Wenn es brummt im Lautsprecher, helfen HMS Netzstecker
Brumm richtig bekämpfen (Netzstecker: HMS)

Es brummt im Lautsprecher! Was tun?

Wohl jeder, der sich mit HiFi beschäftigt, hat es schon einmal gehört: es brummt im Lautsprecher. Mehr oder weniger störend, als Dauergeräusch aus dem Tieftöner, entweder mit konstantem Pegel oder vielleicht sogar mit dem eingestellten Abhörpegel lauter oder leiser werdend. Das stört natürlich gewaltig, und umso mehr, je höher der Wirkungsgrad des Lautsprechers ist und je empfindlicher die Eingänge sind. Besitzer von Hornlautsprechern und Plattenspielern sind folglich mit Brummproblemen besser vertraut, als ihnen lieb ist.

Prinzipiell gibt es drei Gründe dafür, dass es brummt: 1) eine so genannte Brummschleife. 2) eine Einstrahlung oder auch Einstreuung. 3) ein Gerätefehler.

Wenn es brummt im Lautsprecher, ist die häufigste Ursache 1), die berüchtigte und ja schon lang bekannte Brummschleife. Sie entsteht üblicherweise durch Mehrfach-Erdung von Geräten über die Schutzleiter der Netzstecker. So bildet sich eine geschlossene Schleife, die einerseits durch die (unsymmetrischen) Kabelverbindungen zwischen den Geräten und andererseits durch die Schutzleiter der Netzanschlüsse gebildet wird.

Elektrisch entscheidend ist nun die von dieser Schleife umschlossene Fläche. Sie variiert entsprechend dem Aufbau der Anlage – und reagiert auf Einstreuungen wie eine empfindliche Antenne. Normalerweise sind es Induktionsvorgänge aus dem (Haus-) Leitungsnetz, die in der Schleife einen Induktionsvorgang bewirken.

Die resultierende Störspannung verursacht dann einen Spannungsabfall zwischen den Leitern der signalführenden Kabel, was vom Verstärker-Eingang natürlich als Signal interpretiert wird.

Symmetrisch arbeitende Verstärker sind dabei im Vorteil: Sie deuten die induzierte Störspannung nicht als Signal, da sie die Spannungsdifferenz zwischen zwei “heißen” Leitern als Signal verstehen – und nicht die Potentialunterschiede zwischen Leiter und Masse.

Nicht nur wenn es brummt im Lautsprecher, ist Erdung abkleben verboten!

Die Brummschleife wird freilich nur dann wirksam, wenn innerhalb einer oder mehrerer unsymmetrisch arbeitender Komponenten Schutzleiter und Signalmasse elektrisch direkt leitend miteinander verbunden sind.

Abhilfe schaffen hier bestimmte schaltungstechnische Maßnahmen (eine so genannte RC-Kombination oder zwei antiparallele Dioden zwischen Schutzleiter und Signalmasse), die den Sicherheitsbestimmungen Rechnung tragen, in manchen Komponenten aber nicht vorhanden sind, weil dem stolzen Erfinder das Problem nicht geläufig ist.

Damit ist auch klar, warum das Abkleben eines oder gar aller beteiligten Schutzkontakte an den Netzsteckern verhindert, dass es brummt im Lautsprecher. Aber Achtung: Das ist zu Recht streng verboten, weil im Falle eines kapitalen Gerätedefektes die Netzspannung auf den Gehäusen liegen könnte, ohne die entsprechenden Sicherungen auslösen.

Und noch etwas: Falls Ihnen die Bude abbrennt und der Brandfahnder entdeckt auch nur einen einzigen abgeklebten Stecker, dann kriegen Sie von der Versicherung nicht mal mehr einen Händedruck …

Steckerleiste benutzen! Nun leuchtet auch ein, warum die Uralt-Empfehlung Sinn macht, nur eine einzige, bitte schön auf 16 Ampere Strom ausgelegte Steckerleiste für alle Gerätschaften zu benutzen und alle Netzkabel möglichst zusammen zu fassen: Damit wird die umschlossene Fläche verkleinert und die Anlage läuft mit einem besseren Störspannungsabstand.

Falls Sie nun ein neues Gerät in eine an sich störungsfreie Anlage einbauen und es brummt im Lautsprecher sofort stark, ist es unter Umständen möglich, dass sie eine Komponente mit dreipoligem Netzstecker erwischt haben, bei der Schutzleiter und Signalmasse galvanisch “hart”, wie Elektroniker es formulieren, aufeinander sitzen. Und das ist dann klar ein Gerätefehler.

