MAG Theatron Performance Serie: hochdynamische PA-Profi-Technik für Heimkinos mit authentischem Bumms! (Foto: R. Vogt)
Die MAG Theatron Performance Serie bietet hochdynamische PA-Profi-Technik für Heimkinos zum noch bezahlbaren Preis: Das 5.1 Test-Set kostet knapp 9.000 Euro (Foto: R. Vogt)

Test MAG Theatron Performance: Heimkino-Lautsprecherset für maximale Authentizität

Die Marke MAG Theatron ist hierzulande noch weitgehend unbekannt. Dabei gibt es die Lautsprecher schon vergleichsweise lang. MAG Theatron ist ein Ableger der MAG Audio aus der Ukraine und die bauen schon seit über einem Vierteljahrhundert international erfolgreich Beschallungsanlagen für Konzertsäle und kommerzielle Kinos. Bisher gab es nur wenige Versuche, diese Form der Großbeschallung (wie sie eben in den „echten“ Kinosälen zum Einsatz kommt) für die kleineren Räumlichkeiten im Heimkino zu adaptieren. Oder wenn, dann kamen in aller Regel eher elitär teure Konzepte dabei heraus – wie etwa JBL Synthesis oder die beeindruckenden AIA-Systeme, die allerdings immer gleich zehntausende oder gar über hunderttausend Euros kosten. Wer versucht den Spieß umzukehren, und die vergleichsweise preiswerten PA-Systeme bei den Beschallungs-Profis kauft, kommt klanglich nur ganz selten an sein Ziel: Gerade so, als bräuchte man einen großen PKW und kauft stattdessen einen LKW. Und hier kommt MAG Theatron Performance ins Spiel.

M12, S6 und Subwoofer SB21: das MAG Theatron Performance Set

Denn so eine PA klingt irgendwie anders als ein HiFi-Lautsprecher. Der „echte“ Kinosound hat etwas Unmittelbares, Massives, Körperhaftes. Das können für HiFi-Zwecke entwickelte Hornsysteme teilweise auch, die sind aber in aller Regel fürs Heimkino zu unhandlich und bündeln den Schall zu gerichtet, um eine Sitzgruppe homogen auszuleuchten. HiFi-Lautsprecher-Konstruktionen sind aber nur selten in der Lage, die dynamischen Ansprüche kompromisslos zu erfüllen oder dann wieder sehr teuer und schnell auch wieder unhandlich raumgreifend.

MAG Theatron Performance Serie - Maßstab: die Leinwand ist 3,5m breit! (Foto: R. Vogt)
Die MAG Theatron Performance Serie im LowBeats Heimkino. Übrigens: die Leinwand ist 3,5m breit! (Foto: R. Vogt)

Was aber, wenn sich die Großbeschallungs-Jungs mit einem erfahrenen Heimkino-Installer zusammentun und eine echte auf diese Anwendung optimierte Produktpalette entwickeln? Genau so geschehen bei MAG Audio durch Patrick Schappert und Holger Franz von der Heimkinobau GmbH. Das erste Ergebnis dieser Kooperation ist die Serie Performance der neuen Marke MAG Theatron die nun über die neu gegründete Theatron GmbH vertrieben und weiterentwickelt wird.

Thomas Köhler und Holger Franz beim Aufbau (Foto: R. Vogt)
Thomas Köhler (vorn) und Holger Franz von Theatron beim Aufbau (Foto: R. Vogt)

Klar, die Komponenten sind alle den kleinen PA-Systemen entlehnt: Druckkammer-Hörner für den Hochton kombiniert mit großen Papier-Membranen für Tiefmittelton – auch sie mit hohem Wirkungsgrad und hohem Grenzpegel. Aber entgegen der Beschallungsanlagen steht im Heimkino wenig Platz und Raumvolumen zur Verfügung. Vor allem aber sind alle Gehäuse auf minimale Einbautiefe optimiert. Mit 56,5 x 84,0 x 25,0 cm sind die Frontlautsprecher der M12 zwar breit und hoch, aber eben nur 25 Zentimeter flach: Damit können sie platzsparend hinter der Leinwand verschwinden.

