Rotel A11 mit CD11 und Triangle Elara 01
Das derzeit wohl günstigste und beste Einstiegsangebot zum Thema klassisches HiFi kommt von Hifi im Hinterhof. Die Berliner kombinieren den Rotel A11 mit dem CD11 und der Triangle Elara 01 für 999 Euro. Ein superbes Schnäppchen-Angebot (Foto: H. Biermann)

Kauftipp der Woche: Rotel A11 + CD11 plus Triangle Elara 01

Kürzlich hatten wir bei LowBeats die Tribute Serie von Rotel im Test. „Tribute“ ist ein relativ dezentes, gleichwohl klanglich sehr überzeugendes Tuning der Vollverstärker/CD-Player-Kombination Rotel A11 + CD11. Bei der Gelegenheit hatten wir auch die normalen Basismodelle noch einmal auf dem Tisch. Und wir mussten feststellen, dass es einen Grund gibt, warum Rotel ausgerechnet diese beiden „kleinen“ Komponenten für das Tuning ausgesucht hatte: beide sind nämlich auf ihre Art exzellent.

Weil das Tribute-Tunings gerade in aller Munde ist, rücken aber auch die beiden Basis-Modelle wieder stärker in den Fokus und werden bei vielen Händlern recht günstig gehandelt. HiFi im Hinterhof allerdings schießt den Vogel ab: Die Berliner verkaufen die Kombi zusammen mit der wunderbar frisch aufspielenden Triangle Elara 01 für 999 Euro. Insgesamt kostete das Trio noch vor zwei Jahren knapp 1.800 Euro. Die Aktion von Hifi im Hinterhof aber reißt die magischen 1.000-Euro-Grenze. Und für weniger Geld ist derzeit keine bessere „klassische“ HiFi-Kombination zu bekommen.

Rotel A11 mit CD11 und Triangle Elara 01
Rotel A11 mit CD11 und Triangle Elara 01. Mit im Paket von HiFi im Hinterhof enthalten: 2 x 3 Meter Oehlbach Lautsprecherkabel. Und das alles für 999 Euro (Foto: H. Biermann)

Rotel A11 + CD11

Der Vollverstärker A11 war ja von Rotel eigentlich nicht geplant. Aber der ursprüngliche Einstiegsverstärker A10 entpuppte sich wegen zu karger Ausstattung (keine Fernbedienung, kein Bluetooth) als unverkäuflich. Also nahmen die Rotel Strategen den (klanglich tadellosen) A10 vom Markt und schoben den A11 nach, der deutlich mehr dem großen A12 ähnelte: mit höherem Aufbau, höherer Leistung (2 x 80 Watt an 4 Ohm), Fernbedienung und Bluetooth. Und die wirklich ordentliche Phonostufe übernahm er vom spartanischen A10.

Rotel A11 innen
Geschirmtes Netzteil, ordentlich großer Ringkerntrafo, blitzsauberer Aufbau, aber auch viel Luft: der Rotel A11 von innen (Foto: Rotel)

Die Vorzüge dieses Verstärkers sind schnell aufgezählt. Zunächst klingt er musikalisch-warm, unaufgeregt und überzeugt trotzdem durch hohe Präzision. Das gilt übrigens auch für die MM-Phonostufe, die zwar überwiegend mit ICs aufgebaut ist, aber wirklich passabel klingt. Und so ein hochwertiger Bluetooth-Zugang (aptX und AAC) wie der des A11 ist in dieser Verstärker-Liga noch lange nicht usus.

Der CD-Player CD11 ist dankbar zu beschreiben: Er kann nämlich nicht sehr viel, außer ziemlich gut CDs abzuspielen. Er lässt sich zwar beim Einlesen etwas Zeit, aber klanglich ist er tadellos: Ein unaufgeregt, musikalisch natürlich klingender Player.

Rotel CD11 Rear
Die Rückseite zeigt das eher karge Angebot des CD11: Es gibt einen analogen und einen digitalen Ausgang. Das war es – audioseitig (Foto: Rotel)

Immerhin lässt sich der CD11 – wie fast alle Rotel Komponenten – per RS 232 steuern. Und er hat stark vibrations-dämpfenden Füße. Auch die dürften ihren Teil zum ruhigen, satten Klangbild beitragen.

Die Kombination mit der Triangle Elara LN01…

…wurde von den Hinterhöflern klug gewählt. Die 01 ist das kleinste Modell aus Triangles Elara Serie, aber hat – wie alle Modelle der Franzosen – diese nette, etwas freche Lebendigkeit im Klangbild. Die ausgewogene Neutralität des A11 und die frische Lebendigkeit der Triangle ergeben einen sehr musikalischen und lebensbejahenden Mix.

Triangle Elara 01
Die Triangle Elara 01 neben der großen Schwester 07 bei HiFi im Hinterhof (Foto: Hifi im Hinterhof)

Der nun sehr niedrige Preis lässt es nicht vermuten, aber die Elara 01 ist eine erwachsene Kompaktbox, die mit ihrem erfreulich hohem Maximalpegel auch etwas größere Räume (bis etwa 20 qm) akustisch gut „füllen“ kann. Das liegt an der soliden Bestückung: Der Hochtöner mit 28 mm Gewebekalotte sowie der Tiefmitteltönern im 13,5 cm Format haben sich in verschiedenen Tests schon als recht robust entpuppt.

