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Neustart: Die Norddeutschen HiFi-Tage 2022 luden im Hamburger Privathotel Lindtner zum großen HiFi-Stelldichein nach der Corona-Pause ein.

Norddeutsche HiFi-Tage 2022: der Messebericht

Nach dem Corona-bedingtem Ausfall der Norddeutschen HiFi-Tagein den Jahren zuvor, sowie der Terminverschiebung von Februar auf August in diesem Jahr, trafen sich nun endlich wieder die HiFi-Fans in Hamburg zum großen Hörtest. LowBeats-Autor Frank Borowski war vor Ort und hier ist sein ausführlicher und reich bebilderter Messe-Report der Norddeutsche HiFi-Tage 2022.

Eigentlich tagen die Norddeutschen HiFi-Tage ja traditionell im Februar. Doch die Unsicherheit zum Corona-Geschehen war zu groß, sodass sich die Veranstalterin Ivonne Borchert-Lima zu einer Terminverschiebung in den Sommer veranlasst sah.

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Das Portal zum HiFi-Himmel sieht jetzt so aus. Erstmals öffnete das Privathotel Lindtner in Hamburg seine Pforten für die Norddeutsche HiFi-Tage 2022 (Foto: F. Borowski)

Nun ist der hochsommerliche August vielleicht nicht die beste Zeit, um HiFi-Begeisterte für das reine Indoor-Hobby HiFi in die Ausstellungsräume locken zu können. Zumal zum Messetermin am 20. und 21. August vielerorts noch Ferien waren und überall große Outdoor-Veranstaltungen lockten. Wie beispielsweise das zeitgleich in Hamburg abgehaltene Radrennen Cyclassics. Für die Norddeutsche HiFi-Tage 2022 kam auch noch der Umzug vom Holiday Inn ins Privathotel Lindtner in Hamburg als Unsicherheitsfaktor hinzu. Wie würde sich die neue Location bewähren?

Gut. Der Ablauf im Hotel Lindtner war aus Besuchersicht sicherlich erfreulich. Es gab deutlich weniger Gedränge (insbesondere am Sonntag) und somit viel bessere Möglichkeiten, sich persönlich mit den Ausstellern auszutauschen und Hörproben zu genießen. Das wunderschöne und nicht zu heiße Sommerwetter bot zudem die Möglichkeit, die herrlichen Außenbereiche des Hotels zum Relaxen zu genießen. Wer mal eine Dampfen oder einen Kaffee an der frischen Luft wollte, musste dafür nicht wie sonst im Hamburger Nieselregen bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ausharren.

Natürlich profitiert durch die etwas geringere Anzahl an Ausstellern auch die Übersicht. Es gab auch keine Staus vor Fahrstühlen, um zu den Ausstellern „über den Wolken“ zu kommen, wie im Hochhaus des Holiday Inn. Im Lindtner konzentrierte sich alles in den unteren Stockwerken bis zur 3.Etage.

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HiFi-Urgestein Matthias Böde war natürlich ebenfalls vor Ort und lud zu seinen unterhaltsamen Workshops ein (Foto: F. Borowski)

Norddeutsche HiFi Tage 2022: der Rundgang

Während sich Aussteller im Erdgeschoss vor allem in den großen Sälen mit kleineren bis mittelgroßen Ständen präsentierten – außer B&W, die allein im großen Flügelsaal gastierten – waren die meisten Aussteller mit Vorführ-Demos im ersten Stock konzentriert. Doch sehen wir uns zunächst ein wenig im Erdgeschoss um.

Im großen Festsaal des Hotels fanden sich Aussteller wie der Vertrieb 3H (Melco, Chord Cable, Lyngdorf, SBooster etc.), die hier einen Überblick über ihr Portfolio gaben, zusätzlich im ersten Stock aber zwei Räume mit Vorführmöglichkeit hatten. Auch der Möbelhersteller Roterring, der sich auf die Herstellung hochwertiger AV-Möbel und Manufakturarbeiten spezialisiert hat, zeigte hier Teile seines beeindruckendes Sortiments. 

Besonders lobenswert finde ich, dass der Streaminganbieter Qobuz auf Messen wie diesen stets seine Fahne hochhält. Qobuz ist einer der wenigen, wenn nicht gar der einzige Anbieter seiner Art, der die HiFi-Szene wirklich ernst nimmt. Messebesucher konnten sich im Festsaal bei Qobuz einen Eindruck von den Möglichkeiten des Angebots und der Funktionalität der App verschaffen.

