Isotek V5 Elektra Anschluss
Die 5. Generation Stromfilter von IsoTek ist richtig gut geworden – zumindest der Elektra, der mit 1.600 Euro angenehm fair bepreist ist (Foto: Isotek)

Test Stromfilter IsoTek V5 Elektra

Das Thema Strom rückte in den vergangenen Monaten verstärkt in meinen Fokus. Zum einen, weil auch bei uns die Hochfrequenz-Störer offenkundig immer mehr werden (von Schaltnetzteilen bis hin zu Stromtank-Parkplätzen für E-Autos können hier eine klangverschlechternde Rolle spielen), zum anderen, weil zum Jahresende 2022 eine Menge interessanter Produkte rund um das Thema Strom auf den Markt kamen. Eines davon ist der Stromfilter IsoTek V5 Elektra, der seine Arbeit im Hörraum angenehm unspektakulär verrichtete. Seine Effizienz bemerkte ich vor allem dann, wenn ich ihn aus dem System herausnahm, dann klang alles wieder karger und grauer…

Das Besondere am IsoTek V5 Elektra

Im Grunde ist der V5 Elektra ja eine groß gewachsene Steckdosenleiste mit sechs Steckplätzen. „Ganz schön teuer“, wird nun der eine oder andere monieren. Aber gemach. Denn die Verarbeitung der neuen Elektra entspricht der einer gut gemachten HiFi-Komponente; auch die gerundeten Ecken der Front gefallen mir sehr gut.

Unterschieden werden die sechs Steckdosenplätzen in 2 x Hochstrom (abgesichert mit 10 Ampere) und 4 x Niederstrom (abgesicher mit 5 Ampere). Jeder einzelne der Stecker ist natürlich separat gefiltert und die Filterbauteile sind dementsprechend dimensioniert. Wie genau gefiltert wird, bekommt man – wie üblich in der Stromfilter-Szene – nicht exakt heraus. Offenkundig ist die Angst vor dem Nachbau doch zu groß. Was IsoTek Mastermind Keith Martin verrät, ist folgendes: Bei den Filtern handelt es sich um Tiefpässe, bestehend aus zwei Kondensatoren und einer Spule. Mit ihnen will er Gleichtakt- und Gegentaktstörungen unterdrücken. Nach eigenen Aussagen erreicht er damit eine Rauschunterdrückung von 20 dB bei 1 KHz und von 40 dB bei 10 Kilohertz. Überprüfen kann ich das nicht, sondern nur am Ende konstatieren, ob der klangliche Eindruck stimmt – oder nicht.

Isotek V5 Elektra innen
Damit sich die Störungen des einen Geräts nicht auf das andere übertragen, ist jeder der Steckplätze einzeln gefiltert. Die Filterbauteile sind in einer schwarzen Masse vergossen – gegen Vibrationen und gegen neugierige Blicke…  (Foto: H. Biermann)

Angenehm ist, dass man sich mit dem IsoTek V5 Elektra auch einen effizienten Blitzschutz ins Haus holt. Ich selber bin da etwas nachlässig und würde wohl bittere Tränen weinen, wenn sich der Blitz – über welche Wege auch immer – den Weg in meine über Jahrzehnte feingetunte Anlage bahnen und fundamentale Schäden anrichten würde. Der V5 Elektra verspricht hier unverzögerten Schutz.

Was man nicht sieht, was aber trotzdem ein wichtiger Teil des Aufbaus ist: Die Erdung wurde zentral-sternförmig ausgelegt. Die Idee ist uralt (siehe beispielsweise den genialen PowerStar von Audioplan), aber gut, weil damit alle verbundenen Komponenten das identische Potenzial haben.

Isotek V5 Elektra Anschluss
Neben dem Hauptschalter, mit dem man praktischerweise die ganze Anlage ausschalten kann, liegt ein grauer Neutrik-Ausgang, um einen weiteren V5 Elektra anzuschließen. Die Steckdosen im roten Bereich sind für leistungsfordernde Geräte wie Endstufen, Aktivboxen oder Subwoofer (Foto: H. Biermann)

Im Frühling 2018 hatten wir den IsoTek EV03 Aquarius im Test, der mit damals 1.500 Euro zu Buche schlug und deshalb hier auch als Vergleich herhalten darf. Folgt man der Isotek-Beschreibung, dann punktet der V5 Elektra gegenüber dem Aquarius mit an allen Stellen verbesserter Leitfähigkeit. Also: Mehr Kupfer und an Stellen, und wo es wichtig ist, wurde zusätzlich versilbert. Da passt es ins Bild, dass hier Verbindungskabel mit hochsoliden Leitern (Querschnitt 2 mm²) aus nahezu sauerstofffreiem Kupfer (6N OFC) zum Einsatz kommen. Oder andersherum: Laut Katalog hat sich die Stromleitfähigkeit zum EVO3 Aquarius um 40 % verbessert. Das wäre natürlich stattlich.

