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IsoTek EVO3 Aquarius mit Synchro
Konzeptionell schlau gemacht und top verarbeitet: der IsoTek EVO3 Aquarius (hinten, 1.395 Euro) und das DC-filternde Netzkabel Syncro für 1.750 Euro (Foto: H. Biermann)

Test IsoTek EVO3 Aquarius und IsoTek EVO3 Syncro

Sehr früh morgens und an dunklen Winternachmittagen passieren im LowBeats Hörraum mitunter seltsame Dinge. Dann nämlich entwickeln einige der angeschlossenen Geräte ein skurriles Eigenleben: Ihre Netztrafos, vorwiegend solche in Ringkernbauweise, die sich zuvor noch angemessen ruhig verhielten, beginnen mechanisch zu brummen. Nicht laut, aber vernehmbar – und es endet ebenso plötzlich, wie es begonnen hat. Das Ganze kann an beliebigen Tagen auftreten – außer sonntags. „Am Sonntag hat bei uns auch das Netzbrumm frei“, sage ich dazu immer, wenn ich die Geschichte erzähle und in der Regel ungläubiges Staunen ernte. Außer bei Uwe Kuphal. Der Vertriebsleiter von IDC Klaassen, dem ich die Geschichte mal abends bei einem Bier erzählte, war überhaupt nicht überrascht, sondern sagte nur: „Ich hätte da was für dich. Ich schicke dir mal eine IsoTek EVO3 Syncro und ein IsoTek EVO3 Aquarius.“

IsoTek EVO3 Synchro
Super verarbeitet: Die DC-Filterbauteile des Syncro sitzen in einem festen Metallgehäuse, das auf Gummiringen gelagert ist. Eine blaue LED zeugt vom Betrieb (Foto: H. Biermann)

Kuphal ahnte, was sich bei uns im Hörraum abspielt: Gleichspannungsanteile im Lichtnetz. Jeden Morgen zwischen 5.30 und 7.00 Uhr schaltet der benachbarte Edeka-Markt in seinem Warenlager die Deckenbeleuchtung ein. Vorschaltgeräte für Leuchtstofflampen, Dimmer, Motoren – all das kann unsymmetrische Belastungen im Lichtnetz verursachen. Die Folge von solch „schiefhängenden“ Netzen: Gleichspannungsanteile in der ursprünglich symmetrischen Wellenform.

Speziell Ringkerntransformatoren können auf solche Gleichspannungskomponenten mitunter ziemlich heftig mit hörbarem, mechanischen Brumm reagieren. Das hat nichts mit lose gewickelten Windungen oder lockeren Kernblechen bei minderwertigen Trafos zu tun – die brummen ohnehin. Vielmehr geraten auch gute, sorgfältig vergossene Ringkerntrafos durch Lichtnetz-bedingte DC-Komponenten recht schnell in den Bereich ihrer magnetischen Sättigung – und dann hört man’s ordentlich knarzen. Normale Transformatoren haben höhere magnetische Verluste und reagieren daher weniger empfindlich auf solche netzbedingten DC-Anteile.

Nun höre ich um diese Uhrzeit nur sehr selten im Hörraum, weshalb mich diese zeitlich ja sehr begrenzte Sache eher amüsiert als stört. Aber ich wollte ihr auf den Grund gehen. Und Kuphals Versprechungen machten mich natürlich neugierig…

IsoTek EVO3 Aquarius mit Synchro2
Im Team besser und günstiger: IsoTek EVO Aquarius (hinten) und Syncro (Foto: H. Biermann)

Wie von ihm angedroht kam ein Paket, bestehend aus der Gleichstrom-eleminierenden Zuleitung namens IsoTek EVO3 Synchro und dem Mehrfach-Steckdosenfilter IsoTek EVO3 Aquarius.

Ich muss dazu sagen, dass ich vor 10 – 12 Jahren sehr viel mit Netzfiltern, Trenntrafos etc. experimentiert habe und danach eigentlich keine Lust mehr auf das Thema hatte. Man hört zwar immer irgendetwas, aber ob das wirklich besser ist, bleibt meist unklar.

Bei starken Netzverunreinigungen, wie sie in größeren Bürohäusern mit vielen Computern zwangsläufig der Fall sind, hört man den Einsatz solcher Filter schnell heraus und empfindet sie auch als großen Fortschritt.