Triangle Elara LN05 Hochtöner
Die mit 28 mm Durchmesser recht große Hochton-Kalotte wird in der LN05 erst ab etwa 4.000 Hertz eingesetzt. Man sieht eine kleine Schallführung (fast wie ein Horn), die im Übergangsbereich für mehr Schalldruck sorgt (Foto: Triangle)

Wie überhaupt die gesamte Box einen guten Eindruck macht. Verarbeitung und Finish sind für einen Lautsprecher der 500-Euro-Klasse absolut ok, das Gewicht von knapp 5 Kilo verweist auf ausreichend dicke Wände. Und natürlich sieht man auch bei der Elara keine einzige Schraube auf der Schallwand, denn die finden nicht nur die französischen Designer hässlich…

Die meisten Lautsprecher dieser Größen- und Preisklasse schummeln im Bass, um hier größer zu klingen, als sie es in Wahrheit sind. Das geht meist zu Lasten der Präzision (gerade im oberen Bass und im Grundtonbereich) und ist so gar nicht der Weg von Triangle. Die Franzosen mögen es knackig und sauber. Und genauso klingt auch die Elara 01. Was wiederum den großen Vorteil hat, dass man sie auch in der Nähe zur Rückwand auf das Sideboard oder sogar ins Regal stellen kann – ohne, dass die Basspräzision allzu sehr leidet. Ein immenser Vorteil.

Und so klingt es

Wie schon gesagt: Diese Anlage ist nicht nur sehr günstig, sondern auch tonal klug kombiniert. Sie erfreut mit einer hohen musikalischen Ausgewogenheit und ist doch alles andere als langweilig. In kleinen Kammerorchester-Aufnahmen zeigt sie sich erstaunlich detailgenau. Und wenn man mal herzerfrischend kernige Elektro-Bässe hören will (wie etwa die neue Point von Yello), dann zeigt einem diese kleine Kombi, A.) wie verblüffend tief sie in den Frequenzkeller steigen kann und B.) wie ebenso verblüffend präzise der Verstärker die Bassmembran im Griff hat. Aber auch mit klassischer Musik, Jazz oder Blues grooved und swingt es, dass es nur so eine Freude ist. Und auch das macht diese Kombi ganz hervorragend: Sitzt man einigermaßen genau im Stereo-Dreieck, entfaltet sich eine beeindruckend präzise Räumlichkeit.

Fazit Rotel A11 + CD11 + Triangle Elara 01

Kauftipp der Woche Quad Artera PlayZählen wir einmal zusammen: Wir haben einen wirklich guten Vollverstärker, der wunderbar ausgewogen und druckvoll klingt und dabei erstaunlich kräftig ist. Plus einen CD-Player, der ebenfalls unaufgeregt und wunderbar ausgewogen klingt.  Plus ein Pärchen Kompaktboxen, das von seiner tonalen Ausrichtung (lebendig-frisch) wie die Faust aufs Auge passt.

Addiert man alles zusammen, ergibt das fraglos die wohlklingendste „klassische“ HiFi-Anlage bis 1.000 Euro. Vor allem, weil der A11 ja noch das Bluetooth-Streaming und die eingebaute Phonostufe mitbringt. Wer hier den passenden Plattenspieler mitbestellt (zwar nicht im Paket enthalten, aber der neue Pro-Ject Debut EVO beispielsweise ist ja ziemlich klasse…) hat die ganze pralle Welt des HiFi für echt wenig Geld auf wenig Platz beisammen. Dass HiFi im Hinterhof hier noch die passenden Laustprecherkabel (2 x 3 m Oehlbach 2,5 mm²) dazu legt, ist letztendlich nur das Pünktchen auf dem „i“.

Und nicht beirren lassen. Es kann sein, dass die HiH-Website noch den alten Preis von 1.133 Euro aufruft. Aber der neue Preis von 999 Euro ist amtlich. Zur Not bei Hifi im Hinterhof anrufen und sich auf LowBeats berufen.

Hifi im Hinterhof Komplettanalge
Rotel A11 + CD11 + Triangle Elara 01
2020/10
Test-Ergebnis: 4,8
Überragend
Bewertungen
Klang-Potenzial
Wert-Beständigkeit
Preis/Leistung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Voller, warmer, dennoch frischer Klang
Bluetooth und Phono MM
Perfekt für Räume bis 20 Quadratmeter
Überragendes Preis/Klang-Verhältnis

Angebot:
HiFi im Hinterhof
Großbeerenstraße 65/66
10963 Berlin-Kreuzberg
030 253 753 0
www.hifi-im-hinterhof.de

Aktionspreis (zeitlich begrenzt):
Rotel A11 + CD11 + Triangle Elara LN01: 999 Euro

Autor: Holger Biermann

Holger Biermann
Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.