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B&W 800 Diamond D3 Präsentation
Produktmanager Andy Kerr im Gespräch (Foto: R. Vogt)

New B&W 800 Diamond D3: Exklusiv-Interview

„Größer als Nautilus.“ Der Brite Andy Kerr ist Senior Produktmanager bei B&W und letztendlich der Verantwortliche für die neue 800 Diamond D3-Serie. Er führte die LowBeats Redakteure Holger Biermann und Raphael Vogt durch die Manufatur in Worthing und gab ihnen noch in der Geheimhaltungs-Phase das erste Interview.

LowBeats: Hand aufs Herz: Der Aufwand für die neue 800 Diamond D3 Serie war ja beträchtlich. Wie schätzen Sie selbst die Unterschiede von Serie D2 zu Serie D3 ein?

Andy Kerr: Riesig. Ich meine, wie auch fast alle Kollegen hier, dass die neue Diamond Serie die größte Entwicklung ist, die B&W je gestemmt hat.

Größer als seinerzeit die Entwicklung zur Ur-Nautilus?

Ja genau. Größer als seinerzeit Nautilus! Wir haben damals Laurence Dickie alle Freiheiten und Spielräume gelassen, damit er querdenkend einen völlig neuen Lautsprecher entwirft. Das hat er gemacht und es entstand die Nautilus-Schnecke.

Für die 800 Diamond D3 Serie hatten wir mehr oder minder die gesamte Research-Establishment-Abteilung in Steyning (Anmerkung der Redaktion: hier arbeiten fast 40 Entwickler und Ingenieure) gebeten, jedes Detail der 800 Diamond D2 Serie in Frage zu stellen.

Verstehen Sie mich nicht miss: Das sind fantastische Lautsprecher. Aber wir wollten wieder einmal einen großen Schritt voran machen.

Wie müssen wir uns die Arbeit des Research-Establishment vorstellen? So wie in der Abteilung von Q bei James Bond, wo immer die skurrilsten Dinge entstehen?

Da geht es bei uns natürlich sehr viel friedlicher zu. Aber im Prinzip ja: Wenn jemand eine Idee hat – und sei sie noch so verquer – versuchen wir sie erst einmal umzusetzen.

Klingt kostspielig.

Ist es auch. Aber schon John Bowers war der festen Meinung, dass nur eine möglichst große Forschungsfreiheit den Prozess voranbringt. Insofern sind wir fest davon überzeugt, dass diese Abteilung und die Kosten gerechtfertigt sind.

Und nur wenn man querdenkt, kommt man auf so etwas wie das neue Continuum-Membranmaterial.

Seit über 40 Jahren, nämlich seit 1974, sind die gelben Kevlar-Mitteltöner DAS Erkennungszeichen für B&W. Ist es nicht gefährlich, davon abzurücken? Das ist ja fast so, als würde Mercedes den Stern abschaffen.

Natürlich gab es bei uns sehr viele Diskussionen zu dem Thema. Aber das Bessere ist nun einmal der Feind des Guten. Kevlar war unserer Meinung nach ausgereizt. Continuum ist in vielen Belangen eine Revolution, aber eben auch klanglich.

Die extrem hohen Ambitionen, die wir mit 800 Diamond D3 hatten, waren erst mit Continuum umsetzbar. So blieb uns keine andere Wahl. Und sollten wir Continuum einfach gelb anmalen?

Diesbezüglich gibt sich B&W ja reichlich zugeknöpft. Wissen Sie denn, was das für ein Material ist?

Ich habe keine Ahnung …  (lächelt vielsagend)

Gut, lassen wir das. In Steyning wird ja mittlerweile sehr viel simuliert. Wie wichtig ist denn heutzutage noch das Hören bei einer solchen Entwicklung?

Enorm wichtig. Immer wieder werden möglichst viele Leute in diesen Prozess mit eingebunden. Und wir haben ja auch immer noch die Feedback-Schleife mit Toningenieuren wie Alan Parson, die unsere Lautsprecher zum Abhören nutzen und uns sehr genau sagen, welche Vorgaben wir erfüllen müssen, um den für sie perfekten Monitor zu bauen.

Hat denn B&W noch diese Bedeutung in den Studios?

Es gab Zeiten, das wurden 80% aller Klassik-Aufnahmen auf unseren Lautsprechern abgemischt. Da wollen wir wieder hin.

B&W 800 Diamond D3 Exklusiv-Demonstration
Andy Kerr (Fotos: R. Vogt)

 

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