Teil des V5 Elektra-Pakets ist auch das IsoTek EVO3 Initium Stromkabel zum Preis von 99 Euro. Wir hatten es an verschiedenen Stellen schon ausprobiert und als absolut tauglich eingestuft. Wer für seine Komponenten einfach nur ein gut gemachtes und im Preis überschaubares Stromkabel sucht, könnte mit dem EVO3 Initium schon am Ziel sein. Es nimmt viel Nervosität aus dem Klangbild, macht alles etwas ruhiger, man könnte sagen: schöner.

Isotek V5 Elektra Front mit Kabel
Gehört mit zum Bundle-Preis: das IsoTek EVO3 Initium Stromkabel, das normalerweise allein mit knapp 100 Euro zu Buche schlägt (Foto: Isotek)

Höreindruck

Und damit sind wir auch schon bei dem, was der V5 Elektra klanglich bewirkt. Ich muss vorwegschicken, dass der Stromfilter über viele Wochen Bestandteil  unserer Referenzanlage im kleinen Hörraum war und zum Ausgangspunkt für etliche Versuche mit Stromkabeln und Erdungs-Systemen wurde. Zudem hatte ich ihn mehrfach mit zu Freunden genommen, die auf der Suche nach einem solchen Filter sind.

Shunyata Altaira System Testaufbau
Besser mit: Immer, wenn es um das Hören feinster Nuancen geht (wie hier um den Einfluss einer zweiten Erde), ist man klug beraten mit Stromfilter zu hören. Der V5 Elektra leistete diesbezüglich bei LowBeats beste Dienste (Foto: H. Biermann)

Sein Einsatz war immer sofort hörbar. Das Klangbild wurde ruhiger, stimmiger. Gleichzeitig bekamen die einzelnen Instrumente oder Sänger eine deutlich klarere Kontur; die Plastizität der Abbildung gewann spürbar. Alles wirkte entspannter, besser im Fluss. Weil ich diesen Effekt in allen Situationen erlebte, muss ich davon ausgehen, dass die ungeliebten HF-Störungen mittlerweilen auf allen Netzen ihr Unwesen treiben. Dementsprechend sollte jeder Musikfreund einen solchen Filter auch unbedingt ausprobieren.

Vereinzelt habe ich gelesen, der V5 Elektra würde die Dynamik steigern. Das kann ich nicht bestätigen. Wie sollte das mit klassischen Filtern auch passieren?  Das, was der neue Filter der V5-Generation macht, ist im positivsten Sinne unspektakulär. Es sorgt in allen Bereichen für mehr Klarheit, leichte Verschmierungen verschwinden. Doch anders als bei vielen anderen Filter dieser Art kostet die zusätzliche Sauberkeit und Durchhörbarkeit weder Dynamik noch Transparenz. Das beherrscht der Aquarius nicht so souverän. Der „deckelte“ den Klang ein bisschen. Deshalb ist der V5 für mich ein echter Fortschritt.

Fazit IsoTek V5 Elektra

Der neue Stromfilter erweckt den Eindruck, als wäre er die Quintessenz des bisherigen IsoTek-Schaffens: Der V5 Elektra ist gut verarbeitet und sieht zudem so elegant und wertig aus, dass er die Anlage auch optisch bereichert. Dass er (wie üblich) einen Blitzschutz darstellt und eine gemeinsame Komplettabschaltung der Anlage ermöglicht, ist äußerst angenehm. Seine sechs Steckplaätze reichen für fast alle HiFi-Anlagen. Doch vor allem aber wirkt der Filter klanglich so überzeugend-gut, verleihz dem Klangbild Konturen und Finesse ohne die Dynamik einzubremsen.

Und so ist auch dessen Preis von 1.600 Euro absolut OK. Um wirklich noch mehr Klang durch sauberen Strom zu bekommen, braucht es dann schon die sogenannten Conditioner. Und die sind um ein Vielfaches teurer. Wer das Thema Strom mit einem bezahlbaren No-Nonsens-Produkt angehen möchte, liegt mit dem V5 Elektra goldrichtig.

IsoTek V5 Elektra
2023/01
Test-Ergebnis: 4,4
SEHR GUT
Bewertung
Klanggewinn
P
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Gute Filterwirkung ohne Dynamik-Einbußen
Auch für Verstärker und Endstufen geeeignet
Gute Verarbeitung
Eingebauter Blitzschutz

Vertrieb:
IDC Klaassen
Am Brambusch 22
44536 Lünen
www.idc-klaassen.com

Preis (Hersteller-Empfehlung):
Isotek V5 Elektra: 1.600 Euro


Die technischen Daten

IsoTek V5 Elektra
Technisches Konzept:Strom-Filter
Steckdosenplätze:2 x Hochstrom (10A) und 4 x Niederstrom (5A)
Zusatzfunktion:
Blitz-Schutz
Besonderheiten:Sternförmige Masseverdrahtung
Abmessungen (B x H x T:43,5 x 17,0 x 48,5 cm
Gewicht:
9,0 Kilo
Alle technischen Daten
Mehr von Isotek:

Test IsoTek EVO3 Aquarius und IsoTek EVO3 Syncro

 

Autor: Holger Biermann

Avatar-Foto
Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.