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Teufel Motiv Go 2 Test
Der Teufel Motiv Go 2 ist auch für den Outdoor-Betrieb nach IPX5-Norm gegen Strahlwasser geschützt. Sein Preis: 230 Euro (Foto: S. Schickedanz)

Teufel Motiv Go 2 im Test: Konsequente Evolution mit klarer Richtung

Es gibt Produkte, die testet man nicht an einem festen Ort, sondern im Rhythmus des eigenen Tages. Der Teufel Motiv Go 2 ist so ein Kandidat: Tagsüber spielt er Musik im Büro, abends sorgt er für entspannten Sound auf der Terrasse. Genau dieses Szenario offenbart Stärken und Schwächen, die im reinen Labortest kaum auffallen. So wurde der Speaker quer durch alle typischen Alltagsstationen gejagt. Fazit vorab: Kompakt, robust und erstaunlich erwachsen im Klang, aber mit ein paar kleinen Schwächen, die man ehrlich benennen sollte.

Mit dem Motiv Go 2 bringt Teufel seinen kompakten Bluetooth-Lautsprecher nach mehr als fünf Jahren in die nächste Generation. Auf den ersten Blick bleibt vieles beim Alten: Größe, Leistung und akustisches Grundkonzept orientieren sich eng am Vorgänger. Doch im Detail zeigt sich eine klare Neuausrichtung. Teufel schärft das Profil des Geräts und nimmt dafür bewusst auch funktionale Einschnitte in Kauf.

Der Teufel Motiv Go 2 im Detail

Im Ergebnis positioniert sich der Motiv Go 2 stärker als moderner Streaming-Lautsprecher und rückt näher an etablierte Alternativen von JBL, Bose oder Sony heran. Gleichzeitig verliert er ein Stück seiner bisherigen Vielseitigkeit.

Der Strategiewechsel zeigt sich bereits bei der Funktechnik. Der Sprung von Bluetooth 5.0 auf 5.3 bringt vor allem mehr Stabilität und Effizienz. Gleichzeitig ersetzt Teufel den aptX-Codec durch AAC. Für Apple-Nutzer ist das ein klarer Vorteil, da iPhones aptX nicht unterstützen und bisher beim Motiv Go auf SBC angewiesen waren. Android-Nutzer verlieren hingegen eine Option – wobei der klangliche Unterschied in dieser Geräteklasse in der Praxis überschaubar bleibt.

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Teufel Motiv Go 2 Test
Der neue USB-C-Anschluss kann zum Laden des Akkus und zur Wiedergabe genutzt werden Foto: S. Schickedanz)
Teufel Motiv Go 2 Test
Das neue Tastenfeld kann zumindest in der schwarzen Ausführung nicht in Sachen Erkennbarkeit überzeugen. Allerdings scheint das, nach gerade erschienenen Pressefotos zu urteilen, nur die frühen Testgeräte zu betreffen. (Foto: S. Schickedanz)
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Geblieben ist die Multipoint-Funktion, mit der sich zwei Wiedergabe-Geräte parallel verbinden lassen. Neu hinzu kommt Google Fast Pair, das die Einrichtung deutlich beschleunigt. In dieser Disziplin bewegt sich Teufel jetzt auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

Deutlich radikaler fällt die Entscheidung bei den Anschlüssen aus. Der analoge AUX-Eingang entfällt komplett, ebenso das integrierte Mikrofon. Telefonate oder die Nutzung von Sprachassistenten sind damit nicht mehr möglich. Das ist insofern bemerkenswert, als gerade Bose diese Funktionen weiterhin pflegt. Teufel setzt stattdessen konsequent auf drahtlose Nutzung. Auch beim Laden folgt man dem Zeitgeist: USB-C ersetzt den bisherigen Hohlstecker. Allerdings wird kein Netzteil mehr mitgeliefert. Wer keines besitzt, muss nachrüsten. Die Laufzeit von bis zu 15 Stunden lässt sich nur im Eco-Modus erreichen. Beim Vorgänger waren auch ohne die damit Verbundene Bass-Beschneidung bis zu 16 Stunden drin. Doch in der Praxis sollte dieser Schwund in den meisten Anwendungen kaum ins Gewicht fallen.

Teufel Go App
Mit der App-Unterstützung bekam der Teufel auch eine Klangregelung (Foto: S. Schickedanz)

Interessant ist die zusätzliche USB-Audiofunktion. Der Motiv Go 2 kann als externe Soundkarte genutzt werden, was im Test am MacBook Pro M5 problemlos funktionierte. In Kombination mit der Bluetooth-App ließ sich der Klang sogar vom Smartphone aus per Presets oder Bass-Höhenregelung anpassen, während das Signal vom Rechner kam. Hier zeigt sich ein moderner, durchaus flexibler Ansatz. Auch wenn die Umsetzung in der getesteten Firmware noch nicht in allen Punkten ganz ausgereift wirkte. Die Lautstärkeregelung blieb hängen oder sprang wild zwischen sehr unterschiedlichen Pegeln hin und her, wenn man den Slider auf dem Bildschirm des iPhones bewegte. Mit USB-Wiedergabe vom iPhone 16 Pro mit der neuesten iOS-Version gab es anfangs Verbindungsprobleme, die aber offenbar auf das Konto von Apple gehen (mal wieder!). Nach einem Neustart des iPhones konnte ich dann auch den Lautsprecher problemlos via USB-Verbindung mit dem iPhone ansteuern, wobei sich sogar ein kleiner Klanggewinn in Basspräzision, Feinzeichnung und Transparenz erkennen ließ.

