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Magnat Cinema Ultra Sets
THX Ultra2 lizenziert: Magnat Cinema Ultra, bestehend aus SUB 300-THX, LCR 100-THX, Dipol RD 200-THX und Höhenkanal AEH 400-ATM. Setpreise ab 4.395 Euro (Foto: R. Vogt)

Test Magnat Cinema Ultra: der Hollywood-Sound

Noch auf dem Höhepunkt der ersten Surround-Welle, also in der 1990er Jahren, war THX der Maßstab bei etlichen deutschen Herstellern. Ob die Anforderungs-Latte zu hoch lag oder das Label schlicht nicht genug Kaufanreiz bot, kann hier nicht geklärt werden, doch letztendlich blieb Lautsprecher Teufel als einziger Hersteller übrig und besetzte über Jahre unangefochten das THX Terrain. Nun aber wagt Magnat einen neuen Vorstoß und bereits die recht frühzeitig kursierenden Datenblätter verhießen ein explosives Surround-Vergnügen. Die Magnat Cinema Ultra Serie ist in verschiedenen Sets und in einzelnen Komponenten erhältlich. LowBeats hat zum Test die wahrscheinlich meistverkaufte Minimal-Variante geordert – eine 5.1.2-Konfiguration.

Die verschiedenen Komponenten

THX Lautsprecher sind grundsätzlich als teilaktives Konzept ausgelegt, ohne aktiv angesteuerten Subwoofer geht also nichts. Der heißt in diesem Falle Magnat Cinema Ultra SUB 300-THX und füllt in etwa einen achtel Kubikmeter des Raumes.

Als Center und Frontlautsprecher für links und rechts ist der Magnat Cinema Ultra LCR 100-THX gedacht, der als erster THX-Lautsprecher vertikal und horizontal verwendet werden darf. Er lässt sich auch als Surround-Lautsprecher einsetzen, zumindest für die Seiten dienen sich aber die kompakten Dipole Magnat Cinema Ultra RD 200-THX an.

Zuletzt gibt es da noch die extrem pfiffig entwickelten Zusatzlautsprecher Magnat Cinema Ultra AEH 400 ATM, die primär für die Höhen- oder Decken-Effektkanäle gedacht sind und das wahlweise reflektiv – Dolby Atmos Enabled – oder direkt abstrahlend.

THX: Was ist das? Brauche ich das?

Magnat Cinema Ultra
Magnat Cinema Ultra THX Ultra2 Plakette (Foto: R. Vogt)

Manch einer weiß vielleicht kaum noch, woher die Idee mit „THX“ kommt und wofür es durchaus sinnvoll ist. Als George Lucas 1977 „Star Wars“ in die Kinos brachte, war er vielerorts enttäuscht bis entsetzt, wie sein Film in den Kinos klang. Denn das hatte wenig mit dem zu tun, was er abgeliefert hatte. Mit dem frisch verdienten Geld aus dem Blockbuster baute er nahe San Francisco die „Skywalker Ranch“, sein eigenes kleines Hollywood, und gründete das Projekt THX.

Er engagierte Akustik-Guru Tomlinson Holman, ein Konzept zu erarbeiten, wie man Filmton in vergleichbarer Qualität im Studio, im Kino und zu Hause wiedergeben kann. Anfang der Achtziger wurden die ersten Kinos nach THX Konzept installiert und zertifiziert.

Zu den Bedingungen gehörten Parameter wie Schalldruck, Verzerrungsarmut, aber auch so scheinbar banale Dinge wie eine unhörbare Klimatisierung und eine Bestuhlung, die akustisch ausgleicht, egal wie viele oder wenige Zuschauer anwesend sind.

Ende der 1980er ging THX nach jahrelanger Entwicklung ins Heimkino. Hier müssen Klirrspektrum, erreichbarer Schalldruck und Frequenzgang, aber auch Decoder-Qualität und Verstärkerleistung ebenfalls einen sehr, sehr dicken Anforderungskatalog erfüllen, um zu garantieren, dass alle Komponenten akustisch zusammenpassen und ungebremst das wiederzugeben in der Lage sind, was Regisseur und Toningenieur gestaltet haben.

Auch hier sind einige der ursprünglichen THX Entwicklungen heute so selbstverständlich, dass sie als solche gar nicht mehr wahrgenommen werden. Dazu gehört das korrekte Einmessen mit bandbegrenztem Rauschen auf Normpegel, oder auch die mechanischen Toleranzen für Cinch-Buchsen und -Stecker, die vor der Einführung von  THX gar keinen Standard kannten.

Kurz: THX gewährleistet einen definierten Mindest-Qualitätsstandard auf sehr hohem Niveau. Für Lautsprecher gibt es verschiedene THX Lizenzpakete, die sich grob in THX Select2 (für kleine Räume bis circa 25m²) und THX Ultra2 (für große Räume bis circa 40m²) aufteilen.

Magnat Cinema Ultra

Magnat Cinema Ultra musste für die Lizenz also einiges an Bedingungen erfüllen und Tests bestehen, an denen schon so mancher Entwickler gescheitert war. Und dabei hat es sogar einige Rekorde aufgestellt: Eigens für das Set wurde die größte Hochtonkalotte der Welt entwickelt (42 Millimeter Durchmesser). Es ist das kompakteste THX Ultra2 Lautsprecher-Set, das je die Lizenz erhielt.

