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DLP Projektor JVC LX-FH50
DLP-Erstling: Der JVC LX-FH50 ist über 5.000 Lumen hell und damit wie gemacht für Leinwand-Übertragung selbst in Tageslicht-Situationen. Der JVC-DLP ist ab Juli 2016 für 2.299 Euro erhältlich (Foto: R. Vogt)

Test: DLP-Power-Projektor JVC LX-FH50

„Nanu“, fragt sich der Heimkino-Kenner, JVC und „DLP“ in einem Satz? Hat sich hier der Autor verschrieben? Hat er nicht. Tatsächlich kommen die Erfinder der heute als Highend-Standard akzeptierten Technik LCoS mit reflektierenden Flüssigkristall-Panels jetzt auch mit einem DLP-Projektor auf den Markt. Und der JVC LX-FH50, wie das neue Kind heißt, scheint zunächst in vielerlei Hinsicht aus der Art zu schlagen.

JVC LX-FH50
JVC LX-FH50 (Foto: R. Vogt)

Die JVC Projektoren der vergangenen Jahre standen für: 1.) D-ILA, JVCs Markenname für LCoS (Liquid Crystal on Silicon) mit Bombenkontrast und tiefstem Schwarz, 2.) große, schwere, knackscharfe motorisch verstellbare Objektive mit riesigem Zoom- und Shift-Bereich sowie Lensmemory, 3.) 4K/Ultra-HD-Auflösung, aufwendiges Signalmanagement.

Doch der neue DLP-Projektor steht für: irrsinnig hell, eher weniger gutes Schwarz, wahnsinnig hell, kompakt, preiswert, manuelles Objektiv, hatte ich die überragende Bildhelligkeit erwähnt?

Tatsächlich spricht der JVC LXFH50 eine ganz andere Klientel an als die traditionelle D-ILA-Serie, die den Enthusiasten im Blick hat, am besten mit einem komplett in Schwarz gehaltenen, dezidierten Heimkino.

Doch offenbar ist den Japanern klar geworden, dass es auch noch andere Anwender gibt. Jene mit beinahe entgegengesetztem Anspruch, die neben ihrem Fernseher für den Alltag eine zusätzliche Leinwand im Wohnzimmer installiert haben, um den gelegentlichen Film, eine Show oder Sportübertragung zu zelebrieren.

Auch nicht zu vergessen sind die Gamer, die mit Simulator-Feeling Rennen fahren, in Fantasiewelten abtauchen und dort Aliens bekämpfen wollen.

Diese Kunden sind nicht nur gegenüber den echten Heim-Cineasten in der Mehrheit, sondern sitzen auch lieber im Hellen.

Daher steht beim JVC LX-FH50 ein Wert ganz oben und prominent auf dem Datenblatt: 5.000 Lumen! Ein guter durchschnittlicher bisheriger JVC Projektor bekommt gerade mal ein Viertel davon auf die Leinwand.

JVC LX-FH50 Anschlüsse
JVC LX-FH50 Anschlüsse (Foto: R. Vogt)

So fällt denn der Neue auch optisch anders aus als von JVC gewohnt. Der JVC LX-FH50 ist kompakt und vergleichsweise leicht. Und sind bei den großen Brüdern analoge Anschlüsse quasi ausgestorben, findet man hier einen ganzen Satz aller noch aktueller Standards von FBAS bis VGA und sogar analoge Audioeingänge, denn zwei Lautsprecher mit 10-Watt-Verstärker sind ebenfalls eingebaut.

JVC LX-FH50 Objektiv
JVC LX-FH50 Objektiv (Foto: R. Vogt)

Das Objektiv ist unter einer Klappe verborgen und mit großen Rändeln, die sanft gleiten, manuell verstellbar. Der Zoom-Bereich ist weitwinklig mit einem Verstellbereich von 1,6 ausgelegt.

Ein Rädchen über dem Objektiv verstellt den vergleichsweise sehr kleinen vertikalen Lens-Shift. Wer angewinkelt projizieren muss, dem helfen elektronische Entzerrungen für Trapez und Geometrie, um das Bild dennoch symmetrisch auf die Leinwand zu bringen.

Die geforderte Lichtmenge muss irgendwo herkommen. Da hilft die hohe Reflexivität des DLP-Chip. Den beleuchtet eine UHP-Lampe mit 370 Watt Leistung, was überdurchschnittlich stark ist. Sie hält immerhin bis 2.500 Stunden.

Weiterhin hilft das Farbrad mit Weiß-Segment dem Lichtstrom auf die Sprünge. Das kostet zwar Farbsättigung, aber bringt eben eine Menge an Power auf die Leinwand.

Etwas ungewöhnlich für JVC ist die erhöhte Geräuschkulisse, die dem kompakten Gehäuse geschuldet ist – die Abwärme von Lampe und Elektronik müssen schließlich konstant abgeführt werden.

Das Geräusch selbst ist aber ein gutmütiges Rauschen, vom Pfeifen des Turbolader-schnell rotierenden Farbrad hört man nichts.

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