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QNAP HD-453DX (Foto: R. Vogt)
QNAP HD-453DX (Foto: R. Vogt)

Test: Geräuschloser Roon-Server QNAP HS-453DX

Es stimmt schon, derzeit ist Retro-HiFi angesagt: Imposante Spulentonbandmaschinen ziehen ihre Kreise und Phono-Knistern lädt zum gemütlichen Musikgenuss ein. Aber wer ehrlich und hochauflösend digitale Musik hören will, kommt früher oder später um einen eigenen kleinen Server, ein so genanntes NAS (Network Attached Storage) nicht herum. Dumm nur, dass die meisten dieser Dinger mehr Krach machen als analoge Laufwerke und daher für den optimalen Hörgenuss in andere Räume verlagert werden sollten. QNAP bietet hier mit dem Silent-NAS eine der seltenen Alternativen, die dank rein passiver Kühlung geräuschlos arbeiten. Wir haben im LowBeats Hörraum seit ein paar Monaten die Variante QNAP HS-453DX im täglichen Testeinsatz. Und zu hören ist – fast gar nichts. Dennoch ist auch dieser audiophile NAS nicht ohne Tücken…

QNAP HD-453DX (Foto: R. Vogt)
Arbeitet komplett geräuschlos: QNAP HS-453DX (Foto: R. Vogt)

Als Bedingungen zur Wahl dieses NAS gehörten ein paar weitere Parameter. 1.) Es sollte im Hörraum verbleiben können, damit man schnell dran kommt, wenn etwas umgestöpselt werden muss – Tester-Alltag eben. Geräuschlose Funktion. Klar.

2.) Er muss als DLNA/UPnP-Server dienen und auch, was eben besonders anspruchsvoll ist, auch als Roon-Server. Dann kommen unter 1.000 Euro gar nicht viele Produkte in Frage.

QNAP HD-453DX (Foto: R. Vogt)
Innenleben mit HD, SSD und Celeron-4-Kern-Prozessor (Foto: R. Vogt)

Ein Blick in das Innere des QNAP HS-453DX belegt die Auslegung für genau diese Aufgaben. In der Mitte sitzt ein Intel Celeron Prozessor mit vier CPU-Kernen. 8 Gigabyte RAM sind ungewöhnlich großzügig für einen NAS. Vier Laufwerke haben Platz, ganz links und rechts befinden sich Einschübe für 3,5/2,5-Zoll Festplatten oder SSDs. Dazu gibt es in der Mitte zwei M.2-Steckplätze für SSD-Speicher-Riegel.

Der Aufbau des QNAP HS-453DX

Lokales Audiostreaming via DLNA ist technisch recht anspruchslos, selbst simpelste NAS (sogar Fritzbox-Router) können das heute. Roon aber benötigt je nach Tätigkeit viel Rechenpower und zum flüssigen Anzeigen des Musikkatalogs ultrakurze Zugriffszeiten, wie sie eben nur SSDs bieten. SSD – Solid State Disk, das sind nicht-flüchtige Festspeicher, die sich nach außen praktisch wie eine mechanische Festplatte mit Magnetaufzeichnung verhalten, aber eben ohne bewegte Teile auskommen und daher in Übertragungsgeschwindigkeit und vor allem durch niedrigste Zugriffszeiten überlegen sind.

Durch die separaten Steckplätze lassen sich die Musikdateien und das Arbeitsverzeichnis des Roon-Kerns physisch trennen – genauso, wie es empfohlen ist. Bei uns liegt das Roon-Verzeichnis auf der kleinen SSD im M.2-Slot und die Musik auf traditionellen 3,5-Zoll-Festplatten in den großen Einschüben. Wer es komplett geräuschlos braucht, kann auch dort ebenfalls SSDs einsetzten, die mit großen Speicherkapazitäten aber noch teuer sind.

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QNAP HD-453DX (Foto: R. Vogt)
Der gesamte Deckel ist die Kühlung (Foto: R. Vogt)
QNAP HD-453DX (Foto: R. Vogt)
Im Zubehörkarton: 2 LAN-Kabel, die Fernbedienung, alle nur erdenklichen Schräubchen zur Festplattenmontage und Wärmeleit-Pads in allen Größen (Foto: R. Vogt)
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Wie aber kommt die Silent-NAS-Serie ohne Kühlung per Ventilatoren aus? Das Geheimnis liegt im ungewöhnlich massiven Deckel, der die Wärme großlfächig abführt. Für eine gute Wärmeübertragung dienen an den wichtigen Stellen Anbauteile, die genau bis auf die kritischen Baugruppen auf die Platine hinunter reichen, etwa der Celeron-Prozessor, das RAM, die M.2-SSDs und so weiter. Die Wärmebrücke bilden dann Kaugummi-ähnliche Wärme-Pads, die man entsprechend auftragen muss.

´QNAP HD-453DX (Foto: R. Vogt)
Cooler Typ: Selbst unter Volllast bleibt die Temperatur unkritisch unter 40°C (Foto: R. Vogt)

Selbst unter stundenlanger Vollast, wie dies bei der Dateianalyse von Roon vorkommen kann – siehe Bild oben – bleiben alle Temperaturen im grünen Bereich. Auch mit dem Infrarot-Thermometer konnte ich außen an keiner Stelle mehr als dezent handwarme 39°C messen. Toll.

