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Canton Musicbox XS
Canton Musicbox XS, Preisempfehlung 199 Euro (Foto: Canton)

Test: Bluetooth-Speaker Canton musicbox XS

Zur IFA 2015 bereits vorgestellt – jetzt endlich verfügbar: Mit dem Duo Musicbox S und Musicbox XS stürzt sich nun auch Marktführer Canton ins Abenteuer mobile Bluetooth-Lautsprecher. Nur wenige Millimeter „größer“ in den Abmessungen und mit 199 Euro UVP im gleichen Preissegment, hat es die kleinere der beiden, die Canton Musicbox XS, natürlich klar auf den „Platzhirsch“ unter den ultrakompakten Bluetooth-Mobilisten abgesehen: den Bose SoundLink Mini II.

Bei annähernd gleichem Format galt es daher zunächst mal für Canton, in Sachen Erscheinungsbild andere Akzente zu setzen. Das ist auf jeden Fall gelungen: Das aus stabilem Aluminiumguss gefertigte Gehäuse der immerhin 750 Gramm schweren Musicbox XS glänzt nicht nur durch edle Verarbeitung, sondern auch durch schnörkelloses, geradezu elegantes Design.

Damit das über die Jahre hinweg auch so bleibt, arbeitet Canton derzeit an einer adäquaten Schutzhülle – aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen: Der kleine Handschmeichler ist robuster, als er aussieht und verzeiht locker unverhülltes Verstauen im Reisegepäck.

In Sachen Technik gilt bei mobilen Bluettooth-Lautsprechern: Klein aber oho. Aus solch winzigem Gehäuse sattes Klangvolumen zu zaubern, ist fraglos eine echte technische Herausforderung. Doch lassen wir Canton-Entwicklungsleiter Frank Goebl dazu am besten selbst zu Wort kommen: Im folgenden Video erklärt er schon mal die wichtigsten Technik-Facts der Musicbox XS:

Klar hat die Canton Musikbox XS noch mehr drauf, als das Video verrät: Beispielsweise bietet sie neben Bluetooth auch einen Line-Eingang (3,5-Millimeter-Stereo-Klinke) zum kabelgebundenen Anschluss von Tonquellen.

Sehr praktisch neben dem im Video bereits erwähnten Links-Rechts-Stereo-Betrieb (True Wireless) mit zwei Musicboxen XS ist auch der sogenannte Party-Mode: Hierbei können drahtlos verkoppelte Musikboxen XS jeweils in Stereo an unterschiedlichen Plätzen spielen, zum Beispiel im Wohnzimmer und auf der Terrasse – und das sogar absolut zeitsynchron. Erwähnenswert natürlich auch, dass sich die Musicbox XS per Near Field Connection (NFC) mit drahtlosen Zuspielern verkoppeln kann und via Bluetooth zudem die Lautstärkeeinstellung mit diesen synchronisiert.

Ein für Bluetooth-Lautsprecher dieser Klasse tolles Feature der Musicbox XS ist ihre Update-Fähigkeit: Das gelingt entweder über den eigens dafür vorhandenen, rückwärtigen USB-Service-Eingang oder auf drahtlosem Wege per App – eine erste Variante mit diversen Equaliser-Einstellmöglichkeiten ist bei Canton bereits in Arbeit. Möglich wären aber auch andere Optionen – so beispielsweise die Integration von Stereo-Enhancern wie beispielsweise das von LowBeats getestete Xivero Amtra Play.

Nicht umsonst also hat Canton der Musicbox XS einen sehr leistungsfähigen digitalen Signalprozessor (DSP) spendiert – der sich obendrein durch minimalen Energieverbrauch für lange Spielzeit auszeichnet. Natürlich ist der DSP in erster Linie für das Klangmangement zuständig: Das ist bei Lautsprechern dieser Baugröße unbedingt notwendig, um den jeweils besten Kompromiss zwischen Tieftonvolumen und aktueller Lautstärke zu erzielen.

Grob gesagt gilt dabei: Laustärke aufdrehen – Bässe absenken und umgekehrt. Hört sich einfach an, ist aber ein echter Balance-Akt, wenn es klanglich möglichst unauffällig geschehen soll.  Einen Einblick davon, wie sich das technisch darstellt, vermitteln die Frequenzgänge in untenstehender Galerie.