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Der große Festsaal, hier noch vor dem Besucher-Einlass (Foto: F. Borowski)
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Kopfhörerfans fanden Gelegenheit, einige der angesagtesten Over-Ears miteinander zu vergleichen (Foto: F. Borowski)
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Roterring zeigte seine speziell auf HiFi zugeschnittenen Möbel (Foto: F. Borowski)
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Die Inhaber, hier Gerd Roterring, und Mitarbeiter standen für Beratungen parat (Foto: F. Borowski)
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Hier ein Lowboard-Sondermodell mit passgenau von Nubert integrierten Lautsprechern (Foto: F. Borowski)
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Qobuz bot als Erster echtes HiRes-Musikstreaming an und kümmert sich bis heute am besten um die Belange von HiFi-Fans. Mitarbeiterin Marina Henning informierte über die Qobuz-Besonderheiten (Foto: F. Borowski)
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Im goldenen Lichtschein lockten die edlen Phono-Preziosen von Transrotor Analogfans an (Foto: F. Borowski)
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Symphonic Line hatte einen kleinen, im sonnigen Tageslicht der Hotel-Terrassen sehr einladenden Hörraum eingerichtet (Foto: F. Borowski)
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B&W fuhr mit 801 D4 und den großen Classé-Monos das ganz große Gedeck auf und gab im geräumigen Flügelsaal Vorführungen zum Besten (Foto: F. Borowski)
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Auch die legendäre Ur-Nautilus war bei B&W zu bestaunen. Sie wird übrigens immer noch gebaut (Foto: F. Borowski)
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Als einer der bedeutendsten HiFi-Vertriebe Deutschlands ließ es sich Audio Reference (Wintergarten, 1. Stock) natürlich nicht nehmen, die wohl umfangreichste und aufwändigste Show zu liefern. Zumal die Norddeutsche HiFi-Tage 2022 für Audio Reference ein Heimspiel waren.

Gleich zwei große Ketten wurden hier vorgeführt. Eine mit Wilson Audio Sasha DAW, Dan D’Agostino Progression Vollverstärker und VPI Laufwerk auf einem fantastischen Carbon-Rack von Bassocontinuo. Die zweite Kette wurde mit wesentlich erschwinglicheren Boxen von Perlisten plus Krell- und VPI-Front-End betrieben. Beides kam richtig gut an, aber den Perlisten-Lautsprechern gebührt hier besondere Ehre. Die S5T AR-Edition (mattschwarze Sonderedition für Deutschland und Österreich; Paarpreis: 14.800 Euro) spielten absolut famos lebendig und mitreißend auf, was nach meiner Einschätzung auch beim Publikum so ankam. Einer meiner Messefavoriten!

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Bei Audio Reference wurden zwei große Anlagen vorgeführt. Hier die Kette mit Wilson Audio Sasha DAW (Foto: F. Borowski)
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Die Perlisten S5t AR-Edition (in Mattschwarz) heizten dem Publikum mächtig ein. Die Marke Perlisten gehört zweifellos zu den bemerkenswertesten Lautsprecher-Newcomern der letzten Jahre. (Foto: F. Borowski)
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Das ganz große Ding: Relentless Vorverstärker von Dan D’Agostino … (Foto: F. Borowski)
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… und selbstverständlich auch die eigene Marke Velodyne (Foto: F. Borowski)
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Fachsimpeln über die Qualitäten eines VPI-Laufwerks … (Foto: F. Borowski)
… das einfach wunderschön aussieht. VPI Avenger, ab ca. 16.000 Euro spielbereit (Foto: F. Borowski)
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Neu von VPI und auch ein ganz heißes Eisen: Der erste Direkttriebler des Herstellers nach sehr langer Zeit.  Der Preis: ca. 30.000 Euro (Foto: F. Borowski)
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Gleich nebenan beim Vertrieb IAD gab es eine Messepremiere. Erstmals wurde die Wilson Benesch Endeavour (48.000 Euro) dem Publikum vorgeführt. Und zwar in einem fantastischen „Vulcanic Orange“ von McLaren. Gespielt wurde mit Elektronik des neu im IAD-Vertrieb aufgenommenen Herstellers Soulnote, sowie Silent Angel Rhein Z1 (Roon Core) und Lumin Streamer. Als Laufwerk kam ein Thorens 124DD mit Luxman LMC-5 zum Einsatz. Ein Träumchen, diese Kette!

