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B&O Beoplay A1 im Test
Liebevoll ausgeführte Details wie der Lederriemen zeichnen das Design des Beoplay A1 aus. Sein Preis: 250 Euro (Foto: S. Schickedanz)

Test B&O Beoplay A1: Auch klanglich eine runde Sache

Durch meine Tests war mir das B&O Beoplay A1 bereits schon länger als klangstarker, aber auch gleichzeitig etwas kostspielig und mit 600 Gramm nicht gerade federleichter Bluetooth-Lautsprecher bekannt. Doch erst, als ich beim ersten Hörtest des neuen Ford Fiesta mit B&O Play in Kopenhagen Gelegenheit bekam, mit den Leuten hinter den jungen Bang & Olufsen Produkten zu sprechen, wurde mir das Markenprofil deutlich. Und das hebt sich nicht nur vom dänischen Mutterhaus, sondern auch vom restlichen Wettbewerb ab.

Vielleicht liegt es daran, dass ich mich schon als kleiner Junge gerne mit dem Kettcar oder Fahrrad an „Stunts“ versuchte, wie die Kellertreppe runterzufahren oder lauthals „Evel Knievel“ rufend in den Sandkasten zu springen.

Die Designer des runden A1 haben sich allen Ernstes bereits bei der Konstruktion Gedanken gemacht, wie das Teil etwa nach einer hunderte oder tausende Kilometer langen Radtour durch Südamerika aussehen könnte – wenn es nicht im Rucksack, sondern mit seiner coolen Lederschlaufe außen angehängt mitgeführt wird und einige „Stunts“ und Stürze mitgemacht hat.

Patina nach Plan

Vielleicht ist es nur gutes Marketing, aber da hatten sie mich am Wickel. Für jemanden, der abendfüllende Geschichten über seine Narben und Knochenbrüche erzählen könnte, ist das einfach nur genial, wenn dir ein Hersteller bei der Präsentation über seine Firmenphilosophie Fotos von A1-Exemplaren mit Dellen im Deckel zeigt, denen die Namen von tollen Orten zugeordnet sind.

B&O Beoplay A1 im Test
Das Beoplay A1 lässt sich mit seinem Lederriemen an der Wand aufhängen. Das kann gerade bei der Verwendung zweier dieser Bluetooth-Lautsprecher als Stereo-Paar interessant sein. Die Boxen nutzen die Grenzfläche für optimalen Klang und lassen sich so auf Ohrhöhe bringen (Foto: S. Schickedanz)

Die Erreichung dieses Entwicklungsziels erfordert den Verzicht auf zerbrechliche Kunststoff- oder lackierte Metallteile. Stattdessen gibt es bei den in immer neuen Farben der Saison erhältlichen BT-Boxen hochwertige Abdeckgitter aus eloxiertem Aluminium und Gehäuse aus elastischem, gummiartigem Polymerkunststoff.

Passend zum Adventure-Anspruch kann der B&O Play Beoplay A1 auch Wasser und Staub ab, ohne gleich kaputt zu gehen. Allerdings zeigte sich, dass die helle Farbe unseres Testexemplars auf der Unterseite etwas schnell Patina ansetzt. Wer viel unterwegs mit seinem BT-Speaker hören möchte, sollte sich aus den mit der Saison wechselnden Farben einen dunklen Ton wie Oliv heraussuchen.

Beoplay A1: Nachhaltig und schick

Ausgerechnet mitten in einem exemplarischen Wegwerfsegment fokussiert sich einer auf eine besondere Art von Nachhaltigkeit – redet von Patina und davon, in Würde zu altern. Hey, da steht mein Name drauf, dachte ich und sah den wohlklingenden, aber teuren und etwas sperrigen Beoplay A1 fortan mit anderen Augen.

Auch die anderen Kernsätze in der kurzweiligen Selbstvorstellung von B&O Play, der jungen Tochter von Bang & Olufsen zündeten. So denkt der tollkühne Think Tank vom Ende her, verlässt ausgetretene Pfade, um neue, überzeugende Lösungen zu finden.

