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Fink Team WM3 auf der HIGH END 2016
Die geschickte Linienführung verbirgt die stattliche Größe: Die Fink Team WM3 für 40.000 Euro pro Paar (Foto: H. Biermann)

Fink Team WM3: Großes vom Großmeister

Karl-Heinz Fink ist der womöglich klingendste Name unter den deutschen Lautsprecherentwicklern. Die Anzahl der Marken, für die er schon – immer audiophil verträgliche –Lautsprecher entwickelt hat, geht in die Dutzende. Die Liste reicht von ALR über Naim (Ovator-Serie) bis Yamaha. Und da ist von all den Automotive-Projekten (von denen Fink meist nichts erzählen darf) noch gar nicht gesprochen. Wer sich zum Beispiel wundert, warum die bei uns noch weitgehend unbekannte Marke Q-Acoustics so unfassbar gut fürs Geld klingt, könnte mutmaßen, dass Karl-Heinz Fink auch hier seine Finger im Spiel hat – und hätte Recht. Es gibt aber auch unter eigenem Label Entwickeltes, wie die hier vorgestellte Fink Team WM3.

Denn immer nur für Andere entwickeln ist auch öde, zumal Fink natürlich dank jahrzehntelanger Erfahrung, intensiver Forschungen und nicht zuletzt seiner musikalischen Passion etliche Vorstellungen und Ideale hat, die eben nicht in eine dieser smarten Slimlineboxen passen.

Fink selbst ist ein stattlicher Zeitgenosse und hört den Blues gern auch laut. Das erfordert einen entsprechenden Lautsprecher: möglichst pegelfest, möglichst mit 38 Zentimeter Bass, möglichst feinauflösend. Und tatsächlich ist die Fink Team WM3 genau so: Auf dem unteren Gehäuse mit einen 15 Zöller Subwoofer sitzt ein weiteres Gehäusemodul mit zwei Flachmembran-Mitteltönern, die auf einem Philips-Konzept aus den 1970er Jahren basieren.

Anders als bei den Biegewellenschwingers, die Fink Audio Consult anfangs für NXT, später für Naim permanent verbessert hat, sind jene, die Fink jetzt in doppelter Ausführung für seine Spitzenbox Fink Team WM3 einsetzt, speziell für den Mittenbereich entwickelt. Deshalb sitzt zwischen den beiden Mitteltöner auch noch einen Air-Motion-Transformer- (AMT) Hochtöner – für den Glanz ganz oben herum.

Das Projekt läuft schon länger. Bereits letztes Jahr konnte ich eine Vorversion der Fink Team WM3 in Finks Essener Entwicklungslabor hören. Das war schon sehr gut, wird aber von dem jetzigen Ergebnis noch einmal getoppt. Denn zur HIGH END 2016 finalisierte Fink nicht nur die Abstimmung, auch das Gehäuse wurde komplett neu designed. Und hier muss ich mal sagen: Chapeau! Das sieht gar nicht mehr so groß aus. Hier ist es gelungen, den 38er gekonnt unterzubringen.

Der Name lautet Fink Team, weil Fink diesen Lautsprecher tatsächlich nicht allein entwickelt, sondern dafür eine Schar illustrer Zeitgenossen aus dem Audio um sich versammelt hat. Unter anderem gehört Markus Struck dazu, der bei Fink Audio Consult dem Gehäuseklang per Laser-Vermessung auf der Spur ist.

Oder Lampos Ferekidis, einem der größten Experten im Bereich Flachmembranen. Oder Ken Ishiwata, der Klangbotschafter von Marantz, der heute die wichtigen Marantz Komponenten auf bestmöglichen Klang züchtet. Und auch Walter Fuchs, einer der Elektronik-Entwickler für Fink Audio Consult, dürfte seinen Hör-Beitrag geleistet haben. So erklärt sich das Team.

Die Abkürzung „WM“ steht angeblich für Waschmaschine. Aber das war vielleicht noch für die ersten Entwicklungsmuster passend; die finale Variante ähnelt ja eher einer Skulptur.

Auch klanglich war der Auftritt der Fink Team WM3 auf der HIGH END exzellent. Wie bei allen Fink-Konstruktionen ist auch die WM3 tonal absolut ausgewogen. Alles kommt sehr fein, mühelos und klangfarbenstark, hat aber an keiner Stelle eine aufdringliche Direktheit, die andere so fein auflösende Lautsprecher gern mitbringen.

Die WM3, so mein Eindruck auf der Messe, kann alles – da gibt es keine Abstriche, schon gar nicht im Bass. Was der große Tieftöner an präzisem Tiefbass aus den Aufnahmen schaufelt, ist allerehrenwert.

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Die BMR Mitteltöner der Fink Team WM3
Der Hochtöner der Fink Team WM3 ist ein hoch effizienter Air Motion Transformer, der aufgrund seiner enormen Pegelfestigkeit kaum verzerrt (Foto: H. Biermann)
Fink Team WM3 von hinten
Von hinten wird die Zweiteiligkeit des Gehäuses deutlich – und wie geschickt der Designer die Platz-Anforderungen an einen 38-Zentimeter-Bass gelöst hat (Foto: H. Biermann)

 

Fink Team WM3 von oben
Von schräg oben wird die raffinierte Form der Fink Team WM3 erkennbar, die für möglichst wenig stehende Wellen im Gehäuse-Inneren sorgt (Foto: H. Biermann)
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Wie schon angedeutet, wird die Fink Team WM3 wohl 40.000 Euro pro Paar kosten.

Mehr Infos, wo man die WM3 anhören oder kaufen kann beim deutschen Vertrieb IDC Klaassen

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