Nur 11 Centimeter flach: MAG Theatron S6 (Foto: R. Vogt)
Nur 11 Zentimeter flach: MAG Theatron Rearspeaker S6 (Foto: R. Vogt)

Die Surrond-Lautsprecher S6 sind mit 11 cm Tiefe noch platzsparender. Wie üblich bezeichnet die Zahl im Namen den Durchmesser des Tief/Mitteltöners mit entsprechend 6 Zoll (ca. 15cm) und 12 Zoll (ca. 30cm) für die Frontlautsprecher. Damit lassen sich knapp 115 Dezibel aus den Surrounds und über 121 dB aus den Fronts generieren. Großzügige dynamische Reserven also…

Verkabelung per Phönixklemmen (Foto: R. Vogt)
Verkabelung per Phoenix-Klemmen (Foto: R. Vogt)

Praktisch: Durch ihre glatte Rückwand eignen sich die Lautsprecher perfekt für eine Installation flach an der Wand. Alle Reflexöffnungen gehen nach vorn raus, die Anschlüsse sind je an der Oberseite mit professionellen Phoenix-Klemmen aus der Installationstechnik ausgeführt.

Das asymmetrische Horn der linken und rechten M12 (Foto: R. Vogt)
Das asymmetrische Horn der M12 – in diesem Fall der linke Speaker (Foto: R. Vogt)

Moment mal: flach montiert an der Wand? Wie richte ich denn die Hörner auf den Hörplatz aus? Es ist an alles gedacht: Die Frontlautsprecher gibt es in den Varianten MAG Theatron Performance M12-L, M12-C und M12-R für. Man ahnt es schon: Die Bezeichnungen stehen für Links, Center und Rechts. Die seitlichen Hörner sind asymmetrisch und zeigen rund 30° zur Mitte. Auch die 1-Zoll Druckkammertreiber mit Titanmembran sind entsprechend ausgerichtet installiert. Dies Ausrichtung ist für Heimkinos von 20-40m² optimiert. Das funktioniert prächtig, wie sich hören und auch messen ließ.

Das asymmetrische Horn der S6 Surrounds (Foto: R. Vogt)
Das asymmetrische Horn der S6 Surrounds (Foto: R. Vogt)

Auch das kleine Horn der MAG Theatron Performance S6 ist asymmetrisch und um 15° geneigt. Ursprünglich für Surround-Arrays in kommerziellen Kinos gedacht, bietet sich der S6 auch in größeren Heimkinos für die Installation über Kopfhöhe an, um für alle Zuschauer homogen zu klingen. In 5.1 Setups kann man die S6 aber auch auf Ohrhöhe um 90° auf die 110°-Position leicht hinter dem Sweetspot montieren und damit trotz flacher Wandmontage die Ausrichtung auf den Zuschauer realisieren. Auch die Montage hoch an der Wand oder an der Decke erlaubt durch einfaches Drehen des Lautsprechers die Richtwirkung anzupassen.

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MAG Theatron SB21: Seitliche Halterungne und die Bassreflexöffnungen (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron SB21: Von der Seite sieht man die Halterungen und die Bassreflextunnel (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron M12: Die Bassreflexöffnungen unter dem Horn (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron M12: Die Bassreflexöffnungen befinden sich unter dem Horn (Foto: R. Vogt)
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Damit alles direkt an die Wand geschoben oder gehängt werden kann, müssen eben auch die Bassreflexöffnungen zur Frontseite wandern. Die verstecken sich bei den M12 Frontlautsprechern unterhalb des Hochtonhorns – und werden so zu praktischen Tragegriffen. Und selbst der riesige 21-Zoll-Subwoofer MAG Theatron SB21 ist für die Wandaufstellung geeignet. Mit nur 40 cm Bautiefe und Reflexöffnungen zur Seite hin lässt sich der 70 Kilogramm Brummer ganz an den Rand des Zimmers schieben. Für die Montage oder Abhängung gibt es die aus der PA-Technik bekannten Halter-Öffnungen an den Seiten.

