Home / Test / Verstärker / Phono-Vorverstärker / Phono Verstärker unter 500 €: 3 Top-Empfehlungen
Phono Verstärker von Pro-Ject, iFi und Musical Fidelity
Im Bereich unterhalb 500 Euro gibt es jede Menge interessanter Phono Verstärker. LowBeats stellt hier drei der besten vor. Von links: Pro-Ject Phono-Box DS (249 Euro), iFi micro iPhono (479 Euro) und Musical Fidelity V90 LPS für 170 Euro (Foto: C. Bussler)

Phono Verstärker unter 500 €: 3 Top-Empfehlungen

Phono Verstärker haben eine der herausforderndsten Aufgaben überhaupt zu meistern, schließlich müssen die vom Generator des Abtasters erzeugten Kleinstsignale (um 0,5 mV bei vielen MC-Abtastern, bis zu 5 mV bei einigen MM-Tonabnehmern) um den Faktor 100 (40 dB, MM) bis zu Faktor 1.000 (60 dB, MC) verstärkt werden, um sie auf das Line-Pegel-Niveau des Vorverstärkers zu hieven.

Die Kunst liegt darin, derart hohe Verstärkungen möglichst rauscharm umzusetzen sowie die RIAA-Entzerrung so korrekt wie möglich nach dem gängigen RIAA-Standard zu realisieren (oder eben nach anderen Standards, dazu später mehr).

Grundsätzlich lässt sich das sowohl in Röhren- als auch in Halbleitertechnik bewerkstelligen, wobei die Transistortechnik unter Kostengesichtspunkten durchaus im Vorteil gegenüber Röhrenlösungen ist.

Oder anders ausgedrückt: Unterhalb eines bestimmten Kostenlimits sind Halbleiter alternativlos. Insbesondere Bipolartransistoren eignen sich sehr gut für MC-Tondosen mit deren typischerweise niedrigem Innenwiderstand; reine Röhren-Phono-Vorverstärker setzen in ihrer Vor-Vorstufe oft auf Übertragerlösungen (für die ersten 20 dB), um die höchst empfindlichen MC-Signale zunächst auf MM-Niveau zu heben – so wird an dieser Stelle unnötiges zusätzliches Rauschen einer aktiven (Röhren-)Verstärkerstufe vermieden.

Neben der oben genannten Wahl des Verstärkungsfaktors ist es nicht nur wünschenswert, sondern notwendig, den Phono Verstärker an den verwendeten Tonabnehmer anzupassen.

Bei MM-Abtastern ist dies relativ einfach: Der Standard für den korrekten Abschlusswiderstand beträgt 47 kOhm – diesen bietet jeder Phono-Pre. Darüber hinaus muss nur noch die korrekte Abschlusskapazität eingestellt werden, hier geben die Hersteller von (MM-) Tonabnehmern in der Regel eine Spanne an, innerhalb der diese liegen sollte.

Für MC-Tonabnehmer hingegen gibt es keine Normung für den erforderlichen Abschlusswiderstand des Vorverstärkers; der nötige Wert hängt nämlich unmittelbar vom Generator-Innenwiderstand (=Spule) des Abtasters ab.

Grob lässt sich sagen, dass die Anpassungsdämpfung (Verhältnis zwischen Abschlusswiderstand des Phono-Pres und Generator-Innerwiderstand des Pick-ups) für eine korrekte Spannungsanpassung in diesem Fall ca. 10 betragen sollte, sprich: Der korrekte Abschlusswiderstand für MC-Tonabnehmer ist ungefähr um den Faktor 10 höher als der vom Hersteller des Tonabnehmers angegebene Generator-Innerwiderstand.

Im gewissen Rahmen kann man natürlich „nach Gehör“ anpassen – eine möglichst hohe Flexibilität des Phono Verstärkers zur exakten Einstellung des Sollwerts ist gewiss kein Fehler.

Drei der wichtigsten Phono Verstärker unter 500 Euro hatte LowBeats Autor Carsten Bussler einige Wochen zum ausgiebigen Test. Hier findet ihr seine Einschätzungen:

Musical Fidelity V90 LPS für 179 Euro

Pro-Ject Phono-Box DS für 249 Euro

iFi micro iPhono für 479 Euro