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Sumiko S.9
Sumiko S.9: Edel verarbeiteter Subwoofer mit Passiv-Membran und 350 Watt Antrieb für 999 Euro (Foto: R. Vogt)

Test Sumiko S.9: Der audiophile Subwoofer

Sumiko war bis vor kurzem eigentlich nur Phono-Fans als Marke für gute Tonabnehmer bekannt. Nun gibt es auch Subwoofer gleichen Namens. LowBeats hat sich das Schmuckstück namens Sumiko S.9 angeschaut und angehört.

Sumiko S.9 ohne Frontabdeckung
Der kompakte Sumiko S.9 in dezenter Hochglanzoptik (Foto: R. Vogt)
Sumiko S.9 Plakette
Sumiko S.9 Plakette (Foto: R. Vogt)

Wie passt das zusammen? Nun gibt es von Sumiko die filigransten Spulen der Hifi-Technik in Tonabnehmern und die größten des Genres zum Antrieb der Suppenteller-großen Subwoofer-Chassis. Nun, das kommt so. Sumiko gehört zur McIntosh Group (die ehemalige italienischen Fine Sounds Group), genau wie andere bekannte Marken, etwa McIntosh, Wadia, Audio Research und Sonus Faber.

Und hier laufen die Fäden zusammen, denn man wollte die Subwoofer als Marke von Sonus Faber trennen (mehr dazu im LowBeats TV Interview mit McIntosh Group CEO Charlie Randall), suchte einen gut beleumundeten Namen innerhalb der Familie und fand – Sumiko.

In diesen Subwoofern steckt also eine echte Italienerin und sie tragen deshalb im Untertitel „by Sonus Faber“. Der vollständige Markenname lautet konsequent Sumiko Subwoofer.

Untersucht haben wir das Modell Sumiko S.9 und damit den zweitgrößten Spross der Serie, der offiziell zur 10-Zoll-Kategorie (26cm) zählt. Tatsächlich arbeiten die zwei Tieftonmembranen mit einem akustisch aktiven Durchmesser von 20 Zentimeter, gemessen bis Mitte der Sicke.

Das in Pianolack-Optik gehaltene, piksauber verarbeitete Gehäuse wird wahlweise in hochglänzendem Schwarz oder Weiß angeboten, hat mit 36 x 41 x 41 Zentimeter Größe in etwa die Dimensionen einer Getränkekiste und mit immerhin 21 Kilogramm auch wenigstens deren Gewicht mit vollen Flaschen.

Der Sumiko S.9 ruht auf seinen vier kleinen, klassisch anmutenden Säulenfüßen, die ihn ein paar Zentimeter über dem Boden schweben lassen.

Sumiko S.9 aktives und passives Chassis
Sumiko S.9 aktives (unten) und passives Chassis (Front) (Foto: R. Vogt)

Das ist wichtig, denn im Boden des S.9 arbeitet der eigentliche Tieftöner mit seinem kräftigen Antrieb. Damit die für einen Subwoofer noch vergleichsweise kleine Membran genügend Luft bewegen kann, ist die mehrfach beschichtete und versteifte Pappe in eine wulstige Gummisicke gefasst, die große Auslenkungen erlaubt.

Statt eines asthmatischen Reflexrohrs mit seinen Strömungsgeräuschen verbaut Sumiko eine technisch aufwändigere, aber akustisch elegantere Passiv-Membran, die im Grunde die gleiche Aufgabe erledigt und durch den rückseitigen Schall des Tieftöners zum Schwingen angeregt wird. Die Passiv-Membran ist frontseitig verbaut und versteckt sich hinter einer abnehmbaren Frontbespannung.

Sumiko S.9 Anschlüsse und Regler
Sumiko S.9 Anschlüsse und Regler (Foto: R. Vogt)
Sumiko S.9 Speakon-Adapter
Sumiko S.9 Speakon-Adapter serienmäßig (Foto: R. Vogt)

Die Rückseite ist mit einer großen Metallplatte gepanzert, die innen als Montagegrundlage für die Elektronik dient und nach außen mit einem Paket Kühlrippen die Betriebswärme der 350-Watt-Endstufe abführt.

Außerdem stellt sie die Bedienelemente und Anschlüsse bereit. Die sind schlicht, aber durchdacht. Da gibt es einen Netzanschluss mit richtigem Hauptschalter.

Zwei Cincheingänge nehmen Signale aus Vorverstärkerausgängen entgegen und eine professionelle Speakon-Buchse von Neutrik erlaubt den parallelen Anschluss des Subwoofers an die Endstufen einer Stereoanlage.

Ein sehr langes, passendes Adapterkabel liegt dem Sumiko S.9 bei. Dass die Isolationen der Litzen des Kabels die deutschen Nationalfarben ergeben, dürfte eher einem Zufall geschuldet sein…

Die zwei Cinchbuchsen sind für unterschiedliche Zwecke gedacht und genialer Weise parallel verwendbar. Der klassische Line Input gibt sein Signal auf den integrierten und weit regelbaren Tiefpassfilter (Crossover). Der LFE Input gelangt ungefiltert auf die Endstufe des Subwoofers und erwartet ein von einem Bassmanagement bereits fertig gefiltertes Signal.

Line- und LFE-Eingang lassen sich getrennt voneinander in ihrer Empfindlichkeit regeln. Der Regler für den Line Input regelt auch den ebenfalls gefilterten Speakon-Eingang. Zwei Kippschalter erlauben eine Phasenumkehr und den Betrieb mit automatischer Standby-Schaltung.

Sumiko S.9 Phasengang
Sumiko S.9: sehr konstanter Phasengang zwischen 60 und 120 Hertz (Messung: LowBeats)

Vor der Hörsession wurde der Sumiko S.9 gemessen. Und das sah alles so durchdacht und überlegt aus wie das Anschluss-Schema. Der Frequenzgang ist tiefreichend und für alle praktischen Anwendungsfälle genügend hoch reichend. Im Intervall von 40 bis 125 Hertz verläuft alles minimal wellig linear und die Energie fällt jenseits dieser Grenzen in beide Richtungen sanft ab.

Das erlaubt noch genügend Tiefbass und eine harmonische Überlappung mit den Satellitenlautsprechern. Fast noch wichtiger als der Frequenzgang, den man gegebenenfalls ja recht simpel elektronisch equalizieren könnte, ist der Phasengang, der für einen sauberen Übergang zwischen Subwoofer und Satellit verantwortlich zeichnet.

Und hier glänzt der Sumiko S.9 durch seine sehr weiträumige stabile Phasenlage über den gesamten kritischen Frequenzbereich, in dem eben genau diese Überlappung zwischen Sat und Sub stattfindet.

So sind dem Experimentieren mit Übergangsfrequenzen zwischen 60 und 120 Hertz kaum Grenzen gesetzt, weil man nicht bei jedem Frequenzwechsel die Phase oder Laufzeit wieder anpassen muss und die einmal gefundene Raum-Position konstant bleiben darf.

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