Mitgrebrachte Elektronik: Marantz AV8805 AV-Vorverstärker, IOTAVX AVXP1 7-Kanal-Endstufe und Behringer PA-Endstufe für den Subwoofer (Foto: R. Vogt)
Mitgebrachte Elektronik: Marantz AV8805 AV-Vorverstärker, IOTAVX AVXP1 7-Kanal-Endstufe und Behringer PA-Endstufe für den Subwoofer (Foto: R. Vogt)

Mit realen Wirkungsgraden von 94 dB/m für die Surrounds, 97 dB/m für die Hauptlautsprecher und satten 99 dB/m für den 21-Zoll Subwoofer braucht es selbst für imposante Lautstärken nur wenig Verstärkerleistung. Ein Mitteklasse AV-Receiver ist leistungsseitig fast schon ausreichend. Wer aber wirklich Kontrolle und beste Klangqualität haben möchte, sollte hier in Sachen Qualität und guten Endstufen nicht sparen. Für den Testaufbau brachten die Jungs von Theatron daher neben einem Satz Kabel auch eine Marantz AV8805A, eine IOTAVX AVXP1 und eine PA-Endstufe von Behringer für den Subwoofer mit. Ein Nachteil von so hohem Wirkungsgrad ist, dass auch alle Störungen, Rauschen und was sonst noch so auf der Leitung herum schwirrt, locker 10 dB lauter ist als bei HiFi-Boxen. Da sind also viel Sorgfalt und, wo es geht, symmetrische Verkabelung gefragt.

Die großen Papier-Koni arbeiten alle mit Doppelsicke für langen, linearen Hub (Foto: R. Vogt)
Die großen Papier-Membranen sind alle in Doppelsicken für langen, linearen Hub eingespannt (Foto: R. Vogt)

Damit das bei geringen wie bei hohen Lautstärken gleichermaßen gut funktioniert, setzt MAG Theatron steife Papiermembranen mit mehrfach gefalteter Sicke ein. Das in Kombination mit einem kräftigen Antrieb und langen Schwingspulen sorgt für eine geringe Hysterese, besonders beim Leisehören wichtig, wie auch einen großen linearen Hub für kompressionsfreie Maximalpegel. Das gilt für das kleine 6-Zoll-Chassis der S6 Surrounds bis zum gewaltigen 21-Zöller des SB21 Woofers. Für alle, die es weniger wuchtig wollen, gibt es übrigens noch den etwas kleineren 18-Zoll SB18.

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MAG Theatron Performance M12: Frequenz- und Phasengang (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance M12: Frequenz- und Phasengang (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance M12-C: Frequenzgang 0°/±30° der Mittelachse (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance M12-C: Frequenzgang 0°/±30° der Mittelachse (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance M12-R: Frequenzgang -30°/0°/+30° der Mittelachse (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance M12-R: Frequenzgang -30°/0°/+30° der Mittelachse (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance M12: Spektrogramm und Gruppenlaufzeit (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance M12: Spektrogramm und Gruppenlaufzeit (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance S6: Frequenz- und Phasengang (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance S6: Frequenz- und Phasengang (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance S6: Frequenzgang 0°/±30° der Mittelachse (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance S6: Frequenzgang 0°/±30° der Mittelachse (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance S6: Spektrogramm und Gruppenlaufzeit (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance S6: Spektrogramm und Gruppenlaufzeit (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance SB21: Frequenz- und Phasengang (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance SB21: Frequenz- und Phasengang (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance SB21: Spektrogramm und Gruppenlaufzeit (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance SB21: Spektrogramm und Gruppenlaufzeit (Foto: R. Vogt)
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Schaut man sich die Frequenzgänge an, kommt auch hier der Profi-Ansatz durch. Denn lineare Lautsprecher-Frequenzgänge spielen im Heimkino eher eine untergeordnete Rolle. Warum? Weil die sowieso stets individuell mit digitaler Raumkorrektur entzerrt werden. Einen Kompromiss in Sachen Wirkungsgrad zu Gunsten der Linearität müssen die Entwickler daher nicht eingehen.

Damit ein so großes System auf den Punkt spielt, sind andere Faktoren viel wichtiger – nämlich alles, was sich auf der Zeitachse abspielt. Und hier verhalten sich die MAG Theatron vorbildlich. Ein gleichförmiger Phasenverlauf und eine bis in den Bass geringe Gruppenlaufzeit versprechen eine knackige Impulswiedergabe mit kerniger Attacke und gutem Groove. Auch das im Spektrogramm gut erkennbare zügige und gleichförmige Ein- und Ausschwingverhalten sind vielversprechend für eine homogene Wiedergabe.