Powerstar Audioplan - Konsequente Stecker-"Leiste"
Die gute, alte Powerstar-„Leiste“ von Audioplan ist die konsequenteste Umsetzung des Prinzips … (Foto: R. Kraft)
HMS Energia Definitva, Netzfilter, Verteiler
Die Energia Definitiva von HMS ist eine perfekte Lösung für Netzfilterung und Verteilung. Unser Exemplar wird seit Jahren intensiv benutzt, wie man unschwer sieht … (Foto: R. Kraft)

Eine weitere, bald veraltete Ursache dafür, dass es brummt im Lautsprecher, kann von einem Tuner verursacht werden: Mehrfach-Erdung über die Abschirmung der Antennen-Zuleitung ist das Stichwort.

Hier schafft ein so genannter Mantelstromfilter (Elektromarkt) in der Antennenleitung Abhilfe. Wer löten kann, trennt die Abschirmung der Antennenleitung mit einem Ein-Nanofarad-Keramikkondensator (630-Volt-Typ) auf.

Aber, freilich, das ist leider eine Sache, die irgendwann der Vergangenheit angehören dürfte. Obwohl, wie man hört, soll UKW nun doch nicht so bald abgeschaltet werden …

Echte Hoffnung für die Fans guter Tuner besteht aber nicht wirklich; hier in Bayern wandert etwa der feine Klassik-Sender Bayern 4 ins Netz ab. Ob die dort gebotene Klangqualität noch akzeptabel sein wird und mit der eines guten Tuners mithalten kann, steht zu bezweifeln.

Zurück zum Brummproblem, und zwar zu 2), es brummt durch Einstreuung. Wer unbedingt Einstreuungen durch induktive oder kapazitive Kopplung erzeugen will, braucht nur einige Meter Netzkabel eng parallel zu einigen Metern Cinchkabel zu verlegen.

Eine ebenfalls supergute andere Möglichkeit, sich Störspannungen einzufangen, bieten beispielsweise Halogenlampen-Trafos oder dicke Netztransformatoren unmittelbar neben empfindlichen Komponenten – etwa dem Plattenspieler, dem Phono-Vorverstärker, dem MC-Übertrager, Phonokabeln oder Tonabnehmern. Bitte dran denken, dass sich oft der Lampentrafo im Fuß der Lampe befindet und ein mehr oder weniger kräftiges Streufeld verursacht.

Ein zehn Zentimeter weiter weg befindliches Phonokabel oder auch der 20 bis 30 Zentimeter entfernte Tonabnehmer sind normalerweise die ersten “Opfer” solcher Laufwerks-Beleuchtungen. Bei den ebenfalls extrem empfindlichen MC-Übertragern oder Phono-Verstärkern reicht es meistens, andere Komponenten ein kleines Stück weiter weg zu positionieren.

Da ist Ausprobieren angesagt, etwa in dem Fall, dass Sie Ihren MC-Übertrager eng neben der Vorstufe stehen haben, dummerweise aber genau dort, wo sich im Gehäuse-Inneren deren Trafo befindet!

Wer eine wirklich “saubere” Anlage aufbauen möchte, sollte also streng darauf achten, welche Komponenten eng beisammen stehen; die Mär vom möglichst kurzen Kabel verfängt nicht, wenn man etwa einen Phonoverstärker in die Nähe einer kräftigen Endstufe stellt.

Wenn es brummt im Lautsprecher: Aufbau beachten!

Merke: 50 Zentimeter mehr Kabel klingen garantiert nicht schlechter, verhindern aber womöglich, dass es brummt im Lautprecher!

Störend oder klangbeeinträchtigend wirken unter Umständen aber auch Einstreuungen, die sich nicht als 50-Hertz-“Netzbrumm” manifestieren. Wer sich da informieren will, braucht nur einmal mit einer womöglich bald aussterbenden Rasse zu sprechen, nämlich den Funkamateuren.

Die permanent um uns herum schwirrende elektromagnetische Strahlung hat nicht nur durch (höchstfrequente, im Mega- und Gigahertz-Bereich liegende) Handy- und Kommunikationsverbindungen extrem zugenommen, sondern sich unmerklich auch in unseren Häusern ausgebreitet.

Insbesondere die inzwischen massenhaft verwendeten Schaltnetzteile produzieren Störstrahlungen, die, im Gegensatz zu den durch Kommunikationsverbindungen verursachten, verhältnismäßig tieffrequent angesiedelt sind.

Für Funkamateure bedeutet das, dass im bewohnten Umfeld die Kurzwellenbänder im 160- und 80-Meter-Bereich praktisch kaum mehr benutzbar sind, ganz zu schweigen vom ohnehin extremen Störnebel im Lang- und Mittelwellenbereich, den man mit entsprechenden Radios selber nachvollziehen kann.

Die Übeltäter sind Computer- und Festplatten-Netzteile, Beleuchtungs-Stromversorgungen, Ladegeräte oder Energiesparlampen; diese Liste lässt sich fast beliebig erweitern.

