HEDD Type 07 Mk2 at TU Berlin
Weitaus besser, als sein Preis vermuten ließe: Aktiv-Monitor HEDD Type 07 Mk2 für 1.800 Euro das Paar (Foto: HEDD Audio)

Test Aktivmonitor HEDD Type 07 Mk2 – der audiophile Profi

HEDD Type 07 Mk2 heißt der Protagonist in diesem Test, wobei HEDD als Kürzel für „Heinz Electrodynamic Designs“ steht. Lautsprecher-Kenner vermuten richtig, dass als Macher hinter dem kompakten Aktivlautsprecher niemand anderes steckt als die Audio-Koryphäe Klaus Heinz.

Als treibende Kraft legendärer Lautsprecher-Marken wie Arcus, A.R.E.S und ADAM genießt Heinz sowohl in HiFi-Kreisen als auch im Pro-Audio-Bereich schon seit Jahrzehnten hohes Ansehen. Daher erstaunt es nicht, dass Heinz bei HiFi-Lautsprechern als auch Studio-Monitoren hinsichtlich Audioperformance gleiche Beurteilungskriterien anlegt. Nicht wenige Pro-Audio-Hersteller gehen hier durchaus unterschiedlich vor – beispielsweise in Sachen Abstrahlverhalten.

Der HEDD Type 07 Mk2 hingegen will ohne Wenn und Aber sowohl im HiFi-, als auch im professionellen Umfeld einsetzbar sein. Deshalb reiht sich dieser Test auch in die LowBeats-Rubrik „Aktiv-Lautsprecher“ und nicht unter „Professional Audio“ ein, obwohl das beim Type 07 Mk2 rückseitig eingesetzte Elektronik-Modul Letzteres durchaus nahelegt. Das gilt nicht bloß für die symmetrisch beschalteten XLR-Buchsen der Analogeingänge sowie die digitalen AES3-Anschlüsse, sondern auch für die recht üppigen Einstellmöglichkeiten zur Anpassung an die Raumakustik (Ortsanpassungsfilter).

HEDD Type 07 Mk2: Die Fakten

Rund 900 Euro pro Stück verlangt HEDD für den Type 07 Mk2. Für ihr Geld erhalten potentielle KundInnen einen hierzulande gefertigten, aktiven Kompaktmonitor in Zweiwegetechnik, der mit knapp 10 Kilogramm nicht gerade ein Leichtgewicht ist. Aufpreisfrei stehen zwei Gehäuseausführungen zur Wahl: Lackfinish in Seidenmatt weiß oder schwarz.

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HEDD Type 07 Mk2 white finish
Entweder – oder: Den HEDD Type 07 Mk2 erhält man entweder, wie hier gezeigt, in weißem Outfit…
HEDD Type 07 Mk2 black finish
…oder aber in schwarzer Ausführung. In beiden Fällen ist das Finish seidenmatt. Der Preis ist der gleiche.(Foto: HEDD)
HEDD Monitor Mk2 Line Up
Familienfoto: Das Line-Up der neuen Mk2-Familie von HEDD umfasst derzeit sechs Mitglieder (Foto: HEDD)
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Als Schallwandler für tiefe und mittlere Tonfrequenzen nutzt der HEDD Type 07 Mk2 einen knapp 18 Zentimeter durchmessenden, langhubigen Konustieftöner: Der verwendet eine sogenannte Honeycomb-Sandwichmembran mit innenliegender Bienenwabenstruktur. Für den Frequenzbereich oberhalb von 2300 Hertz kommt hingegen ein magnetostatischer Hochtöner zum Einsatz, der nach dem Air-Motion-Tranformer-(AMT-)-Prinzip arbeitet. Dieser anspruchsvolle Schallwandler wird nach strengen Maßstäben direkt bei HEDD in Berlin gefertigt. Der hauseigene AMT ist ein echtes Markenzeichen von HEDD. Nicht umsonst findet sich die typische Sprossenwand seiner Schallaustrittsöffnung im Firmenlogo wieder.

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HEDD Type 07 Mk2 AMT-Tweeter with Waveguide
Der massiv ausgeführte Waveguide vor der Austrittsöffnung verhilt dem AMT-Hochtöner zu kontrolliertem Abstrahlverhalten (Foto: H. Biermann)
Hedd o7 Mk2 Schallwand
Die Schallwand des kompakten HEDD Type 07 Mk2 ist satte vier Zentimeter stark (Foto: H. Biermann)
HEDD Type 07 Mk2 Amplifier Board
Die Elektronik bewohnt ein separates, geschlossenes Gehäuse, was sie vor den Druckwellen des Tieftöners bewahrt. (Foto: H. Biermann)
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Als „echter“ Aktivmonitor arbeitet der HEDD Type 07 Mk2 mit einer elektronischen Frequenzweiche, was heutzutage keineswegs mehr selbstverständlich ist. Die Bereichsaufteilung für beide Schallwandler erfolgt im Type 07 also „klassisch“ vor der Leistungsverstärkung. Beide Chassis verfügen damit über eigene Endstufen von jeweils 100 Watt Ausgangsleistung.