Das Konzept mit den aus der Achse gedrehten Hörnern geht ebenfalls gut auf. So zeigen die Frontlautspecher auf Achse ein ähnliches Verhalten, die eingewinkelten Hörner bei 30° zur Hörachse hin ein praktisch unverändertes Verhalten. Für die geforderte Dynamik sind die Frequenzgänge aller Modelle nach unten hin streng beschnitten. So reicht der Subwoofer großzügig beschrieben nach unten bis etwa 35 Hertz, nach oben dafür bis über 200Hz. Die Frontlautsprecher sollten wenigestens bei 80Hz durch den Woofer abgelöst werden, gerne höher, die Surrounds arbeiten am liebsten erst über 100-120Hz und darüber.

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MAG Theatron Performance Serie liefert auf Kommando gigantische Pegel (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Performance Serie liefert auf Kommando gigantische Pegel (Foto: R. Vogt)
Die 15° geneigte Abstrahlung der S6 lässt sich hoch oder quer einsetzten (Foto: R. Vogt)
Die 15° geneigte Abstrahlung der S6 lässt sich hoch oder quer einsetzten (Foto: R. Vogt)
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Praxis, Einmessung und Klangverhalten

Zum Testen stellten wir die Boxen vor die Leinwand, um nicht das ganze Kino umbauen zu müssen; der doch schon recht unhandliche Subwoofer stand nur im Foto (ganz oben) direkt vor den Frontlautsprechen und wurde nach mehreren Versuchen und Messungen rechts neben der Leinwand platziert.

Die automatische Einmessung mit der Audyssey-App klappte in einem Satz Parameter leider gar nicht: Der Wirkungsgrad der Lautsprecher ist so hoch, dass der Automat die Pegel aller Kanäle auf den Minusanschlag (-12dB) stellte. Hier musste also von Hand nachgetrimmt werden und der (THX/Dolby-) Referenzpegel stimmt dann nicht mehr mit der Lautstärkeanzeige des Marantz überein. Macht nichts, wenn man sich auskennt.

Und das klangliche Ergebnisse konnte schnell die meisten meiner Befürchtungen zerstreuen: Klingen PA-Lautsprecher oft hölzern und knorrig war das hier kaum der Fall. Druckkammer-Hochtöner haben oft etwas Harsches und wenig Auflösung bis hin zum Verschmieren jedweder Details. Auch das trat nicht ein, die Hörner klangen angenehm mild mit ordentlich Differenzierung.

Alles riesen Brummer mit Übergewicht: Raphael Vogt als Größenvergleich (Foto: R. Vogt)
Brummer mit Übergewicht: Raphael Vogt als Größenvergleich (Foto: R. Vogt)

Dem guten Phasen- und Gruppenlaufzeitverhalten dürfte die verblüffend gute Abbildung zu verdanken sein. Das Klangbild löste sich erstaunlich gut von den Boxen und vor allem das Zusammenspiel zwischen den riesigen M12 in der Front und den vergleichsweise winzigen S6 Surrounds gelang praktisch nahtlos: Auch die seitlichen Phantomschallquellen zwischen vorne und hinten wurden wunderbar plastisch dargestellt. So etwas funktioniert nur bei gleichförmigem Zeitverhalten. Tja, und in Sachen Dynamik hält der Höreindruck, was die Daten versprechen. Leichtfüßig erreicht man praktisch beliebige Lautstärken und die Klangkörper bekommen etwas Fühlbares, selbst bei noch komfortablen Pegeln. Man kann es aber auch in Lautstärken übertreiben die dann schon wirklich weh tun. Die Pegelreserven wirken fast endlos.

Das Ganze wirkt extrem impulsiv. Gleich, ob Klavieranschlag oder Bombenanschlag: Das alles kommt extrem knackig und hat stets etwas physisch Greifbares. Dagegen wirkt die Abbildung typischer HiFi-Lautsprecher fast schon blutleer. Auf der anderen Seite der Medaille sind die groben Kisten nicht die feinfühligsten wenn es um zarte Texturen oder Klangfarben geht. Sagen wir mal so: Wer filigrane audiophile Aufnahmen mit zarten Frauenstimmen liebt, wird hier nicht glücklich. Wenn es aber eine Bigband sein soll, …holy sh..t! Das geht dann ungemein vorwärts – bitte gern etwa mit der DVD-Audio „XXL“ der Big Phat Band nachhören. Auch bei großen, gut aufgenommenen Stadionkonzerten wie Mylene Farmers „Stade de France“ kommt schnell Fußwippen auf und das Geschehen wirkt schlicht authentischer als mit typischen HiFi-Lautsprechern möglich.

