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Der ifi Audio iPurifer2 ist ein smartes Gerät
Der ifi Audio iPurifer2 ist ein smartes Gerät, das den Datentransport zwischen Rechner und DAC verbessert. Preis: 119 Euro (Foto: R. Kraft)

Test ifi Audio iPurifier2: Smarter Datentransport zum DAC

Jitter-Reduzierung und Störungsunterdrückung: der ifi Audio iPurifier2 ist eine echte Entdeckung, denn er sorgt für eine saubere USB-Verbindung vom Computer zum DAC.

An sich ist das ja beruhigend: Computer-HiFi-Nerds offenbaren dieselben Symptome wie „normale“ Highender. Nämlich die Besessenheit, dem Klang wie auch immer auf die Sprünge zu helfen. Koste es, was es wolle. In diesem Fall sprechen wir freilich über ein kleines Helferlein namens ifi Audio iPurifier2, dessen Anschaffungspreis – verglichen mit den üblichen Ansagen bei Highend-HiFi – absolut überschaubar ist: 119 Euro.

Die USB-Schnittstelle: klanglich durchaus relevant

Es geht dabei um die USB-Verbindung zwischen PC und DAC, die, wie man inzwischen gelernt hat, nicht nur simpel Bits und Bytes weiterreicht, sondern durchaus von klanglicher Relevanz ist. Der Grund liegt dabei nicht in der eigentlichen Übertragung der Daten, die von einer funktionierenden USB-Schnittstelle bekanntermaßen nicht kompromittiert werden, sondern vielmehr in den elektrischen „Umständen“ der USB-Verbindung. Zum Teil geht es dabei um Störschutz; ein Rechner ist ja eine Maschine, in der jede Menge Hochfrequenz (also elektromagnetische Felder, die sich ausbreiten) herum schwirrt, erzeugt von Taktgeneratoren oder Schaltnetzteilen. Damit sind auch die Masseleitungen einschließlich der Netzerdung eines Rechners alles andere als störungsfrei.

Ein Teil dieser Störungen, die ganz unterschiedlicher Natur sein können (impulsförmig, gleichmäßig oder schlicht jener Störteppich, den man in der Elektronik als Rauschen bezeichnet) wird von der Datenverbindung mitgeschleppt und womöglich in den Empfänger übertragen. Das ist für gewöhnlich ein DAC, dessen Erbauer sich große Mühe gab, den Digital- vom Analogteil zu trennen und keine Masseverbindung zum Computer zuzulassen.

Es leuchtet dabei sicher ein, dass die Wirksamkeit aller Maßnahmen, die man zur Verbesserung der USB-Schnittstelle ergreift, davon abhängig ist, wie viel Sorgfalt ein Audio-Designer schon im Vorfeld darauf verwendet hat, den USB-Eingang eines D/A-Wandlers sozusagen zu isolieren. Auch die Kabellänge der USB-Leitung spielt eine Rolle: Je länger die Verbindung, um so mehr Störungen kann man sich einfangen.

ifi Audio iPurifier2
iPurifier2: solides Metallgehäuse und zwei winzige LEDs als Funktionskontrolle (Foto: R. Kraft)

Jitter reduzieren mit dem ifi Audio iPurifier2

Ein weiteres Thema ist natürlich Jitter. Um den Jitter, mit dem die Daten ankommen, praktisch wirkungslos zu machen, wird eine asynchrone USB-Schnittstelle für Audiozwecke benutzt. Mit anderen Worten: Prinzipiell sollte der Jitter egal sein, weil der ankommende Datenstrom zunächst in einen Speicher gefüllt und von einer möglichst genauen Clock im Wandler neu getaktet ausgelesen wird.

Die Schaltungen, die das bewerkstelligen, können allerdings mehr oder weniger ausgelastet werden, was womöglich von klanglicher Relevanz ist. Damit sind wir auch bei einem, nun ja, etwas „philosophischen“ Thema. Denn in der Theorie werden ausschließlich ankommende Daten und nicht deren Begleitstörungen ausgewertet. Genau das ist ja, im völligen Gegensatz zur Analogtechnik, das Wesen der Digitaltechnik, die letztlich mit elektrischen Impulsen (Aus oder Ein) arbeitet, deren Informationsgehalt nicht oder nur sehr bedingt von der Qualität der elektrischen Signale an sich abhängig ist.

Maßnahmen, um die Datenübertragung zur USB-Schnittstelle zu optimieren, zielen letztlich darauf ab, A) das Eindringen unerwünschter Störungen in den Analogteil des Wandlers zu verhindern und B) die Verarbeitung ankommender Daten in der USB-Schnittstelle (für gewöhnlich ein USB-Chip und seine Software)  zu erleichtern, indem man ein möglichst sauberes Nutzsignal bereit stellt.