HEDD Type 07 Mk2: Phasentreue schaltbar

Eines der Technik-Highlights beim HEDD Type 7 Mk2 ist seine rückseitig zuschaltbare „Lineariser“-Funktion. Dabei handelt es sich um ein spezielles FIR-Digitalfilter, welches nicht (wie meist üblich) den Amplituden-, sondern den Phasenfrequenzgang korrigiert. Hörbare Phasenabweichungen (genauer: Gruppenlaufzeitverzerrungen) treten bei Lautsprechern vor allem im Überlappungsbereich der einzelnen Chassis sowie im Tieftonbereich auf. Die technischen Hintergründe hierfür finden Wissensdurstige in diesem Beitrag näher erläutert.

HEDD Type 07 Mk2 amplifier board
Schaltzentrale: Auf seiner Rückseite bietet der HEDD Type 07 Mk2 vielfältige Anpassungsmöglichkeiten, die für Audio-Profis und HiFi-Anwender gleichermaßen interessant sind (Foto: HEDD Audio)

Naturgemäß entstehen die größten Gruppenlaufzeitverzerrungen im Tieftonbereich, da sich hier die Abweichungen der „Teilfilter“, sprich Gehäuse, Chassis sowie der bei Aktivlautsprechern meist vorhandenen Tieftonkorrektur addieren. Deshalb kommen hier schnell einige Dutzend Millisekunden Zeitverzögerung zusammen. Um die zur Korrektur erforderliche Vorverzögerung des Gesamtsignals für zeitkritische Anwendungen – beispielsweise beim Einspielen von Tonspuren – nicht ausufern zu lassen, beschränkte sich HEDD beim Typ 07 auf die Phasenkorrektur im Zeitrahmen bis zu etwa 12 Millisekunden. Damit ist der Frequenzbereich bis hinunter zu 80 Hertz phasenlinear abgedeckt.

Ist für besonders klangkritische Anwendungen (beispielsweise Tonträger-Mastering) ein linearer Phasenverlauf zu noch tieferen Frequenzen hin gewünscht, so empfiehlt HEDD die Kombination von Type 07 Mk2 mit den dazu passenden, hauseigenen Subwoofern Bass 08 oder Bass 12. Im Verbund lassen sich damit Lautsprechersysteme aufbauen, die eine perfekte Gruppenlaufzeitkorrektur bis hinunter zu 20 Hertz ermöglichen. Wie und wie gut das funktioniert, verraten wir in einem separaten Test mit dem mächtigen HEDD Bass 12, der im großen LowBeats-Hörstudio bereits ordentlich Tieftonwellen schlägt.

Bassreflex oder geschlossen? Beides!

Eine weitere Technik-Innovation beim HEDD Type 07 Mk2 stellt die zuschaltbare Einrichtung namens CoP dar. Dieses Kürzel steht für „Closed or open Port“, sprich: Closed-Box- oder Bassreflex-Betrieb. Das erscheint zunächst nicht besonders spektakulär: Schließlich ist es bereits in den unteren Preisklassen üblich, Lautsprecher mit den meist beiliegenden Verschlussstopfen auch als „quasi geschlossene“ Boxen betreiben zu können.

Boxen-Spezeln jedoch betrachten dies allenfalls als hemdsärmelige Notlösung. Denn für beste Ergebnisse; sprich: bei gegebenem Gehäusevolumen einen optimalen Kompromiss von möglichst tiefreichender, dabei aber sauberer Basswiedergabe zu erzielen, müssen die elektrischen und mechanischen Eigenschaften der Tieftonchassis sorgfältig auf die jeweilige Gehäusebauweise abgestimmt sein (Stichwort: Thiele-Small-Parameter).

