Musical Fidelity M6-Pre + PRX Front
Die Kombination aus Vorstufe Musical-Fidelity Vorstufe M6-Pre und Endstufe M6-PRX gilt schon seit 10 Jahren als mit das beste Angebot bis 5.000 Euro. Und die gibt es jetzt bei SG Akustik drastisch günstiger (Foto: Musical Fidelity)

Kauftipp der Woche: Vor-/Endstufen-Kombi Musical Fidelity M6-Pre + PRX

Musical Fidelity hat etwas im Angebot, das allmählich vom Markt verschwindet: eine Vor-/Endstufen-Kombination nach alter Väter Sitte, aufgebaut in solidester Transistortechnik. Die Vorstufe ist erfreulich flexibel und rauscharm, die Endstufe mit 2 x 360 Watt an 4 Ohm ausgesprochen kräftig, aber auch so stabil, dass sie vor liederlichen Boxen-Impedanzen nicht einknickt. Gemeinhin legt man für so etwas 5.000 oder 6.000 Euro auf den Tisch. Bei der SG Akustik in Karlsruhe gibt es die Kombination aus Musical Fidelity M6-Pre + PRX jetzt für unter 3.000 Euro. Ein klassischer Kauftipp…

Wir werden ja in vielen Bereichen Zeuge von Zeitenwenden. Und ohne jetzt große zeitgeschichtliche Änderungen bagatellisieren zu wollen, ist die Abkehr von der Vor-Endstufen-Kombination im HiFi doch unübersehbar. Verständlich, weil viele Menschen lieber weniger als mehr Geräte im HiFi-Turm stehen haben möchten. Schade aber trotzdem: Denn die örtliche Trennung zwischen Vor- und Endstufe hat natürlich klangliche Vorteile, weil kräftige Netzteile in der Nähe von sensiblen Vorstufen-Platinen eigentlich nichts verloren haben…

Ich hatte die Gelegenheit, diese Kombination aus Musical Fidelity M6-Pre + PRX über einige Wochen testen zu können. Das war 2011 bei der stereoplay. Was? Schon so lange schon her? Keine Sorge. In den letzten zehn Jahren ist im HiFi nicht so viel passiert. Ein Verstärker, der damals richtig gut war, ist auch heute noch uneingeschränkt zu empfehlen. Außer den DACs hat sich nur wenig sprunghaft weiterentwickelt.

Die Besonderheiten von Musical Fidelity M6-Pre + PRX

Die Vor- und Endstufe der Kombination haben etwas, was man in diesem Preisbereich sonst nie findet: eine komplett symmetrische Signalführung. Der Aufwand dafür ist einfach sehr hoch. Wie überhaupt hier alles mit großem Aufwand gemacht wurde – wenn man will, kann man die 15 Millimeter starke Frontplatte als Synonym dafür sehen.

Musical Fidelity M6-PRE Front
Vorstufe im klassischen Musical Fidelity Design: die M6-PRE (Foto: Musical Fidelity)

Der M6-PRE hat zum einen erfreulich viele Eingänge (zwei davon symmetrisch ausgelegt), die einpegelbar sind. Einen davon kann man „durchschleifen“ und so den M6-PRE mit der angeschlossenen Stereo-Konfiguration zum Bestandteil einer erstklassigen Heimkino-Anlage machen. Zum anderen bietet er einen digitalen USB-B-Eingang und eine Phono-Stufe für MM und MC. Angeblich soll diese in etwa der LX-2 LPS entsprechen. Kann sein. Ich habe die LX-2 LPS auch einzeln schon getestet und da hatte ich den Eindruck, sie sei als Einzelgerät etwas besser, heißt dynamischer und offener.

Musical Fidelity M6-Pre + PRX Rear
Auch die Rückseite vermittelt die ersten Tugenden auf einen Blick: hohe Solidität, symmetrische Ein- wie Ausgänge (die auf den symmetrischen Aufbau hinweisen) sowie die hohe Anschlussfreude; selbst die Endstufe kann zwischen zwei Eingängen umschalten (Foto: Musical Fidelity)

Der USB-DAC (der bis 24/96 kHz arbeitet) und der Phono-Eingang sind vielleicht kleine Schwachstellen, die man mit Zusatz-Geräte noch ausmerzen könnte. Ansonsten ist diese Vorstufe wirklich prachtvoll. Das wird jeder bestätigen, der ihre Rauscharmut erlebt und sich daran erfreut hat, dass die Vorstufen-Ausgänge auch schwierige Endstufe über große Entfernungen (also mit langen Kabeln) treiben kann.

