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Claus Bücher HiFi Eingang
Um zu Claus Bücher Audio zu kommen, muss man in den tiefen Taumus kommen. Hier aber erwartet den Besucher ein überwältigendes Gradient-Erlebnis (Foto H. Biermann)

Claus Bücher: der etwas andere Showroom für Gradient Revolution

65232 Taunusstein. Würde man hier im südlichen Taunus, irgendwo zwischen Wiesbaden und Limburg, nicht sofort einen Hotspot des deutschen HiFi vermuten – man läge richtig. Und dennoch hat sich hier eine HiFi-Institution etabliert, die weit über den Taunus hinausstrahlt. Claus Bücher betreibt hier seinen Laden. Bücher ist ein bekannter, sehr umtriebiger Szenegänger und der wahrscheinlich wichtigste und engagierteste Fachhandels-Botschafter für Geithain Aktiv-Monitore sowie für HiRes Mehrkanal-Wiedergabe. Das hält ihn aber nicht davon ab, sich auch für außergewöhnliches HiFi stark zu machen. Für die Analog-Laufwerke von Chris Feickert beispielsweise. Oder für die Kabel von Hans M. Strassner (HMS).

Claus Bücher
Claus Bücher in seinem Reich und in seinem Element (Foto H. Biermann)

Oder für die Lautsprecher von Gradient. Vielleicht werden einige Leser diese höchst originelle finnische Firma kennen: Gradient baute den einzigen, wirklich gut passenden Dipol-Subwoofer für Quad ESL 57 und ESL 63. Das Konzept dieses Dipol-Subwoofers verfolgen die Finnen heute noch mit ihrem aktiv-betriebenen Modell Nero (2 x 30 cm Bass in offener Schallwand), von dem Bücher hier gleich drei (!) pro Kanal an die Seite des Top-Modells Revolution stellt.

Gradient Helsinki bei Claus Bücher
Auch die geniale Helsinki 1.5 ist Teil des Gradient Programms (Foto H. Biermann)

Doch das kleinere Modell, aber die größere Sensation ist die Gradient 1.4. Hinter dem dürren Namen steckt eine anmutige Säulenbox mit Kugelkopf, in dem ein Dipol-Koax steckt. Ich hatte auf Messen schon mehrfach Gelegenheit, diesen Lautsprecher zu hören und war immer verblüfft, wie richtig die Gradient 1.4 spielt. Bei Claus Bücher allerdings klingt sie herausragend gut.

Gradient 1.4
Originelles aus Finnland: die Gradient 1.4 ist eine 3-Wege-Box mit 18cm Koax im runden Aufsatz und einem 22 cm Subwoofer-Bass im Säulen-ähnlichen Gehäuse (Foto: H. Biermann)

Das liegt natürlich am Lautsprecher selbst, aber auch am aufwendigen Klang-Tuning des Ladens. Die gesamte Rückwand im Hörraum des Gradient 1.4 ist komplett mit Diffusoren bedeckt. Im zweiten Hörraum, den Bücher selbst favorisiert, sind auch die Decke und die Ecken mit Absorbern versehen.

Gradient 1.4 beiClaus Bücher
Die Gradient 1.4 bei Claus Bücher im hübsch illuminierten Hörraum. Die Rückwand des Hörraums ist mit Diffusoren bedeckt, die Bassabsorber sieht man dagegen nicht (Foto H. Biermann)

Aber Claus Bücher hat auch das Händchen für die richtige Musik. Ich hatte die Zeit, um ausgiebig in seinem Archiv zu stöbern und die Gradient 1.4 ausgiebig zu hören. Ich fand so einige Jazz-Aufnahmen, die ich sehr liebe und mit denen ich mir dann die 1.4-Experience gab. Das Verblüffende an diesem Lautsprecher ist seine Attacke und präzise Lebendigkeit einerseits, die hohe Natürlichkeit sowie die sehr greifbare, große Räumlichkeit andererseits. Die Kugelbox sieht aus wie ein Design-Lautsprecher, hat aber – da unterschätzt man sie schnell – höchste audiophile Qualitäten.

Bernd Hauptmann
Bernd Hauptmann (Musik im Raum) ist der Vertriebsverantwortliche für Gradient in Deutschland. Er ist schon seit vielen Jahren ein begeisterter Gradient Fan. Gleich links neben dem Sofa steht die Revolution mit einem Nero-Bassteil sowie zwei weitere Neros im Hintergrund. Dafür, dass die Revolution so gewaltig klingt, wirkt sie doch sehr dezent (Foto H. Biermann)

Die halbaktive Gradient Revolution legt allerdings noch einmal einige Schippen drauf. Das liegt an dem sensationellen Bass, den 12 (sechs pro Kanal) aktiv entzerrte 30 cm Bässe in offener Schallwand entfachen können. Nirgendwo ein Hauch von Dröhn oder Unsauberkeit. Die Bassschläge kommen ungemein präzise und wuchtig – zielsicher in die Magengrube des Zuhörers. Die natürlich-saubere und sehr plastische Wiedergabe des Revolution Oberteils trägt ihren Teil dazu bei, dass man diesen Lautsprecher nie orten kann. Die Revolution zaubert hier ein gleichermaßen schönes wie gewaltiges Erlebnis und man muss Bücher zustimmen, wenn er sagt: „Diese Lautsprecher (damit meint er natürlich auch die Gradient 1.4.) segeln derzeit viel zu tief unter dem Radar der HiFi-Fans.“ Allerdings hat er für seine Revolutions optimale Bedingungen geschaffen.

Mein Besuch bei Claus Bücher war in vielen Belangen erkenntnisreich. Dass Designboxen so herrlich authentisch spielen können, wird jeden verblüffen, der sich die Gradient 1.4 unter guten Bedingungen anhören kann. Und die oft gehörte Klage, HiFi-Händler seien so inaktiv, wird hier, mitten im Taunus, auf herzerfrischende Weise widerlegt.

So feiert Bücher beispielsweise zwischen dem 6.12 und dem 8.12 seine „Polarlichter“-Veranstaltung, zu dem nicht nur Leckereien, sondern auch Gäste und Referenten aus aller Welt erwartet werden. Und zufälligerweise wird auch Atte Salmi von Gradient ein wenig zum Thema erzählen – wie auch Chris Feickert, Hans. M. Strassner, Matthias Roth (Electrocompaniet) oder Markolf Heimann von ATR, der das immer noch etwas unterbelichtete Thema „Roon“ erhellen wird.

Die Veranstaltung ist, wie gesagt, dreitägig und ein Besuch ist dringend empfohlen. Weitere Informationen unter Tel: 06128/23968, Mail: info@clausbuecheraudio.de oder www.clausbuecheraudio.de

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