Cabasse Riga 2 mit Perasl Sub
Cabasse hat mit dem The Pearl Sub einen ebenso bassstarken wie smarten Subwoofer im Programm. Zusammen mit den Riga 2 Kugel-Lautsprechern entsteht eine optisch originelle und klanglich extrem überzeugende Kombination. Kostenpunkt: 8.000 Euro (Foto: Cabasse)

Test Subwoofer/Satelliten-System Cabasse The Pearl Sub + Grand Riga 2

Vor einigen Jahren positionierte sich Cabasse mit The Pearl auf dem angesagten Feld der Streaming-Aktiv-Lautsprecher. Die Perle unter den Lautsprechern kam ohne Kette (also Kabel) aus. Alles, was zur Musikwiedergabe benötigt wurde, befand sich an Bord des All-in-One-Systems. Audio-Streaming war über LAN oder WLAN möglich oder via Bluetooth vom Smartphone. Diese Funktionalität findet sich jetzt ebenfalls in The Pearl Sub, der direkt von der gleichgroßen 3-Wege-Aktiv-Box abstammt. Es fehlt halt nur der Mittelhochton-Koax. Dieser Subwoofer sieht nicht nur originell aus: Aufgrund seiner umfassenden Möglichkeiten kann er mit vielen Satelliten-Lautsprecher kombiniert werden – idealer Weise mit den Kugellautsprechern der Franzosen. Wir bestellten den Cabasse The Pearl Sub + Grand Riga 2 in die Redaktion. Es ist die wahrscheinlich schlüssigste Kombination.

Cabasse The Pearl Sub + Grand Riga 2: mehr Sein als Design

Als direkter Nachfahre der „smarten“ The Pearl“ lässt sich auch der neue Subwoofer über eine Bluetooth-Fernbedienung oder die Smartphone App Cabasse StreamControl für iOS oder Android steuern. Auch er hat seine eigene Endstufe und das Hi-Res-Streaming-Modul der Pearl an Bord. Zwar kann er durch den Wegfall des 2-Wege-Koxial-Chassis für den Mittel-Hochton-Bereich nur die unteren Oktaven wiedergeben, doch kann er mit seiner integrierten Stereo-Endstufe zwei passive Satelliten standesgemäß mitversorgen. Schließlich stehen insgesamt 1.600 Watt Sinusleistung zur Verfügung: 2 x 300 Watt für die Satelliten, 1000 Watt für den Subwoofer.

Spätestens beim Blick auf die technischen Details wird deutlich: Beim Pearl Sub handelt es sich nicht um ein niedliches Designer-Boxen-Set, mit dem die Franzosen den US-Kollegen von Sonos in die Parade fahren wollen. Schließlich unterstreicht auch der Preis von 3.000 Euro den gehobenen Anspruch, der sich im Set mit den einzeln ab 2.340 Euro angebotenen Riga-Satelliten auf High-End-Niveau bewegt: Für das 2.1-System sind im Paket 6.890 Euro zu berappen. Wer sich wie wir für die Grand Riga mit filigranen Ständern entscheidet, muss fürs Set sogar rund 8.000 Euro locker machen.

Cabasse Riga 2 auf Ständer
Die grazilen Bodenständer der Grand Riga 2 gibt es in vier verschiedenen Farbausführungen. Sie bringen die Riga auf die richtige Höhe (Foto: Cabasse)

Dafür gibt es nicht nur formvollendetes Design, sondern auch Top-Finish mit hoher Anfassqualität: 20 Kilo wiegt der Aktiv-Subwoofer als Herzstück der gesamten Stereo-Anlage, die Grand Riga 2 bringen noch einmal 14 Kilo pro Stück auf die Waage.

Den Tieftöner des The Pearl Sub haben die Entwickler auf der Unterseite, der auf einem massiven Metallbügel schwebenden Kugel versteckt. Bei The Pearl befand er sich dagegen auf der Rückseite.  Es handelt sich aber um den gleichen 25-cm-HELD-Tieftöner, der auch im Urahn der Pearl-Serie seinen Dienst verrichtete.

Cabasse Peral Subwoogfer Explosionszeichnung
Der Cabasse The Pearl Sub nutzt den Tieftöner der Ur-Pearl, deren Bi-Koax entfällt. Außerdem wanderte der Bass-Treiber von der Rückseite in den Boden des Subwoofers (Foto: Cabasse)

Auch die Streaming-Technologie findet sich in dem geschlossenen Subwoofer wieder. Sie unterstützt die Streaming-Dienste Qobuz, Deezer, Spotify, Napster sowie Tidal und ermöglicht Hi-Res-Streaming übers Netzwerk. Auch die Einmess-Automatik (CRCS). des Pear Sub wurde von The Pearl übernommen. Mit dem DEAP-System bezieht sie smarterweise gleich noch die Satelliten mit ein. Aktuell lassen sich in der Cabasse App drei Lautsprecher-Linien in verschiedenen Varianten auswählen: iO 1/2/3, Riga 1/2 und Baltic 4/5.

