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Wer nur einfach einen überlegen klingenden Netzwerkspieler erwerben möchte, liegt hier goldrichtig: Der Lumin U1 Mini kann nicht viel, klingt aber fantastisch. Sein Preis: 2.190 Euro (Foto: F. Borowski)

Test Lumin U1 Mini – HiFi-Streamer extra nativ

Mit seiner erstaunlich umfangreichen Palette an nur für diesen Zweck gezüchteten Digitalprodukten bietet der chinesische Digitalspezialist Lumin sozusagen Streaming pur. Die von und für HiFi-Enthusiasten entwickelten Geräte gibt es – mal mit, mal ohne DAC – im Preisbereich zwischen etwa 2.000 bis knapp 13.000 Euro. LowBeats hat sich das attraktive Streaming-Einsteigermodell des Herstellers, den Lumin U1 Mini, genau angesehen – und natürlich angehört. Ein Ergebnis sei schon jetzt vorweggenommen: Der U1 Mini klingt überragend…

Lumin. Der Name klingt irgendwie erleuchtet. Und genau so etwas in der Art soll die Wortschöpfung und das Lumin-Logo mit dem strahlenden ”I“ wohl auch implizieren. Das in Hongkong ansässige Unternehmen mit Produktionsstandort in Shenzhen wurde 2012 gegründet und ist ein Ableger der seit 17 Jahren im Bereich Set-Top-Boxen und Video-Scaler tätigen Firma Pixel Magic Systems Ltd. Einer der Inhaber – so geht die Legende – hatte sich über die unzureichende App-Qualität des Streamers eines bekannten High-End-Herstellers geärgert und daraufhin begonnen, dafür eine eigene Anwendung zu programmieren. Woraus die heutige Lumin App entstand. Erst später wurde dazu passende eigene Hardware entwickelt. So kam 2012 der Lumin A1 in den Handel.

Dieses Modell wird zwar in Deutschland offiziell nicht mehr angeboten, ist aber auf Wunsch nach wie vor verfügbar und wird auf der Homepage des Herstellers auch noch geführt. Der A1 wurde zu einem großen Erfolg und legte den Grundstein für die heute verfügbare, sehr vielfältige Streamer-Produktpalette von Lumin.

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Testkandidat: Lumin U1 Mini (Foto: F. Borowski)

Einer der Grundpfeiler bei Lumin ist die Langlebigkeit seiner Produkte. Nicht nur in Hinblick auf besonders ausfallsichere Hardware (jeder Lumin wird vor der Auslieferung einem 100-stündigen Testlauf unterzogen), sondern auch in möglichst langfristiger Softwareunterstützung. Gerade das ist ein Punkt, der viele Kunden vor kostspieligen digitalen Audiogeräten zurückschrecken lässt.

Das ist nicht ganz unbegründet. Wegen der Schnelllebigkeit der Digitaltechnik gehört so manches ehemalige Top-Modell schon zum alten Eisen. Die Gefahr hierfür ist allerdings heute längst nicht mehr so groß wie noch in den frühen 2000er Jahren, weil es inzwischen keine so großen Leistungssprünge (z. B. bei der Auflösung und Samplingfrequenz in DACs) mehr gibt. Und auch der A1 ist ein guter Beleg dafür, dass clever designte Hardware und ein dauerhafter Softwaresupport solche Ängste unbegründet machen.

Tatsächlich zeigt sich in der Update-Historie der Lumin Hard- und Software, dass der Hersteller hier einen sehr progressiven Kurs verfolgt. Wo andere Hersteller hochwertiger, vernetzter Audiohardware mit App nur alle Jubeljahre mal kleine Bug-fixes verteilen, ist bei Lumin eine recht häufige und regelmäßige Pflege zu beobachten, die nicht selten auch mit handfesten Komfort- und Feature-Updates einher geht.

Die App des Lumin U1 Mini

So begrüßte mich mein Testmuster gleich nach dem Anschluss und dem Blick in die App mit einem Firmware-Update auf Version 13.0, mit dem alle Lumin-Nutzer (einschließlich Besitzer des A1 aus dem Jahr 2012!) in den Genuss eines neuen Algorithmus namens „Leedh Processing“ kommen. Das soll eine absolut verlustfreie und damit klangneutrale digitale Lautstärkeregelung ermöglichen und somit in vielen Systemen die Notwendigkeit für einen separaten Vorverstärker beseitigen. Mit den Besonderheiten des Leedh Processing, vor allem wie es sich von herkömmlichen digitalen Lautstärkeregelungen unterscheidet, wird sich LowBeats demnächst noch in einem gesonderten Technikartikel ausführlich beschäftigen.