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Bassfrequenzgang Canton Musicbox XS
Bassfrequenzgang Canton Musicbox XS: Pegelabhängigkeit des Tieftonbereichs bei unterschiedlichen Lautstärken (Diagramm: Canton)
Bassfrequenzgang Canton Musicbox XS
Bassfrequenzgang Canton Musicbox XS: Pegelabhängigkeit des Tieftonbereichs bei unterschiedlichen Lautstärken (Normierter Bezug: Mittelhochtonbereich; Diagramm: Canton)
Frequenzgang Canton Musicbox XS
Amplitundenfrequenzgang Canton Musicbox XS in 1 Meter Abstand (Diagramm: Canton)
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Die Diagramme sehen kompliziert aus, zeigen aber drei Dinge ganz deutlich: Zum einem reicht der Canton-Knirps in Sachen Basswiedergabe tiefer als 60 Hertz bei erstaunlich weitreichendem Frquenzgang, zum anderen ist seine Basswiedergabe auf etwa 85 Dezibel bei 0,15 Meter Abstand beschränkt – mehr lässt die Begrenzung nicht zu. Im Mittelhochtonbereich jedoch sehr wohl: In der Tat kann die Musicbox XS bei Bedarf erstaunlichen Alarm machen – dann natürlich mit reduziertem Basspegel.

Canton Musicbox XS – ästhetisch klarer Klang

Der erste kurze Hörcheck nach dem Auspacken zeigte schnell die klangliche Ausrichtung der Musicbox XS: Ihre Domäne ist ganz eindeutig das sehr klare, im Vergleich zu anderen Bluetooth-Mobilisten auffallend gut konturierte, verzerrungsarme Klangbild – speziell in den kritischen mittleren Lagen. Bemerkenswert fand ich zudem, dass sich der Klang in den nächsten Stunden und Tagen nochmals spürbar verbesserte: Der nach dem Auspacken eher zurückhaltende Hochtonbereich klarte sich mit zunehmender Spielzeit merklich auf und wurde um einiges luftiger. Auch in puncto Volumen spielte sich die Musicbox im Laufe der Zeit noch einen Tick runder, praller – so wurde sie denn auch mein treuer musikalischer Begleiter während der Installation der Beleuchtung im recht großen LowBeats HiFi-Hörraum, den sie mit groovigen Deep-House-Tracks wie dem untenstehenden „Oia“ von Eskadet problemlos erstaunlich klangfüllend beschallen konnte.

Man kann es durchaus hören, dass die Musicbox XS bei höheren Pegeln die Basswiedergabe begrenzt: Die ansteigende Empfindlichkeit des Gehörs für tiefe Töne bei höheren Lautstärken wirkt dem jedoch kompensierend entgegen, sodass die Bassreduktion weniger auffällt als erwartet.

Im direkten Klangvergleich waren sich die Canton Musicbox XS und ihr potenzieller Gegner Bose SoundLink Mini II gar nicht so unähnlich: Mit leichter Grundtonsenke und einem Brillanz-Kick bei rund 7 Kilohertz versuchte der Bose allerdings, ein wenig mehr Durchzeichnung ins Klangbild zu schummeln und hinterließ den etwas intimeren Klangcharakter. Langfristig jedoch musste er sich der „ehrlicheren“, klangfarbenstärkeren und leuchtkräftigeren Mitten- und Grundtonwiedergabe der Canton Musicbox XS dann aber doch geschlagen geben.

Was der Praxistest ebenfalls zeigte: Die von Frank Göbl im Video angedeutete Spielzeit von 10 Stunden ist kein leeres Versprechen – nach zwei vollständigen Lade- und Entladezyklen hielt meine Musicbox XS tatsächlich locker den ganzen Tag durch, ohne ans Steckernetzgerät zum nachtanken zu müssen.

Fazit: Canton Musicbox XS – die Alternative zum Bose Soundlink Mini

Es hat zwar ein Weilchen gedauert, aber Frank Göbl und sein Team haben es geschafft: Mit der Musicbox XS gelingt Canton nicht nur der erfolgreiche Einstieg ins Bluetooth-Segment; auch kann sie ihrem potenziellen Gegner, dem Bose Soundlink Mini klanglich den Rang ablaufen.

Darüber hinaus glänzt die Musicbox XS durch gediegene Verarbeitung und lange Spielzeit. Auch in Sachen Bedienung gibt’s absolut nichts auszusetzen. Da kann man nur sagen: Gratulation nach Weilrod!

Weitere mobile Bluetooth Speaker:
Test Canton Musicbox S
Test Bose SoundLink Mini II
Test KEF MUO
Test Cambridge Audio YoYo (M)
Test B&O Play Beoplay A1

Im Beitrag erwähnt:
Test Software App Xivero Amtra und Amtra Play

Canton Musicbox XS
2016/02
Test-Ergebnis: 4,5
ÜBERRAGEND
Bewertung

Bewertungen:

Klang:
Praxis:
Verarbeitung:

Gesamt:

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Klarer, ausgeglichener Klang
Relativ hohe Lautstärke bei gutem Klangvolumen
Sehr lange Akkulaufzeit
Günstiger Preis und tolle Verarbeitung

Vertrieb:

Canton Elektronik GmbH + Co. KG
Neugasse 21 – 23
61276 Weilrod
www.canton.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Canton Musicbox XS: 199 Euro