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Außerdem neu im bei IAD: die Elektronik-Marke Soulnote (Foto: F. Borowski)

 

Ein großes Thema in Hamburg waren Breitbandlautsprecher. Also solche, die mit möglichst nur einer Membran und ohne Frequenzweiche versuchen, den gesamten hörbaren Frequenzbereich abzudecken. Was je nach Konzept manchmal Subwoofer-Unterstützung erfordert. So wie beispielsweise im Raum von Axmann Audio. Dort fand sich einer der kleinsten und zugleich spannendsten Lautsprecher der Messe. 

Die in der Schweiz aufwändig aus dem Vollen gefrästen Gehäuse der Lange YOCTO (LowBeats-Vorstellung) arbeiten mit einer vergleichsweise winzigen und ebenfalls aus Vollmaterial gefertigten Membran. Die Form der Speaker erinnert an die Tweeter von B&W – und viel größer als diese ist der ganze YOCTO auch nicht, wie auf den Bilder zu sehen ist.

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Klein und unscheinbar, aber absolut High-End. Die in der Schweiz gefertigten YOCTO-Breitbandlautsprecher (Foto: F. Borowski)
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Michael Axmann von Axmann Audio war zurecht stolz auf die herrlich schwerelos spielenden Mini-Speaker, die mit 8.900 Euro/Paar aber auch nicht ganz billig sind (Foto: F. Borowski)
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Optional gibt es einen passenden Subwoofer von Lange aus massivem Alu (Foto: F. Borowski)
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Für ein vollständiges Klangbild bietet der Hersteller einen Sub zur Unterstützung an, der ebenfalls aus mächtig viel Alu besteht und Ähnlichkeiten mit Magico-Gehäusen aufweist. Sobald sich eine Gelegenheit ergibt, folgt ein Testbericht.

Außerdem findet sich im Vertrieb von Axman Audio (neben weiteren) auch die Marke Benchmark. Die fliegen hierzulande noch ein wenig unter dem Radar, haben aber unter Kennern einen exzellenten Ruf. Auch hiermit wird LowBeats sich später eingehend beschäftigen.

Weitere Breitbänder fanden sich in Vorführungen mit Voxativ, Cube Audio (Klangloft) und weiteren. Klangloft hatte außerdem ein sehr interessantes und wegen seiner winzigen Maße irgendwie putzig anmutendes Subwoofer-Duo im Hörraum. Die Rogers AB3A Aktiv Subwoofer passen genau zur LS 3/5a Classic und dienen neben der Bassverstärkung zugleich als Standfuß.

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Die minimalistischen Speaker aus Polen im warmen Licht des Hotelzimmers (Foto: F. Borowski)
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Rogers aktiver Subwoofer als Standfuß-Ersatz für die Rogers LS 3/5a Classic (Foto: F. Borowski)
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Die Bässe werden hier nach hinten abgestrahlt (Foto: F. Borowski)
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Sehr gut kam beim Publikum (und mir) die Kette bei IDC Klaassen – bestehend aus den brandneuen Epos-Speakern, Canor-Elektronik und IsoTek-Stromversorgung – an. Ich glaube, auf die Epos ist LowBeats Chef Holger Biermann auch schon sehr gespannt.

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Eines der klanglich besonders gut gelungenen Setups der Messe mit den neuen Epos-Lautsprechern und Canor-Elektronik (Foto: F. Borowski)
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IsoTek-Stromversorgung (Foto: F. Borowski)
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Auch zum Vertrieb von IDC Klaassen gehört der Hersteller der aktuellen LowBeats-Lautsprecherreferenz Fink Team Borg. Die spielten auf den Norddeutschen HiFi-Tagen in einem Extra-Raum und ebenfalls mit exquisiter Canor-Elektronik.

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Auch beeindruckend: Die Vorführung mit den LowBeats-Referenzen Fink Team Borg und Canor (Foto: F. Borowski)
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Gespielt wurde bei Fink analog mit dem Reed Muse 1C Reibrad-Plattenspieler (Foto: F. Borowski)
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Der Tonarm mit Laser-Justage (Foto: F. Borowski)
Where the Diamond hits the Vinyl (Foto: F. Borowski)
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Eines meiner persönlichen Klang-Highlight, auch wenn ich tatsächlich nur wenige Minuten reingehört habe, waren die neuen TAD The Evolution Two Standlautsprecher. Ich liebe diese absolute Klarheit und Unverfärbtheit der TADs. 