Beim ersten Blick in die Lumin App kam mir die Oberfläche sehr vertraut vor. Hatte ich nicht neulich…? Ja genau! Die App des hier getesteten TEAC NT-505 namens „HR Streamer“ sieht exakt genau so aus. Auf Nachfrage erklärte mir der hiesige Lumin Vertrieb IAD (audiolust.de), dass sowohl TEAC als auch Esoteric das Streaming-Board und die App von Lumin nutzen. Die umgelabelte TEAC HR Streamer-App erkennt dementsprechend auch gleich den Lumin U1 Mini im Netzwerk und kann diesen genauso steuern.

Wie schon im TEAC-Test festgestellt, ist die Lumin App vielleicht aus grafischer Sicht nicht sonderlich spektakulär, aber das Interface ist bewusst frei von optischen Gimmicks, um eine hohe Performance zu gewährleisten. Und da liefert Lumin wirklich eine vergleichsweise sehr flotte Vorstellung. Das zeigt sich nicht nur im flüssigen Bedienungsablauf, sondern beispielsweise auch bei einem App-Wechsel. Kehrt man zur Lumin App zurück, ist diese äußerst schnell wieder mit dem Streamer verbunden – ohne im Hintergrund eine Dauerverbindung zu halten und damit den Akku leer zu saugen.

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Beim ersten Start begrüßte mich die Lumin App mit einem nützlichen Firmware-Update (Screenshot: F. Borowski)
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Zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten für die Steuerung per App (Screenshot: F. Borowski)
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Die App lässt sich auch in einen Dark Mode umschalten (Screenshot: F. Borowski)
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Die neue interne Lautstärkeregelung mit „Leedh Processing“ lässt sich auch ganz deaktivieren, wenn ein nachgeschalteter DAC/Vorverstärker diese Aufgabe übernehmen soll (Screenshot: F. Borowski)
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Bei Bedarf kann ein individuelles Re-Sampling konfiguriert werden (Screenshot: F. Borowski)
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Kommen wir nun zur Hardware…

Den U1 Mini (2.190 Euro) ordnet Lumin unter dem Begriff „Network Transport“ ein. Das bedeutet, es handelt sich hier um einen rein digitalen Streamer, der ausschließlich digitale Daten von lokalen Speichern (NAS oder Festplatte) und über Online-Dienste verarbeitet und diese auch nur digital an externe DAC (oder Verstärker/Aktivlautsprecher mit integriertem DAC) ausgibt. Neben dem U1 Mini ist auch sein größerer Bruder U1 (6.990 Euro) ein reinrassiger Network Transport.

Des Weiteren führt Lumin vier Modelle unter dem Begriff „Network Player“ im Sortiment. Diese Geräte haben zusätzlich einen DAC eingebaut und können über analoge Ausgänge beispielsweise direkt mit Endstufen oder Aktivlautsprechern verbunden werden. Die Lumin Network Player mit DAC sind die Modelle: D2 (2.290 Euro), T2 (4.490 Euro), S1 (9.990 Euro) und X1 (12.990 Euro).

Ansonsten gibt es von Lumin aktuell noch den M1 Network Player Amplifier (1.990 Euro), der, wie der Name schon sagt, auch einen Endverstärker integriert hat und den günstigsten Einstieg in die Lumin-Streaming-Welt darstellt. Ergänzend bietet Lumin mit dem L1 einen kleinen Netzwerk-Musikserver an (ab 1.190 Euro), und last but not least das Netzteil X1 PSU (2.490 Euro), welches optional für die Modelle S1 und U1 zur klanglichen Aufrüstung dient. Beim Topmodell X1 ist dieses Netzteil bereits im Preis enthalten.

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(Grafik: F. Borowski)

Alle Lumin Streamer sind funktional weitgehend identisch und arbeiten mit der oben beschriebenen Lumin App. Die sehr große Preisspanne zwischen dem günstigsten und teuersten Lumin ergibt sich vorwiegend aus Unterschieden in der technischen Ausstattung (DAC, Bauteilequalität, Schaltungsaufwand etc.), dem Gehäuse (Alubleche oder aus dem vollen Block gefräst) und dem zugehörigen Netzteil.