HEDD Type 07 Mk2 CoP opening
Plug-In: Die mitgelieferten, soliden Verschlussstopfen werden vollständig in die Bassreflexöffnungen gesteckt – aber bitte mit eingelassenen Gewinde nach außen zum Montieren des beigepackten Ausziehwerkzeugs (Foto: H. Biermann)

Zwar lassen sich die Thiele-Small-Parameter von Lautsprecherchassis auch mittels aktiver Techniken nicht direkt beeinflussen. Allerdings ermöglichen korrekt implementierte, elektronische Filter, mögliche Schwächen beim Betriebsarten-Wechsel zu vermeiden. Und genau das erledigt CoP im Hintergrund auf digitalem Wege – wovon AnwenderInnen in der Praxis nichts merken: Je nach gewünschter Betriebsweise Verschlussstopfen wahlweise einsetzen oder herausziehen und CoP analog dazu umschalten – mehr ist nicht zu tun.

HEDD Type 07 Mk2 – Specials

Neben Linearizer und CoP verfügt der kompakte HEDD jedoch noch über weitere „Specials“. Einige verdankt er seinen professionellen Genen, beispielsweise das schaltbare Desk-Filter. Das sanft ausgelegte, selektive Filter (Mittenfrequenz 180 Hertz) kompensiert mit dreistufig wählbarer Absenkung die Pegelanhebung durch benachbarte akustische Grenzflächen – beispielsweise durch Mischpulte. Ebenfalls eher an Pro-Audio-User richtet sich der Kanal-Wahlschalter (links-rechts-Monosumme) für digitale Signaleinspeisung via AES3-Eingang.

Für HiFi-Anwender und Tonschaffende gleichermaßen interessant ist hingegen das umschaltbare Tiefenfilter beim Type 07 Mk2: Mittels dreier Einstellungen (normal = 38Hz; extended = 30Hz, Satellite = 80Hz) lässt sich seine Tieftonwiedergabe den akustischen und technischen Erfordernissen anpassen. In Kombination mit der CoP-Einrichtung schafft dies immerhin sechs Variationsmöglichkeiten zur individuellen Bassabstimmung.

HEDD Type 07 Mk2 – Praxis

HiFi-Anwender seien zunächst darüber informiert, dass der Type 07 nicht über eine Lautstärke-Fernbedienung verfügt. All diejenigen, die ihn analog über die Pre-Outs ihrer Vorstufe ansteuern möchten, werden das kaum vermissen. Wer den HEDD jedoch digital via AES3 speisen will, benötigt eine Vorstufe mit Lautstärke-abhängigem Digitalausgang – den die meisten HiFi-Komponenten nicht bieten. Als hervorragende Hardware-Lösung empfehle ich den RME ADI-2 Pro FS Black Edition. Eine Software-basierte Alternative ließe sich mittels einer AES3-bestückten Digital Bridge im Zusammenspiel mit Roon realisieren, da Letzteres eine feinfühlige Lautstärkeeinstellung mitbringt.

Je mehr Membranhub ein Lautsprecherchassis aufbringen muss, desto näher rückt es an seine Verzerrungsgrenzen. In Bassreflex-Gehäusen verbaute Treiber genießen hier einen prinzipiellen Vorteil. Ihr Membranhub wird bei der Port-Resonanzfrequenz quasi zu Null. Es leuchtet daher sofort ein, bei welcher Betriebsart der HEDD Type 07 Mk2 am ehesten ans Limit seines linearen Arbeitsbereichs stößt, nämlich CoP = Closed; LF-Range = Extended. Unser Testmuster erreichte bei dieser Einstellung einen maximalen, noch eben HiFi-tauglichen Schalldruckpegel von knapp 94dB in einem Meter Abstand. Das ist zwar eher knapp für einen Studio-Monitor, doch dafür gibt’s „echten“ Tiefton bis unter 30 Hertz. Die Kombination „Normal“ mit „open Port“ erzielt dagegen laut Hersteller je nach Tieftonanteil etwa 6 bis 10 Dezibel höhere Pegel.

HEDD Type 07 Mk2 IM-Spektrum @94dBC / 1m closed, lf extd
Worst Case Scenario: IM-Spektrum des HEDD Type 07 Mk2 @94dBC / 1m; gemessen mit erweitertem Tieftonfrequenzgang bei geschlossenem Gehäuse. In dieser Betriebsart muss der Tieftöner den größten Hub aufbringen und auch der Tiefton-Endverstärker ist stark gefordert. (Messung: J. Schröder)

Seine Stärken bezieht der HEDD Type 07 unter anderem durch intensive Nutzung digitaler Audiotechnik (natives, internes Format: 32Bit(96kHz). Die reagiert bekanntermaßen recht empfindlich auf Übersteuerung, weshalb der Type 07 über eine exakt ansprechende Clipping-Anzeige verfügt. Blitzt die rote LED-Anzeige auf, sind tatsächlich bereits (hörbare) Verzerrungen im Spiel. Die jedoch beschränken sich zunächst auf den Kleinsignalbereich – Endstufen und Chassis haben pegelmäßig also noch etwas Luft. Wer diese Reserven nutzen möchte, stellt daher den Output-Volume-Steller am HEDD Type 07 nicht auf 0dB, sondern auf etwa +6dB: Das bedeutet höhere Abhörlautstärke bei gegebenem Eingangspegel, was die Clipping-Gefahr reduziert.