Musical Fidelity M6-PRE innen
Typisch Musical Fidelity: Der Aufbau ist irgendwie unspektakulär. Gleichwohl wird der Platz genutzt, um fast alle Schaltungen diskret, also mit Einzelbausteinen, aufzubauen (Foto: Musical Fidelity)

Die Lautstärke-Regelung vollzog Musical Fidelity damals schon wie es heute fast überall gang & gäbe ist: Mit einem Mikroprozessor, der die Pegelschritte nicht nur ungemein genau und kanalgleich durchführen kann, sondern auch durch jegliche Abwesenheit von Rauschen glänzt. Eine habhafte Fernbedienung rundet den Eindruck ab. Einziger Kritikpunkt: Ein Kopfhörer-Ausgang wäre schön. Aber da spiegelt sich Zeitgeschichte wider: Vor zehn Jahren waren Kopfhörer komplett aus der Mode.

Die Endstufe Musical Fidelity M6-PRX ist noch ein bisschen spektakulärer als die Vorstufe – was sich nicht nur durch das fast doppelt so hohe Gewicht manifestiert. Wir finden einen Doppel-Mono Aufbau mit zwar nur einem Netztrafo, der aber von zwei eisenschweren Siebdrosseln flankiert wird. Im Zusammenspiel mit sechs 4700-Mikrofarad-Elkos (pro Kanal natürlich) erwirkt diese Musical-Besonderheit einen besonders reinen Strom.

Musical Fidelity M6-PRX innen
Doppel-Mono-Aufbau um einen fetten Ringkerntrafo: die Musical Fidelity M6-PRX (Foto: Musical Fidelity)

Choke Regulated Power Supply (CRPS)“ nennen die Engländer (die jetzt zum Pro-Ject Imperium gehören) das Ganze. Sie gehen sogar so weit, dass sie wegen des CRPS sogar von Netzfiltern abraten. Das nenn‘ ich mal breite Brust. Im Zweifels- oder Brummfalle würde ich natürlich trotzdem Netzfilter davorsetzen…

Für die letztendliche Leistung sorgen dann acht veritable Sanken-Transistoren an den Kühlkörpern. Und was da rauskommt, ist eine Menge. Wir reden hier von 260 Watt an 8 Ohm oder 360 Watt an 4 Ohm. Aber das ist ja nur die eine Seite der Medaille. Weil das Netzteil so stabil ist, treibt die M6-PRX halt auch Modelle, die in der Kombination von Impedanz und Phase als äußerst schwierig einzustufen sind.

LowBeats hat dafür die Messung des EPDR entwickelt – und der trennt schnell die Spreu vom Weizen. Ein kleiner Auszug von echt schwer zu treibenden Lautsprechern aus den vergangenen Testmonaten: B&W 803 D4 (Test in Bälde), Klipsch Forte 4, Burmester B38, Dynaudio Confidence 30, Nubert B40. Elektrisch schwieriges Verhalten macht also auch vor großen Namen nicht halt. Und in solchen Fällen könnte die Stunde der PRX schlagen: Ein Netzteil, das bei niedrigen Impedanzen und starken Phasensprüngen einknickt, klingt einfach nur schlapp. Das wird der PRX nicht passieren…

So klingt die M6-Kombi

Wer sich schon vorher mit Verstärkern von Musical Fidelity beschäftigt hat, kennt womöglich den natürlich-neutralen Klang, der diesen Amps zu eigen ist. Hört man sich die Vorstufe separat an, freut man sich zudem über die hohe Agilität, die die M6-PRE auch noch zeigt. Diesbezüglich ist sie besser als die meisten Vollverstärker, die ich von MF kenne.

