Ansuz Acoustics PowerSwitch vorn
Beim Musik-Streaming wird die Netzwerktechnik vor den Audio-Komponenten immer wichtiger. Die Highender von Ansuz Acoustics gehen das Thema sehr konsequent an: ihr "Einsteiger-Switch" namens PowerSwitch X-TC kostet 2.000 Euro. Aber er klingt fantastisch (Foto: F. Borowski)

Test: Ansuz Acoustics LAN PowerSwitch X-TC: überlegenes Netzwerk-Streaming

Audio-Streaming beginnt schon vor dem Streamer. Wer optimalen Klang will, sollte für bestmögliche Bedingungen im Heimnetzwerk sorgen. Ein für Audio optimierter Netzwerk-Switch kann Wunder wirken, wie der Ansuz Acoustics PowerSwitch X-TC im LowBeats Test eindrucksvoll bewiesen hat.

Wenn Sie gelegentlich oder regelmäßig die einschlägigen HiFi-Messen im Land besuchen, ist Ihnen die Marke Ansuz Acoustics vielleicht schon mal aufgefallen. Ansonsten ist der Name hierzulande noch eher unbekannt. Unerschrockene Klangsucher sollten sich die Marke aber einprägen, denn das aus Dänemark stammende Zubehör hat es in sich.

Ansuz ist eine Untermarke des Dänen Michael Børresen, der mit seinen Lautsprechern unter eigenem Namen bei mir bereits schwer Eindruck hinterlassen hat, wie Sie im Test der Kompaktlautsprechers Børresen 01 nachlesen können. Danach hielten bei mir die kleinen Standlautsprecher Børresen 02 als oberste Referenz Einzug. Näheres zu Børresen und seinen weiteren Marken Ansuz und Aavik Acoustics erfahren Sie auch in der Børresen Firmenreportage.

Mit dem Label Ansuz Acoustics decken die Dänen vor allem den Zubehörbereich ab. Das heißt Kabel, Racks, Gerätefüße, Stromverteiler und nun auch Netzwerk-Switches, wie das hier besprochene Einsteigersystem PowerSwitch X-TC für 2.000 Euro. Ja genau: Einsteiger. Børresen hat sich voll und ganz der kompromisslosen Erforschung audiophiler Grenzbereiche verschrieben. Daher sind die Preislisten seiner drei Marken auch nichts für schwache Nerven bzw. Sparfüchse.

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Ansuz Acoustics Power Switch oben
Schlicht, elegant und massiv. Der Ansuz Acoustics PowerSwitch X-TC (Foto: F. Borowski)
Ansuz Power Switch Anschlüsse
Acht LAN-Ports und zehn Power-Anschlüsse für aktiv geschirmte Ansuz-Kabel. Das Netzteil ist intern verbaut (Foto: F. Borowski)
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Derzeit finden sich im Ansuz Sortiment vier Netzwerk-Switches, angefangen mit dem Modell X-TC bis hin zum D-TC Supreme für schlappe 12.000 Euro. Wer hier Vergleiche mit gängigen Switches für Heimnetzwerke anstellt, die es schon für weniger als 20 Euro zu kaufen gibt, ist allerdings auf dem falschen Dampfer. Selbst wenn die Funktion tatsächlich exakt die gleiche ist – nämlich Daten vom Internet-Router per Ethernet-Protokoll auf verschiedene Geräte im lokalen Netzwerk zu verteilen.

Neben dem PowerSwitch X-TC hat mir Børresen Vertriebsleiter Frits Dalmose für diesen Test zusätzlich ein paar Kabel aus der Ansuz-Einsteigerserie „X“ zur Verfügung gestellt: zwei Ethernetkabel in unterschiedlichen Längen, ein Netzkabel und ein drei Meter langes USB-Kabel. Der Hintergrund: Børresen verfolgt mit seinen Komponenten einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem alle Einzelteile der Kette den gleichen Prinzipien zur elektrischen und mechanischen Erdung folgen. Und zwar einschließlich solch scheinbar nebensächlicher Dinge wie dem Rack und den Gerätefüßen. Es gibt nur wenige HiFi-Hersteller, die das derart konsequent durchziehen.

