des oberen Knopfes kann der Kopfhörer im Bluetooth-Modus eingeschaltet werden, durch längeres Drücken des unteren Knopfes wird die Kopplung mit dem Zuspieler möglich. Schon nach wenigen Sekunden war die Verbindung mit meinem aktuellen Smartphone, dem Huawei P8, hergestellt.

Der Höreindruck des Teufel Real Blue

Das Schwingsystem des Teufel Real Blue besteht aus einem 40 Millimeter großen „Linear-HD-Treiber“, der eine oberen Grenzfrequenz von über 20 KHz hat. Die geschlossene Kammer auf der Rückseite des Treibers ist gar nicht komplett geschlossen; die Teufel Entwickler setzten kleine Öffnungen ein, um den Druck zu reduzieren und die Linearität zu erhöhen. Das scheint gut zu funktionieren: Das Klangbild ist klar und differenziert und dennoch angenehm „warm“. Denn wie auch schon beim nicht unähnlichen Over Ear Teufel Turn haben die Entwickler auch dieser Kopfhörer-Serie wieder eine ordentliche Portion Bass mit auf den Weg gegeben: Einerseits, um die jugendliche Kundschaft abzuholen, andererseits um auch bei kleinen Lautstärken ein substanziell angenehmes Klangbild zu erhalten. Die Dynamik des Real Blue jedenfalls ist gut, die maximale Lautstärke ist mehr als ausreichend und selbst auf der kleinsten Volumeneinstellung verliert der Klang nur wenig an Präzision und Charakter. Die „geschlossene“ Bauform sorgt dafür, dass man weitestgehend von seiner Umgebung abgeschirmt ist und sich ganz auf die Musik konzentrieren kann; in einer halbwegs ruhigen Umgebung sind keinerlei Geräusche von außen wahrzunehmen. Wer aber auch in der U-Bahn oder auf öffentlichen Plätzen komplett ungestört Musik hören möchte, ist womöglich mit dem teureren Bruder Real Blue NC mit Noise Cancelling (Preis: 229 Euro) besser bedient.

Die Technik des Teufel Real Blue
Die Technik des Teufel Real Blue: Interessant ist die Gestaltung des Volumens hinter der schwingenden Membran. Dieses ist nämlich „belüftet“, also nicht komplett geschlossen. Die Belüftung durch exakt berechnete Öffnungen reduziert den Druck und linearisiert den Frequenzgang (Animation: Teufel)

Thema Kabel: Schließt man das Klinkenkabel an, wird der Sound des Real Blue sogar noch ein wenig besser. Das Kabel ist mit 1,3m mehr als lang genug, wirkt jedoch mit seiner dünnen Gummibeschichtung nicht ganz so hochwertig wie der Hörer selbst. Es ist dennoch sehr praktisch, das Kabel immer dabeizuhaben. Ein leerer Akku stellt dann kein Problem dar. Der Klang über Kabel ist etwas druckvoller als per Bluetooth: er hat ein wenig mehr Dynamik und die räumliche Abbildung wird größer. Dafür wirkt der Bass sogar noch etwas dominanter. Dennoch ist der Qualitätsunterschied zwischen den beiden Arten der Musikübertragung minimal. Wenn guter Klang nicht die einzige Priorität ist, überwiegen beim Teufel Real Blue die Vorteile der Bluetooth-Version.