Die Frontlautsprecher sind die ersten, die stehend und liegend die strengen Anforderungen an Frequenzgang und Abstrahlcharakteristik erfüllen. Der Subwoofer ist der kleinste, der je die Anforderungen erfüllen konnte und das schon beim Einsatz als einzelner Woofer. Die meisten Hersteller brauchen zwei Subwoofer, um die Schalldruckanforderungen zu erfüllen.

Magnat Cinema Ultra LCR 100-THX
Die Wandhänger können für horizontale und vertikale Ausrichtung verwendet werden (Foto: R. Vogt)

Dass die Magnat-Entwickler wirklich die Anwendung im ambitionierten Heimkino im Kopf hatten, merkt man an Detaillösungen, die allen Komponenten der Serie gemeinsam sind.

Das beginnt mit der sehr flachen, raumsparenden Bauweise und scheinbaren Nebensächlichkeiten wie eine komplett schwarzen und überwiegend matten Optik, um lästige Lichtreflexionen zu vermeiden. Schließlich soll der Film nur auf dem Display, oder besser noch der Leinwand laufen und nicht auch noch irgendwo als irritierendes Spiegelbild.

Alle Lautsprecher des Sets (außer dem Subwoofer natürlich) haben Wandhänger an der Rückseite und entsprechende, gepolsterte Abstandhalter, damit nichts vibriert oder klappert. Als Kritik könnte man anführen, dass an dieser Stelle vielleicht etwas wenig Platz für die Kabeldurchführung gelassen wurde.

Dafür gibt es wiederum Verschraubungen für die verbreiterten Wandhalterungen nach VESA Standard. Alle Lautsprecher haben eine abnehmbare, magnetisch haftende Frontbespannung, die am Gehäuse keinerlei sichtbare Halterung benötigt.

Magnat Cinema Ultra SUB 300-THX: Das Fundament

Magnat Cinema Ultra SUB 300-THX
Der kompakteste THX Ultra-Subwoofer aller Zeiten: Magnat Cinema Ultra SUB 300-THX mit und ohne Abdeckung (Foto: R. Vogt)

Noch nie gab es einen solch kompakten THX-Ultra2-Subwoofer und das ist wenig verwunderlich. Bei THX erhält der Subwoofer ja nicht nur die alleine schon anspruchsvolle Bass-Effekt-Tonspur „LFE“ ab (LFE = Low Frequency Effects, , der „.1“-Kanal bei Surround) sondern ebenfalls die Bassanteile aller Kanäle unterhalb von 80 Hertz. Das summiert sich, ermöglicht aber auch eine kompakte Bauweise aller Lautsprecher ohne dicke Tieftöner – außer eben beim Subwoofer.

Und der Magnat Cinema Ultra SUB 300-THX bietet da gleich ein paar Superlative. Zur Vermeidung von Verzerrungen darf das Gehäuse kein mechanisches Eigenleben entwickeln.

Vielfache Versteifungen sind selbstverständlich und die Schallwand besteht – von außen so nicht ersichtlich – aus 4,5 Zentimeter starkem MDF. Darin sitzt ein neu entwickeltes Tieftonchassis mit 32 Zentimeter Durchmesser, mehrfach versteifter Papiermembran und wulstiger Sicke für einen extrem großen Hub.

In den beiden Seitenwänden sitzt jeweils noch ein weiterer dieser Tieftöner – allerdings ohne Magnet – als antriebslose Passiv-Membran. Deren Antrieb ist lediglich der rückwärtige Schallanteil des aktiven Fronttreibers.

Die Passivmembranen machen akustisch im Grunde nichts anderes als die üblicherweise eingesetzten Bassreflexrohre – allerdings mit dem riesigen Vorteil, dass sie keine Strömungsgeräusche verursachen. Nachteil dieser Lösung: Sie ist zwar technisch eleganter, aber auch deutlich teurer als ein Plastikrohr.

Magnat Cinema Ultra SUB 300-THX
Die Elektronik des SUB 300-THX (Foto: R. Vogt)

Als Verstärker kommt eine neu entwickelte Class-D Endstufe mit 550 Watt Leistung zum Einsatz, die kurzfristig mehr als ein ganzes Kilowatt locker macht. Der Magnat Cinema Ultra SUB 300-THX hat ein paar konventionelle, gefilterte Cinch-Eingänge und, umschaltbar, einen mit „THX“ beschrifteten Eingang, der ungefiltert ist.

Da bei THX die Filterung vom Bassmanagement des AV-Receivers übernommen wird, vermeidet das doppelte Filterung. Für jeden Eingang gibt es einen durchgeschleiften Ausgang, damit man mehrere Subwoofer kaskadieren kann.

Und das ist in diesem Falle besonders wertvoll, denn wie unserer Messungen belegen, arbeitet dieser Subwoofer mit beinahe konstanter Phasenlage wo die Anderen meistens dramatisch in ihrem Timing driften.

Und es ermöglicht dem Anwender, den Subwoofer sehr leicht an die Frontlautsprecher anzupassen, denn ein sauberer Phasenübergang vom Subwoofer zum Satelliten ist das A und O für einen homogenen Klang im Grundtonbereich.

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