Octave V70 Class A
Der Octave V 70 in der neuen Class A Ausführung. Ein audiophiles Kraftwerk für 8.500 Euro (Foto: Octave)

Röhren-Vollverstärker Octave V 70 jetzt in Class A

Als der Röhren-Spezialist Octave 2019 seine neue, sehr außergewöhnliche Single Ended Triodenendstufe namens Jubilee 300 B vorstellte, war klar, dass dies erst der Beginn einer ganzen Reihe neuer Verstärker sein würde: Rechtzeitig zur (nun abgesagten HIGH END 2020) haben die Karlsbader einen Vollverstärker mit Class-A- Konzept vorgestellt: den Octave V 70 Class A, ein Gegentakt Class A Verstärker mit neuartiger Class A Leistungsregelung.

Class-A. HiFi-Kenner wissen um die Vorzüge dieses Schaltungskonzepts, das aufgrund der fehlenden Übernahme-Verzerrungen gemeinhin feiner und reiner klingt. Allerdings steht Class A auch für hohe Leistungsaufnahme und geringe Leistung. Eigenschaften, so Octave Mastermind Andreas Hofmann, „die nicht 100%ig zum Produktprofil unserer Vollverstärker passen.“ Also hat er Class A noch einmal neu erfunden.

Herausgekommen ist ein Verstärkerkonzept mit einer verbesserten dynamische Ruhestromeinstellung DBC (Dynamic Bias Control). Diese für Octave typische Ruhestromsteuerung ist so ausgelegt, dass der Verstärker bei hohen Ausgangsleistungen und niederohmigen Lautsprechern nicht in den Class A typischen frühen Begrenzungsbereich kommt. Der Verstärker soll so die doppelte Spitzenleistung bis 50 Watt (sogar 70 Watt mit Super Black Box) abgeben, ohne den Class A typischen Klangcharakter zu verlieren.

Octave V70 Class A Front
Ein praller Röhren-Verstärker: Octave V 70 Class A mit den Abmessungen 45,1 x 17,5 x 40,5 cm (B x H x T) und einem Gewicht von 23 Kilo. Die Leistung variiert ja nach Röhrenbestückung zwischen 25 – 50 Watt (Foto: Octave)

Der Octave V 70 Class A bietet die Möglichkeit, die Ausgangsleistung im Bereich von 25 bis 50 Watt zu variieren. So kann er klanglich optimal sowohl an klassische (natürlich nicht ganz leise) Mehrwegelautsprecher wie auch an Hornsysteme mit höchstem Wirkungsgrad angepasst werden. Und bei höherem Leistungsbedarf könnten Röhren vom Typ KT 120- oder KT 150-Röhre verwendet werden. Weniger leistungsstarke KT88- oder 6550-Typen kann man bei geringerem Leistungsbedarf eingesetzen.

Octave hat selbst schon viele Lautsprecher ausprobiert: Deshalb empfiehlt man beispielsweise die Leistungsröhre 6550 JJ und die alternativen Treiberröhre ECC 81 für die Modelle von Tannoy oder Avantgarde.

Der Octave V 70 Class A ist ab sofort verfügbar – und zwar im klassischen Schwarz und im neuem Silber-Look. Der Preis liegt bei 8500 Euro.

Weitere Informationen zum V 70 unter www.octave.de

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Autor: Holger Biermann

Holger Biermann
Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.