Ansuz Sparkz TC3 01
Mit der neuen, verbesserten Version seines Entstör-Steckers Sparkz TC3 für Stromsteckdosen verspricht Ansuz Acoustic eine noch deutlichere Klangsteigerung. (Foto: Ansuz)

Ansuz Sparkz TC3: Stromnetz-Entstörung mit Radar-Technik

Audio-Wiedergabesysteme auf absolutem High-End-Niveau, deren Klang wirklich mitreißen und das Hobby HiFi zu einem beglückenden Erlebnis machen soll, müssen auf allen Wegen optimiert und perfekt abgestimmt sein. Wer sich mit der Materie befasst, weiß, dass eine gute, „saubere“ Stromversorgung daran einen großen Anteil hat. Entsprechendes Zubehör für diese Aufgabe gibt es zuhauf. Einen außergewöhnlichen Ansatz zu diesem Thema – und zur Thema Signalreinhaltung im Allgemeinen – bietet der dänische Hersteller Ansuz (Audio Group Denmark).

Mastermind und Chefentwickler Michael Børresen, dessen Ideen auch in den gleichnamigen Lautsprechern und in der Aavik-Elektronik stecken, hat nun seine bereits erfolgreich etablierten Sparkz-Stecker zur Stromnetzentstörung zur 3. Generation weiterentwickelt. Das neue Modell heißt dementsprechend Sparkz TC3, wobei TC für Tesla Coil steht.

Was hat das mit Tesla zu tun?

Tesla ist diesem Fall nur ein Marketing-Oberbegriff in Anlehnung an den großen Physiker, nicht an die Automarke. Technisch gesehen hat die Ansuz-Entwicklung so gut wie nichts mit den gigantischen, von Nikola Tesla erfundenen Spulen zu tun. Hier steht der Name für eine aus der Radartechnik entliehene analoge Dithering-Methode, die für stärkere Signale und damit größere Reichweite sorgt.

Ansuz Sparkz TC3 02
Die Sparkz TC3 haben ein robustes POM-Gehäuse und vergoldete Kontakte. (Foto: Ansuz)

In den Sparkz TC3 „Entstörsteckern“ sowie in vielen anderen Produkten der Audio Group Denmark kommen ganze Armeen spezieller handgewickelter Doppelspulen zum Einsatz (double inverted coil). Beide Spulenwindungen sind mit Spannung beaufschlagt und senden pulsierende Signale mit genau definierten Frequenzen aus. Die werden auf den jeweiligen Wicklungen gegenphasig verarbeitet. Durch dieses analoge Dithering-Signal (Dithering = Fehlerdiffusion) soll sich das Musiksignal deutlicher vom dem unvermeidlichen Rauschgrund abheben und damit quasi verstärkt werden.

Ansuz erklärt das in seiner Produktbeschreibung des TC3 wie folgt: „Wenn die Teslaspule eine Spannungsspitze erfasst, wird eine Gegenspule aktiviert, um das Rauschen zu eliminieren. Da Rauschspitzen reine Spannung sind und praktisch keine Ladung tragen, ist die Auslöschung recht gut, aber nicht 100 %. Wenn mehrere P-TC-Spulen parallelgeschaltet werden, erhöht sich die Wirkung der Rauschunterdrückung beträchtlich, so dass der Rauschpegel auf ein noch nie dagewesenes Niveau gesenkt wird.“

Ansuz Sparkz TC3 03
Die Sparkz Plugs sind aktive Komponenten. Das in ihnen erzeugte Signal verbraucht rund 0,4 Watt (Foto: Ansuz)

Da so etwas in der Audiotechnik bislang nicht eingesetzt wurde, mag das für manchen weit hergeholt klingen, aber genau so funktioniert das bei Radarsignalen nachweislich auch. Und die klanglichen Fähigkeiten der Børresen-Schöpfungen sind der Beleg, dass diese Technik auf Audio-Signalverarbeitung und auch auf die Stromversorgung anwendbar ist. Der Effekt ist vor allem eine große und klar definierte Klangbühne vor einem absolut „schwarzen“ Hintergrund.

Was bietet der neue Sparkz TC3?

Das ist schnell erklärt: Der Fortschritt in den neuen TC3-Steckern besteht laut Ansuz in einer noch besseren Kalibrierung und damit Genauigkeit der gegenphasig pulsierenden Signale.

Inzwischen habe ich mit verschiedenen Børresen-Produkten, die über diverse Arten der hauseigenen Tesla-Spulen verfügen, einige Erfahrungen gesammelt – siehe Bericht. So war beispielsweise der Einsatz der Ansuz Mainz8 TC Steckerleiste in meinem System ein klanglich ordentlicher Gewinn. Zusätzlich eingesetzte TC2 Entstörstecker verstärkten den Effekt zwar weiter, aber nicht so prägnant, wie die Netzleiste selbst. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass die Sparkz TC2 in anderen Netzleisten ohne Tesla-Spulen eine teils deutlich größere Wirkung entfalten. In den Ansuz-Leisten verstärkt sich der Effekt zwar, aber mit jedem zusätzlichen Sparkz Plug fällt auch eine freie Steckdose weg.

Ansuz Mainz8 mit X2 und Sparkz
Die 8-fach Netzleiste Ansuz Mainz8 TC (mit Tesla-Spulen) kostet 1.500€. (Basisversion ohne TC 1.000€.) Der Netzverteiler machte sich klanglich deutlich positiv bemerkbar. Mit zusätzlichen Sparkz Plugs (hier noch die TC2-Version) verstärkte sich der Effekt (Foto: F. Borowski)

Das Stromnetz in meinem Hörraum ist von sich aus schon vergleichsweise „sauber“, weil hier wenige Industrieanlagen und sonstige Störer in der Nähe sind. Auch im Haus, wo die meisten Störungen durch Verbraucher wie Lampen, Schaltnetzteile u.s.w. entstehen, kann ich die Beeinflussungen durch andere Geräte auf einem sehr niedrigen Niveau halten. In anderen Stromnetzen habe ich mit Sparkz-Steckern und Mainz-Netzleisten schon sehr viel größere Klangverbesserungen vernommen. Letztlich muss also jeder vor Ort in seiner Anlage selbst ausprobieren, ob sich der Einsatz lohnt.

Die neuen Ansuz Sparkz TC3 haben einen Stückpreis von 1.200 Euro und sind ab sofort im Fachhandel erhältlich.

Mehr von Audio Group Denmark:

Test: Ansuz Acoustics LAN PowerSwitch X-TC: überlegenes Netzwerk-Streaming
Test Standbox Børresen 02 SSE: mehr Silber, mehr Musik?
Test Aavik I-580: Dieser Vollverstärker macht vieles anders – und klingt überirdisch gut
Der Vollverstärker-Doppeltest: Aavik I-180 vs Aavik I-280

Autor: Frank Borowski

Avatar-Foto
LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.