Genau das ist es, was der iPurifier2 höchst effektiv tun soll. „2“ übrigens deshalb, weil der iPurifier2 nicht das erste Gerät dieser Art von ifi Audio ist; der vor gut einem Jahr vorgestellte, frühere Purifier hatte die Aufgabe, die USB-Verbindung insbesondere von Einstrahlungen (durch das Kabel) und von Störungen, die vom Computer herrühren, zu befreien. Außerdem kümmerte er sich um eventuelle Gleichspannungsanteile auf der vieradrigen USB-Leitung. Der iPurifier2 soll das Gleiche nun noch einmal sehr viel wirksamer tun und obendrein den Jitter bekämpfen.

Wie der ifi Audio iPurifier2 hilft, Störungen herausfiltern

Um Störungen zu eliminieren, benutzt iFi Audio eine Technik, die wir von Noise-Cancellation-Kopfhörern her kennen: die Umgebungsgeräusche werden aufgenommen und dem Nutzsignal phasengedreht zugefügt. Eine höchst wirkungsvolle Geschichte, die man prinzipiell auch auf den Störteppich übertragen kann, der die Digitalverbindung begleitet.

Dazu ist es freilich nötig, die Störungen zu identifizieren und dann via Filter sauber abzutrennen. Das KnowHow für solche Spezialitäten stammt von der Mutterfirma AMR, die in puncto Digital ja schon reichlich Lorbeeren einheimsen konnte. Damit soll der iPurifier2 jetzt eine nochmals deutlich bessere Störunterdrückung als der Vorgänger abliefern, nämlich eine 20-fache Rauschunterdrückung.

Bei zwei weiteren Schaltungen, die der Hersteller als „REclock“ und „REgenerate“ bezeichnet, geht es schließlich darum, den Jitter schon im Vorfeld wirksam zu bekämpfen. Übrigens akzeptiert der iPurifier2 dabei alle relevanten Taktfrequenzen einschließlich DSD, außerdem  ist das gut fünf Zentimeter große Gerätchen im stabilen Alu-Gehäuse natürlich USB-2.0- und USB 3.0-tauglich.

ifi Audio liefert in Zukunft auch verschiedene USB-Versionen: A, B, C und Micro USB. Im Lieferumfang befindet sich zudem eine echte Rarität, nämlich ein Adapter mit USB-B-Buchse auf einer Seite und USB-A-Buchse auf der anderen Seite; ein Teil, das keineswegs zum Standardprogramm der Elektromärkte zählt.

ifi Audio iPurifier2 USB-Adapter
Mitgelieferte Adapter-Rarität: USB-B-Buchse auf USB-A-Buchse (Foto: R. Kraft)

Testaufbau mit ifi Audio iPurifier2

Im Testaufbau kam der Purifier in zwei verschiedenen Setups zum Einsatz. Einmal im Teamwork mit einem Windows-Laptop und Foobar, zum anderen mit einem iMac und Audirvana. In beiden Fällen wurden abwechselnd DACs von Playback Designs (MPS-3) und Acoustic Plan (DigiMaster) benutzt. Dabei fiel auf, dass der iPurifier2 in Zusammenarbeit mit dem DigiMaster etwas mehr Wirkung zeigte, wenngleich die Verwendung des iPurifier2 grundsätzlich von Vorteil zu sein scheint.

Mit ihm gewinnt das Klangbild sehr deutlich an Ruhe und Ausdehnung, auch der Hintergrund erscheint „schwärzer“ – interessante Parallelen zur Schallplatte, die mit einem besseren Plattenspieler praktisch klangliche Auswirkungen identisch hörbar werden lässt. Diese Verbesserungen befinden sich in einer Größenordnung, welche die Kosten des iPurifiers zumindest für den Autor dieser Zeilen mehr als nur vollständig rechtfertigt. Noch krasser wird es, wenn die USB-Verbindung sehr lange ausfällt; ein versuchshalber benutztes Fünf-Meter-Kabel (statt des üblichen Zwei-Meter-Stückes) profitierte geradezu unheimlich vom Einsatz des Gerätchens.

Fazit: Der ifi Audio iPurifier2 bringt sehr viel mehr, als er kostet

Und die härteste Prüfung besteht der ifi Audio iPurifier2 ebenfalls! Diese Methode taugt auch wunderbar für Kabeltests und ist höchst simpel: Den Probanden in die Anlage einbauen und vergessen. Einfach Musik hören. Vielleicht zwei, drei Wochen lang? Und dann das gute Stück wieder ausbauen. Und hören, wie groß der Schmerz ausfällt … Bei iPurifier2 tat das ziemlich weh. So weh, dass er besser bleibt, wo er ist.

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ifi Audio iPurifier2
2016/01
Test-Ergebnis: 4,5
ÜBERRAGEND
Bewertung

Gesamt

Klang
Praxis
Verarbeitung

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Stromversorgung über USB
einfach installierbar
zukunftssicher
Preis-Leistungs-Relation hervorragend

Vertrieb:

WOD Audio
Werner Obst
Westendstr. 1a
61130 Nidderau
www.wodaudio.com

Preis (Hersteller-Empfehlung)
ifi Audio iPurifier2: 119 Euro