Digital Pur: Der Lumin U1 Mini

Der U1 Mini stellt eine Mischung aus den Modellen U1 und D2 dar. Kurz gesagt: Der U1 Mini nutzt den Prozessor und die Clock aus dem deutlich teureren U1, verzichtet dafür auf einen integrierten DAC wie im D2 und hat auch nur ein einfacheres, nicht aus dem Vollen gefrästes Gehäuse wie der große U1.

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Der U1 Mini neben dem kürzlich getesteten Melco Switch S100. Er heißt zwar „Mini“, doch mit rund 30 cm Breite und 23,5 cm Tiefe würde ich ihn eher als Midi-Size einordnen. Platzprobleme dürfte er aber kaum verursachen (Foto: F. Borowski)

Mit einem etwas kleineren Gehäuse und internem Netzteil ausgestattet, braucht der Lumin U1 Mini weniger Platz als seine größeren Geschwister. Einfach Netzkabel einstecken, und läuft. Dass ausgerechnet die höherpreisigen Streamer teilweise mit externen Netzteilen arbeiten, ist der damit verbundenen besseren Abschirmung der Signalschaltung geschuldet. EM-Störungen und Signalrauschen kann auch durch Netzteile induziert werden und ist mit externen Powerblocks einfacher zu vermeiden. Nur kosten ein zusätzliches Gehäuse und größerer Bauteileaufwand für die Stromversorgung eben auch mehr.

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Sauberer Innenaufbau mit internem, extra-geschirmtem Netzteil (Foto: Lumin)

Lumin Streamer sind waschechte Experten. Das heißt, sie konzentrieren sich auf genau eine Sache und versuchen, diese so perfekt wie möglich zu bewältigen. Der U1 Mini treibt dieses Prinzip auf die Spitze. Er hat nur einen einzigen Eingang, nämlich RJ45 Ethernet. Es gibt weder WLAN noch Bluetooth und auch keinerlei andere digitale oder analoge Anschlussmöglichkeiten. Lediglich bei der Wahl des Ausgangs zeigt sich der U1 Mini etwas spendabler. Neben zwei USB-Ports (einer zum Anschluss eines Massenspeichers, der andere als digitaler Audio-Ausgang bis 384 kHz) gibt es noch die Möglichkeit, einen externen DAC optisch per Toslink oder elektrisch via Coax Cinch, BNC oder AES/EBU zu verbinden.

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Digital only! Der einzige Signaleingang des U1 Mini ist die RJ45-LAN-Buchse. Die Anschlüsse links davon sind allesamt Digitalausgänge – plus ein Masseanschluss (Foto: Lumin)

Äußerst konsequent: Nicht benötigte Digitalausgänge (in der Regel nutzt man ja nur einen zur Zeit) lassen sich in der App deaktivieren, um für noch mehr Ruhe im Karton zu sorgen. Und das Gehäuse kann über einen Masseanschluss extra geerdet werden.

So bietet sich der U1 Mini als ideale Ergänzung für Musikfreunde an, die eine bestehende Anlage mit bereits vorhandenem DAC um einen komfortablen und unkomplizierten Streamer ergänzen wollen. In Frage kommen beispielsweise hochwertige Vollverstärker oder Aktivlautsprecher mit integriertem D/A-Wandler.

Der U1 Mini in der Praxis: So einfach, so gut

Die Inbetriebnahme des Lumin U1 Mini ist ein Kinderspiel. LAN-Kabel vom Router oder einem Switch verbinden (WLAN ist nicht an Bord), gewünschten Digitalausgang am DAC anschließen, Stromkabel dran, einschalten. Der U1 Mini braucht nur ein paar Augenblicke zum Hochfahren. Dann öffnet man die zuvor auf seinem Tablet oder Smartphone installierte Lumin App und wählt den U1 Mini aus. Das war’s im Prinzip auch schon.

Natürlich muss noch festgelegt werden, von wo die Musik kommen soll. Beispielsweise von einem NAS oder von einer lokal angeschlossenen Festplatte. Für die unterstützten Online-Musikdienste Spotify Connect, Qobuz und Tidal (demnächst auch Amazon HD) ist ggf. noch die Anmeldung in der Lumin-App erforderlich, ebenso für einen TuneIn-Account für Internet-Radio.