Beeindruckend aber ist die schiere Kraft, die die PRX von unten nachschieben kann. Wir hatten seinerzeit eine elektrisch sehr anspruchsvolle Gauder-Standbox, mit der wir verschiedene Endstufen der Klasse zwischen 3.000 – 4.000 Euro austesteten. Gut geklungen haben fast alle. Doch die Klarheit, die Durchzeichnung der Bässe und nicht zuletzt der hohe Maximalpegel, mit der an dieser Stelle die PRX punktete, war aller Ehren wert. Diese Souveränität ist mitreißend und normalerweise – ich wiederhole mich diesbezüglich gern – nur für deutlich mehr Geld zu haben.

Fazit Muscial Fidelity M6-PRE + PRX

Kauftipp der WocheNatürlich sind 3.000 Euro immer noch eine Menge Holz. Aber das Musical-Duo könnte für Viele so etwas wie die letzte Vor-/Endkombi sein. Und es gibt genügend Gründe, warum man mit ihr viele, viele Jahre zufrieden sein kann. Der neutral-natürliche Klang wird immer seine Attraktivität haben. Den aber bieten andere womöglich auch.

Allerdings nicht den komplett symmetrischen Aufbau, der bei symmetrischer Ansteuerung sehr wohl seine klanglichen Vorteile hat. Und schon gar nicht diese potente, auch an schwierigsten Lautsprechern abrufbare, sehr hohe Leistung.

Dank dieser Eigenheit wird die Kombination aus M6-PRE und M6-PRX eine superbe Lösung für all jene (vielen) Lautsprecher am Markt, die – aus welchen Gründen auch immer – für die meisten gängigen Verstärker elektrisch viel zu kompliziert und deshalb einfach nicht zum Klingen zu bringen sind.

Musical Fidelity M6-Pre + PRX Angebot
So sieht das Angebot von SG Akustik aus: Die Kombi aus M6 Pre und M6-PRX gibt es in Silber oder in Schwarz. Ein bewährtes Netzkabel von IsoTec liegt ebenfalls bei (Foto: Musical Fidelity)

Hier kommt der Preis ins Spiel:  Vor allem die M6-PRX ist eine dieser Art Endstufen, die auszusterben drohen – einfach, weil so viele solide Transistor-Watt für so wenig Geld kaum noch zu haben sind. Bei Digitalverstärkern scheint die Leistungsausbeute schier unendlich – auch für kleines Geld. Aber solide Transistor-Watt klingen halt doch noch einmal authentischer…

Kauftipp der Woche
Musical Fidelity M6-Pre + PRX
2022/06
Test-Ergebnis: 4,6
ÜBERRAGEND
Klang-Potenzial
Wert-Beständigkeit
Preis/Leistung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Natürlich-ausgewogener, agiler und bassstarker Klang
Sehr hohe Leistung, sehr hohe Stabilität
Umfassende Ausstattung
Solide Verarbeitung

Angebot:
SG Akustik HiFi-Studio
Amalienstraße 45
76133 Karlsruhe
0721 / 921 273-0
www.sg-akustik.de

Aktionspreis (zeitlich begrenzt):
Musical Fidelity M6PRE + PRX: 2.998 Euro

Die technischen Daten

Musical Fidelity M6-PRE + PRX
Technisches Konzept:Stereo Vor-/Endstufen-Kombination mit hoher Leistung
Eingänge (M6-PRE):4 x RCA ,2 x XLR, 1 x Phon MM/MC, 1 x USB-B
Ausgänge (M6-PRE):
4 x RCA ,2 x XLR, 1 x Phon MM/MC, 1 x USB-B
Leistung (M6-PRX):2 x 335 an 4 Ohm, 2 x 500 Watt an 2 Ohm
Besonderheiten:symmetrischer, Doppel-Mono-Aufbau
Farben:silber und schwarz
Abmessungen beide (H x B x T:44,0 x 12,6 x 39,0 cm
Gewicht (M6-PRE /M6-PRX):11,4 / 19,7 Kilo
Alle technischen Daten

Wie zu vielen der von ihm verkauften Komponenten, hat SG Akustik Chef Stefan Gellrich auch zu der Musical Fidelity Kombi ein nettes Video gedreht. Das wollen wir Ihnen hier nicht vorenthalten…

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Autor: Holger Biermann

Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.