Simples Setup

Da sich DEAP die Boxen-Profile aus der Cloud holt, könnte Cabasse bei neuen Kugel-Boxen die Bibliothek erweitern und rein theoretisch auch jederzeit Boxen von Drittanbietern einbeziehen. Das Profil ermöglicht die automatische Anpassung des Subwoofers an die Satelliten. Der Nutzer kann sich damit manuelle Justage von Übergangsfrequenz oder Pegelanpassung sparen. Nur die die Art der Aufstellung muss man in der App angeben. Wird dann noch die Einmessung mit dem integrierten Mikrofon des Subwoofers gestartet, ist das System schnell einsatzbereit. Anschließend kann der Nutzer in der App per Klang-Presets beispielsweise die Bässe anheben oder die Höhen absenken.

Cabasse The Pearl Sub Fernbedienung
Die Bedienung ist auch ohne App möglich: Über die chic gemachte Fernbedienung (Foto: H. Biermann)

Die Riga-2-Satelliten vertrauen auf das BC-17-Chassis, das von Cabasse selbst entwickelt wurde. Es handelt sich dabei um einen 2-Wege-Koax, dessen Hochtonchassis mit einer 28 mm großen Kaladex-Membran ausgerüstet ist. Das Ring-Tief-Mittel-Tonchassis verfügt über eine 17 cm durchmessende Duocell-Membran. Die schlanken Standfüße der Grand Riga 2 gibt es in den Farbkombinationen Eiche hell / schwarz, Schwarz / Schwarz, Eiche hell / Weiß sowie Schwarz / Weiß.

Cabasse Riga 2 Koax
Die Cabasse Grand Riga 2 arbeitet mit dem bekannten BC-17 Koax. Die Tiefton-Membran ist nach außen gewölbt und greift so die Kugelform auf (Foto: H. Biermann)

Eine runde Sache auch in der Konnektivität

Was die Konnektivität des 2.1-Sets betrifft, gibt sich das Trio aus Cabasse The Pearl Sub + Grand Riga 2 ausgesprochen flexibel. Neben den erwähnten Streaming-Diensten oder Bluetooth steht Musikwiedergabe über einen analogen Cinch-Eingang zur Auswahl. Für Fernseher gibt es noch einen Toslink-Lichtleiter-Digital-Eingang. Die beiden Boxen werden an sehr solide Karbon-Klemmen auf der Rückseite des Pearl Sub angeschlossen. Die restlichen Anschlüsse befinden sich auf der Unterseite, wo sie am wenigsten auffallen.

Cabasse The Pearl Sub + Grand Riga 2 im LowBeats Wohnhörraum
Der Wohnhörraum von LowBeats ist akustisch recht schwierig. Aber weil man den Bassbereich am The Pearl Sub einmessen kann, bekommt man die schwierigsten Bereiche gut in den Griff (Foto: H. Biermann)

Ganz großes Kopfkino: der Hörtest

Schon das Tiefton-Fundament stellte dem Kugel-Ensemble ein sehr gutes Zeugnis aus. Im Gegensatz zur Ur-Pearl, die in den unteren Oktaven gerne mal etwas übertrieb und dabei eher dicklich und weich – nichtsdestotrotz eindrucksvoll – wirkte, lieferte The Pearl Sub im Verbund mit den Grand Riga Bass nach Maß. Besonders das perfekte Timing begeisterte. Der Punch kam auf den Punkt genau, das Trio darf als schöner Beleg für das Konzept der Punktschallquelle gelten, weil alle ortbaren Frequenzen jedes Kanals über 150 Hz dank Bi-Koaxial-Bauweise aus dem gleichen Ursprung entweichen. Und die kleinen, kugelförmigen Gehäuse sorgen dafür, dass sich die Schallwellen frei von Kantenbrechungseffekten oder schädlichen Schallwandreflexionen über einen weiten Abstrahlbereich entfalten können. Das hört man einfach. Sofort.

