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Gregory Porter 2016 ive in der Berliner Philharmonie
Gregory Porter 2016 live in der Berliner Philharmonie (Foto: B. Wolf)

Gregory Porter Live In Berlin – CD der Woche 46/2016

Zur LowBeats CD der Woche 46 kürte Musik-Spürnase Christof Hammer ein Live-Album der Extraklasse von einem Ausnahmesänger. Gregory Porter Live In Berlin zeigt, warum Porter als eine der derzeit besten und wichtigsten Stimmen der aktuellen Jazzszene gilt.

Es gibt Musik, die muss einfach auf die Bühne. Man denke an die Songs von Robbie Williams – wenn der bis auf Weiteres letzte große Popstar unserer Tage den Schalter umlegt und auf der Bühne zur Rampensau mutiert, verwandeln sich selbst mittelmäßige Williams-Songs zu bestem Entertainment.

Auch Gregory Porter ist live ein Ereignis. Seit 2010 ist der 35-Jährige aus Los Angeles (Kennzeichen: Ballonmütze und Schlauchschal – mal sehen, wann er mit diesem Look zum ersten Mal Schwierigkeiten wegen des Vermummungsverbots bekommt …) der neue Stern am Himmel der Jazzvokalisten.

Und mehr als das: Mit seinem herbsüßen Bassbariton durchstreift er auch jazznahe Genres von Soul, Gospel und Rhythm & Blues so charismatisch, dass ihn längst nicht nur reine Jazzhörer in ihr Herz geschlossen haben. Die Folge: volle Hallen all around the world; so auch am 18. Mai 2016 in der Berliner Philharmonie.

Nun gibt’s den Mitschnitt dieses Konzerts als CD+DVD-Box-Set: ein Hochgenuss aus mehreren Gründen. Kenner wissen natürlich um die Klasse von Porters Musik – aber hier gibt es eben nicht nur das Stimmwunder Porter zu bewundern, sondern auch eine Band der Extraklasse, die eine bestechende Virtuosität wunderbar uneitel und en passant demonstriert.

Gregory Porter Live In Berlin  – Zurückgenommen und formvollendet

Bei diesem Konzert wird keine Note zu viel gespielt, und auch Porter verschleudert sein Jahrhundertorgan nie an bloße Stimmbandakrobatik, sondern berührt mit einem Höchstmaß an Emotion und Ausdruck.

Aufgezeichnet wurde Gregory Porter Live In Berlin in bestechender Klangqualität: Kein bisschen zu hallbetont fängt die Tontechnik die Raumakustik der Philharmonie ein, gestochen scharf ist die Abbildung der Instrumente und bester audiophiler Schule gehorchend deren Staffelung.

Das Repertoire bietet einen Querschnitt aus Porters bisherigem Oeuvre mit Songhighlights wie „Take Me To The Alley“, „Liquid Spirit“, „Water Under Bridge“ und einem wunderbar gelassenen „Hey Laura“, greift mit einer stupenden Version des Temptations-Klassikers „Papa Was A Rolling Stone“ aber auch weit aus in Richtung Black Music – und mit einer famosen Kontrabass-Soloversion von „Smoke On The Water“ sogar in Rockgefilde.

Die DVD dazu zeigt, wie mit einem minimalen, aber fein anzuschauenden Bühnenaufbau und einer schnörkellosen Beleuchtung eine intime Atmosphäre geschaffen wird, in der die Musik im Mittelpunkt steht: die gute, alte Schule der Konzertinszenierung – man ist ja schließlich nicht bei Madonna oder bei Miley Cyrus.

Interviews mit Porter und Mitgliedern seiner Band geben dazu interessante Einblicke in den Background und die Persönlichkeiten dieses famosen Sängers und seiner Mitstreiter.

Cover Gregory Porter Live in Berlin
Die Ausnahmestimme im Jazz. Gregory Porter Live In Berlin (Cover: Amazon)

Gregory Porter Live In Berlin erscheint bei Eagle Rock / Universal als Audio-CD+DVD-Set, DVD und Bluray

Gregory Porter Live in Berlin
2016/11
Test-Ergebnis: 4,8
ÜBERRAGEND
Musik
Klang
Repertoirerwert

Gesamt