in-akustik Reference 1002 Originalstecker
Das Reference 1002 von in-akustik ist so etwas wie ein Dauergeheimtipp für Freunde der dynamischen Spielart. Allmählich kommt es in die Jahre – und wird immer günstiger (Foto: in-akustik)

Kauftipp der Woche: LS-Kabel in-akustik Reference 1002

Das in-akustik Reference 1002 ist eines der besten und meistbewährten No-Nonsens Lautsprecherkabel am Markt. Man sieht es auch an seiner Laufzeit: über 15 Jahre ist die schwarzweiße Strippe schon am Markt. Über einen so langen Zeitraum erodieren die Preise natürlich etwas und machen das Stück entsprechend erschwinglicher und begehrlicher. Wir fanden das in-akustik Reference 1002 bei HiFi Regler mit einem Preisabschlag von über 30%: Man bekommt die üblichen 2 x 3 Meter nun für 300 Euro/Paar. Kürzere Strecken sind entsprechend günstiger. Also: ein klassischer LowBeats Kauftipp.

Ein kurzer Rückblick. 2003, da war die halbe LowBeats Truppe noch bei steroplay, machten wir aus dem Vorgänger des in-akustik Reference 1002, dem LS 1000, eine Sonderversion. Anlässlich des 25-Jahre-Jubiläums von stereoplay suchten wir nach 25 außergewöhnlichen Produkten, die wir zur stereoplay Jubilée Edition verbessern wollten. Im Bereich Lautsprecherkabel mussten wir nicht lange suchen. Das LS 1000 war genau diese Art Kabel, die auch unbedarften Musikhörern aufzeigt, dass zwischen den üblichen Hama- oder Oehlbach 2,5 mm²- oder 4,0 mm²- Normalo-Strippen und klug gemachten Kabeln mit guter Kupferqualität (Oxygen Free Copper) tatsächlich ein großer klanglicher Unterschied besteht. Das Klangbild wird präziser, akzentuierter, dynamischer, „schneller“.

Der damalige (und bis heute amtierende) Kabel-Entwicklungsleiter bei in-akustik, Holger Wachsmann, hatte noch einige Verbesserungs-Ideen. Zum Beispiel bekamen die Leiter ein verbessertes Dielektrikum mit mehr Luft. Und mit diesem Kniff legte Wachsmann dann auch die Grundlage für das nachfolgende (und immer noch moderne) LS Reference 1002.

Der Aufbau des in-akustik Reference 1002

Das Kabel besteht aus vier Litzenleitungen mit jeweils 2,5 mm² Kabeldurchschnitt. Jeder dieser vier Kabelstränge ist bestens isoliert und alle vier sind miteinander verdrillt. Durch die feste Verdrillung entsteht eine Art Schirmung gegen äußere Einflüsse. Weil der Plus- und der Minus-Strang aus je zwei Litzen besteht, ergibt sich pro Kanal ein Querschnitt von 5 Quadratmillimetern. Das ist recht ordentlich; in-akustik empfiehlt diese Stärke für eine Länge bis mindestens 10 Meter. Diese Einschätzung wird auch durch die neuen Kabelmessungen von LowBeats gedeckt.

in-akustik Reference 1002 Aufbau
Vier Litzen in einem Schlauch ergeben für Plus- und Minus-Kanal einen Querschnitt von 5 Quadratmillimetern. Der Blindkern in der Mitte hat keinerlei Übertragungs-Funktion, sondern sorgt nur für mehr Festigkeit und den richtigen Abstand der vier Litzen zueinander (Foto: in-akustik)

Auffällig ist auch die schwarz/weiß-gescheckte Tritt- und verschleißfeste Textilummantelung. Sie verleiht dem Reference 1002 einen sehr festen Auftritt. Das ist wichtig. Durch den Elektromagnetismus würden sich die Einzelleiter sonst bei Signalfluss permanent anziehen und abstoßen, also ständig in Bewegung sein; die Präzision würde leiden.

Der Originalaufbau des in-akustik Reference 1002 beinhaltet die schraubbaren Referenz BFA-103 Bananas, die wegen ihres soliden Aufbaus und der rhodierten Kontakte berechtigte 56 Euro (für 4 Stück) kosten. Das ist natürlich ein Kostenfaktor.

in-akustik Reference 1002 Originalstecker
Die BFA-Stecker sind rhodiert und ziemlich teuer: vier Stück kosten 56 Euro (Foto: in-akustik)

Doch wer noch etwas weiter im Netz sucht, findet beispielsweise bei Die Nadel in Dormagen eine Variante mit einfachen (aber klanglich nicht unbedingt schlechteren) Aderendhülsen für 250 Euro (2 x 3 Meter) – und das sogar als Bi-Wiring-Variante. Richtig: Da war ja was. Wenn man schon vier Leiter hat, könnte man sie ja auch in je zwei für Hoch- und für Tiefmittelton auftrennen, oder?