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Die schlank-eleganten TAD Evolution Two Standlautsprecher gehörten klanglich zum Besten der Show. Da hörten Besucher gerne auch mal etwas länger hin (Foto: F. Borowski)

 

Ähnliche Eigenschaften werden auch den Aktivlautsprechern von Lyravox nachgesagt, was wir redaktionsintern absolut bestätigen können. Lyravox war mit den Karlsson Tower vor Ort.

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Aktiv-Fans kamen beim Hamburger Hersteller Lyravox mit den Karlsson Tower voll auf ihre Kosten. Das gute Stück ist ja bei LowBeats gerade im Test und spielt überwältigend (Foto: F. Borowski)

Wie weiter oben schon geschrieben, bot der Vertrieb 3H neben seinem Stand im Festsaal noch zwei weitere Räume im ersten Stock für Hörtests an. Vorgeführt wurde in einem der Räume eine Kette mit Lyngdorf-Elektronik und Spendor-Boxen, womit auch die Auswirkungen der Lyngdorf-Einmessung demonstriert wurde. Ein weiteres Thema waren die neuen Stromverteiler von Chord Company. Patrick Mitchell von Chord erläuterte die Besonderheiten der strikt ungefilterten Leisten. In einer der Vorführungen konnten sich Hörer selbst von den Unterschieden zwischen einer „Standard“-Leiste und den beiden Modellen von Chord überzeugen.

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Der Vertrieb 3H hatte zwei Räume mit unterschiedlichen Systemen zum Hörtest vorbereitet. Hier mit Chrod Electronics und Spendor … (Foto: F. Borowski)
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… im anderen Raum mit Lyngdorf, Melco und Spendor (Foto: F. Borowski)
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Chord Company-Mitarbeiter Patrick Mitchell spielt hier nicht den E-Bass, sondern zeigt die neue PowerHAUS M6 Netzleiste. Ungefiltert! (Foto: F. Borowski)
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Analogfans konnten sich in einer der Vorführungen von Sieveking Sound vom Chef persönlich einige echte Vinyl-Schätze erklären lassen und anhören. – Und anschließend in einer großen Auswahl von LPs selbst stöbern…

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Jan Sieveking von Sieveking Sound macht den Besuchern seine Vinyl-Schätze schmackhaft … (Foto: F. Borowski)
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… von denen im 1. Stock reichlich zum Stöbern vorhanden waren (Foto: F. Borowski)
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Auch immer wieder gern gesehen und gehört: Bandmaschinen. Und selbstverständlich gab es Zubehör in allen erdenklichen Formen zu entdecken. Die folgenden Bilder zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des gesehenen:

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Ballfinger Bandmaschine … (Foto: F. Borowski)
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… hypnotisch und einfach nur geil (Foto: F. Borowski)
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Große Tonbandspulen drehten sich auch bei diversen anderen Vorführungen (Foto: F. Borowski)
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Der kürzlich vorgestellte MFE PDV03 Phasenprüfer soll im nächsten LowBeats-Zubehörtest seine Fähigkeiten unter Beweis stellen (Foto: F. Borowski)
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Levar Resonance Gerätefüße bringen Komponenten mit Magnetkraft zum schweben (Foto: F. Borowski)
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Weiter mit einem meiner persönlichen Lieblinge – wie ich unumwunden zugebe. Audio Group Denmark, so der noch recht junge Name der Dachgesellschaft, für die Marken Børresen, Aavik und Ansuz, zeigte und spielte nicht nur den Ultra-High-End Vollverstärker I-880 (ca. 67.000 Euro), sondern bewies erstmals mit der Vorführung der neuen X-Serie-Lautsprecher, dass die Dänen keineswegs auf ewig vorhaben, nur vollkommen unerschwingliches HiFi anzubieten.

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Audio Group Denmark: Endlich einigermaßen bezahlbare Børresen-Speaker. Die neue X-Serie der Dänen steht vor der Tür (hier buchstäblich) und bringt viele Tugenden und Techniken der Børresen Ultra-High-End-Serien mit (Foto: F. Borowski)

Die auf den Bildern zu sehenden Standlautsprecher der neuen Børresen X-Serie sollen als Paar rund 10.000 Euro kosten. Gewiss noch immer viel Geld, aber nicht völlig out of reach, so wie viele andere Børresen-Speaker. Dabei sind die X-Lautsprecher hervorragend sauber und präzise verarbeitet, mit enorm massiven Gehäusen und feinsten Bauteilen versehen. Der Hörtest offenbarte viele der von der Top-Serie bekannten Eigenschaften, was auf einen echten Knaller in der 10K-Preisklasse hoffen lässt. 

