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Mit dem neuen superkompakten Vollverstärker und Kopfhörer-Amp namens Anni erweitert Chord Electronics seine Qutest-Serie auf höchst erfreuliche Weise (Foto: Chord)

Chord Anni: Diesen Mini-Vollverstärker muss man einfach gern haben

In Ergänzung seiner QUTEST-Modellserie, die im Jahr 2018 mit dem gleichnamigen DAC im Brikett-Format ihren Anfang nahm (Testbericht) und später um die Phono-Vorstufe Huei im gleichen Formfaktor ergänzt wurde, hat Chord Electronics jetzt eine weitere Komponente vorgestellt. Diese hört auf den einprägsamen  Namen Chord Anni und ist tatsächlich – trotz der Maße von nur 160 x 42,5 x 96,6 mm (B x H x T) – ein echter Vollverstärker.

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Chord Anni angled left
Der putzige kleine Vollverstärker Chord Anni. Hier ein paar Ansichten aus unterschiedlichen Winkeln. (Alle Fotos: Chord)
Chord Anni angled right
Chord Anni rear
Chord Anni Top-Front
Chord Anni front
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Die einschränkende Nachricht gleich vorweg: Mit 2 x 10 Watt Ausgangsleistung kann Anni keine Bäume ausreißen. Die an den rückseitigen Bananenbuchsen angeschlossenen Lautsprecher sollten daher einen möglichst hohen Wirkungsgrad besitzen. Da dies bei kompakten, für den Desktop geeigneten Speakern selten der Fall ist, sind unverzerrte Partypegel mit dem kleinen Amp sicher kaum zu realisieren. Aber dafür ist er schließlich auch nicht gedacht. Für exzellenten Musikgenuss mit entsprechen hochwertigen Monitoren reichen bei gemäßigten Pegeln auch 10 Watt aus.

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Im Duo mit dem Qutest DAC wird Anni zum ultimativen Micro-Desktop-HiFi-System (Foto: Chord)

Da die Qutest-Serie speziell (aber nicht ausschließlich) für den Desktop-Einsatz konzipiert ist, wundert es nicht, dass Anni auch als hochwertiger Kopfhörerverstärker dient.

Annis Schaltung basiert auf der von Chord Electronics entwickelten „Dual-Feed-Forward-Fehlerkorrektur“ an allen Ausgängen. Also auch bei Kopfhörern. Die Briten versprechen, dass Anni mit praktisch jeder Kopfhörerlast problemlos zurecht kommt. Angeschlossen werden diese per 3,5-mm- oder 6,35-mm-Klinkenbuchse. Beide Kopfhörerausgänge können auch gleichzeitig genutzt werden. Die Pegelregelung erfolgt über einen kleinen Drehknopf an der Front, der in einer Doppelfunktion auch als Eingangswahlschalter für die beiden Line-Pegel-Eingänge von Anni dient. Eine zweistufige GAIN-Regelung für die Lautsprecher soll für zusätzliche Flexibilität bei Verwendung mit unterschiedlichsten Desktop-Abhörmonitoren sorgen.

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Ergänzt um den Phono-Vorverstärker Huei (oben im Türmchen) kommen auch Vinylfreunde auf ihre Kosten (Foto: Chord)

Wie aus den größeren Geräteserien von Chord bekannt, gibt es auch für die Qutest-Serie einschließlich Anni einen modularen Systemständer. Dieser kostet pro Gerät 329 Euro und ermöglicht es, die Qutest-Komponenten entweder einzeln leicht erhöht aufzustellen, oder gemeinsam wie ein Mini-HiFi-Türmchen zu stapeln. Auf diese Weise wird nur eine winzige Stellfläche benötigt. Die Geräte selbst und auch die Rackmodule bestehen aus dickem, massivem Alu. Der komplette Dreier-Turm wieg fast vier Kilogramm.

Natürlich versteht sich Anni auch mit anderen DACs und Phonovorstufen, ist jedoch im Duett bzw. Trio mit Qutest und Huei am besten besetzt.

Annis wichtigste Eigenschaften zusammengefasst:

  • Kompaktes CNC-gefrästes Gehäuse aus massivem Alu
  • Dual-feed-forward Fehlerkorrektur-Topologie
  • 10W „ULTIMA“ Verstärkerleistung
  • Geeignet für den Betrieb von Kopfhörern und Kompaktlautsprechern inklusive Fehlerüberwachung
  • Zweistufige Verstärkungsregelung
  • Mit einer breiten Palette von Desktop-Monitoren nutzbar
  • Netzadapter für die Qutest-Reihe (für die Stromversorgung von Qutest und Huei über eine einzige Stromquelle bei Verwendung als Komplettsystem).
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Passende Kompaktlautsprecher für Anni wären beispielsweise die KEF LS50 Meta (Foto: Chord).

Preise & Verfügbarkeit des Chord Anni

Wer nun winzige Maße mit kleinen Preisen assoziiert, täuscht sich. Der Voll- und Kopfhörerverstärker Anni kostet 1.549 Euro und soll ab Oktober zu haben sein. Der Qutest DAC kostet nach einer zwischenzeitlichen Preiserhöhung aktuell 1.699 Euro und die Phono-Vorstufe Huei liegt bei 1.399 Euro (alles UVP). Der Systemstand kostet 329 Euro pro Stück. Der komplette Mini-Turm kommt damit auf einen UVP von 5.634 Euro. Dafür erhält der anspruchsvolle Klang- und Musikliebhaber eines der feinsten Mini oder gar Mikro-HiFi-Systeme des Planeten. Weitere Informationen unter www.3-h.de

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Autor: Frank Borowski

LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.