Akustik und Aufbau: Bewährtes Konzept, feinjustiert

Am technischen Grundaufbau hält Teufel beim Motiv Go 2 fest. Zwei 2-Zoll-Breitbandtreiber mit Aluminium-Membranen arbeiten gemeinsam mit zwei Passivmembranen in einem kompakten, durch einen Alurahmen stabilisierten Gehäuse. Die Leistung bleibt mit 20 Watt unverändert.

Die Anordnung der Passivmembranen – Rücken an Rücken zwischen den Treibern – sorgt weiterhin für eine effektive Bassunterstützung. Laut Hersteller wurde die Abstimmung überarbeitet, mit dem Ziel eines ausgewogeneren und detailreicheren Klangbilds.

Ein echter Fortschritt ist die neue PartyLink-Funktion. Mehrere Teufel-Lautsprecher lassen sich kabellos koppeln, und zwar entweder als größere Gruppe oder als echtes Stereo-Paar. Damit schließt Teufel zu Herstellern wie JBL auf, die solche Funktionen schon länger konsequent umsetzen.

Gerade im Zusammenspiel mehrerer Geräte eröffnet sich damit ein deutlich erweitertes Einsatzspektrum, das über die klassische Einzelbox hinausgeht. Dazu zählen die synchrone Wiedergabe in mehreren Räumen oder die Beschallung von Feten, für die ein einzelner dieser kleinen Bluetooth-Lautsprecher nicht genug Pegel produzieren würde.

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Teufel Go App
Die zweite Generation des Motiv Go unterstützt jetzt die Teufel Go App (Foto: S. Schickedanz)
Teufel Go App
Die neue Party-Link-Funktion für Synchronwiedergabe von bis zu 100 Bluetooth-Boxen an (Foto: S. Schickedanz)
Teufel Go App
Die App ermöglicht auch die Bildung von Stereo-Paaren (Foto: S. Schickedanz)
Teufel Go App
Über die Teufel Go App lässt sich der Motiv Go 2 auch aktualisieren (Foto: S. Schickedanz)
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Bedienung und App: Mehr Möglichkeiten, kleinere Schwächen

Mit der Integration in die Teufel Go App hält erstmals eine systematische Klangsteuerung Einzug in die Motiv-Serie. Nutzer können zwischen verschiedenen Soundmodi wählen oder Bass und Höhen anpassen. Das ersetzt zwar keinen vollwertigen Equalizer, stellt aber einen klaren Fortschritt gegenüber dem Vorgänger dar.

Ergänzt wird das durch einen Eco-Modus, der zugunsten längerer Laufzeit die Dynamik und den Tiefgang reduziert. Der Eingriff ist hörbar, bleibt aber moderat genug, um die grundsätzliche Balance nicht völlig zu zerstören. Für Hintergrundmusik im Büro oder beim Anhören von Hörbüchern fällt der Laufzeitgewinn allerdings stärker ins Gewicht als die Klangunterschiede.

Die Bedienung am Gerät selbst erfolgt weiterhin über Tasten, die weiterhin auf der Oberseite unter einem schützenden Gummiüberzug untergebracht sind. Laut Teufel wurde deren Erkennbarkeit verbessert. In der Praxis ist das jedoch für mich nicht nachvollziehbar, da die farbliche Kennzeichnung wie beim Vorgänger fehlt und die haptische Prägung schwächer ausfällt. Gerade bei schwachem Licht bleibt die Orientierung zumindest mit unserem schwarzen Testgerät schwierig. Allerdings kamen jetzt Pressefotos von Teufel mit konstrastreich bedruckten Tasten, die nahelegen, dass diese nur unser frühes Testmuster betrifft.

Teufel Motiv Go 2 Test
Auf der Rückseite des von einem Metallrahmen getragenen Gehäuses findet sich ein Grill für den zweiten Bass-Radiator (Foto: S. Schickedanz)

Hörtest

Leider stand der Vorgänger im direkten Vergleich nicht mehr zur Verfügung. Dennoch lässt sich aus Erinnerungen und Aufzeichnungen klar sagen, dass der Motiv Go 2 die Grundabstimmung beibehält: ausgewogen in Mitten und Höhen, gestützt auf ein für diese Größe erstaunlich kräftiges Bassfundament.