Unter anderem deshalb, sich die Musik vollkommen von diesen Kugeln löst. Und weil die räumliche Darstellung ein Hammer ist. Das Klangbild hat nicht nur eine imposante Höhe und Breite: Die Tiefe wird nur von ganz wenigen Systemen erreicht. Man ist sprachlos, weil man eine solch große Klangbühne von so drei vergleichsweise kleinen Kugeln gar nicht erwartet. Und dann wären da noch diese dynamischen Fähigkeiten der Kugeln. Bei impulsiver Musik blühten die Instrumente – von Klavier über Gitarren bis zum Schlagzeug – förmlich auf. Dem Trio gelingt eine extrem impulsgenaue Wiedergabe. Schläge auf die Snare-Drum kommen mit genau dieser Attacke und Präzision, wie man sie auf einem Live-Konzert erlebt, wenn man gut beziehungsweise nah an der Band steht. Auch Stimmen klingen mit dem Cabasse Trio ungemein präsent und glaubwürdig – hier wird die Ähnlichkeit zur größeren, bei LowBeats schon unlängst getesteten Baltic deutlich.

Und wie auch die großen Baltic  tendieren die etwas kleineren Grand Riga 2 ab und an zur Strenge. Denn Cabasse-typisch sind auch die Grand Riga 2 in den Mitten auf Klarheit und Präsenz abgestimmt. Dieser Charakterzug unterstreicht ihre umwerfende Impulsivität und alles das, was man als Live-Feeling zusammenfassen könnte.

Womit kann man so ein System wie Cabasse The Pearl Sub + Grand Riga 2 vergleichen? Der Vergleich fällt schwer, weil der Subwoofer so komplex ist. Am einfachsten vielleicht mit der Baltic 4 und dem Subwoofer Santorin 30-500. Das große Set spielt souveräner, pegelfester und auch im Bass fester. Aber im Mittelhochtonbereich und in Bezug auf die atemberaubende Räumlichkeit sind beide sehr ähnlich. Zudem ist das Trio um den The Pearl Sub um einiges moderner, hübscher und letztendlich günstiger.

Fazit: Cabasse The Pearl Sub und Grand Riga 2

Erst einmal ist die Basswiedergabe des Trios höchst erstaunlich: Das kommt alles aus dieser kleinen Kugel? Ja. Ein Hochleistungs-Bass, eine kluge Entzerrung und sehr viel Leistung machen es möglich. Aber auch die Bedienung und die immer besser werdende App weisen hier in die richtige Richtung. Und so sind The Pearl Sub und Grand Riga 2 für all jene DIE Lösung, die Sonos-Funktionalität mit App-Steuerung und Multi-Room-Audio wünschen, aber beim Klang zu keinerlei Kompromissen bereit sind.

Im LowBeats Hörraum gab es bis auf die stylische Optik und die lässige Bedienung keinen Unterschied zu konventionellen High-End-Systemen. Die zierlich anmutenden Kugeln waren eine Macht. Sie spielten laut, lässig und sehr kräftig auf. Bühnengröße und Bass-Fundament entsprachen dem, was man von deutlich größeren, sperrig anmutenden Holzkisten gewohnt ist. Keine Spur von niedlichem Designer-HiFi. Das war schon große Kunst. Gerade in Punkto Abbildung waren die drei Franzosen eine Klasse für sich – sowohl, was Ortbarkeit, Fokus und Stabilität betraf.

Cabasse The Pearl Sub + Grand Riga 2
2021/04
Test-Ergebnis: 4,6
ÜBERRAGEND
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Druckvoller, natürlicher Klang mit sauberem, tiefreichendem Bass und extrem stabiler Abbildung
Einmessautomatik und automatische Anpassung von Subwoofer und Satelliten
Lässt sich perfekt in anspruchsvolles Wohnambiente integrieren
Abgesehen von kleinen Übersetzungsfehlern vielseitige und nutzerfreundliche App

Vertrieb:
ATR – Audio Trade
Schenkendorfstraße 29
45472 Mülheim an der Ruhr
www.audiotra.de

Preis (Hersteller-Empfehlung):
Cabasse The Pear Sub + Grand Riga 2: 8.000 Euro (Setpreis)

Technische Daten

Cabasse The Pearl Sub + Grand Riga 2
Konzept:Teilaktives Wireless 2.1 System
Bestückung:1 x 25 cm Bass (Sub), 1 x 17 cm Mitteltöner, 1 x 2,8 cm Hochtonkalotte in Koaxialanordnung
Besonderheit:Automatische Systemanpassung, Einmessautomatik, App-Steuerung
Eingänge:1 x analog: (Cinch), digital:  1 x optisch, 1 x USB, BT
Abmessungen (B x H x T):33,8 x 32 x 36 cm / 34 x 1.23 x 39 cm (Grand Riga 2 inkl. Füße)
Gewicht:
20,0 / 14,0 Kilogramm
Alle technischen Daten
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Autor: Stefan Schickedanz

Stefan Schickedanz
Schneller testet keiner. Deutschlands einziger HiFi-Redakteur mit Rennfahrer-Genen betreut bei LowBeats den Bereich HiFi im Auto sowie die Themengebiete Mobile- und Smart-Audio.