Der Type 07 Mk2 im Hörtest

Die sechs möglichen, schaltbaren Bass-Abstimmungen beim HEDD Type 07 reduzieren sich in der Praxis bei Fullrange-Betrieb auf lediglich vier. Sprich: „normal“ oder „extended“, jeweils bei geschlossenem oder Basssreflex-abgestimmtem Gehäuse. Die persönliche Lieblings-Abstimmung ist daher recht schnell gefunden. In meinem Fall war das eindeutig „extended“ bei geschlossenem Gehäuse, was sich auch im Verlauf des Tests nicht mehr änderte. Ähnliches galt für das „Lineariser“-Filter – einmal aktiviert, blieb es fortwährend eingeschaltet.

Spontane Überzeugungskraft ist der passende Begriff für den gesamten Hörtest mit dem kompakten Berliner: Ich kenne sehr, sehr viele, gut klingende Lautsprecher, aber nur sehr, sehr wenige, die so ehrlich performen wie der HEDD Type 07 Mk2. Um es mal ganz platt auszudrücken: „Schön klingen“ mit gut gemasterten Aufnahmen à la „I will remember“ von Toto wird nahezu jeder, einigermaßen vernünftig abgestimmte Lautsprecher. Denn genau das hat sich der Mastering-Ingenieur zum Ziel gesetzt. Schließlich soll sich eine Musikproduktion verkaufen. Dazu muss sie überall gleichermaßen „ordentlich“ und damit mehrheitsfähig klingen.

Die wahren Qualitäten eines Lautsprechers zeigen sich meiner Ansicht nach vielmehr bei komplexen, vielschichtigen Werken, die wegen ihrer instrumentalen Dichte mitunter auch schon mal ein wenig undurchsichtig rüberkommen. Von denen hat meine derzeit absolute Lieblingsformation, Colin Baldrys Ambient Jazz Ensemble, gleich mehrere in petto. Allen voran die 2015 erschienene Reworks-Version des Albums „Suite Shop“ aus dem selben Jahr.

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Schon oft habe ich dieses teils ungeheuer dicht arrangierte Album auch über sehr teure Lautsprecher gehört – aber ganz selten mit einer solchen Intensität wie mit dem HEDD Type 07 Mk2. Ihm gelang es, „Air“ und Leuchtkraft in die vielschichtigen Instrumentalebenen zu bringen und sie damit im besten Sinne durchhörbar zu machen. Obendrein zeigte er sich ausgesprochen sensibel für klangliche Feinheiten – beispielsweise die feinkörnige Textur des rauchigen Synthesizers in „Vibrations“.

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Perfektes Zusammenspiel

Die natürliche, unaufdringliche Konturenschärfe des HEDD Type 07 und die dem zugrundeliegende Impulstreue basiert im Wesentlichen auf zwei Ursachen. Zunächst ist da der AMT-Hochtöner, der ohne nennenswerte Resonanzen und mit perfektem Roll-Off locker bis 40 Kilohertz musiziert. Dass beide Treiber ihre Qualtäten jedoch voll zur Geltung bringen können, verdanken sie dem Lineariser-Filter. Nachfolgender Schnappschuss mittels iPhone-Oszilloskop zeigt auch optisch seine Wirksamkeit: Es verhilft dem HEDD Type 07 zur erstaunlich genauen Wiedergabe eines 1kHz-Rechtecksignals – ich kenne in dieser Preisklasse keinen weiteren Lautsprecher, dem das nativ ohne äußere Hilfsmittel gelingt.

iPhone Screenshot

HEDD Type 07 Square wave Test 1kHz
Dieser Screenshot zeigt die Wellenformdarstellung eines 1-Kilohertz-Rechtecksignals, wiedergegeben mit dem HEDD Type 07. Die Aufnahme erfolgte in 1 Meter Abstand per iPhone-Mikrofon. Angesichts der erstaunlich genauen „Kurvenform“ werden andere Lautsprecher blass vor Neid. (Screenshot: J. Schröder)