Hinweis zu Letzterem: Die Synchronisierung der Radiostationen über TuneIn funktioniert offenbar nur, wenn man keine anonymisierte Anmeldung über Apple oder Google bei TuneIn verwendet. Es ist eine E-Mail-Adresse in Klarform erforderlich.

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Die Front wird von dem (abschaltbaren) blau schimmernden Display geprägt. Die Perspektive ist nicht verzerrt. Eines der Erkennungsmerkmale von Lumin ist der leicht trapezförmige Ausschnitt. Bei den Modellen mit schräger und gerundeter Front wirkt das noch prägnanter (Foto: F. Borowski)

Wo mir der Purismus des Lumin etwas zu weit geht, ist bei den Möglichkeiten zur Steuerung. Diese kann nämlich ausschließlich über die App erfolgen. Es gibt weder Tasten am Gerät noch eine Infrarot-Fernbedienung, eine Desktop-App oder ein Web-Interface. Insbesondere auf eine herkömmliche Fernbedienung verzichte ich nur ungern. Mal eben einen Titel skippen oder die Wiedergabe bei einem Anruf unterbrechen ist mit einer App auf einem Smart-Device etwas umständlich.

Wer sich mit der Lumin App für die Musiksteuerung nicht anfreunden mag, hat Ausweichmöglichkeiten. Als DLNA-Device kann der Lumin mit jeder kompatiblen Software gesteuert werden – beispielsweise mit Audirvana. Für Besitzer einer aktiven Roon-Lizenz ist die Sache einfach. Der U1 Mini ist Roon Ready. Darüber hinaus ist der Lumin AirPlay-fähig. Aber wenn schon mit dem Netzwerk verbunden, sollte man aus klanglichen Gründen AirPlay nur als Notlösung betrachten.

Kleines Detail am Rande: Der Mini-Lumin besitzt einen harten Ein-/Ausschalter an der Rückseite, aber keinen Standby-Button. Allerdings kann in der Anwendung ein automatischer Schlafmodus nach 15 Minuten oder einer Stunde Inaktivität eingestellt werden. Aufgeweckt wird der Streamer automatisch, sobald die App in den Vordergrund geholt wird. Der U1 Mini ist dann praktisch sofort an der letzten Position spielbereit. Für eine manuelle Standby-Schaltung gibt es in der App einen entsprechenden Switch. Das Display lässt sich im Betrieb dimmen oder ganz abschalten.

Klangtest: Ein guter Streamer klingt nicht

Auch wenn der klangliche Einfluss von rein digitalen Komponenten wie dem U1 Mini objektiv betrachtet nicht sehr groß sein mag, spielt er für anspruchsvolle Hörer und in einer entsprechend hochwertigen Wiedergabekette eine wichtige Rolle; auf lange Sicht können simpel konstruierte Digitalkomponenten richtig nerven.

Doch anders als bei analoger Elektronik oder Lautsprechern wäre es falsch, dem Lumin so etwas wie einen Klangcharakter anzudichten. Solange der Hersteller mit seinen Digitalkomponenten kein „Sounding“ betreibt, um den Klang absichtlich durch hard- oder softwareseitige Mittel in eine gewünschte Richtung zu biegen, sind solche Geräte wie Streamer im Kern der Sache neutral. Unterschiede ergeben sich – ähnlich wie bei einem Audio-Switch wie dem Melco S100 – eher auf einer tiefer liegenden Ebene.

Die meisten Hersteller von High-End-Streaming-Lösungen, einschließlich Lumin, verfolgen vor allem ein Ziel: das Digitalsignal so ungestört wie möglich zum DAC zu transportieren. Der ganze technische Aufwand sowie Möglichkeiten wie das Abschalten nicht benötigter Funktionen und Ausgänge zielen nur auf diese eine Sache ab. Wir haben das bei mehr als einer Gelegenheit ausführlich thematisiert und können festhalten: Je besser das gelingt, desto mehr innere Ruhe und musikalischer Zusammenhalt sind der Lohn. Der U1 Mini macht seinen Job in dieser Disziplin ganz ausgezeichnet.

