ECM Espresso-Maschinen
ECM - Espresso Coffee Machines. Tag der offenen Tür bei Deutschlands edelster Espresso-Maschinen-Manufaktur (Foto: R. Vogt)

ECM Espresso-Maschinen: Genussvolle Technik

In der HiFi-Branche denken viele bei „ECM“ an Manfred Eichers Musiklabel, bei kulinarischen Genießern jedoch hat man eher die Assoziation Kaffee. Denn hier steht die Abkürzung für ECM Espresso-Maschinen.

Oder genauer: die Espresso Coffee Machines Manufacture GmbH. Deutschlands wohl edelster Kaffeemaschinen-Hersteller ist dabei mit 20 Jahren noch recht jung und doch schon international ein gewichtiger Mitspieler für Kaffee-Gourmets.

ECM Espresso-Maschinen und Kaffe-Mühlen Manufaktur
ECM, Manufaktur für beste Espresso-Maschinen und Kaffee-Mühlen und ein tolles Museum (Foto: R. Vogt)
ECM Empfang mit Kaffeebar
Empfang mit Kaffeebar (Foto: R. Vogt)

Anfang September gab es für jedermann am Tag der offenen Tür Gelegenheit, in der Firmenzentrale im malerischen Neckargemünd bei Heidelberg einen genaueren Blick auf die Produkte und in das ECM Espresso-Maschinen Museum zu werfen.

Mit ihrem Look und der Verarbeitung üben die ECM Espresso-Maschinen einen durchaus ähnlichen Reiz aus wie beispielsweise ein Plattenspieler von Transrotor – und irgendwie lebt und atmet solch eine Espresso-Maschine wie ein lebendiges Wesen.

Ich weiß, wovon ich rede, denn schon seit ein paar Jahren verwende ich eine ECM Mechanika IV und eine ECM Casa Mühle in meiner Küche neben dem LowBeats-Testkino. Und wie bei Phono: Man muss mit der Maschine schon gut umgehen können, um sie wirklich zur Höchstleistung zu treiben.

Dann aber resultiert ein Genuss, der in diesem Falle aromatisch so weit von Pad, Kapseln und selbst gut eingestellten Vollautomaten entfernt ist, dass man es selbst erleben muss, um die über dem Gewöhnlichen noch mögliche Qualität an Cremigkeit, Aroma und schlicht Genuss auch glauben zu können.

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ECM Espresso-Maschinen E61-Brühgruppe
Die legendäre E61-Brühgruppe der ECM Espresso-Maschinen zur Demonstration aufgeschnitten (Foto: R. Vogt)
ECM Espresso-Maschinen E61-Brühgruppe
Gutes noch besser machen: Traditionell verwendet die E61-Brühgruppe ein Ventil aus verkalkungs-anfälligem Messing. ECM verbaut seit Jahren eine Weiterentwicklung aus Edelstahl (Foto: R. Vogt)
ECM Espresso-Maschinen E61-Brühgruppe
E61-Brühgruppe ausgebaut, Sicht von unten. Die weiterentwickelte E61 ist ein Patent von ECM  (Foto: R. Vogt)
ECM Espresso-Maschinen E61-Brühgruppe
Schnittmodell einer ECM Mechanika IV mit geöffnetem Boiler und Wärmetauscher (Foto: R. Vogt)
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ECM Juniorchef Michael Hauck
ECM Juniorchef Michael Hauck (Foto: R. Vogt)

ECM Espresso-Maschinen: ein Traum in viel Chrom

Mittlerweile werden alle ECM Espresso-Maschinen in eigenen Werken am Neckar und in Mailand gefertigt. Uns führte an diesem Tag Michael Hauck, Geschäftsführer und Sohn des Firmengründers Wolfgang Hauck, durch die Produkte und das Museum und dabei merkte man ihm in Gestik und Mimik seine Leidenschaft für die Firma und das Thema Kaffee an.

Kern war und ist die im Grundsatz von Gaggia erfundene und von Faema zur heutigen Bauform entwickelte E61-Brühgruppe. Die ECM Espresso-Maschinen drum herum sind ein Traum aus Elektroanlagenbau, Regeltechnik und Thermodynamik, manifestiert in Edelstahl, Kupfer, Messing und viel Chrom. Der dient hier allerdings nur teils zur Zierde, er ist einer der besten Reflektoren für Wärmestrahlung und dient primär der thermischen Isolation.

