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Die C300 ist der jüngste und der mechanisch aufwändigste Spross der Q Acoustics Concept-Linie. Er kostet 3.750 Euro (Foto: Q Acoustics)

Q Acoustics C300: Kompaktbox mit perfekter Entkopplung

Dezember 2017: Im LowBeats Hörraum spielte sich das Q Acoustics Flaggschiff C500 an die Spitze aller Lautsprecher unter 5.000 Euro pro Paar und in die Herzen der Tester. Und zwar so vehement, dass es nur eine Frage der Zeit sein konnte, dass die Briten mit einem weiteren Modell der Concept- (C-) Reihe nachlegen. Das ist nun geschehen. Auf die Standbox C500 folgt die Kompaktbox Q Acoustics C300. Und LowBeats war bei der Deutschland-Premiere.

Wer nun glaubt, die C300 sei einfach nur eine C500 mit kompakten Abmessungen, der irrt gewaltig. Schon das Gehäuse ist noch einmal aufwändiger geworden als bei der großen C500. Das der Q Acoustics C300 besteht aus drei Lagen dünnem MDF, die über ein Dauerelestik-Gel von einander entkoppelt sind. Hinzu kommt eine spezielle Form der Versteifung, die erstmals in  der C500 zum Einsatz kam: das Gehäuse wird nicht einfach durch eingeleimte Querböden verstärkt, sondern nur punktuell beruhigt. Das, so haben die Entwickler herausgefunden, macht das Gehäuse viel ruhiger.

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Am oberen Teil der C300 sieht man den Aufbau der Wände: drei dünne Lagen MDF, jeweils durch eine Lage Gel voneinander entkoppelt (Foto: Q Acoustics)

Gemacht ist die noble Kompaktbox in diesem Concept-typischen Bi-Color-Look, der die wahlweise in Hochglanz Weiß, Schwarz oder Silber verfügbaren vorderen Gehäuseteile mit Echtholz-Applikationen in heller Eiche, Rosen- oder Ebenholz kombiniert.

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Die C300 gibt es in 3 Farbkombinationen, alle hoch attraktiv (Foto: Q Acoustics)

Der Hoch- und der Tiefmitteltöner sind aus den C500 entliehen – die allerdings als symmetrische (D´Appolito-) Konstruktion eine komplett andere Weichenschaltung hat. Hier musste also noch einmal intensiv Hand angelegt werden

Der eigentliche Clou aber ist der Ständer. Er besteht aus drei massiven Edelstahlrohren die – im Gegensatz zu klassischen Ständern – eine extrem kleine Oberfläche haben und somit kaum Schall reflektieren. Die drei Rohre sind über ein dünnes Stahlseil miteinander verbunden, das zusätzlichen Halt verleiht und das Ganze noch attraktiver aussehen lässt.

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Äußerst filigran, äußerst adrett und akustisch durchdacht: das Ständer/Entkopplungs-Konzept der Q Acoustics C300 (Foto: H. Biermann)

Kontakt hat der Dreibeinständer nicht einfach mit dem Boden der Q Acoustics C300, sondern mit einer aufwändig gemachten Dämpfungsplatte mit vier, exakt auf die Masse der Q Acoustics C300 abgestimmten Federelementen. Was aussieht wie das Subchassis eines Plattenspielers, macht viel Sinn. Die klassische „harte“ Ankopplung von Lautsprechern an den Untergrund (etwa mit Spikes) sorgt dafür, dass alle Vibrationen des Lautsprechers auf den Boden oder das Sideboard weitergegeben werden.

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Die Ankopplung des Ständers an die C300 erfolgt über dieses Federelement. In seinem Absorptionsverhalten ist es exakt auf die 18 Kilo schwere C300 hin abgestimmt (Foto: Q Acoustics)

Oder umgekehrt: Dass alle Vibrationen des Bodens (durch Autoverkehr oder U-Bahn) direkt auch die Wiedergabe des Lautsprechers beeinträchtigen. Wir haben dazu schon in den Neunzigerjahren etliche Forschungen gemacht und ich kann nur sagen: Seitdem nehme ich Spikes nur noch sehr ungern. Und auch Alex Munro von Q Acoustics empfiehlt die kleinen spitzen Dinger ausdrücklich nicht…

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Alex Munro (Mitte), ist Chef bei Q Acoustics und erläutert hier die Vorzüge der neuen C300 (Foto: H. Biermann)

Der fragil aussehende Ständer ist somit Teil des Konzepts und so kann man bei der Q Acoustics C300 gar nicht von einer klassischen Regalbox sprechen, denn sie wird nur mit Ständer verkauft und klingt ohne auch nicht so gut.

Aber wie klingt die kleine C300 überhaupt? Bei der Europa-Premiere im nordrhein-westfälischen Lünen gefiel sie vom Start weg mit einer höchst lebendig-präzisen und dennoch wunderbar ausgewogenen, niemals anstrengenden Wiedergabe. Verschieden Klassiker des Hörtestens wurden aufgelegt und es zeigte sich schnell, wie mühelos sich das Klangbild von den hübschen Bi-Color-Gehäusen lösen konnte – klasse. Mich hat am meisten überrascht, mit welcher Farbigkeit die C300 Schlagwerk wie Bass- und Snare-Drums darstellen kann. Bei solcher Art von Musik beginnen die meisten Lautsprecher, den impulsartigen Tönen eine Färbung anzudichten. Die Q Acoustics C300 meisterte das lange Schlagzeug-Solo (übrigens bei stattlichem Pegel) bestechend natürlich. Die große Mühe, die hier investiert wurde, hört und sieht man direkt.

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Der Hörraum bei IDC Klaassen ist aufwändig akustisch präpariert. Die Elektronik kam von Marantz in Form des Vollverstärkers PM-10 und des CS/SACD-Players SA-10 (Foto: H. Biermann)

Wie vom Vertrieb (IDC Klaassen) zu hören war, werden wohl die ersten Muster noch im März in Deutschland anlanden und dann wohl auch im Handel zu hören sein 3.750 Euro soll ein Pärchen kosten. Das ist natürlich eine Menge Geld. Aber wie immer bei Q Acoustics ist auch bei der C300 der Gegenwert gewaltig. Und auch der geniale Ständer ist ja inklusive. Weitere Infos zu Q Acoustics unter www.idc-klaassen.com

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