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Das Test-Setup mit dem Trinnov Amethyst (rechts) als Messlatte. Im Hintergrund die Abhör-Lautsprecher Børresen 02 (Foto: F. Borowski)

Gehört habe ich den Lumin U1 Mini primär mit Roon und über meine Referenz-Kombi Exogal Comet und Ion PowerDAC. Außerdem kam  es zum Vergleich mit dem überragenden Trinnov Amethyst Vorverstärker, der als Roon-Ready-Player ebenfalls digital an der Exogal-Kombi lief. Natürlich mit abgeschalteter Raumkorrektur im Amethyst, denn eine solche Möglichkeit bietet der Lumin nicht. Und mit angepasstem Pegel. Beide Probanden sowie der Roon-Server Silent Angel Rhein Z1 waren am Melco S100 LAN-Switch angeschlossen.

Um es kurz zu machen: Der Lumin ist dem Amethyst in dieser Zusammenstellung beinahe ebenbürtig. Beiden gelingt es auf famose Art, die Musik in ein ungetrübtes, strahlendes (aber niemals stechendes) Rampenlicht zu stellen, welches es dem Zuhörer ermöglicht, der Performance in all ihren Nuancen entspannt zu folgen. Aus erster Reihe, sozusagen. Wenn überhaupt schaffte es der Amethyst, den U1 Mini dank etwas mehr Konturschärfe im Bass und feinerer Hochtonauflösung auf Distanz zu halten. Und mit etwas mehr Farbenpracht – wie auch immer ihm das gelingt.

Zu klären war noch, ob es nicht vielleicht der Melco Switch ist, der dem Lumin zu einer derart überzeugenden Performance verhilft. Ich bin diesbezüglich auch noch in einer gewissen Lernphase, die Auswirkungen des Switch und verschiedener Streamer auseinander zu halten. Die relativen Unterschiede der beiden Streamer-Probanden bleiben auch ohne den Melco in der Kette gleich. Mit ihm treten sie nur noch deutlicher hervor, was die Einschätzung der Streamer-Fähigkeiten klar erleichtert.

Verbindung über Patchkabel
Der U1 Mini ist hier mit einem hochwertigen, kurzen Patchkabel am Switch angeschlossen (Foto: F. Borowski)

Gemessen am großen Preisunterschied ist das natürlich eine bemerkenswerte Leistung des Lumin, wobei aber nicht übersehen werden darf, dass der Amethyst mit eingeschalteter Raumkorrektur nochmals überlegen klingt. Roon-User haben natürlich auch am U1 Mini gewisse Möglichkeiten der Raumanpassung dank der Roon DSP-Features. Die sind aber mit den Fähigkeiten des Trinnov nicht vergleichbar.

Um herauszufinden, wie groß die Abstände innerhalb der Lumin-Produktpalette sind, ist demnächst noch ein Test und direkter Vergleich des Topmodells Lumin X1 geplant – zusammen mit der Lumin Endstufe „AMP“.

Fazit: Ein noch bezahlbarer High-End-Streamer zum Verlieben

Der Lumin U1 Mini ist – ohne Umschweife – eine exzellente Empfehlung. Da er klanglich in seiner Preisklasse absolut nichts anbrennen lässt, müssen sich Interessierte für eine Entscheidung lediglich mit praktischen Aspekten auseinander setzen:

Passt das Konzept des reinen Streamers in die vorhandene Kette und ins Budget? Ist es ok, dass er keine Fernbedienung hat und nur über die App gesteuert werden kann? Wird der von mir genutzte Online-Musikdienst unterstützt? Wenn alles mit „Ja“ beantwortet werden kann, gehört der kleine Lumin beinahe zwingend auf Ihre Kandidatenliste.

Beruhigend wirkt darüber hinaus die regelmäßige Software-Pflege und deren Verfügbarkeit für die gekaufte Hardware über einen langen Zeitraum.

Lumin U1 Mini
2020/06
Test-Ergebnis: 4,4
SEHR GUT
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Ausgezeichnet schlackenfreier Klang
Einfache Installation
Viele klangfördernde Konfigurationsoptionen
Keine Fernbedienung (nur über App steuerbar)

Vertrieb:
IAD GmbH
Johann-Georg-Halske-Str.11
41352 Korschenbroich
Telefon: 02161 / 617830
www.audiolust.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Lumin U1 Mini: 2.190 Euro

Mit- und Gegenspieler:

Test Trinnov Amethyst: Digitale Traumvorstufe mit Profi-Einmessung
Test: Exogal Comet und Ion PowerDAC
Test Music-Server Silent Angel Rhein Z1 – sichere Bank für Roon-Musik
Test Melco S100: der audiophile Netzwerk-Switch


 

Autor: Frank Borowski

Frank Borowski
LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.