Flux Hifi Turbo 2.0: Ein Minihandsauger mit Kohlefaserbürste kriegt jeden Krümel aus der Rille. 299 Euro (Foto: R. Vogt)
Flux Hifi Turbo 2.0: Ein Minihandsauger mit Kohlefaserbürste kriegt jeden Krümel aus der Rille. 299 Euro (Foto: R. Vogt)

Test: Schallplatten-Staubsauger Flux-Hifi Turbo 2.0

Der Gedanke ist eigentlich naheliegend: Was reinigt losen Schmutz besser als ein Besen? Klar, ein Staubsauger. Erst recht, wenn er wie moderne Exemplare von Vorwerk, Dyson & Co. die Absaugung mit einer Bürste kombiniert. Das dachten sich auch die Köpfe hinter Flux-Hifi – und entwickelten den Flux-Hifi Turbo 2.0.

Ähnlich Dyson oder Vorwerk saugt der Turbo 2.0 den von der Bürste aufgewirbelten Staub auf (Foto: R. Vogt)
Ähnlich Dyson oder Vorwerk saugt der Turbo 2.0 den von der Bürste aufgewirbelten Staub auf (Foto: R. Vogt)

Saugen & Bürsten: Flux-Hifi Turbo 2.0

Nur Saugen ist eigentlich wenig effizient – das weiß jeder, der einmal von einem simplen, reinen Staubsauger auf ein Modell mit rotierender Bürste umgestiegen ist. Die Bürste sorgt für die eigentliche Reinigung und der Sauger muss nur noch den aufgewirbelten Schmutz abfischen. Genau so arbeitet auch der Turbo 2.0. Die eigentliche Reinigung erledigt eine klassische Kohlefaserbürste.

Link, rechts und vorne sitzen die Filzgleiter, das Grüne ist die Absaugöffnung darunter zwei Zeilen Kohlefaserbürste (Foto: R. Vogt)
Link, rechts und vorne sitzen die Filzgleiter, das Grüne ist die Absaugöffnung darunter zwei Zeilen Kohlefaserbürste (Foto: R. Vogt)

Die zwei Reihen Kohlefaser-Besen sind im Grunde die gleichen wie bei der Flux-Hifi Vinyl-Brush. Die Carbonfaserchen sind derart klein im Durchmesser, dass sich die Bürste ganz weich anfühlt und mit den Kratzbürsten billiger Mitbewerber wenig zu tun hat. So wird die Vinyloberfläche nicht beschädigt und die Fasern reichen bis tief in die Rille. Der dort aufgescheuchte Staub wird augenblicklich durch die grüne Spalte gesaugt und fällt nicht wieder auf die Schallplatte.

Die Aluplatte auf der Rückseite leitet statische Energie ab (Foto: R. Vogt)
Die Aluplatte auf der Rückseite leitet statische Energie ab (Foto: R. Vogt)

Auch hier dienen (wie bei der passiven Vinyl-Brush) die Carbonfasern als elektrischer Leiter und sind elektrisch mit der rückseitigen Kontaktfläche verbunden. Dort hat man quasi automatisch seine Finger, weil man den Flux-Hifi Turbo 2.0 ja festhalten muss. Über den eigenen Körper wird dann die Spannungs-Ableitung von der Schallplatte gewährleistet. Keine Bange: Davon spürt man bei den geringen Ampere-Werten überhaupt nichts.

Oben links sitzt der Filter den man wechseln kann (Foto: R. Vogt)
Oben links sitzt der Filter, den man wechseln kann (Foto: R. Vogt)

Am oberen Rand des Flux-Hifi Turbo 2.0 Luftauslass sitzt der Luftauslass, vor dem ein (auswechselbares) Filter nur saubere Luft freigibt. Die Energie für den Antrieb des Gebläses liefern drei klassische Mignon-Batterien. Die halten vergleichsweise lange, denn man hat den Sauger ja pro Reinigung nur wenige Sekunden in Betrieb.

Der Turbo 2.0 wird senkrecht auf die rotierende Platte gesetzt, einschalten und nach zwei, drei Umdrehungen ist fertig gesaugt (Foto: R. Vogt)
Der Turbo 2.0 wird senkrecht auf die rotierende Platte gesetzt. Dann einschalten und nach zwei, drei Umdrehungen ist fertig gesaugt (Foto: R. Vogt)

Die Handhabung ist wirklich kinderleicht. Man greift den ergonomisch geformten Turbo 2.0 von oben und stellt ihn auf die bereits rotierende Schallplatte. Dabei sorgen die um die Bürste platzieren Filzgleiter für die Führung und den notwendigen Abstand zur Schallplatte. Allerdings muss ich aus der Praxis sagen: Für schwabbelige Subchassis ist das eher nichts und der Tellerantrieb sollte schon über ein gutes Drehmoment verfügen.

Der Rest ist Übungssache, aber kinderleicht. Nach ein zwei Umdrehungen des Bürstens folgen ein, zwei Umdrehungen mit eingeschalteter Absaugung. Fertig. Alles was lose auf der Platte schlummerte, steckt nun im Filter des Turbo 2.0. Bei kleineren Plattendurchmessern wie Singles stellt man den Sauger einfach horizontal gedreht auf das Vinyl: kein Problem.

Fazit Schallplatten-Staubsauger Flux-Hifi Turbo 2.0: moderne Staubsaugertechnik für Vinyl

Es ist kein Zufall, dass moderne Staubsauger stets eine Bürste plus Absaugung kombinieren. Es funktioniert gründlicher als ein Prinzip allein. Das gilt auch für Schallplatten. Der aktuelle Flux-Hifi Turbo 2.0 saugt die LP sauber bis an den Rand. Die Carbonbürste ist weich wie ein Katzenfell, reicht tief in die Rille zum Fegen und leitet über die Kontaktfläche am Griff des Turbo 2.0 die elektrostatische Ladung des Vinyls beim Reinigen ab. Was die Bürste aufwirbelt landet im Sauger. Voilá: Platte pieksauber. Hightech in simpelster Anwendung. Clever!

Hier meine Beschreibung und eine Demonstration der Anwendung im Film:

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Die anderen Produkte und meine Zusammenfassung zum Thema Vinyl-Reinigung (alphabetish):

 

Flux-Hifi Turbo 2.0
2021/09
Test-Ergebnis: 4,7
ÜBERRAGEND
Bewertungen
Reinigung
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Hervorragende Trockenreinigung
Gute Ableitung der statischen Aufladung
Leichte, logische Anwendung
Anfassqualität der Kunststoffteile

Vertrieb:
FLUX-Hifi GmbH & Co. KG
Robert-Bosch-Straße 3-5
68723 Schwetzingen
www.flux-hifi.de

Preis (Hersteller-Empfehlung):
Flux-Hifi Turbo 2.0: 299 Euro

 

Autor: Raphael Vogt

Technischer Direktor bei LowBeats und einer der bekanntesten Heimkino-Experten der Republik. Sein besonderes Steckenpferd ist die perfekte Kalibrierung von Beamern.