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Test Standbox Audio Physic Classic 25

Dennoch sollte der angeschlossene Verstärker einigermaßen kraftvoll sein; unterhalb 100 Watt sinus an 4 Ohm würde ich bei diesem Lautsprecher gar nicht erst anfangen, weil sein Wirkungsgrad eher bescheiden ist. Dennoch sind mit ihm Spitzenpegel bis zu 110 Dezibel möglich – wenn der angeschlossene Verstärker ausreichend Leistung zur Verfügung stellt.

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IM-Spektrum Audio Physic Classic 25 @94dbspl/1m
IM-Spektrum Audio Physic Classic 25 @94dBspl/1m. Auffällige Verzerrungswerte nur im unteren Bereich des Tiefmitteltöners. Ansonsten sehr gut  (Messung: J. Schröder)
IM-Spektrum Audio Physic Classic 25 @102dbspl/1m
IM-Spektrum Audio Physic Classic 25 @102dBspl/1m. Auch bei höheren Pegeln bleibt der Bereich zwischen 250 – 300Hz etwas kritisch. Hier wird der kleine Tiefmitteltöner voll gefordert (Messung: J. Schröder)
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Verstärker vom Schlage eines Atoll IN 400 ES (4.500 Euro) oder eines Neukomm CPA 155S (6.000 Euro) sind deshalb keineswegs überdimensioniert. Im Gegenteil: Die schlanken Classic 25 wachsen an wirklich guter Verstärkerelektronik über sich hinaus…

Die Messungen zum maximalen Schalldruck unterstreichen, dass die Classic 25 für Räume bis etwa 30 Quadratmetern entwickelt wurde. Von der Aufstellung her empfand ich sie nicht als kritisch, aber die üblichen 30 – 30 Zentimeter zur Rückwand sollte man ihr schon gönnen.

Beim Testpärchen lagen auch zwei Sätze der VCF-Unterstellfüße bei. Natürlich können Spike-Jünger auch Spikes in die Gewinde einschrauben. Aber ich muss davon abraten und befinde mich dabei in bester Gesellschaft: Auch Manfred Diesterich empfiehlt die Entkopplungs-Füßchen. Der Klang wird mit ihnen natürlicher und feiner.

Audio Physic Classic 25 im LowBeats SSC-Fuesse
Mit VCF-Füßchen statt Spikes klingt es feiner und natürlicher. Gut zu sehen ist hier zwischen Bodenplatte und Gehäuse die Ausgangsöffnung für den internen Subwoofer  (Foto: H. Biermann)

Der Hörtest

Ich lasse die Lautsprecher immer mit Rauschen einspielen und schon am Rauschen erkennt man den Charakter. Der Charakter der Audio Physic Classic 25 ist erkennbar offen und klar.

Für den Start des Hörtests hatte ich mir Mozarts Klavierkonzert No. 20 ausgesucht   und ließ die Classic 25 damit vorab noch einige Stunden im Repeat-Modus spielen. Schon als ich die Treppe zum Hörraum hochkam, empfand ich den Klang des Flügels durch die geschlossene Stahltür als ungewöhnlich klar und offen.

Mozart Klavierkonzert No 20 Argerich
Mozarts meisterhaftes 20. Klavierkonzert genau so meisterhaft eingespielt (Cover: Amazon)

Dann schließe ich die Tür auf und denke: wow! Es ist vor allem die Kraft und Präzision im oberen Bassbereich, mit der die Classic 25 begeistert. Im Grundtonbereich, wo viele Mitbewerber den Ton verschmieren, bietet die Audio Physic eine außergewöhnliche Authentizität. Die Anschläge des Flügels klingen einfach echt: mal zart, mal hart und immer richtig.

Das Klangbild hat eine größere Tiefe als ich es von den meisten Lautsprechern her kenne. Auch das ist angenehm. Was mich aber wirklich fasziniert, ist diese Klarheit in den Stimmen, bei den Streichern. Da ist nichts aufgesetzt oder unnatürlich. Die Gitarre von Sean Rowe klang, als spielte sie hier im Hörraum.

Cover Art Sean Rowe "New Lore"
Plattencover Sean Rowe „New Lore“ (Cover: Amazon)

Wir hatten ja in den letzten Wochen eine Reihe von Mitbewerbern dieser Klasse im Hörraum: die fast doppelt so große Heco Celan Revolution 9 bläst die kleine Audio Physic mit hohem Maximalpegel und blitzschnellem Antritt förmlich weg. Oder die ebenfalls deutlich höhere (und lautere) Dynaudio Evoke 50, die mit ihrem ungemein feinem Mittelhochtonbereich fast alles in dieser Klasse in den Schatten stellt. Aber natürlicher und freier, letztendlich „echter“ klangen die Stimmen und Instrumente am Ende mit der Audio Physic Classic. Offenkundig haben all die Diestertich´schen Entkopplungsmaßnahmen doch einen entschlackenden Einfluss auf den Klang…

Und diese „Reinheit“ ist nicht nur auf undynamische Lagerfeuermusik mit Gitarre beschränkt. Natürlich musste sich auch die Classic 25 der harten Elektrobass-Kost von den Infected Mushrooms stellen. Und siehe und höre: Das macht richtig Spaß. Die immense Basspräzision der kleinen Audio Physic lässt den Zuhörer erahnen, wie viel Mühe in den Basskollagen von Boris Blank (Yello), Underworld oder Felix Laband stecken: Sie ist nämlich in der Lage, auch im Bass alles feinst säuberlich auseinander zu dividieren. Eine hohe Kunst, die beispielsweise die Dynaudio längst nicht so gut beherrscht.

Fazit Audio Physic Classic 25

Diese Standbox sieht gar nicht nach Technik aus und ist doch randvoll gestopft mit akustischen Detaillösungen, wie man sie bei den Mitbewerbern oft auch für das Dreifache vom Preis nicht findet. Aber es geht hier nicht um Quantität, sondern um die hohe Schule des reinen Tons. Und der gelingt diesem Lautsprecher wie kaum einem anderen Mitbewerber seiner Preisklasse.

Die Audio Physic Classic 25 ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass High End gar nicht teuer und groß sein muss und trotzdem überlegen fein und richtig klingen kann. Ein unaufgeregt-dezenter und dennoch beeindruckender Auftritt. Und eine dicke Empfehlung.

Mit- und Gegenspieler:

Test Hochpegel-Standbox Heco Celan Revolution 9
Test Dynaudio Evoke 50: viel Bass, viel Spaß?
Test Atoll IN 400 SE: bester Vollverstärker unter 5.000 Euro?
Test Vollverstärker Neukomm CPA155S – der kompakte Favoritenkiller

Audio Physic
Classic 25
2019/06
ÜBERRAGEND
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Natürlich-ausgewogener und klarer Klang
Erstaunlich tiefe und substanzielle Basswiedergabe
Dezente Abmessungen, große Farbpalette
Sehr gute Verarbeitung

Vertrieb:
Audio Physic GmbH
Almerfeldweg 38
59929 Brilon

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Audio Physic Classic 25: ab 3.690 Euro