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Gauder DARC 40 in der 3.Dimension
Keramik-Treiber von Accuton und Gehäuserippen aus massivem Aluminium: die Gauder DARC 40 ist teuer (16.000 Euro), aber auch edel gemacht und klanglich verdammt gut (Foto: H. Biermann)

Erlkönig gesehen: Gauder DARC 40 in der 3.Dimension

Ortstermin in der 3. Dimension in München. „Kommst du mal vorbei? Wir haben hier eine kleine Weltpremiere. Und die steht hier nur noch 2 Stunden.“ Der Mann an der anderen Seite der Leitung war Stefan Trog, Chef der 3. Dimension. Der Betreiber von Münchens schönstem HFi-Laden wusste nur zu genau, dass ich bei einem solchen Köder nie nein sagen könnte. Die 3. Dimension ist so etwas wie ein Showroom von Gauder Akustik und wurde diesem Anspruch wieder einmal gerecht. Dr. Roland Gauder war vor Ort und hatte sein neuestes Baby dabei: Die kompakte Gauder DARC 40, die er mal ganz unverbindlich zeigen und spielen lassen wollte…

Dr. Roland Gauder DARC 40
Dr. Roland Gauder auf Stippvisite in der 3. Dimension in München (Foto: H. Biermann)

Man muss dazu sagen, dass Gauder Akustik spätestens mit der Einführung der DARC-Serie (Dynamic Aluminium Rip Construction) einen echten Lauf hat. Standen die schwäbischen Lautsprecher schon immer im Ruf, klanglich ziemlich weit vorn zu liegen, haben sie diesen Status mit den Gehäusen aus Aluminium-Ringen noch einmal nach oben verschoben. Das Aluminium bringt gegenüber klassischen Holz-Boxen soviel mehr Sauberkeit im Bass, dass auch eingeschworene Fans der früheren Gauder (Holz-) Schallwandler heimlich das Sparen anfangen.

Bislang allerdings bestand die DARC-Linie nur aus Standboxen. Das ändert sich nun mit der Gauder DARC 40, die – wie beschrieben – höchst unerwartet auf einmal in der 3. Dimension stand. Hübsch. Nicht klein, aber auch nicht zu groß. Schwer natürlich; die DARC 40 besteht aus neun, aus dem Vollen gefrästen Aluminium-Rippen plus massiver Deckel- und Bodenplatte. Das trägt man nicht einfach mal so durch die Gegend… Und wie alle Lautsprecher dieser Serie ist auch das Gehäuse der DARC 40 geschlossenen.

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Die Gauder DARC 40 in der Basis-Bestückung, also mit 18 cm Tiefmitteltöner und Keramik-Hochtonkalotte. Beide Treiber kommen vom Edelzulieferer Accuton (Foto: H. Biermann)

Kleine Box mit kleinem Tieftöner ohne Bassreflex-Unterstützung? Gauder hat seine Gründe (Sauberkeit im Bass) und seine Möglichkeiten, die kleine DARC klingen zu lassen wie eine große. Ich war jedenfalls bass erstaunt, was er an Tiefton aus diesem kompakten Gehäuse zaubert. Hätte man mir die Gauder DARC 40 hinter einem geschlossenen Vorhang vorgespielt, ich hätte auf eine doppelt so große Box getippt.

Gauder DARC 40 mit Westend Audio Monaco
Die DARC 40 spielte in der 3. Dimension an dem hervorragenden Röhrenvollverstärker Westend Audio Monaco – hier in der für Asien gefertigten Gold-Version (Foto: H. Biermann)

Aber das ist nur eine der vielen klanglichen Vorzüge dieses Lautsprechers. Am wirklich feinen Röhren-Amp Westend Audio Monaco (Preis: 20.000 Euro) offenbarte sie eine so großartige Feindynamik, ein so schnelles und genaues Ansprechen, eine solche Offenheit ohne Schärfe sowie eine derart selbstverständliche plastische Abbildung, dass die Gauder DARC 40 fraglos zu einer der besten Kompaktboxen unterhalb 20.000 Euro gehören dürfte. I

Und da ist – Gauder-typisch – ja sogar noch mehr drin. Man kann die DARC 40 auch noch mit einem Diamant-Hochtöner veredeln. Das geht dann aber richtig ins Geld: pro Paar werden mit dem Edel-Hochtöner dann noch einmal 8.000 Euro fällig. Aber diese Variante konnte ich nicht hören – „nur“ den Erlkönig. Aber schon das war ein so beeindruckendes Erlebnis, dass ich umgehend eines der ersten Serienpärchen zu Test orderte.

Die Gauder DARC 40 wird anfang nächsten Jahres in den Fachhandel kommen und dann 16.000 Euro (Paar) kosten. Weitere Informationen unter www.gauderakustik.com

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