Über Filmwiedergabe braucht man fast nichts zu sagen. Das ist den MAG Theatron ein Leichtes. Die räumlich wunderbar lückenlose Abbildung und der gigantische Dynamikumfang spielen perfekt großes Kino. Vor allem bei groben Dynamiksprüngen, egal in welcher Tonhöhe oder Größenordnung, kommen sie mit gnadenloser Wucht wie aus dem Nichts; selbst bei gesteigertem Pegel und komplexem Klanggeschehen verlor das MAG Theatron Performance Set nie die Übersicht. Und das ist gerade bei großen Filmprojekten wichtig, damit sich – unabhängig vom vordergründigen Lärm – Dialoge nicht verschleifen und das Orchester kristallklar bleibt. Denn die Musik macht im Film die Emotion, nicht das Kawumm. Eine gute Kinobeschallung muss primär Musik abliefern und dann den Filmsound dazu, nicht umgekehrt. Und das können die MAG Theatron nahezu perfekt.

MAG Theatron Logo (Foto: R. Vogt)
MAG Theatron Logo (Foto: R. Vogt)

Fazit: Authentisches Kino und Rockkonzert daheim!

Sicher – rein optisch und haptisch wirken die MAG Theatron zunächst eher grobschlächtig. Aber sie sind perfekt „purpose built“ wie das so wunderbar neudeutsch heißt. Sie wurden ersonnen und gebaut, um in dezidierten Heimkinos wirklich großen, souveränen Sound abzuliefern und dass in jedem Pegel und auf den Punkt.

Platz ist speziell in Mitteleuropa in jedem Heimkino kostbar und die superflachen Konstruktionen tragen dem Rechnung. Die aus der Mittelache geneigten Hörner ermöglichen ohne erkennbare Nachteile eine flache Wandmontage bei korrekter Ausrichtung ohne, dass die ganze Box eingewinkelt werden muss. Dazu klingen die Druckkammer-Hörner entgegen manchem Mitbewerber fein und mild, trotzdem mit Kraft und Frequenzgang bis über 20kHz.

Der gesamte Frequenzgang ist alles andere als linear – was aber fast egal ist, weil heute jedes Kino ohnehin individuell entzerrt wird. Kritik: Ein wenig harmonischere Klangfarben im Mittelton und fehlender echter Tiefbaß. Jammern auf hohem Niveau, zumal in den „großen“ Kinos auch nicht viel unter 30Hz passiert. Den „Druck“ beziehen diese Anlagen ohnehin eher aus Bereichen zwischen 50 und 300 Hertz. Dank des enormen Wirkungsgrades reichen kleine Leistungen für mächtige Pegel bis die Hosenbeine flattern oder der Pistolenschuss in der Brust spürbar wird. Ein Spruch stimmt bei MAG Theatron in jeder Hinsicht: Das ist ’ne Menge Holz fürs Geld!

MAG Theatron Performance Serie
2021/11
Test-Ergebnis: 4,5
überragend
Bewertungen
Klang
Praxis*
Verarbeitung*

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
*für verdeckte Heimkino-Installation
Gelungene Adaption einer Kinobeschallung
Hoher Wirkungsgrad, entfesselte Dynamik
Superflach, perfekte Wandmontage
Überraschend räumliche Abbildung

Vertrieb:
Theatron GmbH
Talblickstraße 28
75305 Neuenbürg
www.theatron.tv

Preis (Hersteller-Empfehlung):
MAG Theatron Performance M12-L/C/R: 1.899 Euro
MAG Theatron Performance S6: 799 Euro
MAG Theatron Performance SB21: 2.499 Euro


 

Autor: Raphael Vogt

Technischer Direktor bei LowBeats und einer der bekanntesten Heimkino-Experten der Republik. Sein besonderes Steckenpferd ist die perfekte Kalibrierung von Beamern.