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ECM Espresso-Maschinen: ECM Controvento
ECMs edelstes Stück für zuhause: Controvento mit Dualboiler und PID-Temperatursteuerung (Foto: R. Vogt)
ECM Espresso-Maschinen: ECM Elektronika und Rotationspumpe
ECM Espresso-Maschine Elektronika und ihre Rotationspumpe. Die läuft besonders leise und liefert deutlich gleichmäßigeren Brühdruck als die gängige Vibrationspumpe (Foto: R. Vogt)
ECM Espresso-Maschine Casa V und Mühle Casa
ECM Einsteiger-Modell Einkreis-Kaffee-Maschine Casa V und einfachste Mühle Casa, wie sie auch in der Kaffeeküche des LowBeats-Testkinos ihren Dienst verrichtet (Foto: R. Vogt)
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Die beste ECM Espresso-Maschine nützt aber ohne guten Kaffee mit perfekter Röstung nur wenig. Damit man den Bohnen ein Maximum an Ölen und karamelisiertem Fruchtzucker entlocken kann, kommt es nicht zuletzt auf eine gute Mühle an. Auch die baut ECM natürlich selbst.

Und als Gourmet nimmt man statt der schnöden, gängigen Kegelmühle selbstverständlich nur präzise laufende Scheibenmühlen, die sehr viel feineres und vor allem gleichmäßigeres Mahlgut erzeugen. Das wussten schon die alten Römer, denn das Prinzip geht auf die klassischen rotierenden Kornmühlen zurück.

Heute kommen aber ausgeklügelte Klingengeometrien zum Einsatz und Motoren, die sich von ein paar Bohnen nicht beeindrucken lassen und mit hohem Drehmoment für konstante Rotation sorgen. Nur so lässt sich sehr fein mahlen, ohne dass sich dabei die Bohnen wieder erhitzen, sie sollen ja nicht weiter rösten.

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ECM Mühle Casa Speziale
ECM Mühle Casa Speziale mit Dosierbehälter und Tamper (Foto: R. Vogt)
ECM Mühle S-Automatik 64 mit extrahierten Bauteilen
ECM Mühle S-Automatik 64 mit extrahierten Bauteilen: Motor, Schütte, Mahlscheibe und Mikrometerschraube (Foto: R. Vogt)
ECM Mühle S-64 Schütte, Mahlscheibe und Mikrometerschraube
ECM Mühle S-64 Schütte, die 64mm durchmessende Mahlscheibe und die Mikrometerschraube zur absolut stufenlosen Justage des Mahlgrades (Foto: R. Vogt)
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Man kann sich leicht ausmalen, dass es hier auf geringes mechanisches Spiel vor allem bei der Justage des Mahlgrades ankommt und damit auf den viel und feinstufig verstellbaren Abstand der Mahlscheiben.

Oder besser noch: Die Mühle verwendet gar keine Stufen und stattdessen wie die neuesten ECM Modelle der S-Serie eine praktisch spielfrei arbeitende und stufenlose Einstellung per Mikrometerschraube.

ECM Walküre: die neue Espresso-Tasse

Und wer glaubt, man könne heute an Geschirr nichts mehr erfinden und neu entwickeln, wird mit der Espresso-Tasse ECM Walküre eines besseren belehrt.

Man muss es wirklich probieren, um es zu glauben – aber der Geschmack ist wirklich besser und physiognomisch auch leicht erklärbar. Wie immer: Man muss erst mal drauf kommen.

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ECM Tasse Walküre
ECM Manufacture Chef Michael Hauck zeigt zunächst den Unterschied zwischen der neu entwickelten „Walküre“ (links) und konventioneller Tasse… (Foto: R. Vogt)
ECM Tasse Walküre
…und erzeugt simultan zwei Espressi. Der schmeckt aus der Walküre (links) tatsächlich aromatisch intensiver und gleichzeitig milder. Dass muss man probiert haben! (Foto: R. Vogt)
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Die neu mit dem Haus-Sommelier entwickelte Tasse „Walküre“ ist dickwandiger und besitzt einen angephasten, extrem breiten Rand. Der Effekt: Man bekommt den Kaffee statt wie aus einer herkömmlichen Tasse nicht primär auf die Zungenspitze sondern auf die gesamte Breite der Zunge.

Die Geschmacksknospen des Organs sind nicht gleichmäßig verteilt und die Zungenspitze schmeckt überwiegend nur süße Anteile. Die Ränder der Zunge aber nehmen auch salzig und sauer wahr, woraus ein komplexeres, reicheres und gleichzeitig milderes Aroma resultiert. Genial.