Das gewählte Beispiel leuchtet ein: Während die meisten Hersteller versuchen, in die winzigen Bluetooth-Speaker Stereo-Lautsprecher zu integrieren, machen die Dänen konsequent Mono – aber richtig. Ihr Argument liegt auf der Hand: Bei den geringen Abständen zwischen beiden Kanälen gibt es keinen Stereo-Effekt. Dafür gibt es aber Auslöschungen in bestimmten Frequenzbereichen.

Als Konsequenz aus dieser Erkenntnis traut sich B&O Play, nur Mono zu machen und statt zweier Breitbänder eine Hochtonkalotte und einen Tiefmitteltöner zu verwenden.

B&O Beoplay A1 im Test
Leider liegt dem B&O Play Beoplay A1 nur ein USB-Ladekabel bei. Einmal geladen, soll er aber einen ganzen Tag und eine ganze Nacht autark Musik machen. Software-Updates kommen auf den A1 allerdings nicht über USB, sondern over the air, also drahtlos vom Smartphone, auf dem dafür die Beoplay App installiert sein muss. Musik kann man auch über die AUX-Mini-Klinke (links) analog zuspielen (Foto: S. Schickedanz)

Durch diesen Ansatz der Trennung auf zwei Frequenzbereiche statt zweier Kanäle steigen die Linearität, Bandbreite und Auflösung der Wiedergabe, ohne dass jenseits des Papiers ein Unterschied an der Räumlichkeit wahrgenommen wird.

Ein weiteres, cleveres Detail: Der Beoplay A1 nutzt Grenzflächen, um den Bass zu verstärken. Er spielt entweder auf dem Tisch liegend oder an die Wand aufgehängt und klingt in beiden Fällen perfekt ausbalanciert.

Nicht überzeugend finde ich allerdings die bündig in das Polymergehäuse eingelassenen Tasten, die sich nicht ertasten lassen und auch sehr klein und unauffällig gekennzeichnet sind. Im Dunkeln lassen sie sich dadurch schlecht erkennen. Unabhängig vom Licht enttäuscht der nicht ertastbare Druckpunkt.

Immerhin ist die Lautstärkeregelung mit dem Handy via Bluetooth synchronisiert und wenn der A1 einmal gekoppelt ist, kann man eigentlich ohnehin alles aus der Ferne bedienen.

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B&O Beoplay A1 im Test
Über die Beoplay App kann man seinen Beoplay A1 drahtlos updaten. Der Vorgang dauert allerdings gut 20 Minuten (Foto: S. Schickedanz)
B&O Beoplay A1 im Test
Das Paarungsverhalten dänischer Lautsprecher: Mit der App kann man auch zwei Beoplay A1 verkuppeln. In Stereo können die beiden Beoplay A1 durchaus eine kleine Stereoanlage ersetzen (Foto: S. Schickedanz)
B&O Beoplay A1 im Test
Die Basis-Funktionen der Musikwiedergabe vom Smartphone lassen sich auch aus der Beoplay App bedienen. Für die Suche nach Titeln oder Playlists braucht man den Music-Player des Handys (Foto: S. Schickedanz)
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Umgekehrt lässt sich das Handy auch über den Beoplay A1 steuern. Der hat nämlich einen Bereich von 360 Grad durch Freisprechmikrofone abgedeckt. Durch einen langen Druck auf die Mikrofontaste wird sogar Siri geweckt, die dann über den Bluetooth-Lautsprecher mit dem Nutzer kommuniziert. Wenn die virtuelle Dame ganz Ohr ist, weisen grüne LEDs rund um den Beoplay A1 darauf hin.

Das Android-Pendant Google Now kann der Benutzer damit selbstverständlich auch aktivieren. Außerdem lässt sich die Freisprecheinrichtung zum freihändigen Telefonieren verwenden.

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