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Test Streaming Verstärker D-Stream WAMP-200SB

D-Stream WAMP-200SB + Arpeggio in der Praxis

Die Struktur der Anwendung ist manchmal etwas verwirrend. Man weiß nicht sofort, auf welcher Ebene man sich gerade befindet und was man auf dieser einstellt. Positiv ist dagegen, dass sowohl die gesamte Musik auf meinem Handy als auch alle Titel, die im Netzwerk, beispielsweise auf einer Synology-NAS zu finden sind, sofort verfügbar und abspielbereit waren.

D-Stream App
Die Oberfläche der D-Stream App (Screenshot: D-Stream)

Zudem ist die D-Stream AirApp gut ausgestattet und bringt mittels TuneIn reichlich Internetradiosender mit. Auch sind Streamingdienste wie TIDAL, qobuz, Spotify, napster und andere mit an Bord.

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Vielfalt: Die Auswahl an Streamingmöglichkeiten ist reichhaltiger als bei jeder anderen bislang von uns getesteten App (Screenshot: A. Weber)

Für Tablet-Nutzer ein wenig unkomfortabel ist die Entscheidung der Designer, die Ausrichtung der App nur auf eine vertikale Nutzung zu beschränken. Wen das stört, der kann beruhigt werden: Dank der DLNA-Fähigkeit sind WAMP-200SB und Arpeggio nicht allein auf die hauseigene App angewiesen. Im App-Store, beziehungsweise auf Google Play gibt es eine ganze Reihe von Apps, die auf den DLNA-Standard setzen, auch mit den kleinen D-Streams funktionieren und den eigenen Ansprüchen vielleicht sogar noch besser genügen – siehe Slideshow:

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Auswahl: Wer die D-Stream-Air-App nicht mag, kann auch direkt zur App von Qualcomm greifen … (Screenshot: A. Weber)
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… der App-Store bietet aber noch weitere Alternativen, wie die DLNA-fähige App von Mconnect … (Screenshot: A. Weber)
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… oder Music Stream von Panasonic, die auch im Querformat funktioniert … (Screenshot: A. Weber)
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… besonders umfangreich in der Bedienung ist die DLNA-App Creation 5, die jedoch nach einer Testphase kostenpflichtig ist (8,99 Euro) (Screenshot: A. Weber)
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Doch zurück zur D-Stream App: Sehr gefallen hat mir der in der App integrierte 6-Band-Equalizer. Er liefert sowohl verschiedene Voreinstellungen für bestimmte Musikrichtungen als auch die Möglichkeit, seine eigenen Vorlieben umzusetzen. Auch die Gruppierung von mehreren D-Stream Geräten im Sinne des Multiroom-Modus ist schnell und einfach möglich, genauso die Aufhebung einer Gruppe. Ist so eine Gruppe einmal erstellt, erscheint beispielsweise bei Spotify unter „Verfügbare Geräte“ „Arpeggio + Wamp-200“. Die Gruppe wird also auch von anderen Apps wie ein Gerät behandelt.

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Individuell: Der Equalizer lässt sich einzeln für jedes Gerät aufrufen und einstellen (Screenshot: A. Weber)

Auch der aktive WLAN-Lautsprecher Arpeggio verfügt via D-Stream-Air-App über eine eigene Klangregelung. Jedoch ist die Voreinstellungen zur Anpassung an die Raumakustik beim Arpeggio noch umfangreicher.

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Ortskenntnis: Im Equalizer-Menü der D-Stream-Air-App gibt es für den Arpeggio unterschiedliche Einstellungen; auch für den Aufstellort der Lautsprecher, wie etwa hier im Beispiel zur freien Aufstellung auf dem Schreibtisch („Shelf“). Die Voreinstellung geht davon aus, dass der User nur etwa einen Meter entfernt sitzt. Die Mittellagen sind dann etwas zurückgenommen (Screenshot: A. Weber)

Während für Arpeggio-Lautsprecher auch Equalizer-Presets wie „Stand“, „Wall“, „Corner“ und „Shelf“ ausgewählt werden können, sind es beim Verstärker Klangregelungen für den gerade gehörten Musikstil, wie „Jazz“, Rock,“ „Pop“ und „Classical“. Die Einstellungen „Flat“ und „Custom“ haben beide.

Ein Hauptfeature der D-Stream-Reihe ist der „Multiroom“-Modus. Mit dieser Funktion kann der Nutzer seine Musik auf bis zu zehn D-Stream-Geräten gleichzeitig laufen lassen. Gut, wird man sagen, das können viele Geräte dieser Art. Selbst die Bluetooth-Boxen von JBL haben einen ähnlichen Party-Modus. Die Funktion des Re-Streaming macht das Konzept von D-Stream jedoch etwas spezieller. Re-Streaming bedeutet, dass über einen Aux-Eingang an der Rückseite des D-Stream WAMP-200SB eine externe Musikquelle angeschlossen werden kann. Über die App lässt sich deren Musik daraufhin im Multiroom-Modus spielen. Theoretisch könnte man somit auch Vinyl-Platten oder CDs kabellos in der ganzen Wohnung hören – natürlich vorausgesetzt, man bekommt das Signal durch ein entsprechendes Kabel zugespielt. Sowohl Re-Streaming als auch der Multiroom-Modus an sich funktionierten tadellos und mit perfekter Synchronisation.

Wie klingen D-Stream WAMP-200SB und Arpeggio?