Und wie üblich bei  Børresen/Ansuz sind auch die mitgelieferten Kabel von bester Qualität:

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Ansuz Acoustics Stecker
Der Schuko-Stecker des Ansuz X Netzkabels (Foto: F. Borowski)
Ansuz Acoustics Netzwerkkabel
Für die kräftigen LAN-Kabel kommen besonders solide Stecker zum Einsatz  (Foto: F. Borowski)
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Warum ein dedizierter Switch für Audio? Die Entwicklung digitaler Wiedergabesysteme für Endverbraucher, angefangen mit digitalen Bandmaschinen und der CD Anfang der Achtziger, war und ist von zahlreichen Missverständnissen geprägt. Hieß es zunächst noch, dass Digital die endgültige Lösung für perfekte und vollkommen verlustfreie Signalübertragung wäre, wurde schon wenig später klar, dass von Perfektion eigentlich keine Rede sein kann. Der Klang hielt dem Versprechen schlicht nicht stand.

Die in den Jahrzehnten danach folgenden Weiterentwicklungen insbesondere der CD-Player und D/A-Wandler hat nach und nach Erkenntnisse über Schwachpunkte in der digitalen Audio-Übertragung und -Verarbeitung zutage gefördert, wie beispielsweise den gefürchteten Jitter. Inzwischen gibt es CD-Player auf klanglich allerhöchstem Niveau, die dem Argument, analog klinge grundsätzlich besser, das Wasser abgegraben haben. Nun geht das Zeitalter der Silberscheibe aber seinem Ende entgegen. Neue Übertragungsarten, namentlich Streaming über das Internet oder von lokal im Heimnetz gespeicherten Musikdaten, sind Gegenwart und Zukunft. Physische Datenträger für digitale Musik kommen immer mehr aus der Mode.

Die Einbindung hochwertiger Audiogeräte in die primär für die Computerwelt geschaffenen Netzwerkstrukturen fördern leider neue Schwierigkeiten zutage, die in isolierten, nicht vernetzten Systemen wie CD-Playern keine Rolle spielen. Viele erfahrene High-Ender sind der Meinung, die CD wäre dem Streaming klanglich überlegen. Selbst Hochbit-Files sowie aufwendigste und teuerste Streaming-Player und DACs würden daran nichts ändern. Und ganz unrecht haben diese Stimmen nicht. Wie sich herausstellt, ist nämlich das Netzwerk – egal ob kabelgebunden oder drahtlos – ein Einfallstor für klangschädigende Signalkomponenten.

Wie das? Es handelt sich doch nach wie vor nur um Nullen und Einsen, die, wenn sie ohne Verluste im Streamer ankommen, nicht anders sein können als die Daten von einer CD, oder? Nein. So einfach ist das nicht.

Ein Erklärungsversuch. Der vermutlich größte Schwachpunkt beim Streaming (zumindest nach heutigem Kenntnisstand) ist die Belastung der Netzwerkschnittstellen mit allerlei Datenmüll, der nichts mit den Audiodaten zu tun hat, aber unaufhörlich auf das Eingangstor des Streamers einprasselt. Und zwar in ziemlich chaotischer Weise. Wie ein Ansturm wilder Krieger gegen Burgmauern. Das arme Schlosspersonal hat nun die Aufgabe, Freund und Feind am Tor zu separieren. Das gelingt ihnen in der Regel auch zuverlässig, kostet aber Kraft und sorgt für Unruhe.

Hohe Prozessorlast, so weiß man heute, ist der Feind einer sauberen D/A-Wandlung. Darum gibt es beispielsweise in Audio-Programmen wie Audirvana für PC und Mac Funktionen, mit denen bestimmte Prozesse des Betriebssystems lahmgelegt werden können, damit diese nicht die Audio-Signalverarbeitung stören. Und das ist auch einer der Gründe, warum auf Audio spezialisierte Streamer meist besser klingen als Wiedergabe direkt von Computern mit ihren zahllosen Hintergrundprozessen.

Was mit den Daten im Streamer passiert, ist folgendes: Die Schnittstelle hat die Aufgabe, die reinen Audiodaten von anderen Informationen zu separieren. Dazu gehören gelegentliche Steuerbefehle, Metadaten, aber vielmehr und leider ständig irgendwelche Netzwerkanfragen. Das Problem wird durch Signalrauschen, induziert beispielsweise durch Leitungsverluste, EM-Störungen, billige Signallieferranten etc., weiter verschärft. Je verrauschter das Signal, desto höher ist die Last, die einzelnen Signalkomponenten zu identifizieren, separieren und zeitrichtig weiterzugeben.