Selbstverständlich tragen alle diese Netzteile das „CE“-Zeichen. Wer solche Billigteile einmal aufmacht, wird aber nicht selten feststellen, dass jene an sich spottbilligen elektronischen Komponenten, die als vorgeschriebener Störschutz eingebaut sein sollten, nicht bestückt wurden.

Immer gefährdet: Phono-Eingänge

Die Bescheinigung “elektromagnetischer” Verträglichkeit durch  Einhaltung der EMV-Vorschriften ist heute ohnehin bereits durch die schiere Menge solcher Stromversorgungen Makulatur.

Effekte wie Rauschen, Prasseln oder andere Störungen finden hier oft ihre Ursache, etwa über die ja im Tausendstel-Volt-Bereich empfindlichen Phonoeingänge.

Außerdem schleichen sich Störungen natürlich auch über das Stromnetz in die Anlage ein. Wenn es brummt im Lautsprecher, ist ein ordentlicher Netzfilter heutzutage also eine Notwendigkeit.

Korrekt gebaute, hochwertige Schaltnetzteile, also etwa jene in unseren Verstärkern, sind üblicherweise kein Problem. Aber man sollte natürlich auch darauf achten, Steckernetzteile von Festplatten, Rechnern oder Beleuchtung nicht in der “HiFi-Steckerleiste” zu betreiben.

Ein weiterer, recht profaner Grund für den Brumm verdient ebenfalls, hier genannt zu werden: Auch oxidierte, schmutzige Buchsen und Stecker verhindern schon mal einen elektrisch gut leitenden Massekontakt.

Gerade Cinch- und die guten, alten DIN-Verbindungen sind da anfällig und verlangen nach Reinigung; die Stecker in Kontaktmittel zu “baden”, ist aber zuviel des Guten!

Ein Auge sollte man auch auf geweitete Cinch-Außenkontakte haben, die mit der Buchse kaum noch Berührung pflegen, ein Problem bei vielen sehr alten oder häufig benutzten Steckern.

Wenn es brummt im Lautsprecher: Erdungsklemme am Einstein "The Tune"
Diese Erdungsklemme am Einstein-Vorverstärker ist optimal ausgeführt! (Foto: R. Kraft)
Wenn es brummt im Lautsprecher: Tellerlager Verdier Zentralschraube Erdung
Eine dicke Batterieklemme dient unter dem Chassis einer Platine Verdier als Erdungsanschluss des Lagers (Foto: R. Kraft)

 Es brummt immer noch? Sternförmig erden!

Spezielle Verhältnisse in Sachen Brumm herrschen bei der Phono-Verkabelung. Hier haben wir ja zusätzlich die Erdungsdrähtchen vom Plattenspieler, also etwa jenes an der Phono-Cinchleitung und/oder eine Erdungsleitung vom Plattenspieler-Chassis.

Wenn es brummt im Lautsprecher, ist das zu verfolgende Prinzip einfach und lautet: sternförmig verdrahten mit separaten Masseverbindungen. Je nach Konfiguration ernennen wir entweder den Vollverstärker oder den Vorverstärker zum “Erdungszentrum” der Anlage.

Alle Erdungskontakte von anderen Geräten (also Laufwerk, Tonarm, Übertrager oder Phonostufe) werden, quasi “sternförmig” ankommend, an diesem Erdungszentrum angeschlossen.

Man führt also beispielsweise das Erdungsdrähtchen des Tonarmes unmittelbar an den Vorverstärker und verbindet den Erdkontakt eines MC-Übertragers oder MC-Vorverstärkers mit einem weiteren Drähtchen ebenfalls mit dem Erdungspunkt der Vorstufe. Alles klar? Gut.

Der “schwarze” Lautsprecheranschluss darf übrigens nie als Massepunkt benutzt werden, okay? Als Erdungsdrähtchen besorgen wir uns feine Schaltlitze aus dem Baumarkt, also einen isolierten Draht, der innen aus vielen einzelnen Äderchen besteht und deshalb sehr biegsam ist. Wer löten kann, verzinnt die zusammengezwirbelten Enden, was für besseren Kontakt sorgt und ordentlicher aussieht.

Bitte keine daumendicke Lautsprecherleitung verwenden, das ist hier völlig überflüssig. Da nun womöglich einige Erdungen an ein- und derselben, womöglich heillos unterdimensionierten Masseklemme zusammenlaufen, kann man sich eine kleine „Erdungsschiene“ bauen.

Wenn es brummt im Lautsprecher: Erdungsschiene für die HiFi-Anlage
Das ist eigentlich schon die Luxusversion der beschriebenen Erdungsschiene. Buchsen leitend einbauen! (Foto: R. Kraft)

In der Praxis genügt ein leitendes Metallteil, in das man einige Bananenbuchsen (Baumarkt) leitend einmontiert; die ankommenden Erdungen versieht man, wenn man es elegant möchte, mit Bananensteckern. Der Selbstbau-Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt … Ach ja, hallo Highender: es muss wirklich nicht vergoldet sein!

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