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QNAP HD-453DX (Foto: R. Vogt)
Magnetisch haltende Frontplatte, darunter die Power-Taste… (Foto: R. Vogt)
QNAP HD-453DX (Foto: R. Vogt)
… und die zwei Festplatteneinschübe (Foto: R. Vogt)
QNAP HD-453DX (Foto: R. Vogt)
2 x Netzwerk bis 10Gbs, 4 x USB, davon 2 x 3.0, Audio per Miniklinke und 2 x HDMI (Foto: R. Vogt)
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Das passt also alles. Schauen wir uns den Rest der Hardware an. Es wirkt alles schön passgenau und aufgeräumt. Der etwas kitschig güldene Deckel ist sicher Geschmacksache, aber vertrauenerweckend mit einem Dutzend Maschinenschrauben befestigt. Das eigentliche Gehäuse wirkt allerdings beim Anfassen eher wie eine Tupperware-Schale. Schade.

Pfiffig: Der große Frontdeckel flutscht mit zwei kräftigen Magneten an Ort und Stelle. Er dämpft durch umlaufende Ecken und Boden potentielle Geräusche der verwendeten Festplatten erfolgreich und sichert gleichzeitig die Hebel zum Lösen der Einschübe. Mittig hinter dem Deckel findet man die Powertaste und die (dimmbaren) Signal-LEDs.

Die Rückseite zeigt den Anschluss des externen Netzteils. Das offeriert auch ein Tuning mit besseren Linear-Netzteilen. Wir haben hier beste Erfahrungen mit dem entsprechenden Netzteil von SBooster gemacht. Mit dem Netzwerk kommuniziert der QNAP mit bis zu 2 LAN-Kabeln und bis zu 10 Gigabit/s. USB mit 2.0 und 3.0 Standard erlauben bis zu vier externen Laufwerken Zugang. Analoge und digitale Anschlüsse inklusive 2x HDMI verraten den integrierten Mediaplayer, den wir hier explizit nicht testen.

Der QNAP HS-543DX in der Praxis

Startet man den Server, wird man nach einem – allerdings verblüffend langen – Startvorgang mit freundlicher Stimme begrüßt:

Die Ersteinrichtung des QNAP geschieht mit einem geführten Menü. Bereits das ist allerdings nicht wirklich Laien-freundlich. Nachdem ich alles korrekt ausgeführt hatte, ließ sich die Maschine keineswegs verwenden. So wurde etwa nur eines der beiden Laufwerke korrekt als Volume eingerichtet. Zur Erinnerung: Wir hatten eine große magnetische Festplatte für die Musikdaten und eine M.2 SSD für Server- und Roon-Software eingebaut. Wie man das andere Laufwerk einsatzfähig bekommt? Das war nur nach längerer Recherche herauszubekommen.

QNAP HD-453DX (Foto: R. Vogt)
Falle: Ab Werk sind alle Multimedia-Funktionen abgeschaltet (Foto: R. Vogt)

Ich musste auch das Werksreset wiederholt durchführen. Denn wenn man nicht die SSD als Erstes einrichtet, installiert sich das Betriebssystem auf dem falschen Laufwerk.

Die nächste Falle lauert in der Tatsache, dass tief im innersten Administratoren-Menü sämtliche Multimedia-Funktionen ab Werk zunächst abgeschaltet sind. Eine seltsame Voreinstellung für einen explizit als Multimedia-Server angepriesenen Apparat. Alleine diese Funktion zu finden hat echt Nerven gekostet, denn keine Hilfedatei und kein Tutorial bei QNAP weist darauf hin.

Aber irgendwann funktionierte alles und seither läuft es wie geschmiert! So haben wir den QNAP unter anderem auf der High End 2019 in unserer „Sounds Clever“ Anlage als alleinigen Zuspieler und Roon-Server verwendet und das lief die gesamte Messe hindurch ohne einen einzigen Schluckauf!

LowBeats Sounds Clever Anlage
LowBeats auf der High End 2019 – Die Anlage: Q Acoustics Concept 40, Streaming Vollverstärker Lumin M1, QNAP HS-453DX, ordentlich gepimpt mit einem Netzteil von SBooster sowie Unterstellfüßchen von IsoAcoustics (Foto: R.Vogt)

Und so verhält sich das NAS seither auch im Testalltag: es läuft und läuft und läuft. Auch das muss man festhalten: So ungelenk für den Nicht-IT-Profi die Einrichtung auch ist, so stabil und stressfrei verhält sich das Gerät im regulären Betrieb.

QNAP HD-453DX (Foto: R. Vogt)
Roon Server (Core): Flott mit nur einem Mausklick installiert (Foto: R. Vogt)

Genauso stressfrei tut der NAS auch als Roon Server seinen Dienst. Der wird kostenlos im „App Center“ direkt und ohne Suchen zur Verfügung gestellt. Man muss eben nur darauf achten, stets die SSD als Laufwerk anzugeben.

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