Normalerweise laden Streamer erst mal einen Teil oder ein komplettes Musikstück in einen Zwischenspeicher, bevor die Daten von dort weiter an beispielsweise den DSP und später in den DAC zur Analogwandlung geleitet werden. Das legt die Vermutung nahe, dass der chaotische Datenansturm am Netzwerkeingang eigentlich gar keinen Einfluss auf den Klang haben dürfte, weil die Musik ja erst mal ordentlich vorsortiert und zum geordneten Abruf in Reih und Glied gestellt wird. Gestört wird der geordnete Auszug aus dem Puffer jedoch von der Prozessorlast, die von der Datenflut am Eingang verursacht wird. Man kann das sehr schön an den LEDs der meisten Ethernet-Ports erkennen. Die flackern auch dann heftig weiter, wenn die Audiodaten längst im Puffer liegen und auch gerade keine Steuerbefehle anliegen.

Das sorgt für Unruhe, die sich wiederum in Taktschwankungen und elektromagnetischen Interferenzen äußert. Insbesondere die D/A-Wandlung – dem mit Abstand diffizilsten Teil des Prozesses – lässt sich davon deutlich beeinflussen.

Das Ziel ist also, den Datenstrom erst mal so sauber und rauscharm wie möglich zu bekommen, bevor er in den Streamer gelangt, damit dessen Prozessorlast so gering wie möglich gehalten werden kann. Genau für diesen Zweck kommen dezidierte LAN-Switches wie der Ansuz X-TC zum Einsatz. Es gibt inzwischen auch andere Angebote auf diesem Sektor. Beispielsweise liegt mir ein mit 400 Euro deutlich günstigeres Gerät namens Silent Angel Bonn N8 vor, das ich mit dem Ansuz vergleichen konnte. Derzeit warte ich außerdem noch auf den neuen Netzwerk-Switch S100 von Melco (2.000 Euro), der einen etwas anderen Ansatz als die beiden zuvor genannten verfolgt. Das Thema wird uns also in Zukunft noch beschäftigen.

Übrigens: Wer nun glaubt, man könne ja statt LAN einfach WLAN benutzen, weil das dank seiner kabellosen Natur viel besser geeignet sein müsste (z.B. weil es bei WLAN keine galvanische Verbindung zum Router gibt), liegt leider falsch. Einige Experten streiten sich zwar noch, aber WLAN bringt definitiv andere Probleme mit sich, wie schwankende oder schlicht zu geringe Signalstärken, rauschende Transceiver und mehr. Nach meiner Erfahrung ist eine Kabelverbindung meistens die klanglich bessere Wahl. Aber letztendlich kommt es wohl auf die Ausführung der jeweiligen Komponenten an.

Ansuz Acoustics PowerSwitch löst das Problem

Auch wenn Michael Børresen selbst gar keine Streamer in seinem Sortiment hat, so weiß er doch ganz offensichtlich um deren Schwachpunkte. Der PowerSwitch X-TC ist seine günstigste Antwort auf die Netzwerkproblematik. Das Gerät mit dem großen Ansuz-„Bullseye“-Logo fällt erst mal durch seine enorme Größe auf. Herkömmliche Switches wirken demgegenüber winzig, wie Sie in den folgenden drei Fotos im Vergleich mit dem oben genannten Switch von Silent Angel sehen können.

