Wilson Audio Pedestal 06
Extrem teuer, aber auch sehr wirkungsvoll: Wilson Audio "The Pedestal“ zählen z den besten Geräte-Pucks überhaupt (Foto: F. Borowski)

Wilson Audio „The Pedestal“: Pucks für 1.000 Euro/Stück

Der US-Hersteller Wilson Audio (Vertrieb: Audio Reference) ist bekannt für seine ultimativ aufwändigen und teuren Lautsprecher. Dass den Wilson-Machern der Rest der Kette aber nicht egal ist – ohne gleich in eigene Elektronik-Entwicklung einzusteigen – zeigt ihre Zubehörsparte WASAE (Wilson Audio Special Application Engineering). Das jüngste Projekt der hausinternen Task Force für Sonderlösungen nennt Wilson Audio „The Pedestal“. Das sind spezielle Untersetzer für Audio-Komponenten – nicht für Lautsprecher – in selten kompromissloser Machart. LowBeats hatte (erstmals in Deutschland) Gelegenheit, ein Dreierset ausgiebig ausprobieren zu können.

Wie bei den Amerikanern üblich, sind die Wilson Audio „The Pedestal“ kompromisslose Entwicklungen: aufwändig konstruiert und hergestellt, in unzähligen Hörsessions getestet und gemessen. Und ganz Wilson-typisch sind sie auch kostspielig. Ihre Wirkung hat mich allerdings durchaus verblüfft und überzeugt.

Zum Test stand nur ein Dreierset der Zubehöre aus der Wilson Sondereinheit zur Verfügung. Das heißt, die Pedestal konnten nur unter einer Komponente zur Zeit ausprobiert werden.

Die großen, aber keineswegs übertrieben wuchtigen Untersetzer entfalten im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Vertretern ihrer Art in verschiedenen Frequenzbereichen Wirkung. Von Trittschall und anderen Bodenresonanzen bis hin zu hohen Frequenzen, die Mikrofonie-Effekte in der Elektronik verursachen können. Um das zu erreichen, kombiniert Wilson verschiedene Materialien in einem clever verschachtelten Aufbau. Interessant dabei: Bei Belastung wird das innenliegende V-Material und andere kritische Elemente von dem Stahlkorpus, der letztendlich mit seiner hohen Dichte und Masse eine letzte Resonanzbarriere darstellt, quasi abgekoppelt.

Jeder Pedestal hat ein Eigengewicht von 240 g und ist für bis zu 11,34 Kg Last ausgelegt. Ein Dreier-Set trägt also rund 34 kg. Ein weißer Ring zeigt an, wann die Belastungsgrenze erreicht ist. Für schwerere Komponenten sind einzelne Pedestals zur Ergänzung erhältlich.

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Wilson Audio Pedestal 01
Die Oberseite der Pedestals ist sehr weich und haftet regelrecht an der Geräteunterseite. Je höher das aufliegende Gewicht, desto mehr wird der weiße Ring eingedrückt. Verschwindet er hinter der Kante, ist die Belastungsgrenze erreicht (Foto: F. Borowski)
Außengehäuse
Das Außengehäuse des Wilson Audio „The Pedestal“ besteht aus antimagnetischem Edelstahl und wird aus dem Vollen gefräst (Foto: F. Borowski)
Wilson Audio Pedestal 03
Die Beschriftung ist eingraviert bzw. -gefräst (Foto: F. Borowski)
Wilson Audio Pedestal 04
Die seitliche Ansicht offenbart die konisch zulaufende Unterseite mit einem oberflächenschonenden Abschluss. Interessant: Die seitlichen Flanken und der Konus sind minimal konkav gedreht (Foto: F. Borowski)
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Zuerst unter dem Trinnov Amethyst platziert, der direkt auf einem Lowboard stand, sorgten die drei Füße für mehr als nur eine marginale „Entschlackung“ des Klangbilds. Mit den Pedestals unter dem Prozessor erhöhte sich nicht nur die Präzision feiner Transienten, was die Höhen noch durchhörbarer machte. In den Mitten förderten die Wilson-Füße mehr Emotion zutage. Stimmen erhielten mehr zarten Schmelz und einzelne Instrumente ließen sich beispielsweise bei Klassik einfacher im Gesamtgeschehen identifizieren, aber ohne das harmonische Zusammenspiel zu beeinträchtigen. Im Bass waren – zumindest in dieser Kombi – weniger Zugewinne bemerkbar.

Trinnov Amethyst
Unter den Trinnov Amethyst: Die Originalfüße (die hier auch entfernt werden können) wirken dagegen recht klein. Optisch werten die Wilson Audio „The Pedestal“ den Amethyst noch mal ordentlich auf! (Foto: F. Borowski)

In dieselbe Richtung gehend, aber nicht ganz so ausgeprägt, wirkten die „Pedestal“ unter dem Exogal DAC, der seinerseits schon auf einem kleinen Endstufen-Rack von Solidsteel entkoppelt stand. Selbst auf bereits isolierend bzw. entkoppelnd wirkenden Racks können die Pedestal also durchaus noch verschüttete Reserven freilegen.

Und was kostet der Spaß? Rund 3.000 Euro für ein Dreierset, und etwa 800 Euro für jeden zusätzlichen Pedestal. Autsch! Viel Geld für ein paar Geräte-Untersetzer. Aber von allen mir bekannten Lösungen dieser Art sind die Wilson-Gerätefüße auch die mit Abstand wirkungsvollsten. Für Perfektionisten mit genügend Cash-Reserven sollte das auf jeden Fall einen eigenen Versuch wert sein.

Weitere Informationen zu den Pedestals unter www.audio-reference.de.

 

Autor: Frank Borowski

Frank Borowski
LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.