The Godfahter of Shock Rock ist zurück – seine Original Alice Cooper Group ist nach 51 Jahren wieder auferstanden – heiliger Schauder! „The Revenge Of Alice Cooper“ geriet zum kraftstrotzenden Rock-Feldzug. Auch wenn Vincent Damon Furnier alias Alice Cooper und seine Mannen gemeinsam längst ein paar Hundert Jährchen auf die Zeit-Waage wuchten, triggern sie mächtig die Metal-Seele an. Cooper, Gitarrist Michael Bruce, Bassist Dennis Dunaway und Drummer Neal Smith formen ein sattes Quattro-Revival. Damit alles so flutschte wie es sollte, dirigierte der langjährige Kumpel Bob Ezrin (Aerosmith, Deep Purple, Kiss, Lou Reed), die Vier als Produzent durch ihre rasanten Heavy-Landschaften.
Da tun sich teils Assoziationen zu früher auf, mit theatralischen Szenerien sowie Garagen-Rock oder Glam-Metal. Der umtriebige 77-Jährige agiert auch als Radio-DJ mit seiner Show „Alice’s Attic“ oder setzte sich über die Jahre auch gerne mal bildhaft als Schauspieler in Szene.
Und dann geht’s los. Allein der Opener „Black Mamba“ fesselt und peinigt genüsslich. Und man fasst es kaum: Noch ein jung gebliebener alter Hase beschwört die schwarze Rock-Schlange: Ex-Doors-Gitarrero Robby Krieger, mit dem ich mich in den 1990ern zusammen mit dem Doors-Keyboarder Ray Manzarek mal ausgiebig über Kollaborationen unterhalten konnte. Robby ist Buddy von Cooper und Ezrin. So schließt sich der Kreis.
Und dann steigt sogar tatsächlich einer aus dem Jenseits ins Studio auf das Album: Glen Buxton, seines Zeichens früher Gitarrist der Band, der bereits seit 28 Jahren nicht mehr im Hier und Jetzt weilt. Auf „What Happened To You“ stimmt er posthum einen Gitarre-Riff an, das von einem alten Demo stammt. Ein Goodie für Fans hält das Box-Set parat, nämlich den Extra-Track „Return Of The Spiders 2025“, ein Remix vom Album „Easy Action“ von 1970. Ein starkes Stück, was uns Cooper & Co da vor die Tür legen.

Muss man sich nun vor dieser „Revenge“ fürchten? Naja, nicht jeder. Wohl nur Zeitgenossen, die der Cooper-Bande das Gruftie-Etikett anheften. Also Vorsicht…
Cool: Die Tontechnik glänzt für ein Hardcore-Album mit ungewöhnlich guter Durchhörbarkeit nebst packendem Tiefton-Druck.
Bewertung
Bewertungen
MusikKlangRepertoirewertGesamt |
Video-Clip zu „Black Mamba“
Alle Musik-Tipps aus dem Juli 2026:
Alben des Monats Juli 2025: Fred Hersch „The Surrounding Green“
Alben des Monats Juli 2025: Nick Drake „The Making Of Five Leaves Left“
Die Alben des Julis 2025: Billie Marten „Dog Eared“
Die Alben des Juli 2025: Frank Zappa „Cheaper Than Cheep“