Ist das Stromnetz weniger belastet, die Anlage ordentlich aufgestellt und sind Störer wie Handy-, Funkmasten oder Bluetooth-Geräte weit genug weg, gibt es in der Regel keinen oder nur einen sehr kleinen klanglichen Fortschritt, weil Filter nun einmal was machen? Genau: filtern.

IsoTek EVO3 Synchro im Karton
Das EVO3 Syncro ist ein exzellentes Stromkabel mit hochwertigen Steckern und mittig angebrachtem DC-Filter im Metallkorpus. Der Preis liegt bei 1.749 Euro (Foto: H. Biermann)

Zurück in den LowBeats Hifi-Hörraum, morgens um 7.00 Uhr, wenn die Welt noch in Ordnung ist und die Trafos fröhlich brummen. Beziehungsweise brummten. Mit dem IsoTek EVO3 Syncro war tatsächlich Schluss mit Brummen. Für alle HiFi-Fans, die unter diesem Problem leiden (und die dadurch klangliche Beeinträchtigungen haben), hat IsoTek also ein veritables Gegenmittel im Angebot.

Der Gleichstromfilter funktioniert offenkundig sehr gut. Nun lässt sich IsoTek-Chefentwickler und -Geschäftsführer Keith Martin leider überhaupt nicht in die Karten schauen, was genau er denn da im EVO3 Syncro tatsächlich verbaut.

Das rundliche, sehr solide, schön gemachte Metallgehäuse ließ sich selbst durch gutes Zureden von mir nicht öffnen. Aber ich weiß, dass ein solcher DC-Filter in der Regel schon mit wenigen Bauteilen realisiert werden kann. Vor diesem Hintergrund ist das EVO3 Syncro nicht unbedingt ein Schnäppchen.

 IsoTek EVO3 Synchro
Der Aufbau des IsoTek EVO3 Synchro zeigt einen beachtlichen Aufwand. Leider gibt es kein Schaubild zum Aufbau des DC-Filters… (Quelle: IsoTek)

Allerdings ist das Spezialkabel ja nicht nur DC-Filter, sondern auch noch ein exzellentes Stromkabel – siehe Aufschnittbild oben. Und wenn man jetzt Kabel plus Filter mit einem Mehrfach-Steckdosenfilter wie dem IsoTek EVO3 Aquarius kombiniert (wie wir es im LowBeats Hörraum gemacht haben, um alle Geräte ruhig zu bekommen), wird die Sache wieder schlüssig.

IsoTek EVO3 Aquarius Steckplätze
Der IsoTek EVO3 Aquarius von hinten: sauber verarbeitetes Gehäuse „Made in GB“ und Steckdosenplätze für vier Quellgeräte wie CD-Player oder Vorstufen sowie zwei Leistungsdosen (roter Bereich) für Endstufen, Aktivboxen oder Subwoofer (Foto: H. Biermann)

Der IsoTek EVO3 Aquarius ist eine durchaus beeindruckende Komponente mit dem Erscheinungsbild einer Endstufe und einem Gewicht, das nicht unbedingt auf eine aktive Steckdosenleiste schließen ließe: 9,0 Kilo bringt das gute Stück auf die Waage – ein Hinweis auch auf die Qualität der Verarbeitung.

IsoTek EVO3 Aquarius Front4
Äußerlich ähnelt der IsoTek EVO3 Aquarius mit seiner kantig-mächtigen Aluminiumfront und dem schweren und sehr stabilen Gehäuse eher einer Endstufe als einer Steckdosenleiste (Foto: H. Biermann)

Auch der Aufbau entspricht eher dem einer edlen Elektronik. Jede Dose hat ihre eigene Filterung, jedes Bauteil ist mittels einer schwarzen, dämpfenden Kunststoffmasse quasi mit dem Boden vergossen. Auch die Innenverkabelung ist natürlich top: Sie besteht aus hochreinen OFC-Kupfer-Leitern, die zusätzlich versilbert wurden.

Die Leiter sind mit einem Kunststoffmantel (FEP) umhüllt und nutzen ein virtuelles Luft-Dielektrikum. Kurz: es sind die gleichen, sehr hochwertigen Leiter, die IsoTek auch für seine Stromkabel verwendet.

IsoTek EVO3 Aquarius Filter
Jede Dose hat ihre eigenen Filter, alle Bauteile sind vergossen. Besser geht es nicht (Foto: H. Biermann)

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