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Ganz anders dieser Vollverstärker von Aavik (auch Audio Group Denmark). Mit etwa 67.000 Euro stellt der I-880 Vollverstärker die derzeitige Speerspitze des Aavik-Sortiments dar (Foto: F. Borowski)
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Im Hörtest ließen die Børresen X-Serie-Speaker trotz der suboptimalen räumlichen Bedingungen ihr großes Potential erkennen (Foto: F. Borowski)
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Hier der gesamte Elektronik-Turm der Dänen auf dem (natürlich sündhaft teuren) Titan-Rack und mit Kabeln von Ansuz. Drei Marken, aber alles aus einer Hersteller-Hand (Foto: F. Borowski)
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Ebenfalls absolute Redaktionslieblinge sind die Lautsprecher von Grimm Audio. Gezeigt und gespielt wurde auch der erst kürzlich vom Kollegen Jürgen Schröder ausführlich getestete Netzwerkplayer MU1, der mit einigen absoluten technischen Innovationen auftrumpft.

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Nicht nur LowBeats-Kollege Jürgen Schröder ist ein großer Fan der Grimm-Lautsprecher. Die Dinger spielen einfach auf den Punkt (Foto: F. Borowski)
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Komplettiert wird das aktive Lautsprecher-Gespann von dem Grimm MU1 Netzwerkplayer (Foto: F. Borowski)
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Als Neuheit wurde bei Innuos eine neue Streamer-Serie vorgeführt. Der PULSEmini (999 Euro), PULSE (2.599 Euro) und PULSAR5.499 Euro) sind reine Streamer (ohne DAC) und bieten in ihren drei Modellvarianten unterschiedlich aufwändige Signalverarbeitung.

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Digital-Audio-Streaming pur an aktiven Lautsprechern von Kii gab es bei Innuos zu entdecken. Die noch nicht erhältliche Pulse-Serie wurde der Öffentlichkeit präsentiert (Foto: F. Borowski)

Es handelte sich bei den Messe-Exponaten noch um Prototypen. Die Serie, welche die bisherige ZEN-Serie ergänzt, soll voraussichtlich im September in den Handel kommen.

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Ganz oben und sehr unscheinbar: der neue Pulse Streamer von Innuos. Noch als Prototyp (Foto: F. Borowski)

Immer wieder schön anzusehen und -hören sind die Lautsprecher von Piega. Gespielt wurden unter anderem Lautsprecher mit dem neu entwickelten Coax-Bändchen der GEN2-Serie.

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Alu plus Bändchen: Das Piega-Prinzip überzeugt viele sowohl optisch als auch klanglich (Foto: F. Borowski)
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Piega kann auch ganz klein. Die ACE 30 Wireless (Foto: F. Borowski)
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Noch ein Highlight der Messe: Die beiden Räume von Wolf von Langa. Hier gab es ein Kontrastprogramm mit den neuen kompakten WVL SERENDIPITY und den WVL 12639 SON. Hier ein paar visuelle Eindrücke:

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Irgendwie gemütlich und vor allem auch klanglich zum Bleiben einladend waren die beiden Vorführräume von Wolf von Langa (Foto: F. Borowski)
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Der Chef persönlich erläuterte die Details seiner Produkte … (Foto: F. Borowski)
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… wie beispielsweise den aufgesetzten und per magnetischer Kopplung auf dem Gehäuse des Hauptlautsprechers verschiebbaren AMT-Hochtöner (Foto: F. Borowski)
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Hier der andere Wolf von Langa-Hörraum (Foto: F. Borowski)
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Das Publikum schien von der Atmosphäre und dem Klang ebenso angetan gewesen zu sein, wie ich (Foto: F. Borowski)
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Natürlich drehte sich auch bei von Langa schwarzes Gold (Foto: F. Borowski)
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Schon seit langem schwelt in mir der Wunsch, die ebenso exotischen wie kostspieligen Komponenten von MSB Technology näher kennenzulernen. Auf den NDHT gab es den zweitkleinsten DAC/Vorverstärker Premier zu erleben. Mit über 30.000 Euro alles andere als ein Einsteigergerät, aber bei MSB eben nur „Mittelfeld“. Aus meiner Sicht aber einer der spannendsten DACs überhaupt, weshalb wir Ihnen dazu hoffentlich auch bald mehr berichten können.