Abschließend noch eine Anmerkung zur räumlichen Darstellung des HEDD Type 07: Mit seinem optisch doch recht massiv erscheinenden Waveguide vor dem AMT-Hochtöner könnte man meinen, dass seine akustische Projektion deutlich vor der Lautsprecherbasis stattfindet. Das ist erstaunlicherweise nur bedingt der Fall: Zwar rückt das Klangzentrum bei ihm tatsächlich näher in Richtung Zuhörer als bei ähnlich kompakten Monitoren mit plan eingebauten Kalottenhochtönern. Dennoch kam nie das Gefühl auf, dass einem das Klangbild wie bei vielen Horn-bestückten Lautsprechern unangenehm „auf die Pelle rückt“. Ganz im Gegenteil war die Raumtiefe beim HEDD Type 07 sogar erstaunlich ausgeprägt, woran das Lineariser-Filter abermals einen nicht unerheblichen Anteil hatte.

Das liest sich alles recht akademisch, aber hören Sie doch selbst: Die nachfolgende SoundCloud-Playlist erlaubt den Hörvergleich des HEDD Type 07 Mk2 mit einem ebenso kompakten, exakt gleich teurem Konkurrenten, dem Nubert nuPro X-4000RC, dessen unmittelbaren Vorgänger Nubert nuPro X-4000 wir bereits im Test hatten. Der Original-Soundtrack (Track 01) dient dabei als Referenz.

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Lassen Sie sich überraschen: Dieser ABC-Hörvergleich offenbart nicht nur Unterschiede zwischen AMT- und Kalottenhochtöner. Da es sich um binaurale Aufnahmen mittels Kunstkopf handelt, ist zum Hören ein (möglichst guter) Kopfhörer unbedingt erforderlich. Aufgenommen haben wir beide Lautsprecher bei exakt gleichem Pegel und identischer Aufstellung im großen LowBeats-Hörstudio – der Hörabstand betrug dabei 3,4; der Abstand zwischen den Lautsprechern 2,6 Meter.

Fazit

Mit dem HEDD Type 07 Mk2 gelingt dem Team um Klaus Heinz ein bemerkenswert guter Kompaktmonitor, der auch deutlich oberhalb seiner Preisklasse klanglich und technisch Maßstäbe setzt. Seinen Anwendungsschwerpunkt sieht LowBeats vor allem im ProSumer- und Pro-Audio-Bereich – besonders als Monitor für Mastering-Zwecke. Von der Klangqualität uneingeschränkt HiFi-tauglich, müssen Heimanwender beim HEDD Type 07 Mk2 gewisse Komfort-Abstriche machen. Wer jedoch auf einen integrierten Lautstärkesteller, unsymmetrische Signaleingänge sowie einen Bluetooth-Eingang verzichten kann, sollte sich den kompakten Berliner unbedingt anhören. Gratulation in die Hauptstadt!

HEDD Type 07 Mk2
2021/08
Test-Ergebnis: 4,7
überragend
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Hochauflösender, impulstreuer, dabei unaufdringlicher Klang
Vielfältig vorwählbare Tieftoncharakteristik
Schaltbare Gruppenlaufzeit-Korrektur
hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis

Vertrieb:
HEDD Audio GmbH
Salzufer 13/14
10587 Berlin

www.hedd.audio

Paarpreis (Hersteller-Empfehlung):
HEDD Type 07 Mk2: 1.800 Euro

Technische Daten

HEDD Type 07 Mk2
KonzeptAktiver 2-Wege-Fullrange-Monitor mit leistungsfähiger DSP-Filter-Einheit
Ausstattung:Netzkabel, Bassreflexport-Verschlussstücke, Ausziehwerkzeug, Quick Start Guide
Besonderheiten:AMT-Hochtöner mit Waveguide, umschaltbarer Betrieb als geschlossener oder Bassreflex-Lautsprecher, zuschaltbare, digitale Gruppenlaufzeit-Korrektur, wählbare Tiefbass-Entzerrung
Eingänge:analog (XLR el. symm.) mit 4-fach umschaltbarer Empfindlichkeit; digital (AES/EBU; Single wire) mit wählbarer Kanalzuordnung
Abmessungen
(B x H x T):
220 × 370 × 300 mm
Gewicht:9,9 kg
Alle technischen Daten
In diesem Test erwähnte Beiträge

Technik-Wiki: FIR- und IIR-Filter
Test: RME ADI-2 Pro FS R Black Edition
Der LowBeats-HiFi-Hörraum: Hier hört man alles

Autor: Jürgen Schröder

Toningenieur, Mess-Chef und das technische Gewissen von LowBeats. Kümmert sich am liebsten um Wissens-Themen, Kopfhörer und den spannenden Bereich zwischen Studio und HiFi.