Auffällig ist vor allem die weiter verbesserte Dynamore-Funktion. Aktiviert man diese, erweitert sich die Klangbühne deutlich. Deaktiviert man sie wieder, wirkt das Klangbild zunächst fast eingeengt. Raum, Tiefe und Offenheit gehen hörbar verloren – ein deutliches Zeichen dafür, wie effektiv die Signalverarbeitung funktioniert. Damit gelingt Teufel etwas, das in dieser Geräteklasse keineswegs selbstverständlich ist: eine glaubwürdige räumliche Darstellung über ein sehr kompaktes Gehäuse hinweg. Mit aktiviertem Dynamore lösen sich etwa die Sound-Effekte in Songs wie „Money“ von Pink Floyd deutlich vom Gehäuse und werden recht frei und klar im Raum positioniert. Für einen Lautsprecher dieser Größe ist das bemerkenswert.

Im Bassbereich zeigt der Motiv Go 2 eine Stärke, die in dieser Größenklasse selten ist. Titel wie „Africa“ (Live) von Toto profitieren von einem druckvollen und zugleich strukturierten Tiefton. Die Drums besitzen Substanz und Differenzierung, ohne ins Dröhnen zu kippen.

Auch elektronische Produktionen gelingen überzeugend. Die tiefen Synthie-Bässe in „World In My Eyes” (Depeche Mode – Remixes 81-04) werden mit bemerkenswerter Kontrolle wiedergegeben. Der Lautsprecher wirkt dabei nicht überbetont, sondern erstaunlich souverän.

Im Mittel- und Hochtonbereich bleibt die Abstimmung angenehm neutral. Stimmen werden klar und mit Ausdruck dargestellt, ohne Härten oder Schärfen. Dabei erklingen die Höhen für ein System, das mit Breitband-Chassis arbeitet, erfrischend klar und sauber. Gerade bei längeren Hörsessions zahlt sich diese gelungene Klangbalance aus.

Auch die Dynamikreserven überzeugen. Der Motiv Go 2 spielt angesichts seiner überschaubaren Abmessungen überraschend laut und bleibt dabei kontrolliert. Für kleine bis mittelgroße Räume reicht das problemlos aus. Und falls nicht, kann man jetzt mit einem Party-Verbund aus mehreren Teufel-Boxen, etwa dem MYND, nachhelfen oder gleich zwei Motiv Go 2 zu einem Stereo-Paar verbinden.

Fazit: Teufel Motiv Go 2

Der Teufel Motiv Go 2 ist kein einfaches Update, sondern eine bewusste Neuausrichtung. Teufel verabschiedet sich vom klassischen Allround-Ansatz und setzt konsequent auf moderne Nutzungsszenarien: Streaming, App-Steuerung und Multi-Speaker-Betrieb. Klanglich zahlt sich das aus. Die Kombination aus ausgewogener Abstimmung, erstaunlich kräftigem Bass und deutlich verbesserter Räumlichkeit macht den Motiv Go 2 zu einem der interessantesten Vertreter seiner Klasse.

Die Kehrseite: Der Verzicht auf den AUX-Eingang und das Mikrofon reduzieren die Flexibilität, aber dies eher bei einem inzwischen kleinen Nutzerkreis. Doch das fehlende Netzteil wirkt wie ein kleiner Verlust. Man kann den Lautsprecher jetzt zwar wie andere aktuelle Bluetooth-Boxen, Smartphones oder Laptops überall via USB-C-Anschluss laden, muss sich dann aber gegebenenfalls das nötige Netzteil dazu kaufen.

Wer jedoch genau das sucht, was der Motiv Go 2 sein will – nämlich als ein moderner, kabellos gedachter Bluetooth-Lautsprecher mit erwachsenem Klang – bekommt hier ein sehr stimmiges Gesamtpaket.

Teufel Motiv GO 2
2026/01
Test-Ergebnis: 4,8
ÜBERRAGEND
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Ausgewogene Abstimmung, satter Bass für die Größe. Mit Dynamore vergleichsweise große Bühne
Party-Connection von bis zu 100 Speakern möglich
Robustes, dennoch elegantes Gehäuse
Kein Analog-Eingang und kein beigelegtes Netzteil mehr, keine Trageschlaufe

Vertrieb:
Lautsprecher Teufel
Bikini Berlin,
Budapester Str. 38-50
https://teufel.de

Preis (Hersteller-Empfehlung):
Teufel Motiv Go 2: 230 Euro

Die technischen Daten

TEUFEL Motiv Go 2
Technisches Konzept:Bluetooth-Lautsprecher
Besonderheiten:USB-Wiedergabe Wasserdicht nach IPX5
Lautsprecher:2 x 20 mm HT; 1 x 90 mm TT
Frequenzgang:60 – 20000 Hz
Bedienung:
Am Gerät und App
Akku:k.A.
Abmessungen (B x H x T)
21,1 x 6,6 x 11,5 cm
Gewicht:0,935 kg
Alle technischen Daten

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Autor: Stefan Schickedanz

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Schneller testet keiner. Deutschlands einziger HiFi-Redakteur mit Rennfahrer-Genen betreut bei LowBeats den Bereich HiFi im Auto sowie die Themengebiete Mobile- und Smart-Audio.