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Ansuz Acoustics PowerSwitch in der Anlage
Digital-Streaming-Setup mit dem gewaltigen Ansuz Acoustics PowerSwitch im Vordergrund (Foto: F. Borowski)
Ansuz Acoustics PowerSwitch im Einsatz
Das Gehäuse des PowerSwitch besteht tatsächlich aus Holz (-Komposit) und ist fantastisch sauber verarbeitet (Foto: F. Borowski)
Ansuz Acoustics PowerSwitch
Der kleine Kasten hier auf dem Rücken des PowerSwitch ist der im Text erwähnte Silent Angel Switch mit Namen „Bonn 8“ (Foto: F. Borowski)
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Das Gehäuse ist eine Wucht und für eine Netzwerkkomponente sowohl in der Qualität, als auch in der Anmutung einzigartig. Es besteht aus einer Art Holz-Komposit mit hoher innerer Dämpfung. Es wird aus einem vollen Block gefräst. Ein Gehäuse aus Aluminium oder anderen Metallen kam nicht in Frage, weil diese mit den hochfrequenten Signalen interagieren können (Hysterese-Effekt) und ein unschönes Resonanzverhalten haben. Auch bei seinen Netzstromverteilern setzt Ansuz auf dieses Material. Ein Vorteil des großen Gehäuses ist, dass es auch von schweren und steifen Kabeln nicht vom Rack gezogen wird (ganz im Gegensatz zu dem Silent Angel Bonn N8 im Vergleich).

Der Ansuz besitzt acht RJ45 Gigabit-LAN-Ports an der Rückseite, sowie eine Kaltgerätebuchse für Strom. Hier zeigt sich schon eine Besonderheit: Im Gegensatz zu anderen Switches hat der Däne ein internes Netzteil. Und zwar ein eigens entwickeltes, besonders stabiles Resonance-Mode Netzteil aus der Schmiede von Børresens Elektronikmarke Aavik Acoustics. Im Gegensatz zu sonst üblichen Schaltnetzteilen arbeitet es mit Sinuswellen, ist aber deutlich effizienter als vergleichbar große Linearnetzteile mit Ringkerntrafos.

Diesen Punkt sollte man nicht unterschätzen. Netzteile unterliegen strengen Vorschriften, deren Einhaltung und Genehmigung viel Geld kostet. Schon die kleinste Anpassung an andere Elektronik erfordert eine erneute Zulassungsprozedur. Genau deswegen kaufen die meisten – selbst Melco beim S100 – lieber ein bereits zugelassenes, auf dem Markt billig verfügbares und in Massen produziertes Netzteil dazu. Dabei reagieren Netzwerk-Switches erstaunlich empfindlich auf die Netzteilqualität. Børresens Ansatz ist hier jedenfalls sehr eigenständig und konsequent.

Eine weitere Besonderheit findet sich in Form von zehn kleinen Buchsen unterhalb der LAN-Ports. Diese liefern eine 5-V-Spannung für Ansuz’ aktiv geschirmte Kabel der sündhaft teuren Top-Serien. Diese zusätzliche Möglichkeit konnte ich bislang noch nicht ausprobieren, da die vorliegenden X-Serie-Kabel nicht aktiv geschirmt sind, aber das werde ich versuchen, irgendwann nachzuholen.

Einen Schreck bekommt man beim Blick ins Innere des Gehäuses. Das ist nämlich zu etwa drei Vierteln leer. Lediglich im Bereich der Rückseite finden sich zwei übereinander angeordnete, doppelseitige Platinen mit den Bauteilen und dem Netzteil. Ausnahmsweise ist Rationalisierung hierfür der Grund. Dasselbe Gehäuse, nur teilweise noch etwas aufgehübscht, kommt nämlich auch in den teureren Modellen zum Einsatz. Im Falle des PowerSwitch D-TC Supreme füllen dann die Børresen-eigenen Tesla-Spulen und und weitere Bauteile das Gehäuse gut aus.

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Ansuz Acoustics X-TC inside
Viel Platz: Ein Blick ins Innere des Einstiegsmodells Ansuz Acoustics PowerSwitch X-TC. Dasselbe Gehäuse wird auch für die größeren Modellvarianten genutzt…
Ansuz Acoustics D-TC inside
… die deutlich mehr Bauteile aufweisen, wie hier im Topmodell D-TC Supreme zu sehen (Foto: Ansuz)
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Der Praxisteil ist schnell abgehakt, denn ein Ethernet-Switch verlangt nicht nach Knöpfen und Bedienung. Einfach ein Stromkabel anschließen (einen On/Off-Schalter gibt es nicht), Netzwerkkabel vom Router einstecken, Endgeräte mit weiteren LAN-Kabeln verbinden, und läuft. Optional wäre beim Ansuz noch die Spannungsversorgung aktiver Kabel anzuschließen. Die Traffic-LEDs an den LAN-Buchsen informieren über anliegenden Datenverkehr. Leider lassen sie sich nicht abschalten (beim Melco S100 ist das möglich), aber dafür verzichtet Ansuz dankenswerter Weise auf lästige Statuslampen an der Front.