ECM Espresso-Maschinen Manufaktur
ECM Espresso-Maschinen Manufaktur (Foto: R. Vogt)

Genug geschwärmt. Ein paar Euro-Zahlen zur Orientierung, bevor ich zur echten Träumerei im ECM Manufacture Museum komme.

Die einfachsten Siebträger-Kaffee-Maschinen besitzen einen Wärmekreislauf und können wahlweise Dampf oder Kaffee machen. Das beginnt bei ECM mit der Casa IV zu 859 Euro. Die Classika II verwendet dann bereits die Profi-Brühgruppe E61 und kostet 1.129 Euro.

Zweikreis-Maschinen bereiten Wasser und Dampf gleichzeitig, perfekt für Cappucino-Liebhaber wie mich. Das sind im Kern die Serien Mechanika und Technika von 1.799 bis 2.149 Euro je nach Ausführung und Bauart der Pumpe.

Empfehlenswert: die Varianten mit Rotationspumpe. Sie laufen extrem leise und liefern gleichförmigeren Druck.

Dualboiler-Maschinen erzeugen Dampf und Heißwasser komplett unabhängig, perfekt, wenn man gleichzeitig viel Dampf benötigt und womöglich größere Mengen Heißwasser für Kaffee oder Tee.

Zu dieser Gruppe gehören die Synchronika für 2.699 Euro und das Topmodell Controvento zu 4.499 Euro. ECMs Mühlensortiment variiert von 449 Euro für die einfache Casa bis 1.099 Euro für die V-Titan 64.

Das mag alles manch einem teuer erscheinen. Aber man muss bedenken, ECM Espresso-Maschinen oder Mühlen kauft man in der Regel nur einmal, denn gut gepflegt halten sie bis ans Lebensende.

Hier passt dann auch wieder die Analogie zum edlen Plattenspieler. Eine zweite kauft man in aller Regel nur, wenn man auf ein größeres Modell wechselt. Schon durch ihre Langlebigkeit haben ECM Espresso-Maschinen auch eine gute Ökobilanz. Die sensationellen Walküre-Tassen kosten 29,95 Euro für ein Paar.

ECM Espresso-Maschinen Manufacture Museum
Glanz und Gloria in Messing und Chrom

Wer einmal im malerischen Neckartal bei ECM Manufacture ins Werk kommt, darf sich das dazugehörende Museum nicht entgehen lassen. Wer sich auch nur ein wenig für Design, Geschichte und Kaffee begeistern kann, wird ein paar Stunden aus dem Staunen und Schwärmen nicht wieder heraus kommen.

Das Museum ist recht klein, aber derart voller Schätze, dass einem die Augen übergehen. Jahrzehnte lang suchte und sammelte ECM-Firmengründer Wolfgang Hauck in aller Welt diese einzigartige Kollektion von Apparaten „moderner“ Kaffeezubereitung, beginnend mit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es begegnen einem klangvolle Namen wie Victoria Arduino, San Marco, Gaggia, La Cimbali und auch WMF.

Hier ein paar Impressionen aus dem ECM Manufacture Museum.

Frühe Kaffee-Maschinen aus den 1920er bis 1940er Jahren

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ECM Kaffemaschinen-Museum
ECM Manuacture Museum (Foto: R. Vogt)
ECM Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
ECM Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
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Authentisches Kaffeehaus mit historischen Gaggia Maschinen

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Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
Kaffemaschinen-Museum
Gaggia-Urmaschine aus den 50ern mit Vorläufer der modernen E61-Brühgruppe. Darauf steht: Crema Caffe Naturale, Funziona Senza Vapore – Natürlicher Crema-Kaffee, funktioniert ohne Dampf (Foto: R. Vogt)
Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
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Ein Ehrenraum für Faema und die E61

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Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
Kaffemaschinen-Museum
ECM Manufacture Museum (Foto: R. Vogt)
Kaffemaschinen-Museum
Historische WMF Gastronomie-Maschinen (Foto: R. Vogt)
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Weitere Informationen zum Museum und den Kaffee-Maschinen finden Sie auf ECMs Webseite. Dort entdecken Sie aber nicht nur trockene Produktinformationen, sondern viele Informationen und Videos rund um das Thema Kaffee, Espresso-Maschinen, Mühlen, Zubereitung und Wartung.

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