Der Teufel Real Blue in der Praxis

Das wohl Spannendste am neuen Real Blue ist jedoch die Touch-Steuerung im Bluetooth-Modus. Im Teufel-Logo auf dem rechten Ohrhörer sind Touch-Sensoren integriert, über die man diverse Befehle geben kann. Die Bedienung benötigt etwas Übung, man muss erst lernen, wo genau man tippen bzw. streichen muss. Einmaliges Tippen auf das Teufel-Logo stoppt die Musik, erneutes Tippen startet sie wieder, hierbei muss man mit kurzen Verzögerungen rechnen. Streicht man über das Teufel-Logo nach oben, erhöht man das Volumen, streicht man nach unten, verringert man es. Besonders muss man darauf achten, möglichst ausführliche Gesten zu machen. Ist die Bewegung zu klein, wird sie schnell als Tippen missverstanden und die Musik gestoppt. Das gleiche gilt für das Überspringen eines Songs durch Streichen nach vorne, sowie das Springen zum vorherigen Song durch Streichen nach hinten. Durch doppeltes Drücken der Mitte des Teufel-Logos sollte eigentlich der Zuspieler stumm geschaltet werden – diese Funktion war bei meinem Testgerät jedoch nicht verfügbar. Wirklich gebraucht hätte ich sie aber auch nicht. Als besonders praktisch erwies sich dagegen der Google Assistant, der durch langes Berühren der Touchfläche geöffnet wird. Über das integrierte Mikrofon gibt man diesem Sprachbefehle. Bisher hatte ich den Google Assistant kaum genutzt. Wenn man ihn jedoch verwenden kann, ohne sein Smartphone aus der Tasche zu ziehen, macht der Dialog mit der künstlichen Intelligenz wirklich Spaß. Während man an einer Ampel steht, erfährt man, wie viele Einwohner Australien hat, oder befiehlt Google, seinen Lieblingssong zu spielen. Eigenwillig allerdings, dass die weibliche Stimme, mit welcher der Assistant antwortet, in sehr schlechter Qualität wiedergegeben wird…

Telefonieren mit dem REAL Blue ist problemlos möglich. Man kann dem Google Assistenten befehlen, einen Kontakt anzurufen oder einen eingehenden Anruf durch einmaliges Tippen auf die Touchfläche annehmen. Wie mir von meinen Gesprächspartnern versichert wurde, war die Qualität des Mikrofons mehr als ausreichend, einen großen Unterschied zu einem normalen Smartphone-Mikrofon konnte ich jedoch nicht feststellen. Durch erneutes Tippen kann das Gespräch beendet werden – alles ganz einfach und funktional. Um ungewollte Befehle durch Berührungen zu verhindern, kann man durch das kurze, gleichzeitige Drücken der beiden Knöpfe am Ohrhörer eine Tastensperre aktivieren. Eine elektronische Stimme bestätigt dies auch: „Secure mode enabled“.

Die Funktionen des Teufel Real Blue
Der Teufel Real Blue ist zwar eigentlich ein mobiler Hörer, macht sich aber auch am Rechner bestens. Seine Impedanz von nur 16 Ohm überfordert auch die Ausgänge günstiger Laptops nicht (Foto: E. Kafitz)

Teufel verspricht, der Kopfhörer liefe im Bluetooth-Modus bis zu 30 Stunden, dies ist wie immer ein wenig hoch angesetzt. Ich kam auf knappe 20 Stunden bei relativ hoher Lautstärke. Doch zum Glück ist ein leerer Akku kein Problem, solange man das Klinkenkabel bei sich hat. Zu bedenken ist jedoch, dass die Touch-Steuerung im Kabel-Modus selbstverständlich nicht mehr funktioniert. Sobald das Kabel angesteckt wird, ist der Kopfhörer ausgeschaltet und dient nur noch als „Empfänger“. In diesem Fall muss man auf eine im Kabel integrierte Ein-Knopf-Fernbedienung zurückgreifen, die aber nur einfachste Befehle umsetzen kann: Einmal drücken: Musik stoppen bzw. starten; zweimal drücken: einen Song überspringen. Allein aufgrund der viel höheren Nutzerfreundlichkeit würde ich mich eindeutig für den Real Blue und nicht für den kabelgebundenen Real Pure entscheiden.

Fazit Teufel Real Blue

Teufel liefert mit dem Real Blue ein rundes Bluetooth-Produkt ab. Dass auch noch die Möglichkeit besteht, den Kopfhörer per Kabel zu nutzen, macht das Gesamtkonzept perfekt. Teufel hat so ziemlich alles vereint, was heutzutage wichtig ist: Gute Bedienung, Bluetooth-Technologie und guter Sound auf der einen, die Möglichkeit der Kabelverbindung, der moderate Preis und altbewährtes Design auf der anderen Seite. Viel mehr kann man nicht wollen…

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Teufel Real Blue
2017/10
Test-Ergebnis: 4,3
SEHR GUT
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Feiner, aber basskräftiger Klang
Gutes Bedienkonzept
Gute Preis/Gegenwert-Relation
Reisetasche etwas groß

Vertrieb:
Lautsprecher Teufel GmbH
Budapester Straße 44
10787 Berlin
www.teufel.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Teufel Real Blue: 169 Euro