PowerSwitch Menue

Setup: Alle für Audio zuständigen Komponenten sollten an den Switch angeschlossen und der Nähe der Anlage aufgestellt sein (Screenshot von der Ansuz-Webseite)

Zu beachten wäre noch, dass der Ansuz Acoustics PowerSwitch ohne Netzkabel und nur mit Basis-Gerätefüßen (Darkz) ausgeliefert wird. Diese haben eine runde Vertiefung und sind zur Ergänzung mit Darkz Resonance Control Gerätefüßen ausgelegt. Mit je drei passenden Kugeln pro Fuß (erhältlich in Keramik oder Titan) werden die optional in diversen Ausführungen erhältlichen Darkz einfach untergesetzt. Ganz ohne Darkz sind die Basis-Füße für empfindliche Oberflächen nicht besonders gut geeignet. Es ist ratsam, beim Kauf gleich einen Satz Darkz und hochwertige Strom- und Netzwerkkabel mit einzukalkulieren.

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Darkz Fuss
So wie in diesem Beispiel sehen die Füße unter dem PowerSwitch aus. (Foto: Ansuz)
Darkz Fuss
Ergänzt um drei Kugeln und Darkz Resonance Control Gerätefüße wird ein Schuh daraus… (Foto: Ansuz)
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Ansuz X-Serie Kabel

Die zum Test mitgelieferten Kabel der Ansuz X-Serie unterstützen konsequent Børresens Strategie der bestmöglichen „mechanischen Erdung“. Neben einer guten elektrischen Erdung muss nach Ansicht der ganzheitlich orientierten Dänen nämlich auch die Resonanzenergie in jedem einzelnen Teil der Kette berücksichtigt werden. Bei Børresen/Ansuz/Aavik setzt man hierfür nicht auf Energievernichtung durch weiche Dämpfung, sondern auf punktuell (aber nicht mit Spikes) optimierte Resonanz-Harmonisierung. Die in diversen Varianten verfügbaren Gerätefüße und Cable-Supports der Darkz-Serie bilden hierfür die Basis – im reinsten Wortsinn.

In der Konstruktion der Ansuz-Kabel wird dieses Ziel fortgesetzt, indem softe Bestandteile vermieten werden. Das betrifft sowohl die Solid-Core-Leitermaterialen, als auch die Isolierungen und Stecker. Die Kabel sind daher allesamt ziemlich steif. Im Falle der LS- und Netzkabel so sehr, dass man sie buchstäblich in die richtige Form biegen muss. Das klingt erst mal sehr unpraktisch (und kann es tatsächlich auch sein). Es birgt aber den Vorteil, dass die Kabel, wenn sie auf Cable-Supports platziert und in der richtigen Länge konfektioniert werden, nirgendwo den Boden berühren, sondern nur die Komponenten und die Kabelhalter zur „mechanischen Erdung“.

So oder so haben mich die Ansuz-Kabel im Test sehr überzeugt. Die Verarbeitung ist äußerst sauber. Alle Ansuz-Kabel werden per Hand konfektioniert und teilweise auch verflochten. Die X-Cables werden aus verdrillten, geschirmten und versilberten Solid-Core Kupferleitern mit mechanisch stabiler Teflon-Isolation hergestellt.

Hörtest Ansuz Acoustics PowerSwitch: In der Ruhe liegt die Kraft

Als Abhörkette diente mir der ausgezeichnete Auralic Aries G1 als Streamer, die Exogal Kombi Comet und Ion PowerDAC und die Standlautsprecher Børresen 02. Zunächst war der Aries direkt per Standard-LAN-Kabel mit meinem Internet-Router (FritzBox 7590) verbunden.

Sofort nach dem Einschleifen des PowerSwitch war der Effekt hörbar. Und zwar in nicht unerheblichem Maße. Nachvollziehbar ist die Wirkung mit jeder Art von Musik und bei praktisch jeder Auflösung, egal ob komprimiertes Webradio oder Hi-Res von Festplatte oder via Qobuz: Viel mehr Ruhe, Übersichtlichkeit und Feingefühl in allen Bereichen.