„Uuh“, sagt Holger Wachsmann dazu. „Wir bieten das 1002 als Bi-Wiring-Version ja gar nicht an; lediglich 2,5 mm² Querschnitt sind über längere Strecken einfach zu wenig.“ Da hat er sicherlich Recht. Aber über kurze Wege macht diese Variante tatsächlich Sinn. Zumindest sprechen die Ergebnisse der neuen LowBeats Kabelmessungen eindeutig für eine Aufteilung in Tief- und Mittelhochton-Bereich. Für eine Verbindung zwischen Verstärker und Lautsprecher unter 3 Metern wäre das unsere Empfehlung.

in-akustik Reference 1002 Bi-Wiring mit Kabelendhülsen
Das in-akustik Reference 1002 als Bi-Wiring-Version mit den einfachen Kabelendhülsen wird bei Die Nadel in Dormagen konfektioniert (Foto: in-akustik)

Und damit kommen wir zur Anwendung: Tatsächlich haben wir die besten Erfahrungen gemacht, wenn wir mit dem in-akustik Reference 1002 kleinere Anlagen – bestehend aus aus einem hübschen, kleinen Vollverstärker und einer musikalischen 2-Wege-Box – damit aufwerteten. Eines der Beispiele, wo diese Kabel überragend performen, ist die Kombination aus dem ursprünglichen Rotel A11 und der B&W 607 – beide derzeit sehr günstig als Auslaufmodelle zu bekommen. Wie viel mehr Feindynamik und Impulsivität da im Vergleich zu einer üblichen 4 mm² Litzenstrippe auf einmal ins Klangbild kommt, ist schon der Hammer.

So klingt’s

Dankenswerter Weise bemusterte uns der in-akustik Vertrieb vor drei Jahren mit einer ganzen Palette aktueller Kabel: „So zum Ausprobieren, Messen, Herumspielen etc…“ Das haben wir ausgiebig getan. Und neben dem großen 2404 blieb auffällig oft das Reference 1002 liegen – einfach als überzeugendste dynamisch anspringende Alternative. Das LS-1002 hat keine ausgewiesenen Klangfarben-Charakteristika. Es ist ein herrlich neutrales Kabel, das vor allem mit hoher Impulsivität, gut kontrolliertem Bass und frappierender Feindynamik punktet.

Es ist wie ein erfrischendes Element für alle Anlagen, denen es ein bisschen an Schwung fehlt. Nimmt man beispielsweise preislich vergleichbare Modelle von QED oder Audioquest, käme man auf ein wärmeres, etwas „weicheres“ Klangbild, das nach oben vielleicht einen Hauch feiner tönt. Das Reference 1002 hingegen begeistert mit einer zupackenden, herzhaften Spielweise.

Fazit in-akustik Reference 1002

Kauftipp der Woche Quad Artera PlayGroße Fortschritte in der Entwicklung von HiFi sind selten. Das gilt für den Bereich der klassischen Kabel gleich doppelt. Eine gut gemachte Verbindung mit besten Materialien wird auch nach 10 Jahren noch wunderbar ihren Dienst tun. Das in-akustik Reference 1002 ist ja nun nicht mehr das Neueste und trotzdem empfehlenswert wie am ersten Tag. Es ist ein klassisches No-Nonsens-Kabel, das mit hoher Lebendigkeit punktet.

Wem seine kleine, aber feine Anlage zu brav klingt, der bekommt mit dem Reference 1002 die Extraportion Energie und Präzision. Das war schon bei seiner Einführung so, doch jetzt, wenn die Preis allmählich erodieren, auch noch für erfreulich wenig Geld. Selbst auf längeren Strecken spielt dieser in-akustik Evergreen seine klanglichen Vorteile aus.

Aber ewas war noch einmal mit der nochmals günstigen Bi-Wiring Variante von Die Nadel? Wie gesagt: Auf kurzen Strecken ist das die wahrscheinlich bessere Lösung und holt aus den Lautsprechern – sofern sie über ein Bi-Wiring-Terminal verfügen – das Optimum.

Ein Gegenargument allerdings kam vom freundlichen Die-Nadel-Team selbst: „Wir sind gerade sehr ausgelastet. Und weil wir ja alles selbst konfektionieren, liegen die Wartezeiten derzeit bei 60 Tagen.“ Puh. Das wäre mir für ein Kabel dieser Klasse vielleicht etwas lang…

in-akustik Reference 1002
2021/02
Test-Ergebnis: 4,5
ÜBERRAGEND
Bewertungen
Klang-Potenzial
Wert-Beständigkeit
Preis/Leistung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Dynamisch-rhythmischer, sehr präziser und kerniger Klang
Vergleichsweise niederinduktiv
Gibt es auch als Bi-Wiring Version (empf. bis 3 Meter)
Recht fest & trittfest

Angebot:
HiFi Regler
August-Horch-Str. 19
95213 Münchberg
Telefon: 09251 / 879 500
www.hifi-regler.de

Aktionspreis (zeitlich begrenzt):
in-akustik Reference 1002: 300 Euro (2 x 3 m) bei HiFi-Regler
in-akustik Reference 1002: 250 Euro (2 x 3 m, Bi-Wiring) bei Die Nadel

 

Autor: Holger Biermann

Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.