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Ein heißer Kandidat für einen Test: Der Premier DAC mit dem zugehörigen externen Netzteil ist Luxus pur, aber technisch auch an vorderster Front der Entwicklung (Foto: F. Borowski)
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Vorgeführt wurden die Edel-DACs mit Lautsprechern Stereo Konzept Modell 3 (Prototyp) und PS Audio Endstufen (Foto: F. Borowski)
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Kurz vor Schluss fand ich noch dieses kleine Leckerli: Eine Gerätebasis, die nahezu komplett berührungslos in der Luft schwebt. Der Hersteller namens eSseCi DESIGN ist hierzulande bei der CMI Distribution im Vertrieb. Die Stellfläche schwebt auf starken Neodym-Magneten (für zwei Gewichtsklassen erhältlich). Damit das Bord samt darauf platziertem Gerät nicht abzischt wie Marty McFlys Hoverboard sind links und rechts lediglich zwei Stifte zur seitlichen Führung untergebracht. 

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Die wohnlich arrangierte Kette bei CMI Distribution (Foto: F. Borowski)
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Heimlicher Star: Die magnetische Gerätebasis von eSseCi DESIGN (Foto: F. Borowski)
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Norddeutsche HiFi Tage 2022: die Workshops

Zum krönenden Abschluss besuchen wir noch einen der launigen Workshops mit STEREO-Showtalent Matthias Böde. Im Raum von Audio Reference erläutert Böde die Vorzüge von Subwoofern, auch wenn Standlautsprecher mit sehr ordentlichen Bassfähigkeiten vorhanden sind. 

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Workshop mit Matthias Böde bei Audio Reference: Die Bude ist voll (Foto: F. Borowski)
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Der Workshop-Meister weiß natürlich, wann man in eine Kamera lächeln muss (Foto: F. Borowski)
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Demonstriert wurde die Wirkung von Subwoofern, die korrekt justiert nicht nur mehr Bass, sondern vor allem mehr Räumlichkeit bringen (Foto: F. Borowski)
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Messe-Impressionen abseits der Ausstellungen:

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An den Snack Points gab es Stärkungen. Aber leider nur gegen Barzahlung, nicht per Karte bzw. kontaktlos. Und zu gepfefferten Preisen (Foto: F. Borowski)
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Blick zur herrlichen Terrasse des Privathotel Lindtner (Foto: F. Borowski)
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Bei Sonnenschein und erträglichen Temperaturen fanden sich hier viele Gesprächsrunden zusammen (Foto: F. Borowski)
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Wer schafft braucht Kraft: NDHT-Cheffin Ivonne Borchert (rechts) und Mitarbeiterinnen müssen sich auch mal stärken (Foto: F. Borowski)
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Ein letzter Blick auf den schönen Hotelgarten. Im nächsten Jahr finden die NDHT wieder im Februar statt. Dann wird es hier wohl nicht ganz so gemütlich, die Vorführungen drinnen dafür aber bestimmt umso behaglicher (Foto: F. Borowski)
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Fazit NDHT22

Angesichts der zahlreichen widrigen Umstände, unter denen die Norddeutschen HiFi-Tage 2022 zustande kamen, empfand ich die Messe als sehr gelungenen Neustart. Das Privathotel Lindtner mit seinem noblen Ambiente ist ein würdiges Umfeld für hochklassiges HiFi. Und für eine Premierenveranstaltung funktionierte die Organisation erstaunlich gut. Klar hörte man hier und dort auch Beschwerden, aber die gibt es selbst bei den alteingesessenen Messe-Locations immer wieder.

Als wichtigste HiFi-Messe im norddeutschen Raum kann die diesjährige „Sommer-Edition“ der NDHT getrost als Probelauf verstanden werden. Im kommenden Jahr werden die Norddeutschen HiFi-Tage – sofern Corona nicht doch wieder einen Strich durch die Rechnung macht – wie gewohnt im Februar stattfinden, was für die Besucherzahlen wie auch für die Aussteller sicherlich der bessere Termin ist.

Doch auch für dieses Jahr steht noch einiges auf dem HiFi-Kalender. Schon kommende Woche finden in Stuttgart die Süddeutschen HiFi-Tage statt. Weitere Messen in diversen Bundesländern folgen Schlag-auf-Schlag. – Das wird ein heißer HiFi-Herbst.

Autor: Frank Borowski

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LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.