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Ende der CD: CD-Verkauf im Best Buy
Ein Bild vergangener Tage: CD-Verkauf im Best Buy (Foto: Pixabay)

Das Ende der CD? Best Buy stellt den Verkauf ein

Läutet die US-Fachhandelskette Best Buy mit der Ankündigung ihres Ausverkaufs das Ende der CD ein? Kann sein, ist aber unwahrscheinlich. Denn was in den USA gilt muss – gerade in diesen Zeiten – in Europa ja keineswegs gelten: SATURN beispielsweise hält der Silberscheibe die Treue.

Ein Ende mit Ansage: Die größte US-amerikanische Fachhandelskette für Unterhaltungselektronik, Best Buy, stellt den Verkauf von Audio-CDs ein. Das Ganze passiert nicht auf einen Schlag und auch nicht, wie vereinzelt vermeldet umfassend, sondern das Angebot wird lokal konzentriert und stark reduziert sein. Dort, wo die Silberscheiben nicht so gut laufen, wird seit dem 1. Juli 2018 ausverkauft, dort wo es noch läuft, selektiert.

Doch die Zeichen sind deutlich: das Ende der CD bei Best Buy. Bemerkenswerterweise sollen LPs jedoch in den Regalen bleiben, hier sind die Auflagenzahlen allerdings eh deutlich geringer.

Wir erinnern uns: Erst 2014 überholten die Musik-File-Downloads in den USA erstmals die CD-Verkäufe. Nur zwei Jahre später wiederum wurden diese vom Streaming eingeholt. 2016 streamten die US-Amerikaner mehr Titel, als sie kauften und runterluden.

Weitere zwei Jahre später müssen nun die CDs dran glauben. „Nichts ist so beständig wie der Wandel“, philosophierte ja bereits Heraklit und seine Weisheit gilt auch noch mehr als 2.500 Jahre später. Auf 40 Millionen US-Doller sei der Umsatz in Nordamerika 2017 eingebrochen heißt es, zu wenig offenbar für Best Buy, die dann Anfang des Jahres bereits den Abschied von der CD ankündigten und nun schrittweise umsetzen.

Droht nun auch in Deutschland das Ende der CD? Müssen auch wir uns mit einem stark reduzierten Angebot zufriedengeben? Schließlich gehen auch bei uns die Zahlen ständig zurück. Wurden 2017 in Deutschland noch knapp 74 Millionen CD-Alben verkauft, waren es im vergangenen Jahr „nur“ noch rund 63 Millionen Stück. LowBeats fragte daher beim Platzhirsch, der „MediaMarkt/Saturn“-Gruppe nach.

Eine Sprecherin des Unternehmens konnte jedoch beruhigen: „MediaMarkt und Saturn sind im kompletten Entertainment-Bereich sehr gut aufgestellt und davon profitiert auch der Musikbereich. Nach wie vor bieten wir in unseren Märkten und Onlineshops ein breites Sortiment an CDs an und werden das auch weiterhin tun.“

So bestätigt sie, dass das Musikstreaming auch in Deutschland zwar stetig an Bedeutung gewinne, aber: „Den größten Anteil macht auf absehbare Zeit aber immer noch der physische Tonträger aus – insbesondere die deutschen Konsumenten sind hier sehr treu; der physische Tonträger generiert immer noch rund die Hälfte der Umsätze im deutschen Musikmarkt.“

Bei MediaMarkt/Saturn ist man überzeugt, dass es die physischen Tonträger in Zukunft weiterhin geben wird. Zitat: „Grund dafür ist, dass viele Kunden – ähnlich wie bei Büchern – Wert darauf legen, sich die Platten/CDs Zuhause ins Regal stellen zu können und ständig verfügbar zu haben.“ Wie lange das gilt? Heraklit fragen.