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Sound United, Mutterkonzern u.a. der Marken Denon, Marantz und Bowers & Wilkins, gehört nun ganz offiziell zu Harman International. Harman selbst ist seit 2017 im Besitz des koreanischen Unternehmens Samsung (Logo: Harman International)

Übernahme abgeschlossen: Sound United jetzt Harman-Tochter

Die Marken Denon, Marantz, Bowers & Wilkins und weitere gehören nun auch offiziell zu Harman. Die Übernahme von Sound United, unter dessen Dach die Marken vereint sind, war seit längerem im Gange und ist jetzt abgeschlossen, wie das zum Samsung-Konzern gehörende Unternehmen am 23. September 2025 verkündete.

Dazu sagte Dave Rogers, Präsident der Lifestyle-Sparte von Harman: „Die beeindruckende Markenpalette von Sound United basiert auf einer tiefen Leidenschaft für Klang, Innovation und einem Bekenntnis zu Qualität – Werte, die mit denen von Harman übereinstimmen. Diese Transaktion eröffnet allen Beteiligten bedeutende Wachstumschancen. Sie stärkt die Strategie von Harman, auf seiner beispiellosen Erfolgsgeschichte aufzubauen und als führendes Unternehmen im Audiobereich neue Höhen zu erreichen.“

Denon Stammwerk in Shirakawa
Das Denon Stammwerk in Shirakawa soll erhalten bleiben und bekommt womöglich noch mehr zu tun … (Foto: Denon)

Echtes Führungskräfte-Sprech, könnte man noch ergänzen. Tatsächlich ist die Übernahme von Sound United für Harman eine sinnvolle Erweiterung, das Knowhow der altehrwürdigen Marken Denon, Marantz und Bowers & Wilkens ist groß. Ein Schnäppchen ist der Kauf zudem gewesen. „Masimo“, ein amerikanisches Medizintechnikunternehmen, wurde mit der Sparte der Unterhaltungselektronik nie wirklich glücklich und die Aktionäre sollen nervös geworden sein. So pries der mittlerweile geschasste Masimo-CEO Joe Kani die Akquirierung von Sound United einst als „Chance, das Knowhow des Unternehmens im Verbraucherbereich zu nutzen“. Doch die Kalifornier taten sich schwer, offenbar waren die Geschäftsfelder wohl doch zu verschieden. Masimo hatte erst 2022 eine Milliarde US-Dollar für Sound United bezahlt, da sind die aktuell aufgerufenen und von Harman bzw. Samsung bezahlten 350 Millionen Dollar in der Tat als günstig zu bezeichnen.

Sorgen, dass die Marken nach der Übernahme von Sound United nun verwässert würden, muss man sich eher nicht machen, denn Samsung lässt seine Tochterunternehmen in aller Regel weitestgehend eigenständig weiterarbeiten. Eher ist von einer deutlicheren Präsenz der genannten Marken auszugehen. Dies besonders im Car-Audio-Bereich, in dem die Harman-Gruppe traditionell sehr stark vertreten ist. So wurden bereits 1984 Fahrzeuge der Marke „Lincoln“ (Ford) mit Lautsprechern von JBL, ebenfalls ein Brand von Harman, ausgestattet (siehe auch LowBeats-History zu JBL).

Dave Rogers, Harman International
Dave Rogers, Präsident der Lifestyle-Sparte von Harman International, will die von Sound United übernommenen Marken weiterentwickeln (Foto: Harman)

In einem von Harman veröffentlichten Video-Interview auf mögliche Überschneidungen mit anderen Premiummarken des Konzerns (Bang & Olufsen, JBL, Mark Levinson, AKG und andere) angesprochen, antwortete Dave Rogers: „Das haben wir uns sehr genau angesehen, aber es gibt nur sehr wenige Überschneidungen (…). Wir standen nicht in direktem Wettbewerb, so lassen sich die Marken wirklich nahtlos in unser Geschäft integrieren. Sie verschaffen uns Zugang zu neuen Märkten (…), wie im Fall von Bowers. Bowers ist wirklich sehr stark im oberen Segment der Lautsprecherbranche vertreten.“

Auf die Frage, wie die künftige Kooperation innerhalb des Unternehmens nach der Übernahme von Sound United aussehen wird, sagte er, dass es unter anderem eine Zusammenarbeit im Bereich der technischen Fertigung geben werde. Zitat: „Aus Sicht der Fertigung gibt es drei Werke, die Sound United gehören. Eines davon befindet sich in Großbritannien, wo die Bowers-Produkte hergestellt werden, ein weiteres in Japan, wo hauptsächlich Elektronik hergestellt wird, und es gibt Ingenieurteams, die diese Produkte unterstützen. Wir möchten die Ingenieure zusammenbringen, damit sie sich über bewährte Verfahren austauschen können, um sich vielleicht zu noch besseren und neuen Produkten inspirieren zu lassen. Das Gleiche gilt für den Elektronikbereich, wo wir dasselbe tun möchten.“

Bowers & Wilkens-Boxen also womöglich in Zukunft mit Denon-Elektronik? Es hätte schlechter kommen können.

Zur Pressemeldung geht’s hier: www.harman.com

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