Zur Beantwortung dieser Frage müssen die Geräte selbstverständlich getrennt behandelt werden. Zunächst der D-Stream WAMP-200SB: Ein gutes Pärchen Regallautsprecher, wie die bereits getesteten B&W 607 vorausgesetzt, macht der Kleine echt Spaß. Er klingt tonal sehr ausgewogen und eignet sich somit für jede Art von Musik. Ein Stück wie „All Along the Watchtower“ von Jimi Hendrix machen mit ihm genau so viel Spaß wie auch bei Jazz wie Gregory Porters „Liquid Spirit“. Oder „Deeply Disturbed“ von Infected Mushroom. Deren Energie-saugenden Bässe sind ja immer ein Maßstab für HiFi-Systeme: wie laut, wie sauber kann die Anlage diese elektronische Musik rüberbringen? Wir haben den D-Stream WAMP-200SB ja sowohl in LowBeats Hörraum als auch in verschiedenen Wohn-Situationen gehört. Ergebnis: der hübsche Franzose zeigt auch in den Bass-Passagen erstaunlich viel Kraft und Punch.

Aber wie stuft man seriös einen solchen Verstärker ein, der so viel kann? Der günstigste Verstärker aus dem Referenzregal ist der NAD C 316BEE V2.  In etwa kostet er das Gleiche, aber außer solider Verstärkung bietet er sonst nichts. Der NAD zeigt – was nicht verwundert – etwas mehr Tiefgang, Natürlichkeit, Dynamik und räumliche Plastizität. Erstaunlich ist nur, wie dicht der D-Stream WAMP-200SB an den NAD heranreicht. Vor allem in Bezug auf die Kraft bei einzelnen Impulsen liegt der hübsche Franzose sogar vorn.

Der Arpeggio kann, wie schon erwähnt, eigentlich fast alles, was der Verstärkerbruder auch kann. Die Leistung ist bei dem Multiroomlautsprecher jedoch auf 40 Watt beschränkt, was aber keine echte Einschränkung ist. Er klingt angenehm ausgewogen mit feinen Mitten und bringt trotz seiner geringen Abmessungen (in der EQ-Einstellung „flat“) mehr Bass mit, als wir zunächst erwartet hatten.

D-Stream Arpeggio ohne Grill
Der D-Stream Arpeggio mit abgenommener Abdeckung: zwei Breitbänder für den linken und den rechten Kanal sowie ein 13 cm Subwoofer (Foto: H. Biermann)

D-Stream folgt hier dem gängigen Trend zu etwas mehr Bass. Aber wir haben ja beim Arpeggio den vielseitigen EQ, mit dem es auch viel Spaß macht, zu arbeiten. Der Klang lässt sich ja nicht nur über den 6-Band-Equalizer einstellen, sondern bietet zudem die oben schon erwähnten Voreinstellungen „Wall“, „Corner“ & Co. Vor allem „Shelf“, der für die Aufstellung auf dem Schreibtisch (Hörabstand: etwa ein Meter) konfiguriert wurde, klang in Küche und Büro optimal. Letztendlich hat uns damit auch der Arpeggio komplett überzeugt. Wenn man sich für die richtigen Einstellungen etwas Zeit nimmt, ist der D-Stream Bluetooth-Speaker ein attraktives Angebot.

D-Stream WAMP-200SB + Arpeggio: das Fazit

D-Stream möchte mit seinen Angeboten dem Marktführer Sonos einige Marktanteile abknöpfen. Die Voraussetzungen sind nicht schlecht. Gerade der Streaming Verstärker D-Stream WAMP-200SB hinterließ einen guten Eindruck: optisch und klanglich auf wirklich hohem Niveau, ist auch seine Ausstattung absolut praxisgerecht. Er besetzt eine Nische, in der sich noch nicht so viele vergleichbare Verstärker finden und macht an vielen Stellen eine exzellente Figur: als zentraler Punkt eines Multiroom-Systems oder als kleiner origineller Verstärker im Wohnzimmer zur TV-Unterstüzung, im Essszimmer, im Büro…

Auch die Streaming-Lautsprecher Arpeggio machen viel Spaß – vor allem, wenn man den umfangreichen Equalizer nutzt. Damit lassen sie sich optimal auf den jeweiligen Aufstellungsort, aber auch an den Geschmack des Hörers einstellen. Das ist perfekt. Und zusammen mit anderen D-Stream Komponenten ergeben sie ein gut funktionierendes System mit sehr praxisnahen Benefits.

Arpeggio hat allerdings den Nachteil, dass im Bereich der Bluetooth-Speaker das Angebot sehr groß ist. Als Einzelanschaffung hat er viel Konkurrenz. Im D-Stream Paket macht er deutlich mehr Sinn.

LowBeats Bewertung D-Stream Arpeggio

Wesentlich bei diesen Systemen sind heutzutage die Apps. Die D-Stream AirApp ist sehr umfangreich und nach etwas Eingewöhnungszeit kommt man mit ihr recht gut zu zurecht – auch wenn kleine Detailfehler den Gesamteindruck noch ein wenig trüben. Doch wen die kleinen Hakler stören, der findet passende Alternativen im App-Store.

Unser klare Empfehlung gilt dem D-Stream WAMP-200SB. Hier haben Esprit, modernste Funktionalität und guter Klang in einer höchst attraktiven Bauform zusammengefunden. Hut ab.

 

Mit- und Gegenspieler im Test:
Test NAD C 316BEE V2: Der Budget-Vollverstärker
Test B&W 607: Kompaktbox für kleines Geld

 

D-Stream WAMP-200SB
2019/02
Test-Ergebnis: 4,4
SEHR GUT
Bewertungen
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Neutraler, breitbandiger Klang
Exzellente Verarbeitung
Multiroom- und Bluetooth-fähig
App könnte schlüssiger sein

Vertrieb:
AUDIUM / Visonik
Catostr. 7b
12109 Berlin
www.audium.com

Preis (Hersteller-Empfehlung)
D-Stream WAMP-200SB : 400 Euro