Stets kamen Basskonturen sauberer, Mitten greifbarer und Höhen wesentlich feiner ziseliert aus den unbestechlich präzisen Børresen-Lautsprechern. Daher bringt es auch nichts, wenn ich jetzt einzelne Musikbeispiele anführe. Wirklich ALLES profitiert in der Wiedergabe. Ähnlich wie die Bildqualität eines Projektors von einer besseren, hochgradig reflektiven Leinwand im Vergleich zu einer einfachen weißen Wand profitiert. Während das Quellenmaterial und die Wiedergabetechnik unverändert bleibt, sorgt eine optimale Projektionsfläche für strahlendere Farben, bessere Kontraste und mehr Feinzeichnung. Die bessere Leinwand ist in dieser Analogie der ruhigere Rauschgrund dank des PowerSwitch.

Der Gegenversuch mit nun wieder direkter LAN-Verbindung vom Router zum Streamer bestätigt, dass es sich nicht um Einbildung handelt. Der zum Vergleich herangezogene Switch Bonn N8 von Silent Angel hatte tendenziell dieselbe Wirkung, nur nicht ganz so deutlich ausgeprägt wie mit dem Ansuz. Den Preisunterschied in Betracht gezogen, würde ich das günstigere Gerät aber ebenso empfehlen. Immer noch klar besser als die direkte Router-Anbindung.

Dass Signalverunreinigungen auch auf anderem Wege nachvollziehbare Wirkung entfalten können, zeigt die weitere Aufrüstung mit dem Ethernet-Kabel von Ansuz. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch immer die einfache LAN-Strippe vom Router zum Switch verwendete und mit dem Ansuz nur den letzten Meter vom Switch zum Streamer überbrückte, war auch dieser Schritt gut nachvollziehbar. Noch eine Stufe höher ging es mit dem Ansuz X Netzkabel statt eines 08/15-Netzkabels am Switch. Verblüffend!

Fazit: Weniger ist nicht immer mehr

Es erscheint paradox: Eine Komponente mehr in der Kette, sowie mindestens zwei zusätzliche Kabel – und doch klingt es mit dem Ansuz PowerSwitch eindeutig besser. Die stark mit Datenverkehr belastete Ethernet-Verbindung ist ganz eindeutig die Achillesferse des Musik-Streamings. Was letztlich aber nicht verwunderlich ist, denn Rauschen (nichts anderes sind all die nicht benötigten Fremddaten auf der Leitung) ist der Erzfeind des guten Klangs. Auch in der Digitalwelt.

Mit dem PowerSwitch X-TC bietet Ansuz Acoustics eine ausgezeichnete Lösung, um für mehr Ruhe im Datenchaos des Heimnetzwerks zu sorgen. Das Einschleifen des Switch zahlt sich klanglich in vielen Bereichen aus, die zusammengenommen den Unterschied zwischen Wohl und Wehe machen können. Das muss man mal ausprobiert haben. Der zum Vergleich herangezogene Silent AngelBonn N8 (400€) zeigte ebenfalls Wirkung, wurde vom Ansuz-Verteiler aber klar distanziert. Es bleibt abzuwarten, was andere Lösungen wie der Melco S100 auf diesem Sektor zu bieten haben. Aber ich sag’s mal so: Nie wieder Streaming ohne einen guten Switch!

Ansuz Acoustics
PowerSwitch X-TC
2020/01
Test-Ergebnis: 4,5
ÜBERRAGEND
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Klangsteigerung in allen Bereichen
Wunderschönes Gehäuse, hält auch schwere Kabel
Für aktiv geschirmte Ansuz-Kabel geeignet
 Traffic-LEDs nicht abschaltbar

Vertrieb:
Ansuz Acoustics
Rebslagervej 4
DK-9000 Aalborg
www.ansuz-acoustics.com

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Ansuz Acoustics PowerSwitch X-TC: 2.000 Euro
Ansuz Acoustics Digital X LAN-Kabel: 540 Euro (1 m)
Ansuz Acoustics Mainz X Stromkabel: 600 Euro (1 m)
Ansuz Acoustics Digitalz X USB-Kabel: 400 Euro (2 m)

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Autor: Frank Borowski

Frank Borowski
LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.